DrogenkartelleDer Raubzug nach mexikanischem Öl

Lukrativ wie der Drogenhandel: Die Journalistin Ana Lilia Pérez deckt auf, wie Mexikos Drogenkartelle den staatlichen Ölkonzern plündern – bis heute. von 

Bohrplattformen der mexikanischen Ölgesellschaft Pemex im Golf von Mexiko (Archivbild)

Bohrplattformen der mexikanischen Ölgesellschaft Pemex im Golf von Mexiko (Archivbild)  |  © Alfredo Estrella/AFP/Getty Images

Das Radio von Ana Lilia Pérez bringt schon seit Langem keine guten Nachrichten mehr. Der Sprecher des Senders berichtet aus Mexiko , ihrem Heimatland, er spricht von Toten, verstümmelt zur Schau gestellt, von Massengräbern und Schießereien. Pérez lebt  seit vier Monaten in Hamburg , aber noch immer will sie wissen, was zu Hause vor sich geht. "Vielleicht ist das ein bisschen masochistisch", sagt sie. Gewalt sei in ihrem Land einfach allgegenwärtig . "Es ist schlimm, aber wir haben uns fast daran gewöhnt."

Pérez, 36 Jahre alt , ist nach Hamburg gezogen, weil sie in Mexiko um ihr Leben fürchtet. Sie wurde bedroht und beschattet, musste eine kugelsichere Weste tragen, eine Zeit lang wurde sie von Leibwächtern beschützt. Die Journalistin hat aufgedeckt, wie die Drogenkartelle in ihrem Land den staatlichen Erdölgiganten Pemex ausgeplündert haben, vor allem während der Amtszeit der Präsidenten Vicente Fox (2000 bis 2006) und Felipe Calderón (2006 bis 2012). Oft waren mächtige Politiker eingeweiht und profitierten. Pérez glaubt, dass sich auch unter dem neuen Präsidenten Enrique Peña Nieto wenig ändern wird.

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In ihrem Buch El cártel negro (Das schwarze Kartell) zeichnet sie die Verbindungen zwischen organisierter Kriminalität, Pemex-Funktionären und Politikern nach. Pemex ist ein Staatskonzern, Öl und Erdgas gehören also eigentlich den Bürgern des Landes – und Mexiko ist eines der größten Ölförderländer der Welt. Dennoch profitiert vor allem die Drogenmafia von den Ölressourcen, sagt Pérez. "Die Branche bringt so gute Profite ein wie der Drogenhandel." Ihr zufolge sind praktisch alle Drogenkartelle am Raubzug beteiligt.

Millionen Dollar für nicht existente Firmen

Die Journalistin beschreibt im Detail, wie der große Erdölraub funktioniert. Sie zeichnet etwa nach, wie Pemex über Ausschreibungen Aufträge an ein Geflecht aus rund 20 Scheinfirmen vergab. Ein großer Teil der Unternehmen existierte gar nicht – dennoch wurden sie von Pemex-Funktionären beauftragt, Fahrzeuge, Maschinen, Bohrgeräte und Bohrlöcher in Schuss zu halten. Die Ölmanager bezahlten Rechnungen in Millionen-Dollar-Höhe für Leistungen, die offenbar nie erbracht worden waren. Gestützt wurde das illegale Netzwerk von Notaren, die gefälschte Dokumente als echt beglaubigten, und Politikern in hohen Ämtern, die ihre schützende Hand über die Beteiligten hielten.

Manchmal wurden auch seriöse Unternehmen von der Drogenmafia gekapert. Im Bundesstaat Tamaulipas in Nordmexiko, wo Pérez zufolge im Jahr 2009 eine Zelle des Zeta-Kartells aufflog, die aus Pemex-Angestellten und Auftragnehmern bestand. "Ihre Tätigkeit bestand darin, Unternehmer zu entführen und zu erpressen, um ihnen ihre Firmen zu nehmen." Auch ein Anwalt sei unter den Kriminellen gewesen.

Kooperation oder Tod

Andernorts zapften die Kartelle Pipelines an, häufig ebenfalls unter der Mithilfe von Pemex-Angestellten oder Auftragnehmern. Das "Melken" der Rohrleitungen sei schon vorgekommen, bevor die Drogenmafia ins Geschäft einstieg, schreibt Pérez. Aber als die Bosse das Feld besetzten, hatten die Kleinkriminellen, die auf eigene Rechnung arbeiteten, keine Chance mehr. Entweder sie kooperierten, oder sie wurden aus dem Weg geräumt.

Am spektakulärsten sind wohl die Fälle, in denen die Kartelle ganze Bohrplattformen vor der mexikanischen Küste abräumten – obwohl diese eigentlich durch einen militärischen Überwachungsring, Schiffspatrouillen und Kontrollflüge geschützt sein sollten. Die Mafia-Kommandos stahlen Türen, Kabel, Batterien und Kontrollpanels; Lichter, Alarmanlagen und Rohrleitungen, die kompletten Bohrvorrichtungen und sogar einen 20 Tonnen schweren Hubschrauberlandeplatz. "So kam es, dass ausgerechnet während der Amtszeit von Felipe Calderón , als man die beste Technologie und Militärintelligenz in die Erdölgebiete schickte, die Kriminellen die Plattformen erreichten", schreibt Pérez. Was für eine Ironie. 

Mafia-Terror im Ölfördergebiet

Besonders schlimm eskalierte die Gewalt offenbar im Becken von Burgos, dem Honigtopf der mexikanischen Ölindustrie. Zeitweise sollen dort rund 40 Prozent des dort geförderten Erdgaskondensats gestohlen und auf dem Schwarzmarkt weiterverkauft worden sein. Das meiste davon ging in die USA . Schwer bewaffnete Mafia-Kommandos terrorisierten die Ölarbeiter und Unternehmen, überfielen Transporte und bedrohten Sicherheitsleute, um die rasant wachsende Nachfrage zu befriedigen.

Manche Förderstellen seien komplett in der Hand der Kartelle gewesen, die Ölunternehmen – Pemex, ausländische Partner oder mit ihnen verbundene Firmen – hätten ihre Angestellten teils verpflichtet, nur noch bis zum frühen Nachmittag zu arbeiten. Am Abend und in der Nacht aber gehörte das Burgos-Becken den Drogenbanden.

Leserkommentare
    • ecerium
    • 26. Oktober 2012 12:39 Uhr
    1. [...]

    Entfernt. Bitte tragen Sie mit sachlichen Argumenten zum Thema bei. Die Redaktion/mak

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    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/mak

    Redaktion

    Liebe/r ecerium, lieber besorgter_mitbuerger,

    es wäre schön, wenn Sie Kritik konkret formulieren könnten, damit überhaupt eine sinnvolle Diskussion möglich ist.

    Liebe/r Atan,

    ich stimme Ihnen zu. Die Legalisierung von Drogen mag den Kartellen ein wichtiges Geschäft kaputt machen und sie vielleicht schwächen. Aber sie reicht nicht aus. Und der "Drogenkrieg" der mexikanischen Regierung führt meines Erachtens bloß zu mehr Gewalt, vernachlässigt aber völlig die wirtschaftliche Basis der Kartelle.

    Mich würde interessieren, wie die anderen Leser das sehen.

    Viele Grüße,
    Alexandra Endres

    • ecerium
    • 26. Oktober 2012 12:41 Uhr
    2. Zusatz

    Ich habe vergessen, mich deutlicher auszudrücken: "ein deutscher Muttersprachler, der seine Sprache beherrscht, in Schrift und Wort..."

  1. 3. [...]

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/mak

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    Antwort auf "[...]"
    • Atan
    • 26. Oktober 2012 12:54 Uhr

    sind, kriminelle Drogenkartelle und organisierte Banden ließen sich durch die "Freigabe" bestimmter illegaler Geschäftsfelder "austrocknen". Wenn ein Staat nur weitgehend genug von Korruption zerfressen ist und und gut ausgerüstete parallele Gewaltstrukturen existieren, können vermutlich nur noch weitgehende und sehr radikale Eingriffe etwas daran ändern. Mexiko zerfällt, eine lange Agonie für viele Bürger.

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    Natuerlich beseitigt man nicht die organisierte Kriminalitaet einfach dadurch, dass man illegale Drogen legalisiert, aber es wuerde Geld sparen, indem man einen aussichtslosen Kampf unterlaesst. Wenn man organisierte Kriminalitaet bekaempfen wollte, ginge es ganz einfach, man muss nur die totale Transparenz verlangen und sofort jegliches Vermoegen, dass sich nicht plausibel erklaeren laesst konfiszieren. Aber spaetestens beim letzten Punkt, wird sich auch jeder "sogenannte" rechtsschaffende Buerger gegen diese Art der Bekaempfung wehren, da ja sehr viele und in fast allen Staaten irgendwelche Leichen im Keller haben (bei Schwarzarbeit, Steuerhinterziehung usw. angefangen). Das sieht man doch schon bei deutschen Politikern, die sich teilweise vehement gegen Transparenz wehren, warum wohl? In Schweden kann man sich die Steuererklaerung des Nachbarn anschauen, da faellt es sofort auf, wenn man als Sozialhilfebezieher dann Ferrari faehrt. Und wie wir wissen ist die Korruptionsrate in Schweden geringer als bei uns. Problematisch wird es dann, wenn sich Korruption und Kriminalitaet wie in Mexiko institutionalisiert hat, und das geschieht, wenn immer dieselben an der Macht sind. Gewisse Ansaetze kann man ja auch in NRW oder Bayern beobachten, die auch quasi seit Ende des Krieges fast immer von denselben Parteien regiert werden. Man denke nur an die WestLB oder BayernLB.

  2. Der normale ehrliche mexikanische Bürger schmort derzeit im Kochtopf der Drogenmafia und dennoch stemmen sich einige mutige Menschen dagegen, mutig mutig, weil doch der Arm der Drogenbosse sehr weit reicht.
    Zu @ecerium tinterillo!

    Eine Leserempfehlung
  3. Redaktion

    Liebe/r ecerium, lieber besorgter_mitbuerger,

    es wäre schön, wenn Sie Kritik konkret formulieren könnten, damit überhaupt eine sinnvolle Diskussion möglich ist.

    Liebe/r Atan,

    ich stimme Ihnen zu. Die Legalisierung von Drogen mag den Kartellen ein wichtiges Geschäft kaputt machen und sie vielleicht schwächen. Aber sie reicht nicht aus. Und der "Drogenkrieg" der mexikanischen Regierung führt meines Erachtens bloß zu mehr Gewalt, vernachlässigt aber völlig die wirtschaftliche Basis der Kartelle.

    Mich würde interessieren, wie die anderen Leser das sehen.

    Viele Grüße,
    Alexandra Endres

    Antwort auf "[...]"
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    ...genauso.

    Bei Mexikos aktueller Antimafiastrategie steht der Kampf gegen den Drogenhandel im Mittelpunkt und andere "Geschäftsfelder" werden völlig augeblendet oder bleiben im Verborgenen. Solange die schon vorhandene finanzielle Basis der Kartelle nicht wirkungsvoll geschwächt werden kann, werden denen die Rekruten nachwachsen wie Pilze im Wald. Für jedes von der Polizei oder Militär getötete oder inhaftierte Kartellmitglied, stehen zwei neue bereit die Lücke auszufüllen.

    Wichtigster Ansatz wäre alle Geschäftsfelder ins Visier zu nehmen und einerseits ggf. mit Legalisierung (Drogen) andererseits insbes. gegen die Korruption vorzugehen. Zweiteres ist das wirklich schwierige. Das benötigt ggf. die Beschneidung verfassungsmäßiger Rechte durch eine Sondergesetzgebung (Abhörmaßnahmen, Observationsmaßnahmen, leichtere Vermögensbeschlagnahmen, neue Rechtshilfeabkommen mit ausländischen Staaten etc.). Italien hat es vorgemacht.

    Man sollte bloß nicht der Illusion erliegen, die OK wirklich austilgen zu können. Ein Zurückdrängen dürfte allenfalls machbar sein. Die Ölgeschäfte der mexikanischen Kartelle sind übrigens nichts neues, eher eine Spezialisierung aufgrund lokaler Standortfaktoren. In Italien treibt man dieses Spiel in der Bauindustrie allgemein. Ein schönes Beispiel ist die eine von der EU subventionierte Autobahn A3 in Calabrien, die über Jahrzehnte hinweg immense Kosten verursacht, aber immer noch nicht fertiggestellt ist.

    .
    .... sowie jedwede auf Marktbeherrschung und Gewinnsteigerung zielende Gesetzgebung, mit welcher diese Drocgenkriege immer wieder begründet werden haben in der Regel nur einen Sinn:

    Die Gewinne zu konzentrieren und dabei die Risiken von den erfolgreichen Akteuren weg und hin zu unwesentlichen, lächerlich kleinen und wie wohl doch fürchterlich kriminalisierten anderen Marktteilnehmern zu verschieben.

    Die Wirtschaftliche Basis der Kartelle wird mit den scheinheiligen "Drogenkriegen" dabei ohnehin in keiner Weise angegriffen, denn alle Kapitalisten tragen ja nach wie vor den an Menschenverachtung kaum zu überbietenden Anspruch "non olet" (Geld stinkt nicht, egal wo es herkommt, es ist immer nur Geld) erfolgreich vor sich her.

    Wer den Kartellen ihre wirtschaftliche Basis entziehen wollte, müsste drakonische Sanktionen gegen organisiert kriminelle Gewinnerzielung implementieren und anschliessend auch mit unerbittlicher Härte ausnahmslos durchsetzen, die Einziehung jeglicher Werte zum Beispiel, oder die persönliche, finanzielle wie auch strafrechtliche, Haftung von Lenkern juristischer Personen.

    Was das in Zeiten multinationaler Konzerne und Bankhäuser bedeuten würde ist klar: Wirtschaftsrevolution, Enteignungen im ganz ganz grossen Stil, ein Ende des Kapitalismus vermutlich, und ganz bestimmt ein Ende des Geldsystems in seiner heutigen Form.

    So etwas wollen die, welche den "war on drugs" seit Jahrzehnten mit wachsendem Aufwand und sinkendem Erfolg führen .....

    .

    So etwas wollen die, welche den "war on drugs" seit Jahrzehnten mit wachsendem Aufwand und sinkendem Erfolg führen mit Sicherheit als allerletztes riskieren.

    Denn der dumme Glaube, es gebe tatsächlich einen "guten" Kapitalismus lässt sich selbst durch Auswüchse wie die beschriebenen in Mexico nicht aus den Köpfen wirtschaftlich verbildeter Staatenlenker und anderer Entscheider heraus-aufklären.

    Zudem lebt das System auch der Staaten ja nicht schlecht von krimineller Geldwäsche (wenn man nur Delaware ansieht, die Schweiz, Luxemburg oder andere, neuer dazugekommene wie Singapur), welche aber ja jenseits gewisser Grössenordnungen nicht einmal mehr als kriminelle Geldwäsche bezeichnet wird, sondern lobhudelnd als "erfolgreich global wirtschaften" schöngelogen wird.

    Solange es ein "too big to fail" gibt, flankiert von einem "too big to jail", solange die Politik sich von fehlgeleiteten Wirtschaftlern aus einschlägigen Kaderschmieden ohne Not mal ums mal am Nasenring irgendwelcher wirtschaftstheorethischer Binsendummheiten durchs globale Dorf ziehen lässt wie die buchstäbliche getriebene Sau, solange werden weder gesunder Menschenverstand noch gar eine soziale oder politische Ethik die Oberhand zurückgewinnen über das giergetriebene Gesocks der Händler und menschenverachtenden Ausbeuter.

    .
    Zwischen dem Drogengeschäft und, sagen wir mal, einem durch Hartz-Gesetze zum Sklavenmarkt degradierten Arbeitsmarkt gibt es eine ganz wichtige Parallele: die ABHÄNGIGKEIT, die von ein paar skrupellosen dafür ausgenutzt werden kann, Gewinne zu machen.

    Das trifft auf andere Märkte ebenso zu, in denen "ordentliche" Gewinne gemacht werden können, den Energiemarkt nicht nur mit Primärenergieträgern wie in Mexico, auch den mit Energie wie ihn die Big Four in der Bundesrepublik errichtet haben, den Markt mit Wohnraum in Ballungsgebieten, den Markt mit Pharmaprodukten, und so weiter.

    Wo Abhängigkeiten ausgenutzt werdn können, lassen sich Gewinne machen, und je grösser diese sind, detso krimineller sind üblicherweise die Methoden.

    Unter Aufgeklärten sollte nun der nächste logische Schritt von alleine folgen: der Gewinn, die Gewinnerwartungen zumindest, sind das kriminalisierende Element in jeder Art von "Markt" nach rein kapitalistischem Muster.

    Leider findet diese Erkenntnis aber nicht statt, stattdessen versucht man an Symptomen herumzukurieren, ruft einen heuchlerischen "war on drugs" aus, lügt sich mit einem "Steuerabkommen" mit den schlimmsten Hinterziehungsgewinnlern in die Tasche, behauptet wider besseres Wissen standhaft, der globalisierte Kapitalismus sein NICHT schuld an den allenthalben zu verzeichnenden Fehlentwicklungen von Verelendung bis Besitzkonzentration und verliert wertvolle Zeit, um funktionstüchtigere Kulturtechniken zu entwickeln.

  4. Wichtig zu erwähnen ist auch, wo das ganze schmutzige Geld (egal ob aus Öl oder Drogen) landet. Natürlich in den USA. Und damit das gestohlende Geld es auch unbehindert über die Grenze schafft, heöfen schonmal US-Agenten mit:

    Verdeckte US-Rauschgiftfahnder sollen für mexikanische Drogenkartelle Millionen Dollar gewaschen oder über die Grenze geschmuggelt haben.

    Natürlich sind auch Großbanken mit von der Partie:

    Der US-Senat erhebt schwere Vorwürfe gegen die Großbank HSBC. Sie soll Milliardensummen aus verdächtiger Herkunft in die USA geschleust haben.

    Drogenbosse missbrauchen Bank of America für Geldwäsche

    Die Frage MUSS gestellt werden, welche Vorteile der nördliche Hegemon von den Zuständen in Mexiko hat. Auch den Einfluss, den die USA über die Bande "Kampf gegen Drogen" auf militärischer Seite bei seinen südlichen Nachbarn ausübt, ist ein sehr wichtiges Thema.

    Meiner meinung nach ist Mexiko keine Demokratie. Es gibt massive Vorwürfe der Wahlfälschung und anderer Manipulationen.

    Wer profitiert davon?

    6 Leserempfehlungen
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    Der Krieg erteilt dem Militär die Macht, die Kriminalität der Polizei, die Illegalität der Mafia und verdienen tun all jene, die im Waffenhandel und der Geldwäsche tätig sind.

    Je mehr Sicherheitsfirmen und -Einrichtungen es gibt, desto wichtiger wird für die amerikanische Wirtschaft, dass diese Firmen und Einrichtungen gebraucht werden.

    Je mehr Druck in Mexiko entsteht, umso höher werden die Grenzbefestigungen, umso dicker die Vorbehalte gegenüber den Flüchtlingen, umso voller die Börsen der Profiteure.

    Profitieren tun viele, aber leider nicht die Mehrheit.

  5. .
    "... Sie alle machen mit, weil sie selbst zur Mafia gehören, Angst um ihr Leben haben, oder schlicht mehr Geld verdienen wollen ..."

    Der profitorientierte Radikalkapitalismus, der nicht nur in Mexico wie hier geschildert zunehmend kannibalische Züge annimmt, ist weltweit und auf der ganzen Linie als zivilisierte Kulturtechnik komplett gescheitert.

    Alle haben Angst um ihr (Über-)Leben, alle machen deswegen mehr oder minder mit, alle wissen dass eine Mafiazugehörigkeit die Chancen auf Profite erhöht, alle leugnen dabei das Ansteigen der Lebensbedrohung innerhalb ebendieser Mafiastrukturen, wodurch alle nochmehr Angst um ihr (Über-)Leben bekommen, deswegen noch willfähriger mitmachen und noch grausamere Mafiamethoden akzeptieren, vor denen sie noch mehr Angst haben müssen ....

    Und es ist dabei völlig egal, ob die Mafia "Strukturvertrieb" heisst, "Personaldienstleistung" bzw. Zwangsprostitution, "Exportbürgschaften", "Betäubungsmittelgrosshandel", "Pharmarepräsentanz" oder eben Rohstoffexploration und -Handel wie in diesem Fall.

    Selbst ohne die Morde und ohne partikularen Warendiebstahl waren und sind die von den "wirtschaftlichen Interessen" (sprich der "Gier") einiger weniger geleiteten profitorientierten Rohstoffexploration und der grenzüberschreitender Rohstoffhandel ohne eine vollständige und gleichmässige Aufteilung ALLER anfallenden Gewinne unter die Landesbevölkerung nichts anderes als Diebstahl von Volksvermögen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte BASF | Shell AG | Diebstahl | Drogenhandel | Drogenkartell | Mafia
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