Angesichts der Schuldenkrise droht der Europäischen Union eine Herabstufung ihrer Bestnote bei der Kreditwürdigkeit durch die Rating-Agentur Moody's. Sie senkte am Montag den Ausblick von stabil auf negativ. Das heißt, die Agentur prüft eine Absenkung des bisherigen Spitzenwerts AAA.

Grund sei nach Angaben von Moody's, dass die Topnoten der wichtigen Beitragszahler Deutschland, Frankreich , Großbritannien und den Niederlanden inzwischen ebenfalls mit einem negativen Ausblick versehen seien. Zusammen stünden diese Länder für rund 45 Prozent des Budgets der EU. Als weiteren Grund nannte sie wachsende Unsicherheiten rund um ein mögliches Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone. Damit würden die Risiken für Italien und Spanien steigen. Hinzu komme das Risiko zunehmender Vergemeinschaftungen von Haftungen und Krisenhilfen im Währungsraum.

Diese Drohung der Rating-Agentur könnte den Druck auf die Europäische Zentralbank erhöhen, bei ihrer Sitzung am Donnerstag einen detaillierten Plan zur Bekämpfung der europäischen Schuldenkrise vorzulegen.

Eine schlechtere Bonitätsnote kann zu höheren Zinsen bei der Aufnahme frischen Geldes führen. Das passiert – wenn überhaupt – in der Regel allerdings erst, wenn mehrere Rating-Agenturen negativ geurteilt haben. Im Juli hatte Moody's die Top-Note AAA für die Bonität Deutschlands, der Niederlande und Luxemburgs noch bestätigt.