StresstestSpaniens Banken benötigen knapp 60 Milliarden Euro

Die maroden spanischen Banken benötigen zu ihrer Sanierung staatliche Hilfen von bis zu 59,3 Milliarden Euro. Santander, BBVA und La Caixa haben den Stresstest bestanden. von dpa und reuters

Skyline des Madrider Bankenviertels

Skyline des Madrider Bankenviertels  |  © Nigel Francis/dpa

Der Finanzbedarf der angeschlagenen Banken in Spanien beläuft sich auf 59,3 Milliarden Euro. Wie die Regierung mitteilte, ergab der Stresstest allein für die mittlerweile verstaatlichte Bankia eine Kapitallücke von 24,7 Milliarden Euro. Insgesamt benötigen verstaatlichte Institute 49 Milliarden Euro. Die drei größten spanischen Geldhäuser Santander, BBVA und La Caixa bedürfen keiner Hilfen.

Der Stresstest wurde im Auftrag der spanischen Regierung und der Zentralbank von der Management-Beratung Oliver Wyman durchgeführt. Das Ergebnis unterscheidet sich nicht wesentlich von einer ersten Schätzung des IVW im Juni . Die Finanzmärkte reagierten zunächst kaum auf die Ergebnisse des Stresstests, da er ersten Einschätzungen zufolge im Rahmen der Erwartungen lag.

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Die Euroländer hatten Spanien bereits im Juli pauschal bis zu 100 Milliarden Euro zur Rettung maroder Banken zugesagt – nun liegt der benötigte Betrag wie erwartet deutlich darunter. Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker zeigte sich erleichtert, dass die zugesagte finanzielle Unterstützung zur Sanierung der spanischen Banken ausreicht. "Ich bin beruhigt, dass der tatsächliche Kapitalbedarf des spanischen Bankensektors bei etwas weniger als 60 Milliarden Euro liegt", sagte er. Die Studie zeige, dass diese Summe "mehr als angemessen" sei, um den Kapitalbedarf zu decken – "inklusive einer komfortablen Sicherheitsmarge".

Juncker sagte, das Programm für Spanien werde dazu beitragen, dass die Banken sich innerhalb der gesetzten Frist mit frischem Kapital versorgen könnten. Verbunden mit weiteren Reformen würden somit "alle Teile des spanischen Bankensystems zu Solidität und Stabilität zurückkehren". Auch die Europäische Kommission begrüßte das Ergebnis der unabhängigen Überprüfung des spanischen Bankensektors. Die Kapitalzufuhr sei ein entscheidender Schritt zur Stärkung und Gesundung der spanischen Banken.

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Leserkommentare
    • Gerry10
    • 28. September 2012 19:51 Uhr
  1. Und den armen spanischen Banken eine deutsche Soforthilfe zukommen lassen.
    Wer brauch als nächstes Geld von den Deutschen? „wer will noch mal wer hat noch nicht?“
    Unsere Politik machts möglich, „machen sie noch heute ihr Glück und kaufen sie ein deutsches Ausverkaufslos mit Gewinngarantie“

  2. freue mich auf den Crash....

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    • las.ziv
    • 28. September 2012 20:19 Uhr

    Wie lange braucht die Politik, um zu merken, dass das auf Dauer niemals gut gehen kann. Zins und Zinseszins fressen praktisch alle Länder dieser Welt. Ich sehe keinen Grund, sich weiter an dieses System zu klammern. Ein Umbruch muss her. Und das nicht nur in Spanien.

    • las.ziv
    • 28. September 2012 20:19 Uhr

    Wie lange braucht die Politik, um zu merken, dass das auf Dauer niemals gut gehen kann. Zins und Zinseszins fressen praktisch alle Länder dieser Welt. Ich sehe keinen Grund, sich weiter an dieses System zu klammern. Ein Umbruch muss her. Und das nicht nur in Spanien.

    • bayert
    • 28. September 2012 20:48 Uhr

    weil die Lücke größer als angenommen ist. Warum springen nicht die Gläubiger ein?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • DDave
    • 28. September 2012 21:10 Uhr

    Warum wickelt man nicht einfach die Banken ab?
    Unternehmen sind auch systemrelevant und komischerweise, nachdem Schlecker pleite ist gibt es immer noch VW, Audi und genügend andere Unternehmen.

    Wenn eine Banke mal pleite geht, dann geht sie halt pleite, selbst Schuld. Der Sicherungsfond kann ja dann das verlorene Guthaben der Sparer bis z.B. 20.000 € ersetzen, alles darüber ist verloren, Aktien der Bank sowieso. Kreditnehmer müssen ihre Schulden beim Sicherungsfond bezahlen.
    Wenn durch die eine Pleite, die nächste am Straucheln ist, dann schaut man zu, ob sie es schafft, wenn nicht, dann frisst die auch der Markt.

    Die Politik will eine marktkonforme Demokratie installieren? Dann soll sie es tun, aber dann sollte man aufhören den Markt an seinen Aufgaben zu hindern(, nämlich sich selbst zu bereinigen).

    • DDave
    • 28. September 2012 21:10 Uhr

    Warum wickelt man nicht einfach die Banken ab?
    Unternehmen sind auch systemrelevant und komischerweise, nachdem Schlecker pleite ist gibt es immer noch VW, Audi und genügend andere Unternehmen.

    Wenn eine Banke mal pleite geht, dann geht sie halt pleite, selbst Schuld. Der Sicherungsfond kann ja dann das verlorene Guthaben der Sparer bis z.B. 20.000 € ersetzen, alles darüber ist verloren, Aktien der Bank sowieso. Kreditnehmer müssen ihre Schulden beim Sicherungsfond bezahlen.
    Wenn durch die eine Pleite, die nächste am Straucheln ist, dann schaut man zu, ob sie es schafft, wenn nicht, dann frisst die auch der Markt.

    Die Politik will eine marktkonforme Demokratie installieren? Dann soll sie es tun, aber dann sollte man aufhören den Markt an seinen Aufgaben zu hindern(, nämlich sich selbst zu bereinigen).

  3. ...das muss man sich einmal auf der zunge zergehen lassen. 60 milliarden um eine handvoll reicher menschen noch reicher zu machen. es ist einfach nur noch verrückt. ich frage mich, wie lange sich das spanische volk sich das noch bieten lässt.

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    • an-i
    • 28. September 2012 23:04 Uhr

    sie meinen doch das europäische Volk...

  4. ...denn ich habe bei den Demonstrationen, in denen das Volk ZU RECHT auf die Straße ging, im Livestream gesehen wie die Polizei wahllos draufgeknüppelt hat.
    Im übrigen können die Banken keinen Streßtest bestanden haben wenn sie permanent um Gelder fordern !

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, dpa
  • Schlagworte Jean-Claude Juncker | Bank | Euro | Finanzmarkt | Reform | Regierung
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