Pakistanischer Zulieferer : Kik zahlt eine Million Dollar wegen Brandkatastrophe

Das deutsche Unternehmen erklärt sich bereit, Hilfe für die Opfer des Brandes bei einem Zulieferer zu leisten. Die Zahlung fällt höher aus als kik das zunächst wollte.

Der deutsche Textildiscounter kik zahlt insgesamt eine Million Dollar wegen der Brandkatastrophe in einer Zulieferer-Fabrik in Pakistan . Durch das Feuer waren mindestens 289 Menschen zu Tode gekommen.

Einerseits werde eine Soforthilfezahlung in Höhe von 500.000 Dollar für die Opfer und Hinterbliebenen geleistet, teilte das Unternehmen aus Bönen mit. Zum anderen würden Maßnahmen für längerfristige Hilfen und zur Verbesserung des Brandschutzes finanziert.

Der pakistanische Gewerkschaftsvertreter Nasir Mansoor in Karachi sagte, seiner Vereinigung und der Nichtregierungsorganisation Clean Clothes sei es gelungen, das Unternehmen zur Aufstockung seiner Zahlungen zu bewegen. Seine Gewerkschaft habe gedroht, vor internationale Gerichte zu ziehen, sollte sich der deutsche Billiganbieter nicht zu seiner Verantwortung bekennen. In der Textilfabrik Ali Enterprises in Karachi, in der es im September gebrannt hatte, waren Jeans für das deutsche Unternehmen genäht worden.

Der Brand hatte unzureichende Brandschutzmaßnahmen in der Fabrik offenbart. So waren unter anderem die Fluchtwege versperrt. Die Regierung in Islamabad hat mehr als hundert Familien bereits 5.600 Euro gezahlt. Viele Hinterbliebene von Umgekommenen und verletzte Angestellte der Fabrik warten noch auf ihre Zahlung.
 

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Kommentare

2 Kommentare Kommentieren

Deal zwischen Not und Betriebswirtschaft

Ausgehend von den 289 im Artikel bezifferten Toten und ohne Berücksichtigung von mehr oder weniger Schwerverletzten sind 1 Mio-US$ exakt 3.460,21 US$ pro Kopf.
Dafür spart KiK die Kosten (und möglichen Strafen und negative Reputationsauswirkungen) der nun nicht stattfindenden Prozesse vor internationalen Gerichten.

Jede Motivation, dass sich die Arbeitsbedingungen bei Produzenten grundlegend ändern, wird für KiK (wie für andere) so schlicht durch einen Deal zwischen Not (Opfer) und Betriebswirtschaft (KiK) juristisch ausgehebelt.

Lächerlich!

Das Unternehmen macht mehr als anderthalben Millarden Umsatz pro Jahr. 1 Million, das ist ja beinahe Comedy und erinnert ein bisschen an Bhopal.
Dieses Unternehmen bricht doch seit Jahren grundlegende ehtische Werte (seien es Dumpinglöhne, Umweltverschmutzung oder die zweifelhafte Herkunft und Gesundheitsverträglichkeit der verkauften Waren).
Wäre eigentlich Zeit, dass man auch in Deutschland mal über juristische Schritte nachdenkt.