Es sind harte Worte und sie sind in Großbritannien umstritten. Kurz vor dem Parteitag der britischen Labour-Partei an diesem Sonntag greift Oppositionschef Ed Miliband den heimischen Bankensektor an. Sollten die Banken nicht selbst ihre "Kasino"-Operationen vom Rest des Bankgeschäfts abkoppeln, werde die Labour-Partei im Falle eines späteren Wahlsieges diese Aufspaltung vornehmen, sagte Miliband in einem Interview mit dem britischen Observer .

Miliband formuliert seine Drohung nun als Ultimatum: "Entweder machen Sie (die Institute) es selbst – was einfach im vergangenen Jahr nicht geschehen ist. Oder aber die nächste Labour-Regierung wird die Aufspaltung in Geschäfts- und Investmentbanken per Gesetz durchsetzen." Die Banken sollten sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren, anstatt das große Rad auf dem internationalen Geldmarkt zu drehen.

Der Vorstoß des Labour-Chefs ähnelt jenem des deutschen SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück. Miliband schwebt eine moderne Variante des Glass-Stegall-Act vor, bei dem die Banken im Jahr 1933 nach der Weltwirtschaftskrise in Geschäfts- und Investmentbanken aufgespalten wurden. Steinbrück will ebenfalls Universalbanken abschaffen und verbieten, dass die Sparten Investmentbanking und das Kredit- und Einlagengeschäft unter einem Dach betrieben werden.

Labour ist beliebt, aber ihr Chef nicht

Großbritanniens Oppositionschef verspricht schon länger eine "verantwortungsvollere" Variante des Kapitalismus, falls Labour bei der nächsten Wahl im Jahr 2015 wieder an die Regierung kommt. Umfragen zufolge sind die Chancen zumindest derzeit nicht schlecht. Seit Monaten liegt die Labour Partei etwa 10 Prozentpunkte vor den regierenden Konservativen . An diesem Sonntag wird sich die Partei in  Manchester treffen.

In persönlichen Umfragen liegt Milliband jedoch – ähnlich wie Steinbrück – hinter den Werten des derzeitigen Regierungschefs. Auch die Werte für Wirtschaftskompetenz der Labour bleiben schwach. Die Mehrheit der Briten schreibt die wirtschaftlichen Probleme nicht der jetzigen Regierung zu, sondern Labour. Die Finanzkrise von 2008 fiel in die letzte Regierungszeit der Labour Partei. Sie war einer der Gründe, weshalb sie 2010 abgewählt wurde.