Energie-Umlage : Öko-Stromverband gibt Regierung Schuld an höheren Preisen

Die Ökostromumlage steigt stärker als nötig, sagt der Bundesverband Erneuerbare Energien. Zu viele Unternehmen zahlten die Mehrkosten nicht – auf Kosten der Verbraucher.

Die höhere Ökostromumlage geht nach Auffassung des Bundesverbandes Erneuerbare Energien (BEE) vor allem auf mehr Industrieförderung und den Ausgleich gesunkener Börsenpreise für Strom zurück. "Die Umlage steigt im kommenden Jahr stärker als nötig", sagte BEE-Präsident Dietmar Schütz.

Daran sei nicht in erster Linie der Ausbau der erneuerbaren Energien schuld. Die Politik habe "die Umlage mit immer neuen Zusatzkosten aufgebläht", sagte Schütz. Zudem würden preissenkende Effekte der Erneuerbaren nicht an Privatkunden weitergegeben.

Die Verbraucher in Deutschland müssen im kommenden Jahr deutlich mehr für Strom zahlen. Die gesetzliche Ökostromumlage steigt auf rund 5,3 Cent je Kilowattstunde von bisher etwa 3,6 Cent. Ökologisch erzeugte Energie wird den Produzenten zu garantierten Preisen abgenommen, die über den Markttarifen liegen. Die Differenz wird über die EEG-Umlage von den Verbrauchern bezahlt.

Verband kritisiert zu starke Industrieförderung

Die reinen Kosten der Förderung von Ökostrom machten im kommenden Jahr "nicht einmal die Hälfte der Umlage" aus, betonte Schütz. Der Rest diene der Industrieförderung, der Kompensation sinkender Strompreise an der Börse und dem Ausgleich zu geringer Einnahmen aus der Umlage in diesem Jahr.

Die Erneuerbaren hätten an der Strombörse für sinkende Preise gesorgt. Bei einer Weitergabe der Preissenkungen an die Privatkunden "läge der aktuelle Strompreis um rund 2 Cent pro Kilowattstunde niedriger", sagte Schütz. "Der kommende Anstieg der Umlage wäre damit mehr als ausgeglichen", fügte er hinzu.

Umweltminister Peter Altmaier verteidigte den Anstieg der Umlage. Er sei in dieser Höhe sei nicht absehbar gewesen, da der Ausbau von Ökostrom-Anlagen in den vergangenen zwei Jahren deutlicher gewachsen sei als erwartet, sagte der CDU-Politiker. Die Energiewende sei aber "nicht zum Nulltarif" zu haben, bekräftigte er.

Altmaier kündigte an, die Entlastungen für einige Unternehmen beim Strompreis überprüfen zu wollen. Grundsätzlich halte er die Entlastungen bei der EEG-Umlage sowie bei Netzentgelten aber für sinnvoll, da es um Arbeitsplätze gehe.

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Kommentare

47 Kommentare Seite 1 von 7 Kommentieren

Erneuerbare ökonmisch von Vorteil

Wer Solarstrom vom eigenen Dach bezieht, bezahlt umgerechnet weniger als 16 Cent pro Kwh. Würde man den erzeugten Strom verkaufen, muss man vom Energieversorger meist mehr als 21 Cent pro Kwh bezahlen.

Die derzeitige Bundesregierung jedoch subventioniert auf Kosten der Steuerzahler veraltete Konzepte und Geschäftsmodelle. Durch lokale Versorgungskonzepte und Vernetzung im direkten Umfeld ist unsere Stromversorgung besser gewährleistet als durch einen Kampf um die immer knapper werdenden Resourchen an Öl und Uran.

Schwarz-Gelb täuscht die Bürger und melkt die Steuerzahler schlimmer als es jede andere Regierungskoalition bisher getan hat.

Zwanghafte Dezentralisierung (lokale Versorgungskonzepte)

Jemand der Solarstrom vom eigenen Dach bezieht ist trotzdem angewiesen auf das Energienetz der großen Versorger, denn er möchte immer Strom haben und seinen Bedarf nicht vom Wetter abhängig machen. Die Energieversorgung ist eben nicht durch lokale Versorgungskonzepte gesichert. Maos "Großer Sprung nach Vorne" war ein zwanghafter Versuch die Schwerindustrie zu dezentralisieren und ist gründlich schiefgelaufen. Durch den "Großen Sprung nach Vorne" sind etwa genauso viele Menschen umgekommen, wie bei der Professionalisierung des Mordens (Holocaust) in Europa.

Große Teile der Grünen beten anscheinend Mao heute noch an und propagieren dessen Visionen, die aber erwiesenermaßen in der Praxis nichts taugen.

250 Jahre alte Theorie

Die Theorie, daß Erdöl ein ein fossiler Brennstoff sei ist älter als 250 Jahre, bewiesen wurde diese Theorie nie.
Immerhin läst sich mit der Aussage: "Öl wird knapp" der Ölpreis hoch halten, und es lassen sich Dinge erfinden die es ohne eine Ölknappheit nie geben würde.
Ich vermure mal, daß man auch in 200 Jahren von einer Ölverknappung reden wird,obwohl es nach heutigem wissenschaftlichen Stand dann schon 150 Jahre kein Öl mehr geben dürfte.

Stimme dem zu

Zum Thema gab es übrigens vor ein paar Wochen in der Druckausgabe der ZEIT eine sehr ausführliche Titelgeschichte, welche die Strompreisbildung und den hinter den Preiserhöhungen wirkenden Mechanismus beschrieb. Da fanden sich einige der verständlichsten und gleichzeitig sachlichsten Artikel zum Thema, die ich gelesen habe. Schade, dass eineinhalb Monate später immer noch die "Strompreislüge" von den teuren erneuerbaren Energien verbreitet wird.