Energiepolitik: Litauer könnten umstrittenes Kernkraftwerk stoppen
Fünf Milliarden Euro soll es kosten, ein japanischer Konzern soll es bauen: Bei der Parlamentswahl stimmt Litauen auch über ein neues Kernkraftwerk ab.
Litauen ist ein kleines Land. Entsprechend klein ist der Maßstab politischer Protestaktionen. Die Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace schafften es in der vergangenen Woche nur auf eine Fußgängerbrücke in der Hauptstadt Vilnius. Dort seilten sie sich ab und befestigten ein Plakat mit der Aufschrift: "Atomkraft ist gefährlich – stimmt mit Nein!" Die Passanten ließ das Spektakel weitgehend kalt.
Dabei geht es aus Sicht der Umweltschützer an diesem Sonntag um viel. Litauen entscheidet nicht nur über die Zusammensetzung des Parlaments, sondern auch über ein Referendum zur Zukunft der Atomenergie. 2009 musste das EU-Land auf Druck aus Brüssel das Risiko-AKW Ignalina vom Typ Tschernobyl stilllegen. Nun will die Regierung trotz der Katastrophe von Fukushima ein neues Kernkraftwerk errichten lassen – ausgerechnet von einem japanischen Konzern. Es soll in Visaginas, im Nordosten des Landes entstehen.
Tomas Tomilinas hält das für "Irrsinn". Der 30-Jährige kandidiert bei der Parlamentswahl für die Grüne Bauernpartei. Seine Chancen stehen nicht gut. Wichtiger ist für den Umweltaktivisten aber ohnehin das Atomkraft-Referendum. Er hat die Abstimmung mit auf den Weg gebracht. Vom erwarteten Regierungswechsel verspricht er sich nicht viel.
Die Politikmüdigkeit ist groß
Den Prognosen zufolge werden die Sozialdemokraten die konservativ-liberale Koalition von Ministerpräsident Andrius Kubilius ablösen. "Aber die Atomlobby hat in allen großen Parteien starken Einfluss", sagt Tomilinas. Er hofft auf die Stimme des Volkes. Doch was die sagen wird, ist völlig offen.
Eine knappe Mehrheit der Litauer spricht sich in Umfragen gegen den AKW-Bau in Visaginas aus. Aber auch ein solches Votum würde nur reichen, wenn mindestens die Hälfte der Wahlberechtigten ihre Stimme abgibt. Das ist angesichts einer verbreiteten Politikmüdigkeit eher unwahrscheinlich. Fünf Stunden vor Schließung der Wahllokale hatte nach Angaben der Wahlkommission gut ein Viertel der knapp 2,6 Millionen Stimmberechtigten gewählt. Zugleich ist das Referendum nicht bindend. Das Parlament kann sich über die Entscheidung der Bürger hinwegsetzen.
Geplante AKW-Bauten in Osteuropa
Der Fall Litauen steht beispielhaft für die Atompolitik in Osteuropa. Die baltische Republik ist bei Weitem nicht der einzige Staat in der Region, der auf die Kernkraft setzt und damit in deutlichem Gegensatz zu den ausstiegswilligen Deutschen steht. Polen hat im vergangenen Jahr entschieden, bis 2020 ein erstes eigenes AKW zu bauen. Ein zweiter Reaktorblock ist geplant.
Doch damit nicht genug: Weißrusslands Diktator Alexander Lukaschenko lässt in unmittelbarer Grenznähe zu Litauen bis 2018 zwei nicht getestete Risikoreaktoren errichten. Russland baut ein AKW in der Exklave Kaliningrad. Tschechen und Slowaken erweitern ihre umstrittenen Kraftwerke in Temelin und Mochovce. Ungarn und Rumänien haben den AKW-Ausbau aus Geldmangel nur vorübergehend gestoppt.




"Mehr noch: Es wäre ein Fingerzeig, dass weitere AKW-Bauten im Osten der EU folgen könnten – aus Überzeugung, weil es Volkes Wille ist. Dies aber wäre ein GAU für die Atomaussteiger im Westen."
Es ist kein GAU, wenn nicht alle Länder auf der Erde machen, was wir mehrheitlich für richtig befinden. Es ist ihr gutes Recht.
Abgesehen, dass das KKW mit 5 Milliarden Euro viel zu teuer - selbst bei 100% Sicherheit - kann es uns relativ egal sein, weil wir weit genug weg sind, falls das Undenkbare geschieht.
Ich wünsche es ihnen ja nicht, aber mit unserer Ausstiegsentscheidung (egal ob richtig oder nicht) hat das rein gar nichts zu tun.
Das Argument, dass wenn Frankreich, Tschechien, Polen oder andere Länder (angeblich) neue AKWs bauen oder alte weiterlaufen lassen, die Energiewende in Deutschland ad absurdum führen würde, konnte mir noch nie jemand begründen.
Denn wenn ein AKW hoch geht macht es einen verdammt großen Unterschied (aus deutscher Sicht) ob das AKW neben einer deutschen Großstadt steht oder an der Grenze bzw 5000 km entfernt in die Luft fliegt.
Oder aber wir sind die Verrückten und das ist wohl eher das wahrscheinlichste Szenario. Übrigens fehlen etliche AKW´s auf der Karte.
http://de.statista.com/st...
...wieso gleich wieder "verrückt", statt sachlich festzustellen:
a) wenn die Litauer es aber so wollen!
b) an der Ostsee gibt's doch keine Erdbeben!
c) an der Ostee gibt's keinen Tsunami!
d) die Erfahrung mit AKW's will wohl keiner den Japanern ernsthaft absprechen.
Also, was spräche sachlich dagegen?
...wieso gleich wieder "verrückt", statt sachlich festzustellen:
a) wenn die Litauer es aber so wollen!
b) an der Ostsee gibt's doch keine Erdbeben!
c) an der Ostee gibt's keinen Tsunami!
d) die Erfahrung mit AKW's will wohl keiner den Japanern ernsthaft absprechen.
Also, was spräche sachlich dagegen?
Der japanische Konzern darf sicher auch auf eine paar Millionen aus dem EU-Fördertopf hoffen,vermutlich findet sich dann auch ein Schild am Zaun, auf dem zu lesen ist "Dieses Projekt wird von der Europäischen Union gefördert."
Dumm, dass sich die Litauer die Japaner ausgesucht haben.
Da dürfte sich die EU mit Förderungen etwas zurückhalten.
Bei Siemens hätte es bei der Entfernung zu Berlin bestimmt sogar wieder Hermesbürgschaften gegeben.
Dumm, dass sich die Litauer die Japaner ausgesucht haben.
Da dürfte sich die EU mit Förderungen etwas zurückhalten.
Bei Siemens hätte es bei der Entfernung zu Berlin bestimmt sogar wieder Hermesbürgschaften gegeben.
Dumm, dass sich die Litauer die Japaner ausgesucht haben.
Da dürfte sich die EU mit Förderungen etwas zurückhalten.
Bei Siemens hätte es bei der Entfernung zu Berlin bestimmt sogar wieder Hermesbürgschaften gegeben.
Geht man von einem Jahresbedarf von ca 20 TWh in Litauen aus, dann könnte ein 1GW- KKW rund 8 TWh, also ca 40% des Strombedarfs decken.
Wenn man damit 8 TWh Stromproduktion aus Gas, bzw. Stromlieferung aus Russland substituiert, ergibt sich ein jährlicher Importvorteil von rund 480 Mio.
Die Wertschöpfung der Stromproduktion des KKW verbliebe im Land.
Bei Baukosten von rund 5 Mia EUR hätte sich das KKW in zehn bis zwanzig Jahren volkswirtschaftlich amortisiert.
Aus ökonomischer Sicht kann man den Litauern also durchaus raten das geplante KKW zu bauen.
Der Operation Factor bei dem Typ ist beim besten der vier bei 72%, beim schlechtesten bei 44%.
Dafür hat das KKW auch 1,3 GW und nicht nur 1 GW, also das gleicht so ungefähr aus.
Was man nicht vergessen darf: Die Finanzierungskosten für jahrelange Bauzeit sind da in aller Regel nicht enthalten. Da kommen nochmal 1-2 Mrd € obendrauf.
Ein KKW funktioniert auch nicht umsonst wenn es mal gebaut ist. Brennstoff, Personal, Versicherung, Transport des Atommülls, Endlagerung des Atommülls, Wartungsarbeiten, Absicherung gegen Terroristen und der größte Brocken - die Zinszahlungen für die Investition - ... all das kostet viel Geld (alleine schon >3 ct/kWh für Zinsen). Nach dem Bau ist die kWh auch nicht umsonst und am Ende muss man das Ding auch für 1-2 Mrd Euro wieder abreißen.
Ach und ähnlich wie bei anderen Großprojekten (S21) wird der Bau in aller Regel teurer als vorher angenommmen, siehe KKW in Finnland.
Also rechne mal lieber 10 Mrd plus Nebenkosten >5ct/kWh plus Ewigkeitskosten und Risiko.
Der Operation Factor bei dem Typ ist beim besten der vier bei 72%, beim schlechtesten bei 44%.
Dafür hat das KKW auch 1,3 GW und nicht nur 1 GW, also das gleicht so ungefähr aus.
Was man nicht vergessen darf: Die Finanzierungskosten für jahrelange Bauzeit sind da in aller Regel nicht enthalten. Da kommen nochmal 1-2 Mrd € obendrauf.
Ein KKW funktioniert auch nicht umsonst wenn es mal gebaut ist. Brennstoff, Personal, Versicherung, Transport des Atommülls, Endlagerung des Atommülls, Wartungsarbeiten, Absicherung gegen Terroristen und der größte Brocken - die Zinszahlungen für die Investition - ... all das kostet viel Geld (alleine schon >3 ct/kWh für Zinsen). Nach dem Bau ist die kWh auch nicht umsonst und am Ende muss man das Ding auch für 1-2 Mrd Euro wieder abreißen.
Ach und ähnlich wie bei anderen Großprojekten (S21) wird der Bau in aller Regel teurer als vorher angenommmen, siehe KKW in Finnland.
Also rechne mal lieber 10 Mrd plus Nebenkosten >5ct/kWh plus Ewigkeitskosten und Risiko.
...wieso gleich wieder "verrückt", statt sachlich festzustellen:
a) wenn die Litauer es aber so wollen!
b) an der Ostsee gibt's doch keine Erdbeben!
c) an der Ostee gibt's keinen Tsunami!
d) die Erfahrung mit AKW's will wohl keiner den Japanern ernsthaft absprechen.
Also, was spräche sachlich dagegen?
ebenfalls zu Atomkatastrophen gekommen ist, obwohl es dort keine Erdbeben und Tsunamis gibt bzw. solche für die dortigen Ereignisse, wobei das in Harrisburg noch halbwegs unter Kontrolle gehalten werden konnte, eben weder ein Erdbeben noch ein Tsunami hinreichend oder gar notwendige Bedingung waren.
NEIN: Die Kernenergie hat ein imenses Risikopotential, zumal wenn massive monetäre Interessen (= Ziel der hohen Rendite) beim Stromproduzenten eine wichtige Rolle spielen. Hinzu kommt, dass auch und erst recht für ein kleines Land wie Litauen die Endlagerfrage keinesfalls geklärt ist und diese "Folgekosten" mit Sicherheit noch nicht angemessen mitkalkuliert sind. Daher scheint das Volk, das wohl in der Abstimmung den Bau doch recht deutlich ablehnt, recht weise zu sein. Auch die möglichen künftigen Koalitionäre äußern sich recht kritisch; das gibt Anlass zur Hoffnung auf Vernunft.
Was den Importvorteil/das Wertschöpfungsargument angeht, so steht noch nirgends geschrieben, dass Litauen nicht andere Energie im Binnenland erzeugen kann oder soll. Ein unabänderliche Festschreibung der hohen Importquote aus Russland besteht nicht, zumal auch das Uran etwa aus den USA importiert werden müsste.
CHILLY
ebenfalls zu Atomkatastrophen gekommen ist, obwohl es dort keine Erdbeben und Tsunamis gibt bzw. solche für die dortigen Ereignisse, wobei das in Harrisburg noch halbwegs unter Kontrolle gehalten werden konnte, eben weder ein Erdbeben noch ein Tsunami hinreichend oder gar notwendige Bedingung waren.
NEIN: Die Kernenergie hat ein imenses Risikopotential, zumal wenn massive monetäre Interessen (= Ziel der hohen Rendite) beim Stromproduzenten eine wichtige Rolle spielen. Hinzu kommt, dass auch und erst recht für ein kleines Land wie Litauen die Endlagerfrage keinesfalls geklärt ist und diese "Folgekosten" mit Sicherheit noch nicht angemessen mitkalkuliert sind. Daher scheint das Volk, das wohl in der Abstimmung den Bau doch recht deutlich ablehnt, recht weise zu sein. Auch die möglichen künftigen Koalitionäre äußern sich recht kritisch; das gibt Anlass zur Hoffnung auf Vernunft.
Was den Importvorteil/das Wertschöpfungsargument angeht, so steht noch nirgends geschrieben, dass Litauen nicht andere Energie im Binnenland erzeugen kann oder soll. Ein unabänderliche Festschreibung der hohen Importquote aus Russland besteht nicht, zumal auch das Uran etwa aus den USA importiert werden müsste.
CHILLY
Der Operation Factor bei dem Typ ist beim besten der vier bei 72%, beim schlechtesten bei 44%.
Dafür hat das KKW auch 1,3 GW und nicht nur 1 GW, also das gleicht so ungefähr aus.
Was man nicht vergessen darf: Die Finanzierungskosten für jahrelange Bauzeit sind da in aller Regel nicht enthalten. Da kommen nochmal 1-2 Mrd € obendrauf.
Ein KKW funktioniert auch nicht umsonst wenn es mal gebaut ist. Brennstoff, Personal, Versicherung, Transport des Atommülls, Endlagerung des Atommülls, Wartungsarbeiten, Absicherung gegen Terroristen und der größte Brocken - die Zinszahlungen für die Investition - ... all das kostet viel Geld (alleine schon >3 ct/kWh für Zinsen). Nach dem Bau ist die kWh auch nicht umsonst und am Ende muss man das Ding auch für 1-2 Mrd Euro wieder abreißen.
Ach und ähnlich wie bei anderen Großprojekten (S21) wird der Bau in aller Regel teurer als vorher angenommmen, siehe KKW in Finnland.
Also rechne mal lieber 10 Mrd plus Nebenkosten >5ct/kWh plus Ewigkeitskosten und Risiko.
Zunächst einmal: Zins und Abschreibung sind Teil der Kapitalkosten - und nicht der Investition.
Wenn Sie die Investitionskosten auf plus 2 Mia = 7 Mia EUR heraufsetzen und eine Abschreibung über 40 Jahre Betriebsdauer ansetzen dann kommen Sie ( bei 3% Zins, 1.3% Tilgung ) auf jährliche Kapitalkosten von 300 Mio EUR.
Dem gegenüber steht eine Importeinsparung von 480 Mio EUR.
Rechnen Sie dann noch 80 Mio EUR Brennstoff- und Betriebskosten/a hinzu, wenn Sie möchten.
Auf 40 Jahre, - gleichbleidende Erdgaspreise vorausgesetzt - bleibt ein volkswirtschaftlicher Nettogewinn von rund 100 Mio EUR pro Jahr.
= 33 EUR Gewinn pro Kopf und Jahr für den litauiwschen Bürger.
Im Vergleich:
Der deutsche Bundesbürger zahlt für sein Schutzgeld gegen Atomangst ( = EEG ) derzeit jährlich 170 EUR Ökoprämie* pro Kopf*.
*( Differenz EE-Einspeisevergütung zum Markterlös 2010 = 14 Mia EUR / 80 Mio Bundesbürger = 170 EUR pro Kopf)
mfG
Felefon
Zunächst einmal: Zins und Abschreibung sind Teil der Kapitalkosten - und nicht der Investition.
Wenn Sie die Investitionskosten auf plus 2 Mia = 7 Mia EUR heraufsetzen und eine Abschreibung über 40 Jahre Betriebsdauer ansetzen dann kommen Sie ( bei 3% Zins, 1.3% Tilgung ) auf jährliche Kapitalkosten von 300 Mio EUR.
Dem gegenüber steht eine Importeinsparung von 480 Mio EUR.
Rechnen Sie dann noch 80 Mio EUR Brennstoff- und Betriebskosten/a hinzu, wenn Sie möchten.
Auf 40 Jahre, - gleichbleidende Erdgaspreise vorausgesetzt - bleibt ein volkswirtschaftlicher Nettogewinn von rund 100 Mio EUR pro Jahr.
= 33 EUR Gewinn pro Kopf und Jahr für den litauiwschen Bürger.
Im Vergleich:
Der deutsche Bundesbürger zahlt für sein Schutzgeld gegen Atomangst ( = EEG ) derzeit jährlich 170 EUR Ökoprämie* pro Kopf*.
*( Differenz EE-Einspeisevergütung zum Markterlös 2010 = 14 Mia EUR / 80 Mio Bundesbürger = 170 EUR pro Kopf)
mfG
Felefon
Wie viel Geld mag da wohl wem in die Tasche geflossen sein bei der „Entscheidungsfindung“ ? Alle anderen Gründe sind wohl ernsthaft als Verrückt zu bezeichnen. Eine Ökonomische Fehlentscheidung ist es auf jedenfall, und Ökologisch einfach nur böse. So Dumm kann man ja wohl nicht sein.
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