HerbstgutachtenUnternehmen stehen vor dürren Zeiten

Die deutsche Wirtschaft wächst, allerdings weniger als erhofft. Erst Mitte 2013, so die führenden Ökonomen in ihrem Herbstgutachten, ziehe die Konjunktur wieder an.

Ein Containerschiff im Hamburger Hafen

Ein Containerschiff im Hamburger Hafen

Die Schuldenkrise in Europa und die schwächelnde Weltkonjunktur dämpfen aus Sicht der führenden Forschungsinstitute in Deutschland das Wachstum der hiesigen Wirtschaft. Die Forscher halbierten ihre Prognose für das kommende Jahr und erwarten nun noch ein Plus von 1,0 Prozent. Im Frühjahr hatten die Institute für 2013 noch 2,0 Prozent Wachstum für möglich gehalten.

Auch für dieses Jahr senken die Forscher ihre Prognose: Wie sie in ihrem Herbstgutachten erläutern, werde das Bruttoinlandsprodukt, statt wie im April errechnet um 0,9 Prozent, nur noch um 0,8 Prozent wachsen. Der Aufschwung lasse zunächst auf sich warten und werde erst im Verlauf des kommenden Jahres wieder zu spüren sein.

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Selbst ihre nun gedämpfteren Vorhersagen für die deutsche Wirtschaft knüpften die Wirtschaftsforscher an die Bedingung, dass sich die Lage im Euro-Raum stabilisiert und dadurch die Zuversicht der Investoren zurückkommt. Diese Entwicklung sei aber "keineswegs gesichert", erklärten sie. Sollte sich die Euro-Krise weiter zuspitzen, würde auch die deutsche Wirtschaft getroffen. "Über den gesamten Prognosezeitraum gesehen überwiegen die Abwärtsrisiken, und die Gefahr ist groß, dass auch Deutschland in eine Rezession gerät", warnten die Ökonomen.

Kritisch beurteilen die Institute die Ankündigung der Europäischen Zentralbank, massiv Staatsanleihen von Krisenländern zu kaufen. "Damit steigt die Inflationsgefahr", heißt es im Gutachten. Auch werde eine stark restriktive Finanzpolitik die Nachfrage in den USA im kommenden Jahr dämpfen. In China dagegen sieht man ein Anziehen des Wachstums dank einer expansiven Konjunkturpolitik.

 
Leserkommentare
    • Chali
    • 11.10.2012 um 11:44 Uhr

    Das bringt uns doch weiter. Sehr informativ - danke.

    Eines verstehe ich allerdings nicht so ganz:
    "Auch werde eine stark restriktive Finanzpolitik die Nachfrage in den USA im kommenden Jahr dämpfen. In China dagegen sieht man ein Anziehen des Wachstums dank einer expansiven Konjunkturpolitik."

    Wir wissen doch nun alle, dass eine "stark restriktive Finanzpolitik" die beste "expansiven Konjunkturpolitik" ist? Deshalb machen wir doch den PIGS-Staaten Beine? Um blühende Landschaften zu schaffen?

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    der USA und anderer Länder deswegen expandieren; weil deren Bürger sich wegen der Restriktionen hinsichtlich staatlicher Investitionen und Ausgaben bei gleichzeitiger Einkommensstagnation oder Einbußen; vermehrt nur noch den chinesischen Billigschrott leisten können. Z.B. kommen bereits Über 80% aller Wal-Mart- Artikel aus China.

    der USA und anderer Länder deswegen expandieren; weil deren Bürger sich wegen der Restriktionen hinsichtlich staatlicher Investitionen und Ausgaben bei gleichzeitiger Einkommensstagnation oder Einbußen; vermehrt nur noch den chinesischen Billigschrott leisten können. Z.B. kommen bereits Über 80% aller Wal-Mart- Artikel aus China.

  1. .... schafft es China durch gezielte Investitionen in seine Absatzmärkte die eigene Konjunktur zu stützen, die Chinesen finanzieren so zum Teil eben selbst ihre Exporte, klappt nicht ewig aber schafft etwas Zeit....

  2. "Der Aufschwung lasse zunächst auf sich warten und werde erst im Verlauf des kommenden Jahres wieder zu spüren sein."

    Wetten. Vor den Bundestagwahlen im September wird der Aufschwung bestimmt herbeigeredet!

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  3. ...das Gutachten Nr. 874 der Herbstzeitlosen, das vollkommen daneben liegt - wenigstens in der Beziehung sind die verlässlich. Und wieso wird denn der Aufschwung dann 'wieder' spürbar?
    Wo isser denn jetzt, der Aufschwung? Das einzige, was ich im Aufschwingen sehe, sind die Preise für meinen alltäglichen Durchschnittseinkauf, sonst nichts.

    Wetten, daß es im Frühjahr dann wieder heißt 'mußten die Zahlen...blablabla...korrigiert werden, Experten hatten ein Wachstum/einen Rückgang von xy% erwartet.'
    Das haben Wirtschaftsjournalisten wahrscheinlich schon als Textbaustein auf ihrer Festplatte gespeichert, da muß dann nicht immer soviel tippen beim nächsten Gutachten.

    Das ist doch alles vollkommener Schwachsinn, wer glaubt denn dieses ganze Gesundbeten und Expertengefasel noch wirklich?

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    • Chali
    • 11.10.2012 um 12:39 Uhr

    Und wenn mich mal der Zweifel überkommt, wenn die Vernunft sich nicht mehr bezähmen lassen will, dann schaue ich nach oben auf dieser Seite und finde Trost und Hilfe und Zuversicht!

    Guck mal: Gerade erst 14 Tage her!

    "Konjunktur
    Deutschlands Boom voraus!

    Einem schwächeren Arbeitsmarkt und der Euro-Krise zum Trotz: Viele Experten sehen in Deutschland einen neuen Aufschwung kommen. Von Kolja Rudzio

    • Chali
    • 11.10.2012 um 12:39 Uhr

    Und wenn mich mal der Zweifel überkommt, wenn die Vernunft sich nicht mehr bezähmen lassen will, dann schaue ich nach oben auf dieser Seite und finde Trost und Hilfe und Zuversicht!

    Guck mal: Gerade erst 14 Tage her!

    "Konjunktur
    Deutschlands Boom voraus!

    Einem schwächeren Arbeitsmarkt und der Euro-Krise zum Trotz: Viele Experten sehen in Deutschland einen neuen Aufschwung kommen. Von Kolja Rudzio

    • Chali
    • 11.10.2012 um 12:39 Uhr

    Und wenn mich mal der Zweifel überkommt, wenn die Vernunft sich nicht mehr bezähmen lassen will, dann schaue ich nach oben auf dieser Seite und finde Trost und Hilfe und Zuversicht!

    Guck mal: Gerade erst 14 Tage her!

    "Konjunktur
    Deutschlands Boom voraus!

    Einem schwächeren Arbeitsmarkt und der Euro-Krise zum Trotz: Viele Experten sehen in Deutschland einen neuen Aufschwung kommen. Von Kolja Rudzio

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    Antwort auf "Das wäre dann wohl..."
  4. Mir gefällt unser derzeitiges Wirtschaftssystem nicht. Es begünstigt wenige und schadet vielen.
    Ich fänd es ganz nett wenn die Wirtschaft um 10% einbricht. Dann kann sie die nächsten 5-10 Jahre wieder jährlich um 1-2% wachen und dann freuen sich alle.
    Manchmal muss es abwärts gehen damit es wieder aufwärts geht.

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    Wenn ich den Maschinenbau zum *Vorbild* nehme, so hat diese Branche zu den Zahlen von 2008 NOCH NICHT wieder aufgeschlossen bzw. nur knapp.

    Grund zur Freude besteht bei einem Einbruch der Wirtschaft auf gar keinen Fall...

    Wenn ich den Maschinenbau zum *Vorbild* nehme, so hat diese Branche zu den Zahlen von 2008 NOCH NICHT wieder aufgeschlossen bzw. nur knapp.

    Grund zur Freude besteht bei einem Einbruch der Wirtschaft auf gar keinen Fall...

  5. Entschuldigung für die Überschrift, aber da gehen doch die Gäule mit mir durch. Wenn Unternehmen im nächsten Jahr 1% mehr(!) verkaufen als in diesem Jahr, dann sind das nicht "dürre Zeiten".

    Ein bisschen weniger Skandalisierung wäre echt hilfreich.

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  6. der USA und anderer Länder deswegen expandieren; weil deren Bürger sich wegen der Restriktionen hinsichtlich staatlicher Investitionen und Ausgaben bei gleichzeitiger Einkommensstagnation oder Einbußen; vermehrt nur noch den chinesischen Billigschrott leisten können. Z.B. kommen bereits Über 80% aller Wal-Mart- Artikel aus China.

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