Euro-Krise : Ölmilliarden sollen Griechenland retten

Das Euro-Krisenland sitzt auf milliardenschweren Öl- und Gasvorkommen. Nun will Athen sie erschließen, um Staatsschulden zu tilgen. Doch mit der Türkei droht Streit.

Riesige Öl- und Gasvorkommen vor den griechischen Küsten könnten langfristig das Krisenland in ein " Norwegen des Mittelmeeres" verwandeln. Griechenland verfüge "nach konservativen Schätzungen" über Öl- und Gasvorkommen im Wert von 300 Milliarden Euro, heißt es aus der Umgebung von Ministerpräsident Antonis Samaras.

Andere Schätzungen sind sogar noch optimistischer. Eine Studie der Geologen Antonis Foscolos, Elias Konofagos und Nikos Lygeros veranschlagt, dass der griechische Staat über die nächsten 25 Jahre mit der Ausbeutung von Öl- und Gasvorkommen umgerechnet rund 465 Milliarden Euro einnehmen könnte.

Der Wert der Rohstoffvorkommen entspricht damit fast den aktuellen Staatsschulden des kriselnden Euro-Mitglieds. Sie betragen in diesem Jahr rund 315 Milliarden Euro . Würde Griechenland die Reserven erschließen, könnte es unter anderem durch die Vergabe von Bohrlizenzen und Steuereinnahmen einen Teil der Schulden tilgen.

Die griechische Regierung forciert daher jetzt die Suche nach Öl und Erdgas. Noch vor Jahresende wird die norwegische Firma Petroleum Geo-Services im Auftrag der Athener Regierung mit seismischen Untersuchungen in griechischen Hoheitsgewässern beginnen. Gestützt auf diese Erkundungen, könnte die Regierung etwa Mitte 2014 erste Konzessionen zur Öl- und Gasexploration vergeben, sagt Energieminister Evangelos Livieratos.

Schon seit Anfang der achtziger Jahre wird in der nördlichen Ägäis vor der Hafenstadt Kavala Öl gefördert. Es deckt aber nur etwa fünf Prozent des griechischen Bedarfs. Inzwischen machen der gestiegene Ölpreis und neue Fördertechniken auch die Ausbeutung solcher Ölfelder lukrativ, die früher als uninteressant galten.

Milliarden für die Staatskasse

Bereits Ende dieses Jahres will die Regierung außerdem Lizenzen in Nordgriechenland, nahe der Stadt Ioannina, im Golf von Patras sowie vor der westgriechischen Hafenstadt Katakolon anbieten. Diese Gebiete sind bereits seismisch erforscht. Hier werden etwa 300 Millionen Fass Erdöl vermutet. Ihr Wert liegt aktuell bei rund 30 Milliarden Dollar. Davon könnte die Hälfte in die Staatskasse fließen, rechnet Giannis Maniatis vor. Der frühere Staatssekretär im Energieministerium gilt als einer der besten Kenner der Materie.

Wie viel Öl und Gas Griechenland wirklich besitzt, sollen die am Jahresende beginnenden Untersuchungen eines norwegischen Forschungsschiffes zeigen. "Ich erwarte, dass wir im Herbst 2013 ein erstes Bild haben werden", sagt Maniatis. Als besonders vielversprechend gelten die Seegebiete im ionischen Meer und südlich der Insel Kreta . Maniatis schätzt, dass die dort vermuteten Vorkommen dem griechischen Staat in den nächsten 20 bis 30 Jahren Einnahmen von etwa 150 Milliarden Dollar bringen könnten.

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Kommentare

45 Kommentare Seite 1 von 6 Kommentieren

Abwarten!

Zum wievielten Male wird diese griechische Rohstoff-Reichtums-Geschichte jetzt (von den Medien) hochgekocht?

Bisher ist das immer recht schnell wieder abgekühlt...

Verlässliche Angaben gab's bisher ja nicht.
Jetzt also eine norwegische Firma. Norwegen klingt ja erst mal seriös - aber vielleicht sollte man mal kontrollieren ob die Hauptaktionäre nicht Goldmann heißen. Oder Sachs...

es lebe der Durchschnitt !!!!

Informationen über Gas und Ölvorkommen in Griechenland gibt es schon seid sehr langer Zeit (mind. 20 Jahre). Der Streit mit der Türkei hat auch schon seid sehr langem auch diese Thematik zum Hintergrund. Um es richtig banal-verständlich auszudrücken: ""Griechenland" hat nichts verschwiegen".
Anders als fast jeder durchschnittlich informierte Mensch in Griechenland und der Türkei scheinen Sie einfach nichts in den Quellen gelesen zu haben über diese Thematik.... und sieht man sich die Überraschung vieler durchschnittlich-informierten-Zeit-leser in diesem Forum an stellt sich die Frage ob Ihnen in der Berichterstattung was "verschwiegen" wurde...oder ob sie nur Informationen "konsumieren" die in Ihr Weltbild passen :)
Dass das Thema übrigens jetzt vorangetrieben wird wo das Land in einer Tiefen Kriese steckt und die traditionell-überzeugt-Korrupten mit sehr viel Unterstützung von nicht nur Merkel-Sarkozy trotzdem eine Wiederwahl in Griechenland geschaft haben (vielen Dank auch) hat nichts mit Zufall zu tun.
Jeder Unternehmer ist sich bewusst das in Krisen vieles "ermöglicht" wird und ALLES BILLIG zu haben ist.
so lange Sie -und ähnlich-Verwunderte- nicht anfangen ein breiteres Spektrum von Quellen zu konsultieren und Ihre Ratio bemühen werden Sie Ihren Grad der Verwunderung nicht senken können.

ein Ort der so viele großartige Denker hervorgebracht hat versinkt im Mittelmaß.... so gesehen hat der "Durchschnittsdeutsche" sehr viel mit dem "Durchschnittshelenen" gemein ...

Eigenartig, daß die Griechen das bisher verschwiegen haben

Noch verwunderlicher, daß es alle gewußt haben und niemand
dies in die bisherigen Verhandlungen eingebracht hat.
Irgend etwas ist offensichtlich faul an der Rechnung.
Wahrscheinlich sind die möglichen Rohstofferträge bereits
verpfändet.
Wie blöd ist eigentlich die Troika, da wird seit drei
Jahren über Privatisierung von maroden Unternehmen gefeilscht und mögliche privatisiebare Ressouscen werden
nicht beachtet.
Wahrscheinlich nur wieder eine Schau der gr. Regierung um an die nächsten Kredite zu kommen.
Es lebe der Durchschnitt. Hoch leben die Experten.

Einfache Antwort..

Die Angeblichen Ressourcen oder Reserven... ?

die nicht wirklich bekannt sind, und mit glück vermutet werden sind ein nichts gemessen an den alten Feldern Giganten und Riesenfeldern, die in den Guten 60 Jahren des letzten Jahrhunderts zuletzt gefunden wurden..

Alle ergibigen , leicht zugänglichen Felder sind längst gefunden..

Eine Pfütze gemessen am Durst der Welt...

Wofür Expertenmeinungen

http://www.hurriyet.com.t...

http://www.welt.de/politi...

http://www.welt.de/politi...

http://www.alarabiya.net/...

http://world.time.com/201...

dafür sorgt die Türkei schon selber.

@Thema
Naja bezweifle mal, dass das Geld in die Taschen Griechenlands fliesst, und selbst wenn, 300 Mill sind ja nun wirklich Kleingeld, bei den Problemen in Gr. Wenn es dann zu den ersten Spills kommt, wird sich der Tourismus auch ges**** haben.
Alles keine rosigen Aussichten, und die Türkei wird sicherlich noch einige Überraschungen gut sein.