Schweizer Konten : US-Behörden belohnen "Whistleblower" mit Millionen

Bradley Birkenfeld saß bis vor Kurzem als Krimineller im Gefängnis. Jetzt vergolden ihm die USA seine Insider-Informationen über die Bank UBS mit 104 Millionen Dollar.
Der ehemalige UBS-Angestellte Bradley Birkenfeld (Archiv) © J Pat Carter/ddp images/AP Photo/dapd

Dieser Wink an das amerikanische Finanzamt hat sich gelohnt: Whistleblower Bradley Birkenfeld, der die Schweizer Großbank UBS wegen ihrer Steuerpraktiken in den USA angeschwärzt hatte, hat von der amerikanischen Steuerbehörde 104 Millionen Dollar Belohnung erhalten.

Der frühere UBS-Vermögensverwalter hatte den Amerikanern die ersten Beweise dafür geliefert, dass sein damaliger Arbeitgeber von der Schweiz aus reichen Amerikanern bei der Hinterziehung von Steuern geholfen hatte. 2007 übergab Birkenfeld der US-Steuerbehörde IRS Dokumente und Informationen über dieses Geschäft. In der Folge drohte der UBS in den USA eine Klage, die unter Umständen das Aus für die Bank hätte bedeuten können. 2009 zahlte die Bank nach einem Vergleich eine Buße von 780 Millionen Dollar an die USA. Mit dem Einverständnis der Schweizer Behörden gab sie zudem die Namen von etwa 4.500 mutmaßlichen amerikanischen Steuersündern heraus. 2010 musste auch Birkenfeld wegen Steuerbetrugs ins Gefängnis. Er kam erst im vergangenen Monat frei.

Nun erhält Birkenfeld seinen Anwälten nach die 104 Millionen Dollar aus dem sogenannten Whistleblower -Programm der IRS. Wahrscheinlich handelt es sich um die größte Belohnung, die jemals ein Tippgeber in den Vereinigten Staaten erhalten hat.

Die IRS verdächtigt elf weitere Schweizer Banken

Eine Sprecherin der Behörde sagte, die IRS wolle mit der Belohnung zeigen, dass der Status des Whistleblowers ein wichtiges Instrument darstelle, um Verstöße gegen das Steuerrecht zu bekämpfen. "Es macht unsere Verpflichtung dem Gesetz gegenüber deutlich." Die IRS unterhält ein spezielles Büro, bei dem Verstöße gegen das amerikanische Steuerrecht gemeldet werden können. Die Behörde konnte damit über die Jahre Hunderte Millionen Dollar hinterzogener Steuern einsammeln.

Mit seinen Angaben hatte Birkenfeld einen Skandal ausgelöst, der bis heute die Beziehungen zwischen der Schweiz und den USA belastet. Derzeit hat die IRS elf weitere Schweizer Banken, darunter Credit Suisse , Julius Bär und die Kantonalbanken von Basel und Zürich im Visier. Wieder geht es um Bußgeld und Namen von mutmaßlichen Steuersündern. Bislang haben die Schweizer Geldhäuser noch keine Kundennamen genannt und eine mögliche Buße steht noch nicht fest. Die Banken kooperieren nach eigenen Angaben mit der IRS, soweit es ihnen möglich ist, ohne gegen Schweizer Recht zu verstoßen.

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Kommentare

51 Kommentare Seite 1 von 7 Kommentieren

Mal davon abgesehen

Das Assange Geheiminformationen über Militärische Operationen veröffentlicht hat und damit Menschen leben direkt in gefahr gebracht hat kann man beide fälle nicht miteinander vergleichen.

Desweiteren ist es eine Gewagte these zu sagen ihm würde die Todesstrafe drohen

Thesen die Assange selber verbreitet um sich wichtig zu machen und um aufmerksamkeit zu bekommen

meiner meinung nach gehört asange nicht ins gefängnis und auch nicht auf den todestrakt sondern in eine geschlossene psyhatrie

und was den bänker betrifft er ist nicht besser als jene die er anprangert daher gehört auch er in den knast

Revision des Psychiaters:

Aha, Sie wollen also Menschen, die dem Staat (nicht einmal unserem, sondern den USA) unliebsame Ansichten vertreten und Verbrechen gegen die Menschlichkeit publik machen, in die Psychiatrie stecken.
Unter welchen Störung leidet Assange? Wenn ich schon eine Ferndiagnose treffen müsste, würde ich vielleicht ein wenig Narzissmus sehen - das ist aber nicht behandlungsbedürftig. Nazismus hingegen, sowie das Eintreten für den Missbrauch der Psychiatrie und das Verharmlosen von schweren Verbrechen gegen die Menschlichkeit sind nicht behandelbar - obwohl da sicherlich schwere seelische Probleme dahinterstecken. Bei so aggressiven Ausbrüchen gegen Ihnen weitgehend Unbekannte empfehle ich allerdings doch einen Therapeutenbesuch.