Die Europäische Zentralbank (EZB) belässt den Leitzins für die Euro-Zone auf einem historischen Tief. Der Zinssatz, zu dem sich Banken bei der Zentralbank mit Geld versorgen können, bleibe auch weiter bei 0,75 Prozent, teilte die EZB mit.

Die Wirtschaft im Euro-Raum steckt zwar weiter in der Rezession , was für eine Zinssenkung sprechen würde. Dennoch hatte kaum ein Beobachter mit so einem Schritt der EZB gerechnet, denn das Zentralbankgeld ist für Banken schon heute so günstig wie nie seit Einführung des Euro 1999. Deshalb ist der Effekt einer weiteren Zinssenkung umstritten. Die EZB hatte beklagt, dass ihre Zinspolitik nicht überall im Euro-Raum wie gewünscht ankommt.

EZB wartet Effekt der Anleihenkäufe ab

Beobachter schließen aber eine weitere Zinssenkung in den kommenden Monaten nicht aus. Zunächst jedoch werde die Notenbank beobachten, wie ihr jüngst verkündeter Plan wirke, notfalls unbegrenzt Anleihen von Euro-Krisenstaaten wie Spanien und Italien zu kaufen.

Auch die anderen beiden Zinssätze der EZB bleiben stabil. Der Spitzenrefinanzierungssatz, zu dem sich Banken Geld kurzfristig bei der Notenbank Geld leihen können, bleibt bei 1,5 Prozent. Der Einlagensatz, zu dem Banken ihr Geld bei der EZB parken können, beträgt weiterhin 0 Prozent – es gibt also keinen Zins.

Zuletzt hatte die Notenbank im Mai den Leitzins um einen Viertelprozentpunkt auf das derzeitige Tief gesenkt.