KernkraftChina muss Milliarden in AKW-Sicherheit investieren

Stresstest für Chinas AKW: Die Umweltbehörde warnt vor den Risiken veralteter Technik. Viele der 41 AKW des Landes erfüllen nicht internationale Sicherheitsstandards.

Ein chinesisches Atomkraftwerk in Qinshan

Ein chinesisches Atomkraftwerk in Qinshan

Chinas Atomanlagen benötigen einem staatlichen Bericht zufolge Milliardeninvestitionen, um internationale Sicherheitsstandards zu erreichen. Eine Untersuchung des chinesischen Umweltministeriums hat gezeigt, dass bis 2015 etwa 80 Milliarden Yuan (9,7 Milliarden Euro) in den Aus- und Umbau der AKWs investiert werden müssen.

Die gegenwärtige Situation gebe keinen Anlass zu Optimismus, heißt es in dem Report. Allein die vielen verschiedenen Kernreaktoren und Technologien chinaweit erschwerten die Einführung einheitlicher Sicherheitsstandards. Alte Kernkraftwerke sollten daher früher stillgelegt werden.

Für eine schnelle Verbesserung der Situation schlägt der Bericht zudem vor, den Zugang zu Informationen zu vereinfachen. Außerdem soll die Forschung ausgebaut und der Umgang mit Atommüll verbessert werden.

Die Regierung in Peking will in den kommenden zwei Jahrzehnten bis zu 100 neue Atomkraftwerke bauen. Nach dem Unglück in der japanischen Fukushima-Anlage im März 2011 verhängte sie ein Moratorium über den Bau weiterer AKW und ordnete eine Sicherheitsüberprüfung der bestehenden 41 Kraftwerke an. Ab wann neue Kernkraftwerke genehmigt werden sollen, wurde in dem Ministeriumsbericht nicht erwähnt.

Anzeige
 
Leserkommentare
  1. 1. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Polemik. Danke, die Redaktion/ls

    Eine Leserempfehlung
  2. China hätte dann über 140AKWs. Statistisch gesehen liegen dann die Gaus schon recht dicht zeitlich hintereinander. Fast schon eine Garantie für Unbewohnbarkeit des Landes innerhalb einer geringen Zeitspanne.
    Ich finde, China sollte sich das noch einmal gut überlegen.

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Oben steht doch, dass sie auch planen andere AKWs früher stillzulegen.

    Was soll das denn für eine Statistik sein?

    Schön finde ich immer die Aussage, dass Sicherheitsmängel gefunden wurden aber weder ein Hinweis noch ein Verweis darauf vorhanden ist, welches das sein sollen. Das führt dann zu solchen hanebüchenen Aussagen wie beim EU-Stresstest, wo in den Medien ungestraft behauptet wird, dass alle norddeutschen AKWs keine Instrumentierung für die Erdbebenfrühwarnung haben, wenn im Stresstest wörtlich "It is recommended to install seismic instrumentation at some NPPs in northern Germany where it is currently not required." steht und das für einige Kraftwerke seit Jahrzehnten schon umgesetzt ist.

    Oben steht doch, dass sie auch planen andere AKWs früher stillzulegen.

    Was soll das denn für eine Statistik sein?

    Schön finde ich immer die Aussage, dass Sicherheitsmängel gefunden wurden aber weder ein Hinweis noch ein Verweis darauf vorhanden ist, welches das sein sollen. Das führt dann zu solchen hanebüchenen Aussagen wie beim EU-Stresstest, wo in den Medien ungestraft behauptet wird, dass alle norddeutschen AKWs keine Instrumentierung für die Erdbebenfrühwarnung haben, wenn im Stresstest wörtlich "It is recommended to install seismic instrumentation at some NPPs in northern Germany where it is currently not required." steht und das für einige Kraftwerke seit Jahrzehnten schon umgesetzt ist.

  3. Oben steht doch, dass sie auch planen andere AKWs früher stillzulegen.

    Antwort auf "Ehrgeizige Ziele,"
    • Atan
    • 17.10.2012 um 12:20 Uhr

    wirklich umgesetzt werden. China steht auf dem Korruptionsindex von TI auf Platz 75, eine nennenswerte Anti-AKW-Bewegung, die Druck ausüben könnte, existiert nicht, freie Medien, die Skandale aufdecken könnten, ebensowenig.
    Selbst unter den anerkannten Experten innerhalb des chinesischen nuklearen Apparats gelten die offiziellen Pläne, die Kapaziäten bis zum Ende des Jahrzehnts zu versechsfachen und in 20 Jahren zu verzwanzigfachen, als sehr riskant. Momentan gibt es erst 16 laufende Reaktoren und zwei große Versorger, die überhaupt Erfahrung mit dem aktiven Betrieb von Anlagen, fünf neue große EVUs sollen dazu kommen. Es sind alles staatliche Konzerne, deren Macht in der letzten Zeit weiter gewachsen ist und didadurch auch schwerer zu kontrollieren sein düften.
    Alles zusammen genommen, dürften damit schwere nukleare Unfälle in China eigentlich so gut wie sicher sein, denn auch hier wird vor allem schnell die Produktion möglichst günstiger Energie angestrebt. Vermehrte Sicherheit zahlt sich hingegen nur abstrakt aus, indem Unfälle (an die ja sowieso niemand glauben will) vermieden werden.
    Wenn man also bedenkt, wie lange ein sehr erfahrener Akteur wie Frankreich zum vergleichsweise sicheren Betrieb eines deutlich kleinerer Arsenals benötigte, dürften die chinesischen Pläne eigentlich nur um den Preis des kompletten Desasters umsetzbar sein.

    2 Leserempfehlungen
  4. über die Offenheit dieser berechtigten Anliegen des chinesischen Umweltministeriums (sowas gibt es - wtf?) für so unwahrscheinlich halte ich, dass jemand viel darauf geben wird.

    2 Leserempfehlungen
  5. Was soll das denn für eine Statistik sein?

    Schön finde ich immer die Aussage, dass Sicherheitsmängel gefunden wurden aber weder ein Hinweis noch ein Verweis darauf vorhanden ist, welches das sein sollen. Das führt dann zu solchen hanebüchenen Aussagen wie beim EU-Stresstest, wo in den Medien ungestraft behauptet wird, dass alle norddeutschen AKWs keine Instrumentierung für die Erdbebenfrühwarnung haben, wenn im Stresstest wörtlich "It is recommended to install seismic instrumentation at some NPPs in northern Germany where it is currently not required." steht und das für einige Kraftwerke seit Jahrzehnten schon umgesetzt ist.

    Antwort auf "Ehrgeizige Ziele,"
    • Bornie
    • 17.10.2012 um 13:50 Uhr
    7. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich nur, wenn Sie einen sachlichen Beitrag leisten möchten. Danke, die Redaktion/ls

  6. Am 20.03.2012 hat China angeblich alle Planungen zum Bau neuer AKW´s auf Eis gelegt und jetzt bauen sie plötzlich 100 neue AKW´s in den nächsten zwei Jahrzehnten. Brauchen die keine Planung? Sehr kreativ die kleinen Chinesen.
    http://www.zeit.de/2012/1...

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters
  • Kommentare 9
  • Versenden E-Mail verschicken
  • Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
  • Artikel Drucken Druckversion | PDF
  • Schlagworte China | Alte | Atomkraftwerk | Atommüll | Euro | Forschung
  • Artikel-Tools präsentiert von:

Service