Plötzlich ist Bewegung in die Euro-Krise gekommen. Nach zweieinhalb lähmenden Jahren gibt es erstmals Hoffnung auf eine Lösung. Aus drei Gründen.

Da ist erstens die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), notfalls unbegrenzt Staatsanleihen der Krisenländer aufzukaufen. Ihrem Mandat entsprechend will sie so die Gemeinschaftswährung stabilisieren. Zugleich erleichtert sie den Krisenländern die Finanzierung ihrer Staatshaushalte und schafft ihnen damit den notwendigen Handlungsspielraum, um die Spar- und Reformpolitik fortzusetzen.

Da ist zweitens das Urteil des Bundesverfassungsgerichts , das es der Bundesregierung erlaubt, sich am Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) zu beteiligen. Höchstrichterlich ist somit beglaubigt, dass der Rettungsschirm nicht gegen das Grundgesetz verstößt. Deutschland kann den seiner wirtschaftlichen Stärke entsprechenden Beitrag leisten, so wie alle anderen Euro-Zonen-Mitglieder es auch tun.

Da ist drittens die Wahl in den Niederlanden , bei der die Partei des Rechtspopulisten und Antieuropäers Geert Wilders eine krachende Niederlage einstecken musste, ebenso wie der antieuropäische Sozialistenführer Emile Roemer. Mitten in der Krise bekannten sich die Holländer zu Europa – und Angela Merkel behält mit dem bisherigen und wohl auch künftigen Ministerpräsidenten Mark Rutte einen Mitstreiter, der wie sie darauf achtet, dass sich die Krisenländer an ihre Sparauflagen halten.

Der Entschiedene handelt

"Der Himmel über Europa klart auf", freute sich die in Sachen Euro sonst so skeptische Financial Times . In der Staatsschuldenkrise sei ein "neues Kapitel" aufgeschlagen worden, meint auch der gewöhnlich eher noch pessimistischere Economist . Tatsächlich haben die Märkte auf die drei guten Nachrichten enthusiastisch reagiert. Die Aktienkurse schossen in die Höhe. Der Euro stieg kräftig an. Umgekehrt sanken die Zinsen italienischer und spanischer Staatsanleihen.

Die Finanzmärkte beginnen wieder Vertrauen in den Euro zu fassen. Zu danken ist dies vor allem der Entschiedenheit Mario Draghis . Wir werden unsere Währung verteidigen, hat der EZB-Präsident schon vor zwei Monaten klargestellt, mit allen Mitteln, die uns zu Verfügung stehen – "und glauben Sie mir, es wird reichen". Damit es auch der letzte Spekulant verstand, wiederholte Draghi ein ums andere Mal: "Der Euro ist irreversibel!"

Draghi ist gelungen, was kein Politiker geschafft hat: Er hat bei den Investoren in aller Welt Eindruck gemacht; sie wissen nun, den Europäern ist es mit der Rettung ihrer Währung ernst. Genau dies mochten viele Anleger in Amerika und Asien lange nicht mehr glauben. Viele wünschen sich aber eine Alternative zum Dollar. Sie werden nun wieder den Euro-Anteil in ihren Depots aufstocken.