Es klingt wie ein Treppenwitz der Geschichte. Amerikas Notenbank Federal Reserve will noch diesen Monat damit beginnen, Geld in den Immobilienmarkt der USA zu leiten, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln und Jobs zu schaffen . Jeden Monat will die Bank für rund 40 Milliarden Dollar Hypothekenanleihen kaufen, sogenannte Mortgage Backed Securities (MBS).

Doch war da nicht was, vor genau vier Jahren?

Damals brachten die Hypothekenanleihen die amerikanische Investmentbank Lehman Brothers ins Schleudern. Im September 2008 brach sie zusammen, die Weltfinanzkrise war in Gang gesetzt.

Bei den MBS handelt es sich um festverzinsliche Wertpapiere, mit denen die Investoren Anteile an Fonds erwerben, die sich aus Tausenden Immobilienkrediten zusammensetzen. Zahlen die Schuldner ihre Kredite mit Zinsen zurück, erhalten die Anleger einen Teil des Gewinns. Fallen die Kredite aus, gibt es keine Gewinne, sondern Verluste, die Papiere verlieren an Wert. Weil Lehman Brothers viele dieser Papiere besaß, ging die Bank im Jahr 2008 Pleite.

Fed versorgt Immobilienbanken mit reichlich Geld

Warum kauft die Fed nun ausgerechnet diese Wertpapiere? Die Antwort lautet: Weil sie auf diese Weise versuchen will, die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen. Seit dem Jahr 2008 ist der Immobilienmarkt nicht aus der Krise gekommen. Der Case-Shiller Index , der Auskunft über die Entwicklung der Häuserpreise gibt, verzeichnete zuletzt einen leichten Anstieg, allerdings den ersten seit 2010. Den Trend will die Notenbank nun offenbar verstärken.

Das funktioniert in der Theorie so: Indem die Notenbank die MBS aufkauft, versorgt sie die Immobilienbanken mit neuem Geld. Diese können die Mittel anschließend in den Immobilienmarkt leiten, zum Beispiel über neue Hauskredite. Die Zinsen für Immobilienkredite dürften dadurch sinken, die Nachfrage nach Wohnobjekten steigen. Am Ende dürften auch die Hauspreise anziehen.

Eine Bewegung in diese Richtung gab es sogar zuletzt am Markt: Am Mittwoch lagen die Zinsen für einen Immobilienkredit mit einer Laufzeit von 30 Jahren bei 3,55 Prozent gegenüber 4,09 Prozent vor einem Jahr, meldet der staatliche Immobilienfinanzierer Freddie Mac .

Anders als sein europäischer Kollege Mario Draghi macht Notenbankpräsident Ben Bernanke auch keinen Hehl daraus, dass er mit seiner Geldpolitik die Konjunktur stimulieren will. "Wir wollen mehr Jobs sehen", sagte Notenbankpräsident Bernanke am Donnerstag. Die Wirtschaft müsse gestärkt werden. Schließlich verharrt die Arbeitslosenquote seit Februar 2009 bei mehr als acht Prozent. Das Wirtschaftswachstum lag im zweiten Quartal bei mageren 1,7 Prozent.