HäuserdämmungDer Sanierungsboom steckt im Bundesrat fest

Seit Jahren will die Regierung die Gebäudesanierung fördern. Die Länder blockieren; sie fürchten sinkende Steuern. Jetzt bringen die Grünen eine weitere Umlage ins Spiel.

Inzwischen hat selbst die Bundeskanzlerin keine Geduld mehr. In ihrem jüngsten Videopodcast forderte sie am Wochenende den Bundesrat auf, endlich der steuerlichen Förderung der Gebäudesanierung zuzustimmen. Es sei doch "sehr ärgerlich", dass die Bundesländer den Gesetzesentwurf immer noch blockierten, sagte Angela Merkel. Man könne damit schließlich "sehr viele Menschen motivieren, etwas für die Isolierung und Klimafreundlichkeit ihrer Häuser zu tun".

Das Thema "Energetische Gebäudesanierung" treibt die Bundesregierung nun schon seit Jahren um. Im Sommer 2010 hat die Bundesregierung einen ersten Gesetzentwurf vorgelegt. Zehn Prozent der Sanierungskosten sollen die Bürger zukünftig in ihrer Steuererklärung geltend machen können. Die Bundesregierung will die Sanierungsrate von Häusern auf zwei Prozent verdoppeln und so den Endenergiebedarf bis 2020 um 20 Prozent senken.

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Bundesländer überzeugen

Doch das Gesetz ist zustimmungspflichtig – und der Bundesrat blockiert seit fast einem Jahr, weil die Länder Einnahmeausfälle fürchten. Durch das Gesetz dürfte das Steueraufkommen um geschätzte 1,5 Milliarden Euro sinken – ein Teil der Ausfälle trifft Bundesländer und Kommunen, die ebenfalls Anteile der Einkommenssteuer erhalten.

Von allen Seiten werden nun die Bundesländer bearbeitet. Merkel wirbt beim Deutschen Handwerk, die Deutsche Umwelthilfe fordert das Steuerprogramm, kaum überraschend auch der Gesamtverband Dämmstoffindustrie. Doch bislang ist alles vergeblich. Die Länder verlangen Gegenleistungen für die Ausfälle, mehrere Hundert Millionen Euro sind im Gespräch.

Allerdings betonen Fachleute, dass diese eigentlich nicht nötig seien. Die Steuererleichterungen kämen einem kleinen Konjunkturprogramm gleich, von dem auch die Länderhaushalte profitieren würden. Schließlich gebe es derzeit einen Investitionsstau in Milliardenhöhe. Werde der aufgehoben, hätten Handwerker und kleine Firmen zahlreiche neue Aufträge. Die zusätzlichen Einnahmen gerade aus der Mehrwertsteuer würden die Ausfälle bei Weitem kompensieren.

Bundesregierung will neuen Anlauf starten

Die Bundesländer überzeugt das bislang nicht, im Vermittlungsausschuss herrscht Stillstand. Vielleicht kommt in den kommenden Wochen neuer Schwung in die Verhandlungen, wenn, wie die Regierung andeutet, ein neuer Anlauf gestartet werden soll, um die Bundesländer zur Zustimmung zu bewegen.

Leserkommentare
  1. und eine Katastrophe für die Städte und Kultur, denn es werden Reihenweise historische Stadtbilder bzw. Häuserfassaden; bestenfalls, in dem die Fassaden nur hinter einer Dämmung verschwinden, schlimmenstenfalls, aber am häufigsten der Fall, indem alle Verzierungen, Figuren Vorsprünge etc. abgeschlagen werden.

    Auch führt die Dämmung zu einer massiven Schimmelbildung, und erhöht die Brandgefahr.

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    "... Stadtbilder bzw. Häuserfassaden entsorgt; ...".

    ...ist der Dämmwahn mit dem Ziel der Luftdichtmachung von Häusern das Todesurteil.

    Auch wenn es in manchen Städten recht viele Fachwerkhäuser gibt, die allermeisten Leute wohnen in Häusern, denen man eine energetische Sanierung hauptsächlich an der frisch gestrichenen Fassade ansieht. Um diese vielleicht 90% geht es.

    "... Stadtbilder bzw. Häuserfassaden entsorgt; ...".

    ...ist der Dämmwahn mit dem Ziel der Luftdichtmachung von Häusern das Todesurteil.

    Auch wenn es in manchen Städten recht viele Fachwerkhäuser gibt, die allermeisten Leute wohnen in Häusern, denen man eine energetische Sanierung hauptsächlich an der frisch gestrichenen Fassade ansieht. Um diese vielleicht 90% geht es.

  2. "... Stadtbilder bzw. Häuserfassaden entsorgt; ...".

  3. Eine fachgerecht ausgeführte Dämmng erhöht weder die Bandgefahr noch die Schimmelbildung, einzig bei den Fassaden muss ich zustimmen.

    Etwas weniger Stammtischpolemik wäre bei diesem Thema also doch angebracht.

    7 Leserempfehlungen
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    besonders bei historischen Gebäuden haben sich die Dämmungen als Katastrophe erwiesen.

    Die derzeitige Mode jedwede berechtigte Kritik als "Stammtisch" abzutun, wenn sie nicht dem rot-grünen Weltrettungskonzens entspricht, ist billig.

    http://www.achgut.com/dad...

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    • an-i
    • 12.09.2012 um 15:12 Uhr

    ...dann muss der NDR für seinen Beitrag ev. verklagt werden...
    http://www.ndr.de/fernseh...

    besonders bei historischen Gebäuden haben sich die Dämmungen als Katastrophe erwiesen.

    Die derzeitige Mode jedwede berechtigte Kritik als "Stammtisch" abzutun, wenn sie nicht dem rot-grünen Weltrettungskonzens entspricht, ist billig.

    http://www.achgut.com/dad...

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    • an-i
    • 12.09.2012 um 15:12 Uhr

    ...dann muss der NDR für seinen Beitrag ev. verklagt werden...
    http://www.ndr.de/fernseh...

  4. Die vorgeschlagene Umlage mag zwar auf dem Papier als Motivator dastehen, bestraft letztendlich aber all jene die bereits gedämmt haben. Die meisten Hausbesitzer dämmen schließlich um die Heizkosten zu senken und finanzieren über diese Ersparnis die Ausgaben der Sanierung. Diese Ersparnis fällt aber nun flach, da die Heizkosten einfach durch eine Umlage wieder angehoben werden.
    Die Schlußfolgerung es als politischen Selbstmord zu bezeichnen ist also mehr als zutreffend.

    Auch trifft es jene die sich eine Sanierung derzeit nicht leisten können oder keine Finanzierung dafür bekommen. Die politisch gesteigerten Heizkosten würden hier erfolgreich die Bildung von Rücklagen verhindern und damit eine entsprechende Dämmung langfristig blockieren.

    Leider scheinen die sämtliche Politiker jeden Coleurs immer nur die Preisschraube als einzige Einflußmöglichkeit zu sehen. Nachhaltige Politik habe ich mir immer anders vorgestellt.

    2 Leserempfehlungen
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    • gkh
    • 13.09.2012 um 9:19 Uhr

    Diese Ersparnis fällt aber nun flach, da die Heizkosten einfach durch eine Umlage wieder angehoben werden.

    Das ist nicht korrekt. Wer gedämmt hat, hat auf steigende Energiepreise gewettet. Dabei ist es unerheblich, wodurch die Preise steigen - ob durch Knappheit oder durch eine Umlage.

    • gkh
    • 13.09.2012 um 9:19 Uhr

    Diese Ersparnis fällt aber nun flach, da die Heizkosten einfach durch eine Umlage wieder angehoben werden.

    Das ist nicht korrekt. Wer gedämmt hat, hat auf steigende Energiepreise gewettet. Dabei ist es unerheblich, wodurch die Preise steigen - ob durch Knappheit oder durch eine Umlage.

  5. ...mehr wird hier nicht aufgezeigt.
    Die Länder tun so als wenn die Bauarbeiten von den Heinzelmännchen erledigt werden würden. Das Gegenteil ist der Fall! Bei einer Staatsquote von~50% landen ~50% der Rechnungssumme in den öffentlichen Kassen als Steuern und Abgaben!

    Aber erklären sie mal einem Beamten das er von ihrem Einkommen lebt!

    Die Bundesregierung hätte nur ein kleines Gesetz erlassen müssen. Das Heizungs- und WW-Kosten die einen, zu definierenden, Satz überschreiten nicht bezahlt werden müssen.

    So etwas ist nicht Zustimmungspflichtig!

    Ergebnis: Die Mieter müssen die Renovierungskosten sowieso tragen, die Vermieter bekommen ihre Kosten ersetzt.

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    in einer parlamentarischen Demokratie kann eine Regierung keine Gesetze "erlassen" – auch keine "kleinen". Gesetze werden vom Parlament (Legislative) mehrheitlich beschlossen. Solche wichtigen Grundtatsachen sollte man auch im Eifer des argumentativen Gefechts nicht aus den Augen verlieren. Danke.

    in einer parlamentarischen Demokratie kann eine Regierung keine Gesetze "erlassen" – auch keine "kleinen". Gesetze werden vom Parlament (Legislative) mehrheitlich beschlossen. Solche wichtigen Grundtatsachen sollte man auch im Eifer des argumentativen Gefechts nicht aus den Augen verlieren. Danke.

  6. Ich würde ja gerne mein Haus dämmen, aber das ist im Moment wirtschaftlicher Selbstmord. Die Dämmung würde für mein Haus mit allen Nebenkosten etwa 30.000 Euro kosten. Pro Jahr zahle ich im Moment etwa 1000 Euro für Gas. Durch die Dämmung werde ich (vielleicht) die Hälfte des Gasverbrauchs sparen, macht 500 Euro pro Jahr. Meine Investition hätte ich dann in 60 Jahren wieder heraus. Selbst bei stark steigenden Energiepreisen ist das alles wirtschaftlicher Selbstmord.

    Eine Leserempfehlung
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    auch ich habe das mal für unser Haus durchgerechnet und komme auf gleiche Zahlen wie Fischbacher.
    Die Sanierung lohnt sich nur für Vermögende, die vor jahresende noch schnell etwas Geld vor den Fiskus retten müssen.
    Ausnahme: Neue Fenster bringen viel. Jedoch sollte man auch hier gerade bei Altbauten auf atmungsaktive achten. Sonst freuen sich auch hier die Schimmelkulturen.

    auch ich habe das mal für unser Haus durchgerechnet und komme auf gleiche Zahlen wie Fischbacher.
    Die Sanierung lohnt sich nur für Vermögende, die vor jahresende noch schnell etwas Geld vor den Fiskus retten müssen.
    Ausnahme: Neue Fenster bringen viel. Jedoch sollte man auch hier gerade bei Altbauten auf atmungsaktive achten. Sonst freuen sich auch hier die Schimmelkulturen.

  7. besonders bei historischen Gebäuden haben sich die Dämmungen als Katastrophe erwiesen.

    Die derzeitige Mode jedwede berechtigte Kritik als "Stammtisch" abzutun, wenn sie nicht dem rot-grünen Weltrettungskonzens entspricht, ist billig.

    http://www.achgut.com/dad...

    http://www.achgut.com/dad...

    http://www.achgut.com/dad...

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Polemik"
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    Wenn Ihre Beiträge weiterhin Begriffe wie "rot-grüner Weltrettungskonzens" enthalten, werden Sie sich des Stammtisch-Vorurfs nur schwer erwehren können. Dies sei Ihnen nur als allgemeiner Tipp ans Herz gelegt.

    Auf Wikipedia lese ich, dass eine vernünftige Dämmung, gepaart mit regelmäßigem Lüften, das Risiko eines Schimmelbefalls nicht erhöht. Kurzes googeln bestätigt diese Aussage: Schwierigkeiten entstehen nur dann, wenn man ausschließlich die Fenster erneuert.

    @Redukteur:
    Wenn Sie von vornherein sagen, dass eine bundesweite fachgerechte Sanierung nicht möglich ist, könnten Sie auch einen Schritt weiter gehen und behaupten, dass der bundesweite fachgerechte Bau von Häusern nicht möglich ist. Oder die fachgerechte Behandlung durch Ärzte, Unterricht durch Lehrer, Verbrechensbekämpfung durch Polizei. Natürlich gibt es immer schwarze Schafe, aber es ist Quatsch, deswegen das ganze Projekt abzublasen.

    Wenn Ihre Beiträge weiterhin Begriffe wie "rot-grüner Weltrettungskonzens" enthalten, werden Sie sich des Stammtisch-Vorurfs nur schwer erwehren können. Dies sei Ihnen nur als allgemeiner Tipp ans Herz gelegt.

    Auf Wikipedia lese ich, dass eine vernünftige Dämmung, gepaart mit regelmäßigem Lüften, das Risiko eines Schimmelbefalls nicht erhöht. Kurzes googeln bestätigt diese Aussage: Schwierigkeiten entstehen nur dann, wenn man ausschließlich die Fenster erneuert.

    @Redukteur:
    Wenn Sie von vornherein sagen, dass eine bundesweite fachgerechte Sanierung nicht möglich ist, könnten Sie auch einen Schritt weiter gehen und behaupten, dass der bundesweite fachgerechte Bau von Häusern nicht möglich ist. Oder die fachgerechte Behandlung durch Ärzte, Unterricht durch Lehrer, Verbrechensbekämpfung durch Polizei. Natürlich gibt es immer schwarze Schafe, aber es ist Quatsch, deswegen das ganze Projekt abzublasen.

  8. stehen genug Kräfte zur Verfügung, die nächste Klimarettungssau durchs Dorf zu treiben.
    Konjunkturprogramm für die Bauhandwerker?
    Klar und in 5 Jahren für die Schimmelsanierer und in 30 Jahren für die Betreiber von Sondermülldeponien.

    @3 Ihren Einwand in allen Ehren, aber die flächendeckend fachgerechte Ausführung kann man man bei einem Gang durch die Welt schon bezweifeln.

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