Rechnungshof : Bundesbank soll Zweifel an Goldreserven ausräumen

Die Bundesbank verfügt weltweit über Gold im Wert von mehr als 130 Milliarden Euro – angeblich. Der Rechnungshof fordert, die Bestände regelmäßig zu überprüfen.
Goldbarren in einem Safe der Deutschen Bundesbank © Deutsche Bundesbank/ddp

Der Bundesrechnungshof hat von der Bundesbank eine genaue Bestandsaufnahme der Goldreserven im Ausland sowie regelmäßige Kontrollen der Bestände gefordert. Die Goldreserven sollten in bestimmten Zeitabständen mit einer Stichprobeninventur erfasst werden, fordern die Rechnungsprüfer in einem Bericht an den Haushaltsausschuss des Bundestages.

Sie begründen dies mit dem "hohen Wert der Goldbestände ". Zudem seien die bei ausländischen Notenbanken gelagerten deutschen Reserven noch nie von der Bundesbank selbst oder durch andere unabhängige Prüfer "körperlich aufgenommen und auf Echtheit und Gewicht" geprüft worden.

Die Bundesbank hält eine solche Stichprobeninventur allerdings für unnötig und in den ausländischen Lagerstellen auch für unmöglich. "An der Integrität der ausländischen Lagerstellen gibt es ... keinen Zweifel", heißt es in einer Stellungnahme der Bundesbank. Bei den Partnernotenbanken handle es sich um Adressen von allerhöchster Reputation und Bonität. "Zweifel an der Zuverlässigkeit entbehren jeder Grundlage und hätten erhebliche politische Implikationen", so die Bundesbank.

Der Rechnungshof hatte im Auftrag des Bundestags ermittelt, ob die Bundesbank ihre im Ausland lagernden Goldbestände auch genau prüft. Umstritten ist, ob die seit Jahren übliche Praxis ausreicht, sich auf eine schriftliche Bestätigung durch ausländische Notenbanken zu verlassen. Einige Bundestagsabgeordnete sind misstrauisch und befürchten, dass es zu Verwechslungen mit dem Gold anderer Notenbanken kommen könnte. Kritiker glauben, die Bundesbank habe die Kontrolle über das Gold aus der Hand gegeben.

Verschwörungstheorien sprießen

Die Bundesbank besitzt – nach den USA – die zweitgrößten Goldreserven der Welt. Ende 2011 waren es offiziellen Angaben zufolge 3.396 Tonnen im Wert von 133 Milliarden Euro. Nach dem kräftigen Anstieg des Goldpreises dürften es aktuell 143 Milliarden Euro sein. Die Goldbestände sind Teil der Währungsreserven. Verwahrt werden die Goldbarren von der Bundesbank in eigenen Tresoren in Frankfurt sowie an drei Lagerstellen im Ausland: Bei der US-Notenbank Fed in New York , der französischen Nationalbank in Paris und der Bank of England in London .

Einige Verschwörungstheoretiker stellen gar die Frage, ob es die Goldreserven überhaupt noch gibt. Anlass ist, dass einige Abgeordnete die im Ausland lagernden Barren prüfen beziehungsweise sehen wollten, und ihnen der Zutritt verwehrt wurde. Aber auch manche Experten monieren, die Bundesbank verletze Grundsätze einer ordnungsgemäßen Inventur und Buchführung. 

Dem Bericht des Rechnungshofs nach hat die Bundesbank inzwischen beschlossen, in den kommenden drei Jahren jeweils 50 Tonnen des bei der Fed in New York liegenden Goldes nach Deutschland zu bringen, um es hierzulande einer eingehenden Prüfung zu unterziehen. Ein Sprecher der Bundesbank sagte dazu später, eine "nennenswerte Menge" werde zurückgebracht und eingeschmolzen.

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Kommentare

91 Kommentare Seite 1 von 15 Kommentieren

Das Gold ist futsch.

Es gab schon öfter den ein oder anderen Politiker der so verwegen war zu verlangen das Gold Heim zu holen.
Frankreich und England argumentieren mit" Vertraut ihr uns nicht"?

Die Amis haben, soweit ich weiß, 1996 ein Gesetz verabschiedet was ihnen erlaubt alles Gold zu beschlagnahmen, zum Schutz ihrer Währung.
Wenn wir wirklich versuchen sollten das zurück zuholen machen die Amis dicht.
Das wissen auch unsere Leute deshalb versucht man es auch nicht.

Es gibt auch einen US Senator der Stur behauptet das Gold der USA und auch unseres wäre schon lange nicht mehr da. Was diese Verschwörungstheorie noch weiter anheizt ist die absolute Weigerung, von Staatlicher Seite, das Gegenteil zu beweisen.
Es kann nicht sein, also ist es so auch nicht.

Der Grund ist wirtschaftlicher Natur

Ich verstehe nicht, warum wir die Barren nach Ende des kalten Krieges immer noch im Ausland lagern.

Es ist 1.) sehr teuer das ganze Gold sicher nach Deutschland zu bringen und 2.) sehr teuer die nötigen Vorkehrungen zu treffen, das ganze Gold hier lagern zu können. Es ist einfach günstiger, das Gold dort zu lassen wo es ist und regelmäßig eine Aufwandsentschädigung abzuführen.

Sie unterschätzen worum es hier geht

Ca. 175 Kubikmeter Gold insgesamt, 2/3 im Ausland, macht ca. 120 Kubikmeter in 3 Lagerstätten.
Da rollen keine Züge mit unzähligen Waggons!

Der Transport wäre an sich sicher kein großes Problem, wenn es sich um eine normale Fracht handeln würde. Der Wert der Fracht ist allerdings enorm hoch, weswegen entsprechende Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden müssen. Zum Vergleich: eine Tonne Rohöl kostet ca. 600-700 EUR. Eine Tonne Gold kostet 42 Millionen EUR. Da verbietet es sich, so ganz naiv an die Sache heranzugehen. Man lädt nicht mal eben Gold im Wert von ca. 100 Milliarden auf ein Schiff und fährt über'n Teich.

Wert der Fracht

ich verstehe auch nicht, welche Probleme sie kontret im Wert der Fracht sehen,

falls sie auf Unglück/ Untergang spekulieren:
täglich schippert ein Ozeanriese mit 3000 Menschen an Bord rüber, was ist mit denen, haben die keinen Wert?
Gold kann man sogar noch bergen

aktiver Angriff/ Überfall wäre ein Thema, aber was ist daran realistisch? die Sicherheitsmaßnahmen kann man auch lockerleicht hoch genug setzen,
Militär muss üben, die USA lassen ihre Flugzeugträger eh überall kreuzen, warum die mal nicht was sinnvolles tun lassen und mitfahren bzw. gleich das Gold transportieren (0.001% Ladung)

oder wenn die USA beleidigt sind dann eben die deutschen kleinen Schiffe,

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im Land dann bewachen ist sicher ein Thema,
da kann man an alle Hollywood-Filme denken,

aber als gäbe es nicht schon jetzt genug zu sichern,
dafür wird sich doch wohl was finden