Pensionierte Angehörige des griechischen Militärs bei einer Demonstration vor dem Parlamentsgebäude in Athen © Louisa Goulimaki/AFP/GettyImages

Die Kreditgeber Griechenlands müssen noch auf das versprochene neue Sparpaket aus Athen warten. Die drei Parteien der Regierungskoalition konnten sich nicht auf das 11,5 Milliarden Euro schwere Sparprogramm einigen.

"Die Verhandlungen gehen weiter, nichts ist bislang beschlossen", sagte der Chef der Demokratischen Linken, Fotis Kouvelis. Finanzminister Ioannis Stournaras antwortete auf die Frage, wann er mit einer Einigung rechne: "Ich weiß es nicht. Ich denke, es wird noch einige Tage dauern."

Konservative, Sozialisten und Linke sind sich immer noch uneins über wichtige Details des Pakets, unter anderem die Forderung der Troika aus EU , Internationalem Währungsfonds ( IWF ) und Europäischer Zentralbank (EZB) nach einer Anhebung des Rentenalters. Der Plan enthält außerdem erneute Einschnitte bei Löhnen und Renten sowie Sozialleistungen.

Troika dürfe sich nicht an Gesellschaft vergreifen

Der IWF-Vertreter Poul Thomsen aus Dänemark wies Vorschläge der griechischen Regierung zurück, die noch fehlende Einsparsumme von zwei bis drei Millionen Euro durch Umstrukturierungen im öffentlichen Sektor zu erreichen. Die Positionen der internationalen Verhandlungsführer kommentierte Linkenchef-Kouvelis mit den Worten: Die Troika müsse "aufhören, sich an der griechischen Gesellschaft zu vergreifen".

Ministerpräsident Antonis Samaras hofft auf zwei Jahre Aufschub bei den Sparauflagen für sein Land. Die Euro-Partner und der IWF erwägen inzwischen eine solche Streckung der Sparziele.

Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker hatte die Koalition allerdings am Wochenende aufgefordert, sich "so schnell wie möglich" zu einigen. Die Verabschiedung des Sparpakets ist Voraussetzung für ein positives Zeugnis durch die Troika, das wiederum für die Freigabe der nächsten Hilfszahlung erforderlich ist.

Polizisten setzen Pfefferspray gegen Polizisten ein

Griechenland ist seit mehr als zwei Jahren auf internationale Finanzhilfe angewiesen. Im Gegenzug verlangen die Geldgeber harte Sparmaßnahmen, welche die jahrelange Rezession verschärfen und in der Bevölkerung auf großen Widerstand stoßen. Das jüngste Sparpaket ist auch innerhalb der Regierungskoalition umstritten und deswegen immer noch nicht in Kraft.

Während der Verhandlungen gingen die Proteste gegen das Sparpaket weiter. Vor dem Amtssitz des Ministerpräsidenten wurde Pfefferspray gegen protestierende Polizisten eingesetzt. Die Beamten wollten gegen das Sparpaket demonstrieren und sich mit der jüngsten Streikwelle solidarisieren.

Als etwa 20 Polizisten mit Plakaten "Schützt die, die Euch beschützen" vor das Gebäude des Regierungschefs zogen, wurden sie von Polizisten, die dort Wache standen, mit Pfefferspray zurückgedrängt. "Zusammen mit unseren Kollegen von der Küstenwache und der Feuerwehr wollten wir einen kleinen Protest veranstalten und der Regierung eine Petition überreichen", sagte Grigor Bakaris, ein führendes Mitglied des griechischen Polizistenverbands. "Das war ein sehr begrenzter Einsatz von Chemikalien, und der Vorfall endete dort. Später wurde uns erlaubt, die Petition zu übergeben."