RenteAltersarmut wird auch Normalverdiener treffen

35 Jahre Vollzeit bei einem Einkommen von 2.500 Euro brutto. Das würde einem Rentner im Jahr 2030 nur knapp 700 Euro bringen, warnt Arbeitsministerin von der Leyen. von afp, dpa und reuters

Mitteilung der Deutschen Rentenversicherung

Mitteilung der Deutschen Rentenversicherung  |  ©Franz-Peter Tschauner/dpa

Das Armutsrisiko künftiger Rentner ist laut Berechnungen des Arbeitsministeriums deutlich höher als bisher vermutet. Ab 2030 bekämen demzufolge sogar Arbeitnehmer, die 2.500 Euro brutto im Monat verdienen und 35 Jahre Vollzeit gearbeitet hätten, nur eine Rente in Höhe des Grundsicherungsbetrags von 688 Euro. In einem Brief an die Junge Gruppe der Unionsfraktion , aus dem Bild am Sonntag zitiert, warnte Arbeitsministerin Ursula von der Leyen ( CDU ), dass diese Rentner "mit dem Tag des Renteneintritts den Gang zum Sozialamt antreten" müssten.

Der Grund seien die beschlossenen Rentenreformen, nach denen das Rentenniveau bis 2030 von derzeit 51 Prozent auf 43 Prozent des durchschnittlichen Nettolohns vor Steuern sinkt. In dem siebenseitigen Schreiben an die Unionsabgeordneten schlug von der Leyen deshalb Alarm: "Es steht nicht mehr und nicht weniger als die Legitimität des Rentensystems für die junge Generation auf dem Spiel." Obwohl das Problem vielen bekannt sei, hätten etwa 40 Prozent der Geringverdiener – das seien 1,8 Millionen Beschäftigte – keine zusätzliche Vorsorge.

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Der Fraktionschef der Linken im Bundestag, Gregor Gysi , forderte im Tagesspiegel einen "Rentengipfel bei der Kanzlerin", der zu einer parteiübergreifenden Lösung für ein armutsfestes Rentenniveau komme. Die Angleichung der Ost- an die Westrenten müsse zudem noch in dieser Legislaturperiode komme. Angela Merkel sei nun am Zug, ihr Wahlversprechen zu erfüllen.

"Das ist der rentenpolitische Offenbarungseid der Bundesregierungen von Rot-Grün bis Schwarz-Gelb", sagte der rentenpolitische Sprecher der Linken, Matthias W. Birkwald. "Union, SPD , FDP und Grüne haben mit all ihren Kürzungsfaktoren die gesetzliche Rentenversicherung so auf den Hund gebracht, dass Millionen und Abermillionen selbst bei langjähriger Versicherung und ordentlichen Einkommen nur noch Armutsrenten zu erwarten haben."

CSU-Vize kritisiert Bundesregierung

Bayerns Landtagspräsidentin Barbara Stamm ( CSU ) warf der Regierung Versäumnisse beim Thema Altersarmut vor: "Ich sehe nicht, dass da jetzt offensiv was dagegen getan wird." Künftig müsse unter anderem das Erziehen von Kindern und die Pflege von Angehörigen verstärkt bei der Altersversorgung anerkannt werden, sagte Stamm im Bayerischen Fernsehen. Die CSU-Vizechefin forderte, das Thema Mindestlohn auf die Tagesordnung zu setzen: Die Gehälter-Entwicklung sei ein Grund dafür, dass sogar Menschen in die Altersarmut fielen, die Zeit ihres Lebens regelmäßig gearbeitet haben.

Die von der Bundesregierung beschlossene Senkung des Rentenbeitragssatzes wird von der großen Mehrheit der Bürger laut einer Umfrage abgelehnt. Emnid zufolge plädierten 65 Prozent der Befragten dafür, lieber die Rücklagen der gesetzlichen Rentenkassen auszubauen, um künftige Beitragserhöhungen abzufedern. Nur 29 Prozent sprachen sich dafür aus, die Rentenbeiträge zu senken. Schwarz-Gelb will den monatlichen Beitragssatz von derzeit 19,6 Prozent ab Januar 2013 auf 19 Prozent senken; Arbeitnehmer würden dann noch 9,5 Prozent ihres Bruttolohns an die Rentenkasse überweisen.

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Leserkommentare
  1. "35 Jahre Vollzeit bei einem Einkommen von 2.500 Euro brutto. Das würde einem Rentner im Jahr 2030 nur knapp 700 Euro bringen, warnt Arbeitsministerin von der Leyen."

    Wofür hat man denn eine Arbeitsministerin? Ums kurz zu machen:
    Nich warnen, MACHEN!

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    • bernd64
    • 02. September 2012 17:04 Uhr

    noch genauer, nicht absenken, Gesetz rückgängig machen.
    Aber vdL will ja nur, dass wir privat vorsorgen!

    denn sie muss die Pensionen der Beamtenschaft irgendwie gegenfinanzieren, die steigen bis 2030 von 25 Mill/Jahrn(2010) auf 150 Mill/Jahr entspricht fast genau den Einsparungen bei denn Renten.

    @Thema
    Das Frau von der Leyen dies jetzt erst auffällt, spricht auch Bände. Das konnte sich jeder Ausrechnen und wurde bewusts herbeigführt damit D Exportweltmeister und Niedriglohnland (im Verhältnis zur Lebenshaltung) wird.

    Spannend ist auch die Aussage zu den Geringverdienern, denn das Durschnittseinkommen brutto lag 2010 bei 2136 Euro (http://www.infografiken.c...)

    Die Kaufkraft der 700 Euro (2030) dürfte bei etwa 450 heute liegen. Die Verursacher diese Misere sind CDU/FDP/Grüne/SPD und die Bevölkerung wird diese Underperformer wieder wählen.

    Wärer auch mal spannend zu hören wie Frau vdL sich die private Vorsorge vorstellt, wenn vom Gehalt der meisten kaum etwas übrig bleibt.

    ...denn eine Arbeitsministerin? Ums kurz zu machen:
    Nich warnen, MACHEN!"

    Was soll eine gelernte Ärztin da schon machen...?!?

    • ludna
    • 02. September 2012 16:33 Uhr

    dann sich wundern.

    War doch das Ziel, man muss nur mal Norbert Blüm zuhören.

    Danke SPD.

    47 Leserempfehlungen
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    So einen Norbert Blüm bräuchte die CDU momentan.
    Aber wegen der Klientelpolitik der FDP kämen solche Vorschläge. die den Arbeitnehmern nutzen würden, sowieso nicht durch.

    die den rentenpolischen Kahlschlag eingeführt hat mit dem Nachhaltigkeitsfaktor. Das sagt sogar der DGB.
    http://www.dgb.de/themen/...

    • keibe
    • 02. September 2012 16:37 Uhr

    so plakatierte einst die CDU.

    "Ab 2030 bekämen demzufolge sogar Arbeitnehmer, die 2.500 Euro brutto im Monat verdienen und 35 Jahre Vollzeit gearbeitet hätten, nur eine Rente in Höhe des Grundsicherungsbetrags von 688 Euro."

    Wieviel diese Lebensleistung tatsächlich wert ist, stellt dieser Artikel überzeugend dar.

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    1er kann gehen, und sehen, wie er klar kommt...das ist Betrug - die, die für all diese Entwicklungen verantwortlich sind, gehören hinter Gitter

  2. So einen Norbert Blüm bräuchte die CDU momentan.
    Aber wegen der Klientelpolitik der FDP kämen solche Vorschläge. die den Arbeitnehmern nutzen würden, sowieso nicht durch.

    7 Leserempfehlungen
    • Logeg
    • 02. September 2012 16:48 Uhr

    Mehr kann man dazu nicht sagen.

    53 Leserempfehlungen
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    denn für Pleitebanken und Pleitestaaten ist ja Kohle da. Und die FDP will dann noch den Kauf von Steuer-CDs verbieten.
    Tja, der Topf für den Pöbel ist leider leer, stellen jetzt alle verwundert fest.
    Gute Nacht.

  3. Wie der Artikel zeigt, stellt der demografische Wandel ein großes Problem für unser Rentensystem dar. Was soll man dagegen tun?
    Erhöht man die Rentenleistungen um Altersarmut entgegenzuwirken, fällt dies den Arbeitnehmern durch höhere Rentenbeiträge zu Last.
    Die Rente mit 67 war eine Reform, die unserem Rentensystem mehr Stabilität verliehen hat. Schließlich zahlt der Einzelne 2 Jahre länger Rentenbeiträge und erhält 2 Jahre weniger Rentenleistungen.
    Aber diese Reform allein reicht nicht, weitere Maßnahmen müssen her:
    1. Der Einzelne kann eigenverantwortlich handeln und sich durch Zusatzversicherung, sich einen guten Lebensunterhalt im Alter sichern.
    2. Investionen in den Weiterbildungssektor müssen folgen, denn nur mit einem guten Bildungssystem kann man erreichen, dass unqualifizierte langzeit Arbeitslose den Fachkräftemangel ausgleichen können, womit die Einnahmen in der Rentenkasse steigen würden.
    Diese Maßnahmen können die Rentekasse stabilisieren, aber dies wird nicht die alleinige Lösung seien. Weitere Reformen müssen her!!! Die jetzige Regierung hat meines Erachtens zu wenig getan, bleibt zu hoffen, dass sich die nächste Regierung diesem Problem gerecht wird.

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    • 2eco
    • 02. September 2012 16:57 Uhr

    "Aber diese Reform allein reicht nicht, weitere Maßnahmen müssen her:
    1. Der Einzelne kann eigenverantwortlich handeln und sich durch Zusatzversicherung, sich einen guten Lebensunterhalt im Alter sichern."

    Und wie soll ein Geringverdiener, der gerade so über die Runden kommt, nebenher noch privat vorsorgen?

    Das ist ja der Witz an der Sache. Diejenigen, die viel verdienen und eine hohe Rente erhalten können nebenher problemlos vorsorgen. Geringverdiener mit einer Armutsrente haben gar nicht die Möglichkeit richtig vorzusorgen.

    haben diese Art der Rente ja umgesetzt um den Banken und Versicherungen mehr Spielgeld in die Kassen zu spülen. Ich glaube, die Kohle ist schon lange verdampft und steht nur noch auf dem Klopapier!

    • Karl63
    • 02. September 2012 18:36 Uhr

    wenn das Niveau der Rente soweit sinkt, dass ein Durchschnittsverdiener nicht mehr von dem Resultat seiner Rentenbeiträge leben kann, dann ist das bisherige Rentensystem schlicht am Ende.
    Es ist in meinen Augen zweifelhaft, ob das Problem alleine durch individuelle Vorsorge lösbar ist, denn die letzte Finanzkrise hat ja auch massiv Vermögenswerte von Pensionsfonds vernichtet.
    Sinnvoll wäre eine Art "Drei - Säulen - Modell" in Form einer über Steuern finanzierten Mindestrente, aufgestockt durch ein über Rentenbeiträge finanziertes "Extra", sowie (als dritte Säule) individuelle Vorsorge. Die Niederlande oder die Schweiz haben heute bereits ähnliche Rentenmodelle und dies scheint so recht gut zu funktionieren.
    Zur Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen wäre zu sagen, die Regierung Schröder hat schon vor rund 10 Jahren die Aufwendungen dafür deutlich beschnitten, nicht erst mit den Hartz - Reformen. Frau von der Leyen hat diese Politik einfach weiter geführt und irgendwo dort werden die Gründe dafür zu suchen sein, warum der weitere Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit so zäh läuft, trotz der weiterhin positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt. Es ist nicht korrekt pauschal von einem "Fachkräftemangel" zu sprechen, aber was die Wirtschaft nachfragt, sind gut bis sehr gut qualifizierte Fachkräfte, keine Billigjobber.

    Es gibt nicht nur keinen Fachkräftemangel sondern den größten Fachkräfteüberschuß der deutschen Geschichte.
    Die Lösung eines komplizierten Problems ist sehr einfach:
    Renten abschaffen. Pensionen für alle.
    Aus Sozialbeiträgen werden Steuern. Denn während die Rente eines Durchschnittsrentners stramm auf die 700 Euro zumarschiert steigt die Pension eines Durchschnittsbeamten auf 3500 Euro.
    Geld ist da im Überfluss. 30 Mrd für die Boni spanischer Banker, 70 Mrd dafür dass griechische Multimillionäre ihr Vermögen nicht antasten müssen, 200 Mrd. sind im Anmarsch für Italien......

    • sommer
    • 02. September 2012 20:23 Uhr

    Unser Rentensystem funktioniert deshalb nicht mehr weil sich im Gegensatz zur Produktivität die Löhne nicht vervielfacht haben. Die Löhne werden sogar noch weiter sinken, da natürlich auch auf dem Arbeitsmarkt die klassischen Marktgesetze greifen. Wenig Angebot-viel Nachfrage. Die Löhne sinken also tendenziell mit steigender Produktivität und mit ihnen die Renten. Gerade die heute junge Generation hat das erkannt und denkt nicht daran Kinder in diese Welt zu setzen, da zusätzlich für sie noch ein weiterer "Wettbewerbsnachteil" entstehen würde. Biologen stellen auch bei Tieren in Gefangenschaft fest, dass diese sich nicht mehr vermehren. Es gibt zu viele Menschen, für wenig gute Arbeit. Vernünftigerweise hat sich unsere Gesellschaft dazu entschieden zu schrumpfen. Das ist auch eine Art Streik.
    Da tritt nun die ehemalige Familienministerin auf und WARNT!, bald gibt's auch für Normalverdiener Renten auf Hartz IV- Niveau. Ihre Zusatzrente, gilt bekanntermaßen nur für die, die privat vorsorgen. (Warum eigentlich nicht für Jeden?!)
    Ich vermute, dass ein wenig
    Druck gemacht werden soll, all denen Gegenüber, die dieses Land für Nachwuchs als nicht gut erachten. Wie in der 2. und 3. Welt werden, nach jetzigem Stand, wieder Kinder die Rente der Eltern verdienen müssen, und zwar innerhalb der Familie.
    Der einzige Grund dafür besteht darin, dass die Herren der Wirtschaft nicht bereit sind Ihre Arbeiter an immer höher werdenen Gewinnen teilhaben zu lassen.

    • sauce
    • 02. September 2012 20:30 Uhr

    Wovon soll denn jemand, der eine Familie von 2500€ brutto versorgen muß, noch eine Zusatzversicherung finanzieren????

    "Der Einzelne kann eigenverantwortlich handeln und sich durch Zusatzversicherung, sich einen guten Lebensunterhalt im Alter sichern"
    Aber klar ! Und durch was ? Riester / Rürup Rente? Mmmmh ...fette Kohle ! Nur um sein eingezahltes Geld wieder rauszukriegen, muss man ein biblisches Alter erreichen. In der Zwischenzeit zahlen wir den Versicherungsvertretern érst einmal ihre Puffbesuche! Da spiel ich doch lieber Lotto!
    Investition in Bildung ?
    Und dann ? Dann bist du "hochqualifiziert" und darfst zu einem Praktikantengehalt arbeiten....cool !
    Die nächste Regierung? Das wird die alte sein, nur mit der SPD anstatt FDP und Angie an der Spitze ! Wunderbar ! Alles wird besser!

    "1. Der Einzelne kann eigenverantwortlich handeln und sich durch Zusatzversicherung, sich einen guten Lebensunterhalt im Alter sichern."

    Nicht jeder hat das Geld um bei einem Versicherungskonzern Raten zu bezahlen, die zu einer Zusatzrente führen sollen.

    Im "Heute" wird das "Selber Schuld" Argument gestrickt, das man im "Morgen" an den Kopf geworfen bekommt.

    Glasklare Logik dahinter: Du bist zu Arm um Reich zu sein? Selber Schuld!

    • palmax
    • 03. September 2012 2:10 Uhr

    ... da das zugrunde liegende Problem völlig ignoriert wird: das Ende der Arbeit. Und geht die Arbeit aus, zumindest die Arbeit im modernen, kapitalistischen Sinne. Und das bedeutet wiederum, dass alles, was auf dieser Arbeit aufbaut, nicht mehr tragfähig ist. Das betrifft nicht nur staatliche, sondern auch kommerzielle Vorsorge. Die Renditen im Finanzsektor sind derart niedrig, dass man schon sehr viel einzahlen müsste, damit überhaupt ein nennenswerter Betrag für die Rente herausspringt. Und warum sollte die Marktwirtschaft leisten, wozu die staatliche nicht mehr in der Lage ist? Das Problem bleibt das gleiche. Auch der marktliche Sektor kann die Finanzprobleme des Sozialstaats nicht lösen, wenn es nicht genügend Arbeitsplätze gibt, um Verzinsungen zu ermöglichen. Denn ohne genug Arbeit kein Geldwachstum, wie auch ohne Geld kein Warenwachstum. Und zusätzliche Bildung bringt auch nicht wirklich etwas. Dann haben wir anstelle Millionen unqualifizierter Arbeitsloser eben qualifizierte Arbeitslose, wie sie schon jetzt existieren.

  4. Ich hatte den Auftrag der Politik immer so verstanden, dass man für den Staat und die Gesellschaft negativen Entwicklungen vorbeugt.

    Frau von der Leyen scheint ihn so zu verstehen, dass man die eigenen Fehlleistungen nur noch zu kommentieren hat.

    Es genügt als Politiker also nicht, das Land gegen die Wand zu fahren, man muss auch noch in der Lage sein, so zu tun, als hätte man gar keine Verantwortung dafür.

    Das schafft Vertrauen!

    72 Leserempfehlungen
    • 2eco
    • 02. September 2012 16:57 Uhr

    "Aber diese Reform allein reicht nicht, weitere Maßnahmen müssen her:
    1. Der Einzelne kann eigenverantwortlich handeln und sich durch Zusatzversicherung, sich einen guten Lebensunterhalt im Alter sichern."

    Und wie soll ein Geringverdiener, der gerade so über die Runden kommt, nebenher noch privat vorsorgen?

    Das ist ja der Witz an der Sache. Diejenigen, die viel verdienen und eine hohe Rente erhalten können nebenher problemlos vorsorgen. Geringverdiener mit einer Armutsrente haben gar nicht die Möglichkeit richtig vorzusorgen.

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    , dass nicht jeder so eine Zusatzversicherung leisten kann, ich wollte vielmehr mit dieser Maßnahme betonen, dass man sich nicht auf den Staat verlassen kann, wenn es um die Altersabsicherung geht. Deswegen rate ich jeden, der etwas Geld übrig hat, für das Alter vorzusorgen.

    Die die Geld übrig haben werden noch vom Staat subventioniert, anstatt wirklich dort zu helfen wo es notwendig ist!

    Vor allem bleibt die Frage, worin man vorsorgen soll. In Versicherungen, die den Großteil in Staatsanleihen stecken? Mit 1,75% Nominal-Rendite?

    Da läuft doch mehr oder weniger klar ausgesprochen eine gewaltige Sparerenteignung an. Jetzt suchen die noch Dumme, die brav ihr Geld "investieren". Schon die aktuelle gez. Rentenversicherung ihr ein ganz mieses Geschäft, deshalb ja auch der Zwang dazu. Und nun wird auch noch die private Absicherungsform zerstört.

    "Obwohl das Problem vielen bekannt sei, hätten etwa 40 Prozent der Geringverdiener – das seien 1,8 Millionen Beschäftigte – keine zusätzliche Vorsorge."

    Seltsame Zahlen. Ich habe gelesen, dass bis zu 25% aller Beschäftigten "Geringverdiener" sind - also nicht 1,8 Millionen sondern 10 Millionen Arbeitnehmer.
    Wenn man nun aber bedenkt, dass 2500 EURO brutto so gesehen auch zu den "prekären Beschäftigungen" zählen, sind wohl weit über die Hälfte aller Beschäftigten von einer "Rente" bedroht, mit denen sie kaum ihr Überleben sichern können.

    Wenn dann die Stiftung Finanztest vor einem halben Jahr bekannt gab, dass man schon an die 120 Jahre alt werden muss, damit sich die Riesterrente auch für den Versicherten lohnt, weiß man, warum ein Herr Rürup heute mit Maschmeyer Geschäfte macht: Für die beiden Herren lohnt sich die Riesterrente allemal.

    Aber bis 2030 sind es ja noch ein paar Jahre hin - "nach mir die Sintflut": SO wird heute Politik gemacht.

    • Afa81
    • 03. September 2012 17:29 Uhr

    ...zusatzversichern. Das ist es ja. GKV Beiträge steigen immer weiter. Jetzt drückt man noch 200 Euro im Monat von seinem Lohn, der ja auch nicht wirklich steigt, an die private Altersvorsorge ab. Mal sehen, wenn die Inflation durch Amoknotendrucken uns überrollt...
    Das Problem ist doch, wie man das Geld der Bürger am schnellsten ins Casino bekommt - und da ist das Thema Altersarmut einfach unschlagbar. Man zwingt die Leute dazu, über Jahrzehnte einen nicht geringen Teil ihres Lohns an die Allianz, die Bay. Versicherungskammer etc. abzugeben.
    Und was die mit dem Geld dann machen wissen wir...

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP
  • Schlagworte Ursula von der Leyen | Angela Merkel | Barbara Stamm | CDU | CSU | FDP
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