Strompreis : Ökostromumlage jetzt bei knapp 5,3 Cent pro Kilowattstunde

Jetzt ist es amtlich: Die Ökostromumlage steigt auf 5,3 Cent und verteuert damit den Strom in Deutschland. Die Politik streitet über Entlastungen für Verbraucher.

Die Verbraucher in Deutschland müssen im kommenden Jahr deutlich mehr für die Förderung des Ökostroms bezahlen. Die EEG-Umlage steigt auf rund 5,3 Cent je Kilowattstunde von bislang rund 3,6 Cent. Dies teilten die vier Übertragungsnetzbetreiber Amprion, Tennet, 50Hertz und TransnetBW am Vormittag mit. Ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden muss demnach für die Förderung der Energie aus Sonne, Wind und Wasser rund 185 Euro zahlen. Das sind rund 60 Euro mehr als bislang.

Grundlage für den Anstieg ist der erwartete Ausbau von Solar-, Wasser- und Windkraft, Ökogas, Biomasse und Geothermie im kommenden Jahr. Dieser Ökostrom wird den Produzenten zu garantierten Preisen abgenommen, die über den Markttarifen liegen. Die Differenz wird über die EEG-Umlage von den Verbrauchern bezahlt.

Die bereits zuvor durchgesickerte Erhöhung hat eine Auseinandersetzung darüber ausgelöst, wie sich ein Ausufern der Energiewende-Kosten verhindern lässt. Bei der Auseinandersetzung geht es vor allem darum, wie man private Haushalte entlasten kann. Die Politik, allen voran Bundesumweltminister Peter Altmaier , ist um Schadensbegrenzung bemüht, streitet aber über den richtigen Weg.

So gibt Altmaier SPD und Grünen eine Mitschuld an den steigenden Kosten. Der Grundfehler sei bereits 2000 von der damaligen rot-grünen Bundesregierung gemacht worden, sagte der CDU-Politiker der Bild -Zeitung . "Damals wurde nicht überlegt, wie sich die Kosten für den Ausbau der erneuerbaren Energien im Griff halten lassen. Die Quittung gibt es jetzt." Schließlich sei der Zubau mit Solaranlagen in den letzten beiden Jahren dreimal so stark wie erwartet gewesen.

FDP und SPD wollen Steuer senken

Die Liberalen und ihr Vorsitzender Philip Rösler halten an ihrem Vorschlag fest, über Steuersenkungen Entlastung zu schaffen: "Kurzfristig können wir die Stromsteuer senken, um die Verbraucher zu entlasten," sagte der FDP-Chef der Passauer Neuen Presse und bekräftigte damit seine Forderung nach Sofortmaßnahmen. Mit der EEG-Umlage zur Förderung von Ökostrom profitiere auch der Bund über höhere Steuereinnahmen. "Diese ungeplanten Mehreinnahmen sollten wir den Menschen schnellstmöglich zurückgeben." Vor allem aber müsse das Erneuerbare-Energien-Gesetz noch vor der Bundestagswahl radikal reformiert werden.

Auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag ( DIHK ) forderte eine Senkung der Stromsteuer. "Um die Mehrbelastung für die Masse der Unternehmen und Verbraucher kurzfristig zu dämpfen, sollte die Stromsteuer zumindest teilweise abgeschmolzen werden, sagte DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann ebenfalls der Passauer Neuen Presse . "Sie schöpft über einen Zuschlag auf den Strompreis derzeit weitere rund sieben Milliarden Euro jährlich ab."

Auch die SPD forderte Steuererleichterungen, allerdings abhängig vom Verbrauch. "Alle Stromversorger sollten Niedrigverbrauchertarife zum günstigsten Privatkundentarif anbieten", schlug der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Ulrich Kelber vor. "Der Staat kann diese dann zusätzlich durch Steuersenkung fördern."

Weiter Kritik an EEG-Ausnahmeregelungen

Diese steuerliche Maßnahme lehnt Altmaier jedoch als Schnellschuss ab und warnt vor Aktionismus. "Wir müssen jetzt ruhiges Blut bewahren", sagte er. Unterstützung erhält er dabei von den von ihm gescholtenen Grünen. Deren Vorsitzende Claudia Roth warf der FDP vor, ihr falle wieder nichts anderes als Steuersenkungen ein. "Wir wollen einen Energiesparfonds, aus dem wir Energieberatung, Ankauf von günstigen energieeffizienten Geräten unterstützen. Wir wollen einen Stromspartarif und wir wollen vor allem einen Anreiz bieten einzusparen", sagte sie im Bericht aus Berlin der ARD. Außerdem müssten die "exzessiven Ausnahmen" von der EEG-Umlage abgebaut werden.

Diese Kritik wiederum wies Rösler zurück. "Das ist ein durchsichtiges politisches Manöver von SPD und Grünen. Von den 3,6 Cent EEG-Umlage werden nur 0,6 Cent durch die Ausnahmen für energieintensive Unternehmen verursacht", sagte der FDP-Vorsitzende. Diese Unternehmen hielten 850.000 Arbeitsplätze aufrecht.

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Kommentare

129 Kommentare Seite 1 von 19 Kommentieren

Einen Schuldigen ausmachen ist die Spezialität

der Merkel Regierung.

Erinnern wir uns. Merkel hat ein Gesetzt zum Atomausstieg geändert was im Konsens mit allen Beteiligten verabschiedet war um sich "Selbst" als "Retter" dar zu stellen.

Jetzt wo das "Merkel Kind" in den Brunnen fällt sind die Anderen schuld.

Herr Altmaier hat offenbar noch nicht begriffen das Merkels Wind in verschiedene Richtungen weht - gerade so wie sie es will!

Unfähige Regierung, unfähige Minister Rösler und Altmaier

Die EEG-Umlage könnte heute noch bei 2 Cent/kwh liegen wenn nur die Kosten der Energiewende berücksichtigt würden.

Aber Schwarzgelb hat ständig ihrer Klientel neue und wieder neue Subventionen verschafft und diese in der EEG-Umlage versteckt.
Dazu zählt auch die Extremförderung von 19 Cent/kwh für Offshore Windkraft die hauptsächlich von Energiekonzernen u. ausl. Finanzinvestoren geleistet wird - eben der Klientel von Schwatzgeld.

Auch die Einsparungen durch Ökostrom durch den merit-order-effect müssen die Energiekonzerne nicht an die Haushalte weitergeben, profitieren tun auch hier nur die Stromgroßverbraucher die direkt an der Börse kaufen können.

Was die Energiewende betrifft sollte man die Parteien ranlassen die sich damit auskennen u. fähig sind: Grünrot!

Wie unsere Kanzlerin versucht hat zu erklären:

Der Verbraucher hat die Wahl die höhere Netzumlage zu bezahlen, oder die deutlich stärker gestiegenen Energiekosten aus Öl, Gas, Kohle u.s.w

Die Miesmacher der Atom Lobby und die dahinter stehenden Parteien versuchen hier den Verbraucher zu verunsichern.

Schuld an an gestiegenen Kosten ist, dass immer mehr Teile der Industrie die Subventionen auf Kosten der Allgemeinheit in Anspruch nehmen.

Wachen Sie auf!

Die Industriestrompreise in D sind schon heute eine der höchsten WELTWEIT! Die Industrie wird, wenn die Strompreise weiter steigen, gar nicht mehr anders können, als Produktionsstandorte ins Ausland zu verlegen.
Ihre Rechnung bezieht nicht ein, dass die Industrie für etwa 900 000 Arbeitsplätze steht (Sparte Solarindustrie, die dreimal stärker gefördert wird: 110 000). Oder wollen Sie diese leichtfertig aufs Spiel setzen?

Erhellender Artikel hierzu (mit sämtlichen Zahlen):

http://www.welt.de/wirtsc...

Die Energiewende bedeutet die Einführung der Planwirtschaft im Energiesektor. Dies KANN auf Dauer nicht gut gehen.

Gerade bei der Energiedebatte, die in D mit atemberaubender Irrationalität geführt wird, fühle ich mich zurück versetzt in Andersens Märchen "Des Kaisers neue Kleider".

Der Kaiser ist nackt. Doch niemand will es sehen.

Schuld sind all die Politiker, ,,,

... welche nach dem Atomausstieg den Bürgern erklärt haben, der Strompreis werde dadurch nicht steigen.

Aber wenn man sieht, wie erneuerbare Energie gefördert wird, muss allen klar sein, dass dies nicht zum Nulltarif geht.

Mich wundert vorallem, dass die Politiker das damals nicht wussten (wollten). Nach Fukushima hätten die Bürger auch den Atomausstieg zu erhöhten Strompreis akzeptiert. Aber man musste natürlich wieder versprechen, dass es keine Mehrkosten gibt.

Ich glaube die Summe der Bürger lebt nicht mehr hinter dem Mond

und ist an Intelligenz- nicht an Rhetorik- dem Politiker überlegen.

Wenn er sein Leben schützt, indem er sich von der Atomenergie abwendet, ist das rationell. Er weiß auch genau dass jede Neuinvestition etwas kostet.

Doch die anderen Energiepreise steigen auch und die alten Atommeiler werden auf Kosten des Spromverbrauchers zurückgebaut.
Gäbe es keine erneuerbare Energie würden die Schlagzeilen so lauten:

"Die Strompreise erhöhen sich im nächsten Jahr um 5-8 cts
wegen gestiegener Öl , Gas und Kohlepreise."
Gegen diese "Verarsche in großen Stil" ist der Bürger mittlerweile imun.

Fazit: Die Strompreise würden so oder so steigen.

Es ist deshalb so richtig billig die steigenden Energiekosten auf die erneuerbaren Energien abzuwälzen.
Damit hat man einen Sündenbock der von den richtigen Kostenverursachern in dieser Branche ablenkt.

EEG hat mit Atomausstieg nichts zu tun

Die Ursache für die extrem gestiegenen EEG Kosten ist nicht der Atomausstieg, sondern:
- gesunkene Strompreise an der Börse, dadurch höhere Ausgleichszahlungen für Garantievergütung
- Erweiterung der EEG-Freistellungen unter Schwarz-Gelb
- Unzureichende Einschränkung des Solarzubaus durch den "atmenden Deckel".

Bis auf die gesunkenen Strompreise an der Börse sind dies Fehler von Schwarz Gelb.