Libor-ZinsmanipulationUS-Hausbauer klagen massenhaft gegen hohe Zinsen

In den USA organisieren sich Geschädigte: Wegen überhöhter Zinsen ziehen Kreditnehmer nun gemeinsam gegen Banken vor Gericht. Milliardenstrafen sind wahrscheinlich. von dpa

Zum Verkauf stehendes Wohnhaus in den USA (Bild vom August 2012)

Zum Verkauf stehendes Wohnhaus in den USA (Bild vom August 2012)  |  © Jonathan Ernst /Reuters

Die am Skandal um den Libor-Zinssatz beteiligten Banken sehen sich einem Zeitungsbericht zufolge mit der ersten Sammelklage konfrontiert. Wie die Financial Times berichtete , haben US-Hausbesitzer in New York eine Sammelklage gegen zwölf der größten beteiligten Banken eingereicht. Darunter seien die britische Barclays , die Bank of America sowie UBS .

Die Zahl der Kläger könnte nach Angaben eines Anwalts bis zu 100.000 erreichen, hieß es weiter. Sie ziehen unter anderem deshalb vor Gericht, weil sich viele mit dem Hausbau finanziell überfordert haben. Hunderttausende blieben insbesondere den Banken Zins und Tilgung schuldig, viele Häuser landeten bei Versteigerungen. Damit lösten die Kreditnehmer 2008 die Finanzkrise aus, da viele Institute die Einnahmeausfälle nicht verkrafteten.

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Die Hausbesitzer werfen den Banken vor, dass sie wegen der Manipulationen am Libor-Zinssatz in den Jahren 2000 bis 2009 mehr Geld für ihre variablen Hypothekenzinsen aufbringen mussten, als ohne Manipulationen notwendig gewesen wäre. Der Zinssatz ist Basis für Kredite, Wertpapiere oder Kontrakte und beeinflusst Finanzwerte von 350 Billionen Dollar weltweit. Hausbesitzer, Kreditkarteninhaber, Sparer – sie alle hängen vom Libor ab.

Strafe akzeptiert

Weltweit ermitteln Behörden gegen mindestens 16 Geldhäuser, die über Jahre den Libor manipuliert haben sollen, um höhere Gewinne zu erzielen. Vor einem Bundesgericht in New York waren schon vor Monaten mehrere Einzelklagen zu einer Sammelklage zusammengefasst worden, unter den Klägern befindet sich auch eine Investmentfirma der Frankfurter Privatbank Metzler.

Nach Berechnungen der Bank Morgan Stanley könnten aber allein auf die Deutsche Bank im Zuge des Skandals in den kommenden zwei Jahren Gesamtkosten von mehr als einer Milliarde Dollar zukommen. Die britische Barclays akzeptierte Ende Juni eine Strafe von 290 Millionen Pfund (370 Millionen Euro), Vorstandschef Bob Diamond trat zurück. Nun soll das System vollständig neu organisiert werden.

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Leserkommentare
  1. damit wir dann wieder genügend Geld haben, um die Banken zu retten, die durch die Klagenflut in Schieflage geraten... . Hmmm, schade, dass ich vorher geguckt habe, ob ich mir einen Hausbau leisten kann.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Barclays | Deutsche Bank | Bank of America | Behörde | Bundesgericht | Dollar
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