Euro-Krise Die Zentralbank schafft die Wende
Kritikern zum Trotz: Die EZB-Politik wirkt. Italien und Spanien könnten bald der Krise entkommen, schreibt der Berenberg-Bank-Ökonom Holger Schmieding im Gastbeitrag.
© Andreas Rentz/Getty Images

Containerterminal Eurokai, Hafen Hamburg
Seit zweieinhalb Jahren beherrscht die Euro-Krise die Schlagzeilen. Aber dank der Bereitschaft der Europäischen Zentralbank (EZB), notfalls direkt am gestörten Markt für Staatsanleihen einzugreifen, könnte das Schlimmste bald hinter uns liegen.
Um dies zu verstehen, müssen wir uns zunächst den Verlauf der Krise vor Augen führen. Obwohl die Regierung in Griechenland bereits Ende 2009 aus eigener Schuld in heftige Turbulenzen geriet und im Mai 2010 um Hilfe bitten musste, blieben die Wirren bis Mitte vergangenen Jahres auf die drei Euro-Zwerge Griechenland, Irland und Portugal begrenzt. Sie machen zusammen nur sechs Prozent der Wirtschaftsleistung in der Euro-Zone aus. Dank einer klugen Rettungspolitik konnte die deutsche Wirtschaft von Ende 2009 bis Mitte 2011 sogar um ganze sechs Prozent zulegen.
Im Juli 2011 griffen die Turbulenzen dann schlagartig auf die gesamte Währungsunion über. Der Beschluss, griechische Staatsanleihen umzuschulden, löste eine Panik an den Anleihemärkten aus. Sie griff im August auf die Aktienmärkte über und lähmte ab Herbst die gesamte Euro-Konjunktur.

Holger Schmieding ist Chefvolkswirt der Berenberg Bank, Deutschlands ältester Privatbank. Zuvor arbeitete der 54-Jährige unter anderem am Kieler Institut für Weltwirtschaft und für den Internationalen Währungsfonds. 2011 kürte die Financial Times Deutschland ihn wegen seiner Treffsicherheit zum "Prognostiker des Jahres".
Seit Sommer vergangenen Jahres befürchten Anleger, dass ihnen auch in anderen Euro-Ländern ein Schuldenschnitt oder sogar ein Wechsel ihrer Vermögenswerte von Euro auf nationale Schwachwährungen blühen könnte. Das führte zu einer Kapitalflucht aus Italien und Spanien, die Südeuropa in eine scharfe Rezession gestürzt hat.
Das Fluchtgeld treibt die Immobilienpreise
Zugleich hat dieses Fluchtgeld in Deutschland die Preise für Wohnungen in Ballungszentren und die Kurse für Staatsanleihen künstlich nach oben getrieben. Die Euro-Wirren und das Einbrechen wichtiger Exportmärkte lasten so sehr auf der Investitionsneigung von Unternehmen, dass auch Deutschland an den Rand einer Rezession geraten ist.
Der Fehler war dabei nicht, Griechenland umzuschulden. Stattdessen hatte Europa es versäumt, die viel größeren und weniger kranken Länder Italien und Spanien glaubwürdig gegen Ansteckungsgefahren abzusichern.
Diesen Fehler hat die EZB Anfang September endlich behoben. Ihr Chef Mario Draghi hat versichert, mit allen Mitteln dafür zu sorgen, dass keine Marktpanik Spanien oder Italien aus dem Euro werfen wird, sofern diese Länder sich zuvor einem Spar- und Reformprogramm unterwerfen, das vom Europäischen Rettungsschirm (ESM) und vom Deutschen Bundestag genehmigt wurde.
- Datum 30.10.2012 - 15:38 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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...ein Viertel der Spanier ist ohne Arbeit, aber die Krise könnte(!) im Herbst 2013 vorbei sein?
Diese Krise wird uns bis mind 2020 beschäftigen es sei denn der Verschwörungs und Endzeitfans haben recht und die Welt geht am 21.12. unter...
...könnte(!) im Herbst 2013 vorbei sein?"
Er schreibt von der Kreditkrise (Euro-Krise) und nicht von den Lebensbedingungen der Menschen.
Falls es erforderlich sein sollte, kann die Wirtschaftswissenschaft definieren, dass 25 % Arbeitslosigkeit normal und gut sind, so lange die Staatskredite nicht teurer als 5 % werden. Was juckt einen Bänker die Arbeitslosigkeit, wenn der Geldmarkt gut funktioniert?
...könnte(!) im Herbst 2013 vorbei sein?"
Er schreibt von der Kreditkrise (Euro-Krise) und nicht von den Lebensbedingungen der Menschen.
Falls es erforderlich sein sollte, kann die Wirtschaftswissenschaft definieren, dass 25 % Arbeitslosigkeit normal und gut sind, so lange die Staatskredite nicht teurer als 5 % werden. Was juckt einen Bänker die Arbeitslosigkeit, wenn der Geldmarkt gut funktioniert?
Das hört sich an, als sei die Krise aus rein psychischen Gründen entstanden, aus einer unbegründeten Panik der Märkte, die zu hohen Zinsen führte. Dann bedürfte es in der Tat nur eines psychologischen Tricks, eines Herrn Draghis, der vor der Presse Versprechungen macht und schon ist die Krise gelöst.
Tatsächlich beruhten ja ganze Gesellschaften auf Subventionen und Umverteilung fremder Gelder in Vetternwirtschaft und Korruption. Die falschen "toten" Rentner aus Griechenland, die Bunga Bunga Parties in Italien, die spanischen Bauruinen sind durch die Weltpresse gegangen. Wer will in einer solchen Gesellschaft investieren? Und wie war das noch mit der Wettbewerbsfähigkeit? Der ganze Artikel verschwendet kein Wort zum Thema Reformen.
Die Kommentarfunktion ist nicht zur Verbreitung der eigenen Initiative/Blogs vorgesehen. Danke, die Redaktion/fk.
Die Geldschöpfung findet nicht überwiegend durch Privatbanken statt, sondern mit überwältigender Mehrheit durch Genossenschaftsbanken und Kreditinstitute der öffentlichen Hand.
Des Weiteren kann die "Fakten" auf der verlinkten Website jeder Bankazubi im zweiten Lehrjahr widerlegen (okay, vielleicht auch erst im dritten). Billige Polemik mit dem Fachwissen einer schwäbischen Hausfrau -.-
Die Geldschöpfung findet nicht überwiegend durch Privatbanken statt, sondern mit überwältigender Mehrheit durch Genossenschaftsbanken und Kreditinstitute der öffentlichen Hand.
Des Weiteren kann die "Fakten" auf der verlinkten Website jeder Bankazubi im zweiten Lehrjahr widerlegen (okay, vielleicht auch erst im dritten). Billige Polemik mit dem Fachwissen einer schwäbischen Hausfrau -.-
"Die Zentralbank senkt die Risiken, die Südländer sparen."
Das sind in der Tat positive Elemente der Eurozuversicht.
Leider zieht Frankreich nicht mit. Steuererhöhungen ohne
Reformen, werden den Wettbewerbsrückstand Frankreichs nicht mindern.
So gesehen sind die Risiken heute mehr in der politischen
Entwicklung zu sehen.
Die Frage wird sein: wie lange halten die Südländer den
Sparkurs und Reformdruck durch, wenn Frankreich mit schlechtem Beispiel politisch Stimmung macht.
Wenn Hollande noch die deutsche Sozialdemokratie mit Gabriel
auf seine Seite zieht, dann könnte die Reformpolitik scheitern, bevor ihre Früchte sichtbar werden.
Leider hat Deutschland keinen Wirtschaftsminister der
moderierend den Gesundungsprozeß begleitend könnte.
Der fehlende Wirtschaftsminister in Deutschland ist eine
europäisches Problem.
"Auch die Lohnkosten und die um konjunkturelle Effekte bereinigten Defizite in den Staatshaushalten sinken kräftig."
Genau, einfach die Löhne senken, dann funktioniert das mit dem Wachstum. Und noch kräftig die Sozialleistungen kürzen.
Die Kirchen können dann schon mit Suppenküchen die Leute durchfüttern, die von ihren gekürzten oder nicht mehr vorhanden Gehältern ihre Kredite abbezahlen sollen.
Und für was sollen alle Leute in den Südländern versklavt werden? Damit irgendwelche ominösen Schulden, die zwischen Großbanken und korrupten Politikern hin und hergeschoben wurden pünktlich bedient werden können?
Auch mit "Vertrauen" und neuen Krediten ist so kein Staat zu machen - jemandem mit gekürztem Lohn oder unserere Arbeit leiht keine Bank mehr Unsummen, um damit irgendwelche Autos zu kaufen. Das gibt kein Wachstum mehr, bis die Schulden gestrichen sind. Jede Firma oder Bürger wäre schon längst in die Insolvenz gegangen und hätte schon wieder von neu anfangen können.
Aufgrund eines Doppelpostings entfernt. Die Redaktion/ls
dann muß entweder der Lohn gesenkt oder die Produktivität
erhöht werden, wenn die Währung nicht mehr abgewertet werden
kann.
dann muß entweder der Lohn gesenkt oder die Produktivität
erhöht werden, wenn die Währung nicht mehr abgewertet werden
kann.
Das dürfte einigen ja gar nicht passen. Wie soll man denn jetzt seine schönen Phrasen wei "Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende" und ähnlichen Mist loswerden? Wenn die Eurokrise irgendwann vorbei ist, wie soll man sich dann weiterhin als Oberlehrer aufspielen?
Wenn´s nach guten Neuigkeiten geht, müssten wir schon seit Jahren aus der Krise sein. Aber die Gewichtung scheint bei einigen so zu sein: Gute Nachricht= 100% Wahrheit, schlechte Nachricht= sowas erzählen chronische Pessimisten, die bar jeder sachlichen Betrachtung die Träumerei von Europa nicht teilen, die eigentlich tiefste Hinterwälder sind und nur Schnitzel essen. Naja, kleiner Scherz; ich würde mich freuen wenn´s das Ende wär; meine Vernunft sagt etwas anderes...
Am Rande, was war andersherum mit den Warnern, welche die letzten Jahre stets recht behielten? Kommt mal eine Entschuldigung von den Träumern?
Wenn´s nach guten Neuigkeiten geht, müssten wir schon seit Jahren aus der Krise sein. Aber die Gewichtung scheint bei einigen so zu sein: Gute Nachricht= 100% Wahrheit, schlechte Nachricht= sowas erzählen chronische Pessimisten, die bar jeder sachlichen Betrachtung die Träumerei von Europa nicht teilen, die eigentlich tiefste Hinterwälder sind und nur Schnitzel essen. Naja, kleiner Scherz; ich würde mich freuen wenn´s das Ende wär; meine Vernunft sagt etwas anderes...
Am Rande, was war andersherum mit den Warnern, welche die letzten Jahre stets recht behielten? Kommt mal eine Entschuldigung von den Träumern?
dann muß entweder der Lohn gesenkt oder die Produktivität
erhöht werden, wenn die Währung nicht mehr abgewertet werden
kann.
Wie wärs mal mit den Gewinnen, und zu hohen Gehältern von einigen, Runter?
Das geht natürlich Nicht!
Kommentar 13:
http://www.zeit.de/2012/4...
Wenns weiter so läuft? Werde ich noch zum Kommunisten!
Ich hoffe nur noch darauf, das nach dem Zusammenbruch, die Menschheit extremen Reichtum und Einkommen-Generierung, nicht mehr zulässt.
"Die Zentralbank schafft die Wende"
Das Betrachte ich eher als Satire. Es hat noch gar nicht richtig Angefangen!
Steigt auch nur ein Staat aus dem Währungsverbund EURO aus, ist das Vertrauen für die restlichen Wackelkandidaten, vollends im Keller.
Transfers Richtung Griechenland, auf Dauer, wobei es den Menschen in den anderen Staaten, im Mittel auch immer schlechter geht? Das hält keine Demokratie aus!
Wie wärs mal mit den Gewinnen, und zu hohen Gehältern von einigen, Runter?
Das geht natürlich Nicht!
Kommentar 13:
http://www.zeit.de/2012/4...
Wenns weiter so läuft? Werde ich noch zum Kommunisten!
Ich hoffe nur noch darauf, das nach dem Zusammenbruch, die Menschheit extremen Reichtum und Einkommen-Generierung, nicht mehr zulässt.
"Die Zentralbank schafft die Wende"
Das Betrachte ich eher als Satire. Es hat noch gar nicht richtig Angefangen!
Steigt auch nur ein Staat aus dem Währungsverbund EURO aus, ist das Vertrauen für die restlichen Wackelkandidaten, vollends im Keller.
Transfers Richtung Griechenland, auf Dauer, wobei es den Menschen in den anderen Staaten, im Mittel auch immer schlechter geht? Das hält keine Demokratie aus!
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