In der krisengeplagten Eurozone ist die Arbeitslosigkeit auf einen neuen Rekordwert gestiegen: In den 17 Euro-Ländern waren im August 18,196 Millionen Menschen ohne Job. Nach Angaben der EU-Statistikbehörde Eurostat entspricht dies einer Rekordarbeitslosenquote von 11,4 Prozent. Einen höheren Wert habe es seit dem Start der Währungsunion 1999 noch nicht gegeben.

Damit waren in der Eurozone im August 34.000 Menschen mehr ohne Arbeit als noch im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 2,144 Millionen mehr Arbeitslose.

Experten rechnen mit einer Fortsetzung des Negativtrends . Der Unternehmensberatung Ernst & Young zufolge könnte die Zahl der Arbeitslosen bis Anfang 2014 über die Marke von 19 Millionen und die Quote auf zwölf Prozent steigen. "In einem schwierigen Umfeld werden die Unternehmen ihre Belegschaft voraussichtlich weiter abbauen, um Produktivität und Profitabilität zu erhalten", heißt es in der Studie.

Dieser Trend besteht seit mehr als einem Jahr. Besonders angespannt ist die Lage in den südeuropäischen Krisenländern Spanien, Griechenland , Portugal und Zypern . Auftragsverluste, Firmenpleiten und Entlassungen belasten dort den Arbeitsmarkt.

So sind Spanien und Griechenland auch diesmal am härtesten betroffen: In Spanien ist mehr als jeder Vierte ohne Arbeit. Die Arbeitslosenquote stieg im August jedoch im Vergleich zum Vormonat nur leicht von 25 auf 25,1 Prozent. Für Griechenland lag der für Juni angegebene Wert bei 24,4 Prozent nach 23,5 im Vormonat.

Deutschland gehört dagegen zu den Euro-Ländern mit den niedrigsten Arbeitslosenquoten. Die niedrigste Quote hat Österreich mit 4,5 Prozent, gefolgt von Luxemburg und den Niederlanden mit 5,2 beziehungsweise 5,3 Prozent sowie Deutschland mit unveränderten 5,5 Prozent Arbeitslosigkeit.

Auch für die gesamte EU liegt die Arbeitslosigkeit mit 10,5 Prozent auf einem Höchststand. Das entspricht 25,466 Millionen Arbeitslosen in allen 27 EU-Ländern. Besonders betroffen sind Jugendliche: 5,5 Millionen junge Menschen unter 25 Jahren waren in der EU ohne Arbeit – eine Quote von 22,7 Prozent.