Euro-Krise : Arbeitslosigkeit erreicht neuen Negativrekord

In der Euro-Zone gab es im August 18,2 Millionen Arbeitslose – das ist neuer Rekord. Und Experten warnen davor, dass sich der Negativtrend weiter fortsetzen wird.
Der arbeitslose Juan Carlos sitzt in der Innenstadt von Madrid. © Susana Vera/Reuters

In der krisengeplagten Eurozone ist die Arbeitslosigkeit auf einen neuen Rekordwert gestiegen: In den 17 Euro-Ländern waren im August 18,196 Millionen Menschen ohne Job. Nach Angaben der EU-Statistikbehörde Eurostat entspricht dies einer Rekordarbeitslosenquote von 11,4 Prozent. Einen höheren Wert habe es seit dem Start der Währungsunion 1999 noch nicht gegeben.

Damit waren in der Eurozone im August 34.000 Menschen mehr ohne Arbeit als noch im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 2,144 Millionen mehr Arbeitslose.

Experten rechnen mit einer Fortsetzung des Negativtrends . Der Unternehmensberatung Ernst & Young zufolge könnte die Zahl der Arbeitslosen bis Anfang 2014 über die Marke von 19 Millionen und die Quote auf zwölf Prozent steigen. "In einem schwierigen Umfeld werden die Unternehmen ihre Belegschaft voraussichtlich weiter abbauen, um Produktivität und Profitabilität zu erhalten", heißt es in der Studie.

Dieser Trend besteht seit mehr als einem Jahr. Besonders angespannt ist die Lage in den südeuropäischen Krisenländern Spanien, Griechenland , Portugal und Zypern . Auftragsverluste, Firmenpleiten und Entlassungen belasten dort den Arbeitsmarkt.

So sind Spanien und Griechenland auch diesmal am härtesten betroffen: In Spanien ist mehr als jeder Vierte ohne Arbeit. Die Arbeitslosenquote stieg im August jedoch im Vergleich zum Vormonat nur leicht von 25 auf 25,1 Prozent. Für Griechenland lag der für Juni angegebene Wert bei 24,4 Prozent nach 23,5 im Vormonat.

Deutschland gehört dagegen zu den Euro-Ländern mit den niedrigsten Arbeitslosenquoten. Die niedrigste Quote hat Österreich mit 4,5 Prozent, gefolgt von Luxemburg und den Niederlanden mit 5,2 beziehungsweise 5,3 Prozent sowie Deutschland mit unveränderten 5,5 Prozent Arbeitslosigkeit.

Auch für die gesamte EU liegt die Arbeitslosigkeit mit 10,5 Prozent auf einem Höchststand. Das entspricht 25,466 Millionen Arbeitslosen in allen 27 EU-Ländern. Besonders betroffen sind Jugendliche: 5,5 Millionen junge Menschen unter 25 Jahren waren in der EU ohne Arbeit – eine Quote von 22,7 Prozent.

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Kommentare

30 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren

Ihr Vorschlag?

Nun bin ich kein CDU-Wähler und somit über dem Verdacht erhaben, parteiisch zu sein. Aber das, was Sie behaupten, ist schon ziemlich Schwarz-Weiß.

Was ist denn Ihr Vorschlag? Und was sind die Alternativen. Es gibt keine Blaupause für die aktuelle Krise und insofern ist jegliches Handeln lediglich eine Wette, die man verlieren, aber auch gewinnen kann. Ich persönlich finde das Handeln unserer Regierung derzeit angemessen. Und wie gesagt, ich wähle weder CDU noch FDP.

Vorschläge

ohne angesprochen zu sein als Antwort:
es ist doch wirklich allgemeines Faktum im Land/ in der Welt, dass die vielgerühmte Schere zwischen Arm und Reich auseinandergeht,
niemand kann behaupten, dass heutzutage einzelne Leute mehr leisten, so dass es gerecht wäre dass diese Mrd. besitzen während andere für 3 Euro die Stunde arbeiten,

daran zu arbeiten muss das Ziel sein, Wege dafür gibt es verschiedenste, deren Detailvor-/Nachteile freilich nicht leicht abzuschätzen sind, da kann man lange diskutieren, aber doch irgendeinen Weg anfangen, im Moment quasi NICHTS

- Mindestlöhne (Gegenargument 'Wettbewerbsfähigkeit' heißt: 'bei uns müssen die Menschen noch billiger werden als in China', dagegen Zöllen), Grundeinkommen
- Reichensteuer, Erbsteuer
- generell besseres Steuersystem, Schlupflöcher schließen,
manche Millionäre auch in Europa zahlen nur 15% und weniger,
anteilig sogar WENIGER als normale Bürger, wenn es wenigstens die normalen 30-45% statt gleich 75%+ wären..
- Geldschöpfung staatlich steuern, ein Unding dass mit einem Klick 100 Mrd. von der Zentralbank zu 1% geliehen und zu 5% an die Staaten verliehen werden, vereinfacht ausgedrückt
- Bürokratie abbauen, für alle Geld sparen
- z.B. mal eben GEZ einsparen, was das für Wahnsinnssummen + Bürokratieabbau + weniger Überwachung brächte, unabhängige Informationen gäbe es auch für 100 Mio. frei aus Steuern, GEZ sind eh quasi Steuern, nur alles doppelt
- (noch) extremere Ideen hier mal eingespart ;)

Die GEZ

ist nicht schlimm. Das schlimme ist, dass hier Personen über Programme entscheiden, die hinter verschlossenen Türen aggieren.

Ich will keine Daily-Soaps auf ZDF oder ARD sehen. Ich will Wissensvermittlung sehen. Keine 15 Minuten-Nachrichten, sondern Themen, die sich wirklich mit etwas auseinnandersetzen. Und das sollte natürlich online gespeichert werden!

Dafür ist die GEZ da.

Wenn man die GEZ abschafft, haben wir nur eine Informationsquelle (international die DPA und national Frau Springer). Nein danke!

Information bleibt

"Wenn man die GEZ abschafft, haben wir nur eine Informationsquelle (international die DPA und national Frau Springer). Nein danke!"

extra dran geschrieben, so leicht einzusehen und doch kommt dieses simple Argument:

alle Nachrichten, alle Dokus, alle Investigativ-Magazine, selbst einfache Talkshows a la Günther Jauch, nur ohne Günther Jauch zu diesem Preis, sind für 100 Mio. oder noch viel weniger im Jahr zu haben, ein nichts, 1 Euro pro Bürger pro Jahr (pro JAHR, das ist nicht mal mehr pro Monat!), quasi nicht der Rede wert, sollen es auch 2 oder 3 Euro sein..,

und selbst wenn man bei den aktuellen unsinnigen Mrd. bleibt, könnte man die GEZ einstampfen und einfach 1% mehr Steuern verlangen und das Geld aus dem Haushalt rüberschieben,
bürokratischer Aufwand nahe 0, der vielbeschwore staatliche Einfluss ist eh da und wird dadurch nicht anders,
meinetwegen per Gesetz:
"an den öffentlichen Rundfung des Landes ergehe zur freien Verfügung am 1.1. jedes Jahres das 30fache der Summe aller Diäten der Mitglieder des Bundestages des Vorjahres"

Inflationsausgleich gleich mit eingebaut,
fertig für alle Zeit (naja, bis zur baldigen Euro-Mega-Krise ;) )

Völlig überzogen...

...das Ganze auf die Europa-Politik der CDU zu schieben. In so einem Komplexen System spielen so viele Faktoren eine Rolle.
Ich wollte im Moment mit keinem der Entscheidungsträger in Europaangelegenheiten tauschen wollen und ich würde mir auch im Leben nicht anmaßen zu behaupten, dass alles was im Moment entschieden wird falsch ist.
Ich denke die Wenigsten haben einen solchen Überblick über die Gesamtsituation, dass sie entscheiden können was richtiges oder falsches Handeln ist.

CDU EU

die CDU ist sich nicht zu schade, oft und ausführlich auf die zugegeben in Deutschland oberflächlich passable Wirtschaftslage zu verweisen und sich selber zu loben

das ist typisch: Gutes sich selber zuzuschreiben, Schlechtes bestenfalls anderen, oder ungewiss/ allgemeine Weltlage/ "übliche Krise alle paar Jahre"

integer wäre andersum: Schlechtes immer bei sich selber suchen, Gutes gar nicht erst groß erwähnen

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wenn die CDU bald endlich geschafft hat, den Bundestag ohne Bürgerbefragung zu entmachten und eine Europaregierung zu etablieren, dann kann sie wenigstens nicht mehr mit ach so tollen niedrigen deutschen Arbeitslosenzahlen prahlen,
dann muss sie diese Werte verantworten,

aber wahrscheinlich gibts dann auch noch Ausreden Richtung Süden, und wenn man überhaupt mit so schlechten Werten beginnt fällt das gar nicht mehr besonders auf

Die 23% Jugendarbeitslosigkeit sind der wahre Skandal

und nicht nur ein wirtschaftliches Problem.

Wenn 1/4 aller jungen Menschen bereits "überflüssig" gemacht werden, ist das ein gesellschaftliches Armutszeugnis und brandgefährlich für die Akzeptanz nicht nur unserer Wirtschafts-, sondern auch Rechtsordnung.

Nur wer dazu gehört, wird sich auch zuverlässig für eine demokratische Gesellschaft engagieren.

Begriffe

Negativrekord klingt ziemlich irreführend. Wenn man die Arbeitslosigkeit als Zahl ausdrückt, bedeutet eine höhere Zahl (mehr Arbeitslosigkeit) schlicht einen "Rekord" bei der Arbeitslosigkeit. Negativrekord suggeriert auf quantitative Größen bezogen eigentlich, dass die Zahl besonders klein ist. Gemeint ist wohl eher, dass es ein Rekord ist, der "negativ" im Sinne von "nicht schön" aufgefasst wird.

Gleiches gilt für den "Negativtrend" (ein Trend ist eine Linie die verschiedene Datenpunkte miteinander verbindet; ein Negativtrend ist eine abfallende Linie, also eine Zahl, die immer kleiner wird).

Wieder passen würde es, wenn man von einem Negativrekord bei der BESCHÄFTIGUNG spricht, nicht von der Arbeitslosigkeit.

Ich finde das ist keine Erbsenzählerei, sondern einfach nur verwirrend. Beim Lesen des Titels dachte ich sofort, die Arbeitslosigkeit sei so gering wie nie...