Etwa 12.000 Arbeiter einer Goldmine im Distrikt West Rand sind in einen wilden Streik getreten und haben die Beendigung der Produktion erzwungen. Der Ausstand in der Mine KDC in einem westlichen Vorort von Johannesburg habe am Mittwoch mit der Nachtschicht begonnen, teilte das betroffene Unternehmen Gold Fields mit. Zwei Tag- und zwei Nachtschichten seien bereits ausgefallen. Gold Fields will den Streik vor Gericht für illegal erklären lassen.

Bei dem Streik gehe es vermutlich um Streitigkeiten unter Gewerkschaften, sagte ein Unternehmenssprecher. Die Arbeiter hätten keine offiziellen Forderungen gestellt. Möglicherweise sei die Auseinandersetzung zwischen etablierten und neuen Gewerkschaften der Hintergrund für den wilden Streik, wird das Unternehmen im Wall Street Journal zitiert. In den vergangenen 14 Tagen hatten auch in zwei südafrikanischen Platinminen wilde Streiks stattgefunden.

Die am Freitag verkündete Mordanklage gegen 270 Bergarbeiter sorge für "Schock, Panik und Verwirrung", sagte Südafrikas Justizminister Jeff Radebe. Er forderte eine Erklärung der Staatsanwälte für dieses Vorgehen. Der Gewerkschaftsdachverband Cosatu nannte die Anklage "absolut empörend". Die Staatsanwaltschaft hatte mitgeteilt, dass sich all diejenigen, die an den Unruhen in der Lonmin-Mine Mitte August teilgenommen hätten, mitschuldig am blutigen Ausgang der Zusammenstöße gemacht hätten.

Am 16. August waren bei einem Streik in der südafrikanischen Platinmine Lonmin in Marikana 44 Menschen getötet worden. 34 von ihnen wurden von der Polizei erschossen. Die Polizei handelte nach eigener Darstellung in "legitimer Notwehr", da sie angegriffen worden sei.