Terror in Mali : Ein Weltkulturerbe leidet unter den Islamisten

Die Handelsstadt Djenné ist eine der wichtigsten Attraktionen Malis. Doch mit dem Terror der Islamisten sind die Touristen verschwunden, wie unsere Bilder zeigen.

Djenné ist eine kulturelle Perle Malis: Die Altstadt aus Lehm ist weltberühmt und steht als Weltkulturerbe unter Schutz der Unesco. Jedes Jahr besichtigten rund 10.000 Touristen Djenné. Doch seit dem Putsch der Islamisten im März ist die Zahl der Besucher eingebrochen. Nach Angaben des örtlichen Tourismusverbandes waren seitdem nur etwa 20 Besucher da. Den Anwohnern fehlt eine wichtige Einnahmequelle. Unsere Bilder zeigen das Leben in Djenné und im Südwesten Malis.

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Kommentare

6 Kommentare Kommentieren

Eine kulturelle Katastrophe...

... ist das, was sich dort abspielt! Leider auch weit entfernt von jeder interventionsbereiten Weltöffentlichkeit. Touareg Angriffe haben irgendwie immer schon zu Mali gehört, aber selbst die Touareg starren entgeistert auf das, was die ehemals mit ihnen Verbündeten Islamisten jetzt tun.

Übrigens hat sich beim zweiten Bild ein Fehler eingeschlichen, die Hauptstadt Malis ist Bamako und nicht Timbuktu.

In Bamako haben aber nicht die Islamisten die Macht ergriffen,

sondern die Militärs, die am 21. März 2012 den gewählten Präsidenten Amadou Toumani Touré aus Unzufriedenheit über das - aus ihrer Sicht - Versagen der Regierung bei der Bekämpfung des Aufstandes der Tuareg in der Nordregion (Azawad) gestürzt haben. Dieser Putsch führte zum Zusammenbruch und Rückzug der malischen Armee aus dem Azawad, wo zunächst die von den Tuareg getragene, säkular ausgerichtete "Nationale Bewegung für die Befreiung des Azawad" (MNLA) einseitig die Unabhängigkeit der Region erklärte, dann aber ihrerseits von den bisher mit ihr verbündeten islamistischen Gruppierungen Ansar Dine und MOJWA entmachtet wurde.

Wir brauchen virtuelle Kopien von Kulturstaetten

Es waere schoen, alle von Verfall Zerstoerung bedrohten Kulturstaetten von Bedeutung virtuell im Internet 3-dimensional besichtigen zu koennen. die Welt hat in den letzten 70 Jahren eine relativ friedliche Phase durchleben duerfen. Mitnichten ist garantiert dass dieses auch so bleiben wird.

Was gestern in Mali geschah, koennte sich schon morgen mit den Pyramiden in Aegypten wiederholen, oder mit diversen griechischen, byzantinischen und roemischen Ruinen in Syrien, wenn dort Salafisten die Macht uebernehmen.