SchuldenkriseGriechenland kann mit weiteren Milliardenhilfen rechnen

Die nächste Hilfszahlung für Griechenland ist wohl beschlossene Sache – aus Angst vor einem Dominoeffekt in der Euro-Zone. In Brüssel wird die Auszahlung vorbereitet. von afp und dapd

Altstadt von Kerkyra auf der griechischen Insel Korfu

Altstadt von Kerkyra auf der griechischen Insel Korfu  |  ©Christian Röwekamp/dpa

Trotz erheblicher Mängel bei den zugesagten Reformen soll Griechenland die nächste Tranche von 31 Milliarden Euro aus dem Hilfspaket erhalten. Der Bericht der Prüfer-Troika aus Europäischer Union, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank werde "so ausfallen, dass die Politik das Geld freigeben kann", berichtet der Focus unter Berufung auf Quellen aus dem Europäischen Parlament.

Nach Angaben der Wirtschaftswoche laufen in Brüssel die Vorbereitungen, um die Auszahlung der Hilfstranche sicherzustellen, obwohl der Bericht der Troika die Auflagen für Griechenland nicht als komplett erfüllt einstufen werde. "Die Griechen werden eine Liste von Reformen erhalten, die zu einem bestimmten Datum vom Parlament abgesegnet werden müssen", zitierte die Wirtschaftswoche Quellen in der Euro-Gruppe. Das Geld werde freigegeben, sobald die Abgeordneten zugestimmt hätten.

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Unklar ist weiterhin, wann die Troika ihren Bericht vorlegen wird. In der Euro-Gruppe wird es für möglich gehalten, dass bei der nächsten Sitzung ihrer Finanzminister am 8. Oktober in Luxemburg nur ein mündlicher Zwischenbericht erstattet werde. Das derzeitige Haushaltsloch Athens sei jedoch offenbar nicht so groß wie befürchtet: Statt um 20 Milliarden Euro handle es sich um maximal 18 Milliarden Euro.

Griechenland in der Euro-Zone halten

Sowohl Brüssel als auch die Bundesregierung wollen offenbar Griechenland unbedingt in der Euro-Zone halten: "Die Angst vor einem Dominoeffekt ist zu groß", sagte ein EU-Diplomat der Wirtschaftswoche .

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (beide CDU ) hatten in den vergangenen Wochen betont, dass Griechenland zumindest die Reformpläne umsetzen müsse, wenn es die Haushaltsziele verfehle. Beide rücken nun aber offenbar davon ab, um Griechenland in der Währungsunion zu halten.

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Leserkommentare
    • Acaloth
    • 29. September 2012 12:10 Uhr
    1. ......

    Langsam wirds lachhaft.
    Prinzipiell können die Griechen ja machen was sie wollen....die Nibelungentreue hält.

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    • Chilly
    • 29. September 2012 13:05 Uhr

    könnte man meinen, die Griechen liegen faul auf der Haut und lassen sich vom deutschen Steuerzahler Kaviarhäppchen und Champagner bezahlen. Richtig ist, dass es solche Griechen gibt, diese leben aber nicht vom deutschen Steuerzahler, sondern weil sie verhindern, ihrerseits von den griechischen Reformen betroffen zu werden.

    In Griechenland wurden Steuern erhöht, v.a. die Umsatzsteuer, die normale Verbraucher trifft und die kaum Möglichkeiten haben, dieser Steuer zu entgehen. Es wurden Löhne und Renten gekürzt. Auch hier kann sich der kleine Mann/Frau kaum dagegegen wehren. Die Streichung von Privilegien verschiedener Wirtschaftsbereiche (z.B. Transportwesene etc.) kam hingegen nicht so recht voran. Hier liegt in der Tat ein Problem. Es stimmt aber schlechterdings nicht, dass die Griechen bislang noch keine Reformen angegangen seien. Das haben sie gemacht und zwar mit einer Härte und einem Umfang, dagegen waren die deutschen HARTZ-Reformen ein "laues Lüftchen". Die Produktivität in GR ist zuletzt deutlich gestiegen und auch die Exporte. Die Reformen zeigen Wirkung, nur die reiche und einflussreiche Oberschicht zahlt noch immer keine Steuern und bringt ihr Geld in die Schweiz oder nach London, was wiederum die Target-II-Salden weiter ins Minus treibt. Deshalb: Bitte nicht so überheblich. Man sollte das Ganze differenzierter betrachten und Überlegen, wie es gelingt, die Eliten in die Haftung zu bekommen, anstatt die armen Leute weiter in die Armut zu treiben.

    CHILLY

    Sie haben vollkommen Recht. Bis heute gibt es keine Anstalten, das Geld, das dem griechischen Staat fehlt, von den reichen Griechen zu holen, die es hätten und noch viel mehr.

    Stattdessen dürfen weiterhin die europäischen Steuerzahler für die Milliardenhilfen gerade steh'n.

    Zu groß ist die Gefahr, dass eine Lawine sorgsam aufgebauter Privilegien zu Tale rauschen würde, wenn in Griechenland, dann womöglich in Spanien und Italien, die Reichen zur Kasse gebeten würden.

    Es gibt nur die Möglichkeit, dass die europäischen Eliten in Nibelungentreue zu den Eliten in Griechenland, Spanien und Italien stehen und weiterhin das Volk zu Boden gerungen wird, wenn Geld fehlt. Bis nach unten einfach klein Platz mehr ist und die Wirtschaft wieder wachsen muss.

    Sobald in Griechenland dann eine Olive mehr als letztes Quartal exportiert wird, wird uns diese Kunde als frohe Botschaft der Sparsamkeitspolitik der vielen dürren, dunklen Jahre ereilen, und die Wahrheit wird offenbar, das Sparen war gut und wahr richtig und natürlich war es alternativlos.

    alle anderen Politiker können machen was sie wollen und mit den verschiedenen Ländern haben sie auch noch austauschbare Verfügungsmasse für den schwarzen Peter.

    Das ist der Grund warum der Euro nicht funktioniert und auf absehbare Zeit nicht funktionieren wird.

    Die Menschen in Griechenland sind sicher nicht fauler als andere, sie zeigen nur sehr schön welcher Anstregungen es bedarf, einmal geschaffene Besitzstände wieder zurück zu fahren.
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    Anderer Artikel, selbes Thema: Merkel will die Republik zum Osten machen ... ach ne, die Ostförderung ausweiten.

    Wirtschaftlicher Erfolg von Politikers Gnaden endet wie in Griechenland und Europa wird Griechenland sein... egal, ich ziehe in die Schweiz und guck' mir den Käse aus der Ferne an.

  1. lässt nichts anderes zu. Und solange das so bleibt, werden immer neue und größere Stützungskredite fließen müssen, um zu verhindern, dass der Finanzmarkt ins Wanken kommt.
    Wie schon öfter erwähnt handelt es sich bei einer Zahlungsbilanzkrsie um eine Krise, bei der der Schuldner seine Schulden nicht zahlen kann. Und in diesem Fall verliert der Gläubiger sein Geld. Oder er gibt ihm immer wieder neues Geld um seine alten Schulden zu bezahlen, die dabei aber immer höher werden. Also auch keine Lösung.
    Ich warte auf den Moment, in dem der Zusammenhang in Deutschland verstanden wird.

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    Welches ist ihre Alternative? Und das Problem ist nicht das "Sparen" sondern die fehlende Reformbereitschaft in Griechenland. Griechenland könnte das Schlimmste hinter sich haben, wenn vor zwei Jahren der korrupte und feudale Verwaltungsapparat umgebaut worden wäre. Aber Griechen haben dies verhindert.

    Das einzige Ziel war es daß wenigstens ein Teil der Anleihenschulden noch bedient wurde. Das diente dem Schutz unserer Banken und Vermögenselite.

    Das Problem ist: wie so oft hatte man keine Ahnung wie man danach weitermacht.. Vgl. Hartz4/Afghanistan/Irak...

    Das ist eine alte kaufmännische Weisheit.

    Der Kardinalsfehler war der Bruch der No-Bailout-Klausel.

    Wenn man jetzt sieht, wie schwer das schon im Falle Griechenlands wiegt, kann man sich Vorstellen, was passiert, wenn Spanien und Italien folgen.
    http://www.wirtschaftsfac...

    Rette sich wer kann!

    Ich fürchte, da werden wir lange warten.

  2. Diese Prinzipienlosigkeit ist unsolidarisch, da Nationen wie Griechenland auf Kosten der anderen mit ihrem korrupten System weiter machen können. Und damit geht man eher einen Schritt wieter in Richtung EU-Auflösung, da wir Bürger dies nicht vergessen werden und bei einer Volksabstimmung über die EU gegen diese stimmen werden.

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    über die EU abstimmen, das wird man zu verhindern wissen.

  3. Der EURO?

    Die Bevölkerung?

    Die Souveränität?

    Wohin das alles führt ist nicht mehr absehbar. Mir graut es vor einer neoliberalen europäischen Republik.

    Fehler der Vergangenheit: EURO kam zu früh bzw. ohne begleitende Integrationsschritte und Überarbeitung der Institutionen (Demokratisierung).

    Fehler in der Krise: Banken wurden praktisch ohne weitere Reformen gerettet (Bankenschulden wurden zu Staatsschulden).
    Selbst aussichtslose Fälle (GR/SP) wurden/werden "gerettet", auf Kosten der Bevölkerung in Krisenstaaten und der Steuerzahler in (noch) Geberländern.

    Island geht es gut. Argentinien geht es gut. In Europa herrscht seit Jahren Panik und Unsicherheit. Wo ist der langfristige Sinn dieser Politik?

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    Argentinien steht vor der nächsten Krise, obwohl das Land reich an natürlichen Ressourcen ist.

    500 Millionen europäische Schuldknechte die für die Absicherung des Wohlstands von 50 Millionen Elite-Europäern leben.

    Bei etwa dem Verhältnis ist gewährleistet, dass mit Nettolohnabstrichen oder -stagnation bei einem Wirtschaftswachstum von ca. 0,5% über der Inflation die Aufteilung in "Oben" und "Unten" dauerhaft zementiert wird.

    D hat sich, was das angeht, in 20 Jahren eine unrühmliche Vorreiterrolle erarbeitet. Die genauen Zahlen dazu kann sich jeder bei DESTATIS oder EUROSTAT besorgen, die Auswertung erfordert keine allzu tiefgehenden Kenntnisse.

    Kai Hamann

  4. Welches ist ihre Alternative? Und das Problem ist nicht das "Sparen" sondern die fehlende Reformbereitschaft in Griechenland. Griechenland könnte das Schlimmste hinter sich haben, wenn vor zwei Jahren der korrupte und feudale Verwaltungsapparat umgebaut worden wäre. Aber Griechen haben dies verhindert.

  5. die 31 Milliarden Euro? Laut Helmut Schmidt hat Deutschland noch keinen Cent bezahlt. Wer lügt denn hier? Hier geht es doch wohl um Realwerte und keine Golddukaten aus dem Märchenland. Wer hat den Schuldenschnitt Griechenlands bezahlt? Mit Bürgschaften allein kann das bankrotte Griechenland nicht überleben. Bürger Deutschlands, die Rechnung für eine verfehlte Europoltik müssen wir tragen, damit die Reichen in Europa noch reicher und die Armen in Europa noch ärmer werden.

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    jedenfalls haben zum Teil die pösen Reichen bezahlt, wer auch immer das sein mag ---

  6. Argentinien steht vor der nächsten Krise, obwohl das Land reich an natürlichen Ressourcen ist.

    Antwort auf "Was ist mehr Wert?"
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    Positive Handelsbilanz, Staatsverschuldung ~50% des BIP, Haushaltsdefizit ~1,5% des BIP.
    Wirtschaftswachstum seit dem Default immer über 6%.
    Die Inflation dort ist nicht schön, aber was wird wohl aus dem EURO werden wenn für die gesamten Schulden faktisch nur noch Deutschland geradestehen soll und es klar wird, daß auch wir nicht alles zahlen können? Oder wahrscheinlicher, wenn Griechenland pleite geht und all die Anleihen, welche die europ. Zentralbank gekauft hat wertlos werden? Wie steht es dann mit der Inflation hier?

    In Island sitzen die Mitverursacher der Krise wenigstens im Gefängnis.

  7. Das einzige Ziel war es daß wenigstens ein Teil der Anleihenschulden noch bedient wurde. Das diente dem Schutz unserer Banken und Vermögenselite.

    Das Problem ist: wie so oft hatte man keine Ahnung wie man danach weitermacht.. Vgl. Hartz4/Afghanistan/Irak...

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dapd
  • Schlagworte Angela Merkel | Bundesregierung | CDU | Wolfgang Schäuble | Griechenland | Bundesfinanzminister
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