Euro-RettungschirmSteinbrück stellt sich gegen Bankenhilfen aus ESM

Der frühere Finanzminister will kriselnden Banken nicht mehr mit Staatsgeldern helfen. Stattdessen sollen die Geldinstitute sich ihren eigenen Rettungsschirm finanzieren. von dpa, reuters und dapd

Peer Steinbrück

Peer Steinbrück  |  © Sean Gallup/AFP/Getty Images

Der frühere Finanzminister und mögliche SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat sich gegen Hilfen für Banken aus dem Euro-Rettungsfonds ESM ausgesprochen. "Wenn eine Bank vor der Pleite steht, sollte nicht gleich mit Staatsknete geholfen werden", sagte Steinbrück dem Spiegel . In einem von ihm erarbeiteten Arbeitspapier zur Bankenregulierung fordert er demnach einen Rettungsschirm für Banken aus deren eigenen Mitteln: "Zuerst sind Gläubiger und Aktionäre dran."

Steinbrück schätzt die Summe eines sogenannten Banken-ESM auf 150 bis 200 Milliarden Euro. Der Aufbau eines solchen Rettungsschirms werde einige Jahre dauern, sagte er. Der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) soll künftig angeschlagene Banken auch direkt unterstützen können.

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Das Konzept sieht dem Bericht zufolge zudem vor, das Investmentgeschäft vom Kredit- und Einlagengeschäft zu trennen. Dies würde unter anderem die Deutsche Bank treffen. "Ich will, dass sie als eine Holding erhalten bleibt", sagte Steinbrück. "Das ist nichts, was sich speziell an die Deutsche Bank richtet."

Auch die Spekulation mit Rohstoffen will der SPD-Politiker verbieten. "Es gibt Grenzen", sagte Steinbrück. "Die Politik muss die Leitplanken bestimmen."

Seiner Ansicht nach sei das Vertrauen in Politik und Banken in der Krise verloren gegangen. "Wir haben es mit Exzessen zu tun, mit Unwuchten." Ein wichtiges Instrument der sozialen Marktwirtschaft funktioniere nicht mehr, Haftung und Risiko fielen nicht mehr zusammen.

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Leserkommentare
  1. Endlich. Danke!

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    ...schon in 2008 befolgt, wären seinerzeit ein paar Spekulationsbanken zerbrochen, und etliche Reiche ärmer geworden, stattdessen hat er in nächtlichen Telefonkonferenzen mit seiner Kanzlerin unsere Milliarden in marode HRE,-IKB-und Deutschbankbuden gesteckt, ein Riesenfehler, wäre die Politik damals konsequent hart vorgegangen hätte man das Bankwesen an die harte Kandarre legen können, das Zeitfenster war klein aber da.

    Schöne Worte, die Taten des Herrn Steinbrück in der Vergangenheit sprechen eine ganz andere Sprache...

    An Bankenhaftung glaube ich, wenn Menschen wie Draghi im Gefängniss sitzen...

    untereinander aus?

    Ach ja richtig, bei 5 und mehr Prozent Zinsen würden Sie ja automatisch in eine gewisse Knechtschaft gedrängt. Das kann man nicht verlangen. Außer vom Volk natürlich - dort ist das eine Selbstverständlichkeit.

    Aber psst, nicht weitersagen, sonst fliegen uns noch die "demokratischen Werte" um die Ohren...

  2. In der Zusammenfassung steht: "Stattdessen sollen die Geldinstitute sich ihren eigenen Rettungsschirm finanzieren." Das klingt nun so als ob viele Banken in einen gemeinsamen Topf Geld tun aus dem dann kriselnde Banken Geld bekommen koennen. Das macht aber wohl keinen Sinn: Wer finanziert denn freiwillig das Ueberleben der Konkurrenz?

    Im Artikel steht dann: "Zuerst sind Gläubiger und Aktionäre dran." Das ist nun was anderes. Aber bei den Aktionaeren gibt es aber wohl nicht so viel zu holen, denn wenn eine Bank vor dem Zusammenbruch steht faellt der Kurs normalerweise wohl relativ stark. Und sich bei den Glaeubigern das Geld zu holen ist wohl auch keine so tolle Idee: wenn die fuer 10 Cent Verstand haben, werden sie der naechsten kriselnden Bank naemlich keinen Kredit mehr geben aus Angst das Geld zu verlieren. Das wuerde das Problem der Bankenkrise nun nicht unbedingt einfacher machen.

    Kann mich mir jemand verstehen, was hier gemeint sein koennte?

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    betreibt Eigenwerbung, und nichts weiter.

    P.S. ist bekanntlich ESM-Befürworter.
    Alles klar?

    • luro
    • 23. September 2012 11:11 Uhr

    Es gibt doch schon den gemeinsamen Einlagensicherungs-Fond,
    warum nicht auch den gemeinsamen Rettungs-Fond?

    • IQ130
    • 22. September 2012 20:38 Uhr

    Durch den Gruppenzwang würde sich das Geschäftsgebaren zwangsläufig ändern. Allerdings ist die Macht der Banken größer als je zuvor und sie werden sich wehren.

    Finanzielle Verantwortung der Finanzassis für die eigene Zockerei ist längst überfällig!

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  3. 4. Leider

    hat jemand wie Steinbrueck in dieser Sache keinerlei Glaubwuerdigkeit. Das ist Nichts als der peinliche Versuch den
    Aerger ueber Banken und ihre Gehilfen in der Politik, zu denen natuerlich in erster Linie Figuren wie Steinbrueck gehoeren, zum Stimmenfang in den naechsten Wahlen zu nutzen.

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    Ich habe so den Hals voll von Ihrer Meinung und allen anderen, die so 'denken'. Erst beschimpfen die gefährlich Halbwissenden die SPD bei jeder noch so lächerlichen Gelegenheit als Verräterpartei, fordern ein Rückbesinnen auf vermeintlich verlorengegangene sozialdemokratische Werte, dann HAT die SPD einen Sozialdemokraten, den zu wählen nie wichtiger war, und sie wissen nichts besseres als umzuschwenken und alles wie bloße Wahlkampfrhetorik aussehen zu lassen - haben Sie überhaupt eine richtige Meinung zur deutschen Parteienlandschaft? Dann wählen Sie eben Ihre Linken mit dem bedingungslosen Grundeinkommen und schenken Parteien wie CDU und FDP weiteren Auftrieb - wir werden ein wunderschönes Deutschland - dank Ihnen und Ihren geistigen Brüdern und Schwestern. 4 weitere Heuchlerjahre CDU, ich freu mich jetzt schon drauf. Und nochmals, Danke!

    • mores
    • 22. September 2012 20:41 Uhr

    Der ESM ist für die Banken das SICHERSTE Geschäft, das sich denken lässt, und dank der dämlichen Politiker, die laufend nachlegen, auch das ZUVERLÄSSIGSTE. Endlich ein bzw. unendlich viele Dukaten-Esel!

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  4. Gut gebrüllt, Löwe. Ei, wo war er denn, der Herr Steinbrück, zu seiner Zeit als Finanzminister, als es mit der Krise anfing?

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    • zelotti
    • 22. September 2012 20:49 Uhr

    Ich verwechsel den immer mit Steinmeyer. Aber ich frage mich, ob man jemanden Kanzler werden lässt mit solchen Ansichten. Ich erinnere nur mal an den Donique Strauss-Kahn und den dubiosen Vorwürfen gegen ihn, aus denen auch nie etwas wurde. Jetzt ist Hollande Präsident.

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  5. Der Wahlkampf hat begonnen.
    Nun versucht die SPD beim Wähler zu punkten, indem sie vorgibt, entschieden gegen den zockenden Finanzsektor, den sie selbst mit entfesselt hat, vorgehen zu wollen - ein durchsichtiges Manöver.
    Man sollte nicht darauf hereinfallen. Auch nach der Wahl wird die SPD es sich nicht nehmen lassen, gegen ihre alte Stammklientel zu agieren.
    Unter Schröder ist die SPD zu einer durch und durch verlogenen Partei geworden.

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    Das sehe ich genauso.
    Vor den Wahlen macht die SPD heute die Politi,
    die auch die Linkspartei macht.
    Und sitzt die SPD erst mal in einer Regierung,
    dann macht sie heute CDU-Politik.
    Gerhard Schroeder hat erreicht,
    dass die SPD ueberluessig geworden ist.
    Nur die hauptberuflichen Mitglieder der SPD und ihres Netzwerkes (verdi, DGB, DAA, bfw, Arbeiterwohlfahrt, unsoweiterundsoweiter)brauchen die SPD noch und waehlen sie in ihrem eigenen Interesse.

    >> Man sollte nicht darauf hereinfallen. Auch nach der Wahl wird die SPD es sich nicht nehmen lassen, gegen ihre alte Stammklientel zu agieren.
    Unter Schröder ist die SPD zu einer durch und durch verlogenen Partei geworden. >>

    Die SPD war schon unter August Bebel durch und durch verlogen und ein Quell ständigen Verrats derer die sie wählten:
    http://www.bifff-berlin.d...

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, dapd
  • Schlagworte Peer Steinbrück | Deutsche Bank | Bankenregulierung | ESM | Euro | Finanzminister
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