RohstoffeGriechenland soll größter Goldproduzent Europas werden

Zwei Minengesellschaften aus Kanada und Australien investieren Milliarden, um enorme Vorkommen abzubauen. Der griechische Staat soll dabei ordentlich mitverdienen. von 

Gold- und Kupfer-Mine in Asien (Archivbild)

Gold- und Kupfer-Mine in Asien (Archivbild)  |  © Mark Ralston/AFP/GettyImages

Griechenland könnte bis 2016 zum größten Goldproduzenten Europas aufsteigen. Die beiden Fördergesellschaften Eldorado Gold aus Kanada und Glory Resources aus Australien entwickeln derzeit vier Minenprojekte, die insgesamt eine Jahresproduktion von 425.000 Unzen Gold bringen sollen, berichtet die Finanznachrichten-Agentur Bloomberg . Damit würde Finnland von Platz eins in Europas Goldproduktion verdrängt.

Seit Beginn der Schuldenkrise arbeitet die griechische Regierung an einer Reform der Verwaltung . Das beschleunigte Lizenzverfahren Fast Track, das im vergangenen Jahr aufgelegt wurde, zieht nun offenbar die internationalen Goldunternehmen an.

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"Die Politiker realisieren zunehmend, dass eine positive Einstellung zur Minenindustrie viele Jobs schaffen kann", sagte Glory-Aufsichtsratschef Jeremy Wrathall laut Bloomberg . Es sei klar, dass Griechenland aufgewacht sei und sein Potential in der Goldförderung entdeckt habe.

Umsatz von 500 Millionen US-Dollar erwartet

Bisher war es für ausländische Unternehmen schwierig, eine staatliche Lizenz für die Goldförderung zu erhalten. Eine andere kanadische Gesellschaft zog sich aus Griechenland zurück, nachdem sie über Jahre versuchte, ihre Vorhaben genehmigen zu lassen.

Eldorado hingegen, einer der weltweit größten Goldförderer, rechnet mit einem Erfolg seiner drei Minenprojekte in Nordgriechenland. Dazu will das Unternehmen mit Hauptsitz in Vancouver über die nächsten fünf Jahre etwa eine Milliarde US-Dollar in Griechenland investieren.

Die Ausbeute soll Eldorado einen Umsatz von 500 Millionen US-Dollar im Jahr bescheren. Dazu wurde das Personal in Griechenland auf 800 Mitarbeiter verdoppelt und soll bei voller Produktion auf 1.500 steigen. Bisher sind in der für Griechenland bedeutenden Minen- und Förderindustrie etwa 10.300 Menschen beschäftigt.

Steuersatz von 20 Prozent

Der griechische Staat soll bei der Goldproduktion ordentlich mitverdienen. Eldorado rechnet mit einem Steuersatz von 20 Prozent. Eine spezielle Bergbauabgabe gibt es bisher nicht, diese soll aber künftig eingeführt werden. Bis dahin will Eldorado ein Prozent seines Umsatzes an die örtlichen Gemeinden abführen.

Allerdings regt sich in der Bevölkerung Widerstand gegen die Minenprojekte. Die Menschen befürchten schwere Umweltschäden, etwa durch die Rodung von mehr als 26.000 Hektar Waldfläche. Eldorado verspricht zwar, die Gebiete nach der Nutzung wieder aufzuforsten. Doch im September kam es bei Protesten gegen die Goldförderung in der nordgriechischen Region Halkidiki zu gewaltsamen Zusammenstößen mit der Polizei.
 

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Leserkommentare
  1. dafür keine europäischen Unternehmen finden konnten bleibt mir ein Rätsel.

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    Der griechische Staat nimmt den, der die besten Konditionen bietet. Wenn das ein europaeischer macht, ist er dabei. Im Uebrigen duerften so ziemlich alle Jobs in Griechenland angesiedelt sein. Also, wo ist das Problem (mal ganz abgesehen von Umweltbedenken etc. - nur um ihre Frage mal zu beantworten.) ?

  2. 2. [...]

    Entfernt. Bitte verfassen Sie sachliche Kommentare. Danke, die Redaktion/ls

    • hladik
    • 11. Oktober 2012 17:06 Uhr

    Die sollten lieber die (Gold-)Vorkommen abbauen!

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    Redaktion

    Liebe Kommentatoren,

    wir haben den Fehler korrigiert. Es heißt natürlich Gold-Vorkommen.

    Beste Dank für den Hinweis,
    Die Redaktion

  3. Zitat:

    .
    "... um enorme Vorkommnisse abzubauen ..."

    Redakteur gesucht, echte Deutschkenntnisse von Vorteil, aber offenbar keine Voraussetzung ...

  4. ...im heulen sind "wir" echt Weltmeisterlich, da hätte man die Griechen mal sinnvoll mit Investitionen unterstützen können, diese Rohstoffe hätten auch wir zusammen mit den Griechen abbauen können und die Umweltaspekte wären bei uns bestimmt in den besseren Händen gewesen.

    Aber ne lieber weiter heulen, uns Deutschen kann man nicht mehr helfen.

  5. diese Lager sind mit Sicherheit seit 2008 bekannt, als der Börsen-Angriff gegen Griechenland gelauncht wurde. Unsere Politikergegeneration hat es geschafft, Europa auf den Status einer zentralafrikanischen Rohstoffmine runterzuwirtschaften, mit den größten Goldvorkommen des Kontinents im Besitz von Australiern und Kanadiern, und einer einheimishcen, in Palästen verbarrikadierten Clique von Bokassas die 5% vom Erlös bekommen

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    würde ich einfach einmal empfehlen den Artikel zu lesen. Die Vorkommen sind seit langem bekannt, aber es war praktisch unmöglich eine Abbaulizenz zu erhalten, steht da.

    Wer ein wenig zwischen den Zeilen lesen kann, mag das auch so deuten, dass die geforderten Bestechungssummen zu hoch waren. Unabhängig davon war es keinem europäischen Unternehmen verwehrt sich um diese Lizenz zu bemühen.

  6. lieber Berlinkontakt
    das liegt daran das wir unsere Rohstoffkonzerne umgebaut haben und den poebel nach mallorca fliegen. Google doch mal nach Degusa und TUI.
    Du wirst erstaunt sein

  7. Redaktion

    Liebe Kommentatoren,

    wir haben den Fehler korrigiert. Es heißt natürlich Gold-Vorkommen.

    Beste Dank für den Hinweis,
    Die Redaktion

    Antwort auf "Vorkommnisse abbauen?"
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    als Resultat gescheiterter Integrationspolitik in Berlin Kreuzkölln wird man schon in bälde auf Sie zurückführen werden.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Bloomberg | Griechenland | Einstellung | Gold | Personal | Protest
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