Der frühere Finanzminister und mögliche SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat sich gegen Hilfen für Banken aus dem Euro-Rettungsfonds ESM ausgesprochen. "Wenn eine Bank vor der Pleite steht, sollte nicht gleich mit Staatsknete geholfen werden", sagte Steinbrück dem Spiegel . In einem von ihm erarbeiteten Arbeitspapier zur Bankenregulierung fordert er demnach einen Rettungsschirm für Banken aus deren eigenen Mitteln: "Zuerst sind Gläubiger und Aktionäre dran."

Steinbrück schätzt die Summe eines sogenannten Banken-ESM auf 150 bis 200 Milliarden Euro. Der Aufbau eines solchen Rettungsschirms werde einige Jahre dauern, sagte er. Der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) soll künftig angeschlagene Banken auch direkt unterstützen können.

Das Konzept sieht dem Bericht zufolge zudem vor, das Investmentgeschäft vom Kredit- und Einlagengeschäft zu trennen. Dies würde unter anderem die Deutsche Bank treffen. "Ich will, dass sie als eine Holding erhalten bleibt", sagte Steinbrück. "Das ist nichts, was sich speziell an die Deutsche Bank richtet."

Auch die Spekulation mit Rohstoffen will der SPD-Politiker verbieten. "Es gibt Grenzen", sagte Steinbrück. "Die Politik muss die Leitplanken bestimmen."

Seiner Ansicht nach sei das Vertrauen in Politik und Banken in der Krise verloren gegangen. "Wir haben es mit Exzessen zu tun, mit Unwuchten." Ein wichtiges Instrument der sozialen Marktwirtschaft funktioniere nicht mehr, Haftung und Risiko fielen nicht mehr zusammen.