Wegen Sanierung eingerüstet: Ein Altbau in Frankfurt am Main © Arne Dedert/dpa

Die Bundesregierung ändert ihre Pläne zur Förderung der energetischen Gebäudesanierung . Wie die Financial Times Deutschland (FTD) unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, sollen Hausbesitzer statt eines Steuerbonus nur einen Zuschuss erhalten. Ab 2014 sollen demnach acht Jahre lang jeweils 300 Millionen Euro bereitgestellt werden.

Grund für die Änderung ist der anhaltende Widerstand der Bundesländer , die die Steuerausfälle nicht hinnehmen wollten und sich mit dem Bund seit mehr als einem Jahr nicht auf einen Ausgleich einigen konnten. Den Zuschuss zahlt nun allein der Bund, der das Geld dafür durch Umschichtungen im Haushalt frei machen will.

Dafür sollen nach Informationen der Zeitung Mittel aus dem Energie- und Klimafonds (EKF) bereitgestellt werden. Diese würden frei, weil im Gegenzug die sogenannte Strompreiskompensation für energieintensive Unternehmen ab 2014 aus dem allgemeinen Bundeshaushalt finanziert werden soll. Dies sei im Grundsatz beschlossen, hieß es weiter. Die Details müssten aber noch festgelegt werden, insbesondere das Umweltministerium sehe noch Verhandlungsbedarf.

Gros der Hausbesitzer bliebe außen vor

Ursprünglich wollte Schwarz-Gelb die Sanierung von Häusern mit Steuervergünstigungen im Umfang von 1,5 Milliarden Euro fördern. Hausbesitzer sollten rund 20 Prozent ihrer Sanierungskosten von der Steuer abziehen könnten. Damit wollten CDU und FDP auch die Besitzer kleinerer Immobilien ansprechen.

Mit dem neuen Fördermodell dürfte diese Klientel allerdings kaum erreicht werden. Dies liegt vor allem am geringeren Umfang der Subvention, die sich in Zukunft noch verkleinern dürfte. Der EKF speist sich vor allem aus dem Verkauf von CO2-Rechten, deren Preise jedoch schon länger recht niedrig sind. Die Einnahmen hieraus und damit die Mittel zur Förderung der Sanierung dürften sich also noch weiter verringern.

Betroffen von diesem Verschiebebahnhof ist nicht zuletzt auch der Markt für Energieberater. "Es ist wichtig, auch die Kleinvermieter zu erreichen", sagte Christian Noll von der Effizienzlobby Deneff der FTD . Seine Branche erwarte nun eine zielgenaue Ausgestaltung des neuen Zuschussprogramms.