Wie steht es um die Sicherheit der Atomkraftwerke in Europa ? Nicht allzu gut, bilanziert die EU-Kommission . Dies berichtet die Tageszeitung Die Welt unter Berufung auf den Abschlussbericht des AKW-Stresstests , den Energiekommissar Günther Oettinger am kommenden Mittwoch vorstellen will.

"Praktisch alle Anlagen" bedürften verbesserter Sicherheitsmaßnahmen, heißt es demnach in dem Bericht, der nach dem Atom-Unglück im japanischen Fukushima im März 2011 in Auftrag gegeben worden war .

In der EU stehen in 14 Ländern Atomkraftwerke. Der Vergleich fällt vor allem für die französischen Anlagen schlecht aus . "Bei ihnen stellten die Experten die meisten Kritikpunkte fest", schreibt die Welt .

Aber auch mit den deutschen Meilern waren die Kontrolleure unzufrieden. Sie kritisierten demnach die auf den Anlagen selbst installierten Erdbeben-Warnsysteme als unzureichend. Auch seien Leitlinien der Internationalen Atomenergiebehörde ( IAEA ) bei schweren Unfällen nicht voll umgesetzt.

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Alles in allem konstatiert der Abschlussbericht der Zeitung zufolge "Hunderte notwendige Sicherheitsverbesserungen für die existierenden Nuklearanlagen". Dies erfordere eine Gesamtinvestition zwischen zehn und 25 Milliarden Euro in den kommenden Jahren.

Oettinger wollte den endgültigen Bericht eigentlich schon im Sommer der Öffentlichkeit vorlegen, gab aber Ende April eine Verschiebung auf den Herbst bekannt. Der Grund: Die Überprüfung verlief laut Welt "völlig unzureichend". Vor allem in Frankreich und Großbritannien stießen die Prüfer auf großen Widerstand, viele Betreiber wollten Externen keinen Zugang zu den streng geschützten Anlagen gewähren. So wurden am Ende auch nur 24 der insgesamt 68 Nuklearanlagen geprüft.

Bundesumweltminister Peter Altmaier wollte den Zeitungsbericht nicht kommentieren. Er verlasse sich nicht auf Medienmeldungen, sagte der CDU-Politiker. Ausschlaggebend seien für ihn die Stresstest-Ergebnisse. Er werde also bis zum Mittwoch warten.