Euro-Krise : EZB sieht keine weiteren Hilfen für Griechenland vor

Die Verhandlungen über das neue Sparpaket Griechenlands kommen voran. Doch die Europäische Zentralbank bleibt hart: Finanzielle Erleichterungen werde es nicht geben.

Die Europäische Zentralbank bleibt bei ihrer Linie: Es gebe keine Möglichkeit, Griechenland weiter entgegenzukommen, sagte EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen der Bild am Sonntag . Zuvor hatte der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras um finanzielle Erleichterungen gebeten.

"Wir können weder die Laufzeiten für griechische Anleihen verlängern noch die Zinsen senken. Beides wäre eine Form von Schuldenerlass und damit eine direkte Finanzierung des griechischen Staates. Das aber ist der EZB rechtlich nicht erlaubt", sagte Asmussen. Es sei auch "kein Selbstläufer", dass Griechenland im November die nächste Tranche der vereinbarten Hilfszahlungen erhält. Diese ist notwendig, um die Zahlungsunfähigkeit des Staats abzuwenden. Voraussetzung für die Auszahlung sei die Schließung des Haushaltslochs für 2013/2014 und die Durchführung umfangreicher Strukturreformen, sagte Asmussen.

Das hochverschuldete Griechenland erhält seit 2010 von der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds Hilfszahlungen, da es sich selbst nicht mehr an den Finanzmärkten unterhalten kann. Die Zahlungen unterliegen strengen Vorgaben der Geldgeber.

Derzeit prüfen Vertreter der Troika aus EU, EZB und IWF die Fortschritte der griechischen Regierung bei der Umsetzung der Spar- und Reformvorgaben . Ein positives Urteil der Troika ist die Bedingung für die Auszahlung der nächsten Hilfstranche.

Dabei kommen die Gespräche über das neue Sparpaket griechischen Medienberichten zufolge voran. Samaras und die Vertreter der internationalen Geldgeber stünden kurz vor einer Einigung – zumindest über die Sparmaßnahmen 2013. Mit knapp neun Milliarden Euro sollen sie den Löwenanteil des neuen Sparpakets von 14,5 Milliarden Euro ausmachen. Dieses Gesamtpaket muss von der Troika gebilligt werden, bevor sie die dringend benötigte Hilfstranche von 31,5 Milliarden Euro freigeben.

Erstmals in der Euro-Krise wird Bundeskanzlerin  Angela Merkel am Dienstag nach Athen reisen. Der Besuch bei Samaras stehe unter dem Eindruck der massiven Anpassungs- und Reformmaßnahmen, die Griechenland in den vergangenen Jahren geprägt hätten, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert .

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Kommentare

18 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren

Hilfe um jeden Preis

Es gilt immer der gleiche Ablauf: zuerst heißt es Giechenland hat die Sparauflagen nicht erfüllt - keine Hilfe". Dann ein Paar Wochen später: "Griechenland bekommt doch noch eine Chance". Und so geht es immer weiter. Jeder weiß, dass Merkel und Co. Griechenland UM JEDEN PREIS in dem Euro halten will. Koste es was es wolle. Davon sind die deutschen Steuerzahler die Leidtragenden.

Hat es einen gravierenden Personalwechsel bei der EZB gegeben?

Soviel ich informiert bin, arbeitet Weidmann doch bei der deutschen Bundesbank?

Ich dachte, die draghischen Rettungspiruetten würden nun demnächst einen höchstfrequenten Staatsanleihenhandel auslösen.

Und nun solch nüchterne Worte von Asmussen. Enttäuschend. Auch und gerade für Goldman-Sachs.

@4 - "Enttäuschend. Auch und gerade für Goldman-Sachs."

Man kann das gegenteil plausibler behaupten.

Weil zunächst, unerlaubt ist das was Samaras verlangt, da dürfte Herr Asmussen Recht behalten, aber auch der Ankauf von Staatsanleihen von den Banken durch die EZB, die 20-30-40% noch vom ursprünglichen Nominalwert besitzen ist eben auch noch immer rechtswidrig - unerlaubt. Trotz dem wird es gemacht, so erhalten die Banken den vollen Nominalwert für ihre real stark abgewertete Papiere. Dieses geld und dazu das Geld mit niedrigen Zinsen vom Schalter der EZB wird erneut unter extrem hohen Zinsen weiter geliehen. Warum sollten die "Goldmäner" und andere Banker etwas dagegen haben, wenn man noch weiß mit höheren Zinsen und Hilfezahlungen nach Krisenländer noch mehr in der Zukunft verdienen zu können?

Deswegen ist die Aussage Asmussens:

"Wir können weder die Laufzeiten für griechische Anleihen verlängern noch die Zinsen senken. Beides wäre eine Form von Schuldenerlass und damit eine direkte Finanzierung des griechischen Staates. Das aber ist der EZB rechtlich nicht erlaubt", ganz genau das und noch viel mehr was sie bei der Verschleppung Griechenlands in die €-Währungsunion beabsichtigt haben.

Nur die höhere Zinsen langfristig werden alle zahlen müssen, und genau verdankend Herrn Asmussen neben anderen Damen und Herren in der Nähe von "Goldmäner & Co.