Die chinesische Führung will offenbar grundlegende Reformen einleiten, um dem Schwächeln des Wirtschaftswachstums entgegenzuwirken. Mehrere Regierungsberater sagten, sie seien um die ambitioniertesten Pläne seit Jahrzehnten gebeten worden. Ganz oben auf der Liste steht demnach die Frage, wie die Einmischung der Staates in die Wirtschaft eingegrenzt werden kann.

Zudem sollen die enormen Vorteile der mehr als 100.000 Staatsbetriebe gemindert werden, die sie derzeit etwa beim Zugang zu Krediten oder Regierungsaufträgen erhalten. Die Regierung müsse fundamentalere Reformen anschieben, sagte Shi Xiaomin, Vize-Präsident der Gesellschaft für Wirtschaftsreformen, einem zum führenden Planungsausschuss gehörenden Think-Tank.

Der Auftrag für die Reformpläne kam nach Angaben der Berater von Mitgliedern des Staatsrates. Die Führung der Volksrepublik soll in wenigen Wochen wechseln. Beim Kongress der Kommunistischen Partei ab dem 8. November soll Xi Jinping das Präsidentenamt von Hu Jintao übernehmen. Li Keqiang wird Wen Jiabao als Ministerpräsidenten ersetzen.

Das Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt war im dritten Quartal auch wegen der sinkenden Investitionen mit 7,4 Prozent so schwach ausgefallen wie seit mehr als drei Jahren nicht mehr. Auch in China machen sich die Rezession in vielen Euro-Ländern und die schwache Wirtschaft der USA bemerkbar.