Auch BASF soll gestohlenes Gaskondensat gekauft haben
© Augusto Romero/AFP/Getty Images

Soldaten stehen Wache in der Nähe einer offenbar durch Sabotage beschädigten Pemex-Gaspipeline im östlichen Bundesstaat Veracruz (Archivbild).
Pérez beschreibt, wie Pemex in vielen Fällen seine Angestellten in der Bedrohung alleine ließ. Ob aus Angst, Überforderung oder weil die Verantwortlichen mit der Mafia unter einer Decke steckten, wird nicht klar. Aber die von der Journalistin zusammengetragenen Fakten zeigen eindrucksvoll das Ausmaß des Terrors. Pérez berichtet von Arbeitern, die ihre Vorgesetzten flehentlich baten, nicht in der gefährlichen Region arbeiten zu müssen. Sie seien dennoch geschickt worden – und später verschwunden. In einem Entführungsfall setzte ein Ölarbeiter, der sich verstecken konnte, einen Notruf an seine Vorgesetzten bei Pemex ab – ohne Reaktion. Von seinen fünf Kollegen, die mit den Mafia-Schergen gehen mussten, fehlt seither jede Spur. Die Familien fordern vergeblich Aufklärung.
Von den kriminellen Aktivitäten profitierten möglicherweise auch renommierte internationale Unternehmen. Unter ihnen ist Pérez zufolge auch die deutsche BASF. Eine Tochter des Chemiekonzerns in den USA habe von den Kartellen gestohlenes Erdgaskondensat erworben, schreibt sie in ihrem Buch. Im Juni 2010 erhob die Pemex-Tochter Pemex Exploración y Producción (PEP) vor einem Gericht in Houston den gleichen Vorwurf gegen die BASF und weitere Unternehmen. Indem sie die gestohlene Ware kauften, hätten sie die Diebstähle und die Gewalt direkt gefördert, schreiben die PEP-Anwälte in der Anklageschrift. BASF teilt zu den Vorwürfen mit, der Konzern halte sich "strikt an unsere Compliance-Standards" und werde sich "mit aller Entschlossenheit gegen die irreführenden Behauptungen von Pemex zur Wehr setzen, von denen wir erwarten, dass sie sich als vollkommen haltlos erweisen werden". In einem laufenden juristischen Verfahren werde man sich nicht äußern.
In zwei weiteren Anklagen brachten die Anwälte des mexikanischen Konzerns noch mehr Firmen in den USA vor Gericht. Zuletzt traf es im April 2012 unter anderem Shell und ConocoPhilips.
Pérez sagt, die gesamte mexikanische Ölindustrie sei zerfressen von der organisierten Kriminalität: Pemex selbst, dessen Funktionäre und Angestellte mitmachen und davon profitieren. "Ohne sie wäre der Raub nicht möglich." Die kleinen Arbeiter, die das Öl in Flaschen auf eigene Rechnung vom Betriebsgelände schmuggeln – wo jeder klaut, gilt auch der groß angelegte Diebstahl durch die Mafia als normal. Die Spediteure, die gestohlenes Kerosin oder Gaskondensat in die USA schmuggeln, oder es über eigene Ölhandelsfirmen und Tankstellen noch in Mexiko verkaufen. Die Fahrer der Tanklastwagen, die Treibstoff laden, ohne in abzurechnen, weil sich ihnen dadurch eine zusätzliche Verdienstmöglichkeit eröffnet. Die Gewerkschaftsführer, die entscheiden, wer die begehrten Fahrerjobs bekommt. Die Tankstellenpächter, die gestohlenes Benzin kaufen, es panschen und weiterverkaufen.
Alle sind Komplizen der Kartelle
Sie alle machen mit, weil sie selbst zur Mafia gehören, Angst um ihr Leben haben, oder schlicht mehr Geld verdienen wollen. Wo das eine beginnt und das andere aufhört, lässt sich in Pérez' Buch häufig kaum unterscheiden. Ähnlich ist es mit Polizisten, Zollbeamten und Politikern. Die Journalistin beschreibt, wie sie bestochen werden, ein regelmäßiges Gehalt von den Kartellen beziehen oder gewaltsam zur Kooperation gezwungen werden. Die alles umfassende Komplizenschaft ermögliche, dass die illegalen Geschäfte entweder gar nicht aufgedeckt würden oder in der Regel straffrei blieben – und immer noch florierten.
Lange Zeit wollten die Verantwortlichen nicht zugeben, was für ein Raubzug sich da vor aller Augen abspielte. Die Herausgabe der Dokumente, auf denen ihre Recherchen basieren, musste Pérez sich gerichtlich erstreiten. "Unglücklicherweise" könne Pemex nicht garantieren, "dass es keine Beziehung unserer Arbeiter" zum organisierten Ölklau gebe, gestand der Konzernchef Juan José Suárez Coppel im Juni 2011 ein. Aber "wir kooperieren mit den Behörden in allem, was uns möglich ist." Eine Anfrage von ZEIT ONLINE hat Pemex bis zur Veröffentlichung dieses Textes nicht beantwortet.

Alexandra Endres ist Redakteurin im Ressort Wirtschaft bei ZEIT ONLINE. Ihre Profilseite finden Sie hier.
Mittlerweile erkennt Pemex das Problem aber an. Im August veröffentlichte der Konzern Daten, aus denen hervorgeht, dass das Ausmaß des Diebstahls zuletzt noch zugenommen hat. Den Zahlen zufolge sind von Januar bis Juni 2012 allein aus dem nationalen Pipeline-Netz mehr als 1,8 Millionen Fass Öl illegal abgezapft worden. Das sind 18 Prozent mehr als im Jahr zuvor. "Es war ein Fehler, so lange so zu tun, als sei nichts", sagt Pérez. "Jetzt ist ihnen das Problem über den Kopf gewachsen." Das illegale Geschäft sei "dermaßen lukrativ, dass ich nicht sehe, wie man es stoppen könnte."
Zuletzt gab es sogar Berichte, denen zufolge die Kartelle mittlerweile auch jenseits der Grenze auf Raubzug gehen. In Texas sei in großem Maßstab Bohrausrüstung gestohlen worden, schrieben lokale Medien und Blogs, um später damit in Mexiko Pemex-Quellen anzuzapfen. Pérez sagt, das Ölgeschäft sei mittlerweile für die Mafia lebenswichtig. Gerade in einer Zeit, in der die Gewinne im Drogenhandel durch den unbarmherzigen Wettbewerb und Felipe Calderóns Drogenkrieg unter Druck gerieten.
Sie wird möglicherweise auch künftig darüber berichten, wie die Kartelle sich an dem Staatskonzern bereichern. Die Dauer ihres Aufenthalts in Deutschland ist auf ein Jahr begrenzt. Danach will die Journalistin wieder in ihr Heimatland Mexiko zurück.
- Datum 26.10.2012 - 12:09 Uhr
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Entfernt. Bitte tragen Sie mit sachlichen Argumenten zum Thema bei. Die Redaktion/mak
Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/mak
Liebe/r ecerium, lieber besorgter_mitbuerger,
es wäre schön, wenn Sie Kritik konkret formulieren könnten, damit überhaupt eine sinnvolle Diskussion möglich ist.
Liebe/r Atan,
ich stimme Ihnen zu. Die Legalisierung von Drogen mag den Kartellen ein wichtiges Geschäft kaputt machen und sie vielleicht schwächen. Aber sie reicht nicht aus. Und der "Drogenkrieg" der mexikanischen Regierung führt meines Erachtens bloß zu mehr Gewalt, vernachlässigt aber völlig die wirtschaftliche Basis der Kartelle.
Mich würde interessieren, wie die anderen Leser das sehen.
Viele Grüße,
Alexandra Endres
Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/mak
Liebe/r ecerium, lieber besorgter_mitbuerger,
es wäre schön, wenn Sie Kritik konkret formulieren könnten, damit überhaupt eine sinnvolle Diskussion möglich ist.
Liebe/r Atan,
ich stimme Ihnen zu. Die Legalisierung von Drogen mag den Kartellen ein wichtiges Geschäft kaputt machen und sie vielleicht schwächen. Aber sie reicht nicht aus. Und der "Drogenkrieg" der mexikanischen Regierung führt meines Erachtens bloß zu mehr Gewalt, vernachlässigt aber völlig die wirtschaftliche Basis der Kartelle.
Mich würde interessieren, wie die anderen Leser das sehen.
Viele Grüße,
Alexandra Endres
Ich habe vergessen, mich deutlicher auszudrücken: "ein deutscher Muttersprachler, der seine Sprache beherrscht, in Schrift und Wort..."
Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/mak
sind, kriminelle Drogenkartelle und organisierte Banden ließen sich durch die "Freigabe" bestimmter illegaler Geschäftsfelder "austrocknen". Wenn ein Staat nur weitgehend genug von Korruption zerfressen ist und und gut ausgerüstete parallele Gewaltstrukturen existieren, können vermutlich nur noch weitgehende und sehr radikale Eingriffe etwas daran ändern. Mexiko zerfällt, eine lange Agonie für viele Bürger.
Natuerlich beseitigt man nicht die organisierte Kriminalitaet einfach dadurch, dass man illegale Drogen legalisiert, aber es wuerde Geld sparen, indem man einen aussichtslosen Kampf unterlaesst. Wenn man organisierte Kriminalitaet bekaempfen wollte, ginge es ganz einfach, man muss nur die totale Transparenz verlangen und sofort jegliches Vermoegen, dass sich nicht plausibel erklaeren laesst konfiszieren. Aber spaetestens beim letzten Punkt, wird sich auch jeder "sogenannte" rechtsschaffende Buerger gegen diese Art der Bekaempfung wehren, da ja sehr viele und in fast allen Staaten irgendwelche Leichen im Keller haben (bei Schwarzarbeit, Steuerhinterziehung usw. angefangen). Das sieht man doch schon bei deutschen Politikern, die sich teilweise vehement gegen Transparenz wehren, warum wohl? In Schweden kann man sich die Steuererklaerung des Nachbarn anschauen, da faellt es sofort auf, wenn man als Sozialhilfebezieher dann Ferrari faehrt. Und wie wir wissen ist die Korruptionsrate in Schweden geringer als bei uns. Problematisch wird es dann, wenn sich Korruption und Kriminalitaet wie in Mexiko institutionalisiert hat, und das geschieht, wenn immer dieselben an der Macht sind. Gewisse Ansaetze kann man ja auch in NRW oder Bayern beobachten, die auch quasi seit Ende des Krieges fast immer von denselben Parteien regiert werden. Man denke nur an die WestLB oder BayernLB.
Natuerlich beseitigt man nicht die organisierte Kriminalitaet einfach dadurch, dass man illegale Drogen legalisiert, aber es wuerde Geld sparen, indem man einen aussichtslosen Kampf unterlaesst. Wenn man organisierte Kriminalitaet bekaempfen wollte, ginge es ganz einfach, man muss nur die totale Transparenz verlangen und sofort jegliches Vermoegen, dass sich nicht plausibel erklaeren laesst konfiszieren. Aber spaetestens beim letzten Punkt, wird sich auch jeder "sogenannte" rechtsschaffende Buerger gegen diese Art der Bekaempfung wehren, da ja sehr viele und in fast allen Staaten irgendwelche Leichen im Keller haben (bei Schwarzarbeit, Steuerhinterziehung usw. angefangen). Das sieht man doch schon bei deutschen Politikern, die sich teilweise vehement gegen Transparenz wehren, warum wohl? In Schweden kann man sich die Steuererklaerung des Nachbarn anschauen, da faellt es sofort auf, wenn man als Sozialhilfebezieher dann Ferrari faehrt. Und wie wir wissen ist die Korruptionsrate in Schweden geringer als bei uns. Problematisch wird es dann, wenn sich Korruption und Kriminalitaet wie in Mexiko institutionalisiert hat, und das geschieht, wenn immer dieselben an der Macht sind. Gewisse Ansaetze kann man ja auch in NRW oder Bayern beobachten, die auch quasi seit Ende des Krieges fast immer von denselben Parteien regiert werden. Man denke nur an die WestLB oder BayernLB.
Der normale ehrliche mexikanische Bürger schmort derzeit im Kochtopf der Drogenmafia und dennoch stemmen sich einige mutige Menschen dagegen, mutig mutig, weil doch der Arm der Drogenbosse sehr weit reicht.
Zu @ecerium tinterillo!
Liebe/r ecerium, lieber besorgter_mitbuerger,
es wäre schön, wenn Sie Kritik konkret formulieren könnten, damit überhaupt eine sinnvolle Diskussion möglich ist.
Liebe/r Atan,
ich stimme Ihnen zu. Die Legalisierung von Drogen mag den Kartellen ein wichtiges Geschäft kaputt machen und sie vielleicht schwächen. Aber sie reicht nicht aus. Und der "Drogenkrieg" der mexikanischen Regierung führt meines Erachtens bloß zu mehr Gewalt, vernachlässigt aber völlig die wirtschaftliche Basis der Kartelle.
Mich würde interessieren, wie die anderen Leser das sehen.
Viele Grüße,
Alexandra Endres
...genauso.
Bei Mexikos aktueller Antimafiastrategie steht der Kampf gegen den Drogenhandel im Mittelpunkt und andere "Geschäftsfelder" werden völlig augeblendet oder bleiben im Verborgenen. Solange die schon vorhandene finanzielle Basis der Kartelle nicht wirkungsvoll geschwächt werden kann, werden denen die Rekruten nachwachsen wie Pilze im Wald. Für jedes von der Polizei oder Militär getötete oder inhaftierte Kartellmitglied, stehen zwei neue bereit die Lücke auszufüllen.
Wichtigster Ansatz wäre alle Geschäftsfelder ins Visier zu nehmen und einerseits ggf. mit Legalisierung (Drogen) andererseits insbes. gegen die Korruption vorzugehen. Zweiteres ist das wirklich schwierige. Das benötigt ggf. die Beschneidung verfassungsmäßiger Rechte durch eine Sondergesetzgebung (Abhörmaßnahmen, Observationsmaßnahmen, leichtere Vermögensbeschlagnahmen, neue Rechtshilfeabkommen mit ausländischen Staaten etc.). Italien hat es vorgemacht.
Man sollte bloß nicht der Illusion erliegen, die OK wirklich austilgen zu können. Ein Zurückdrängen dürfte allenfalls machbar sein. Die Ölgeschäfte der mexikanischen Kartelle sind übrigens nichts neues, eher eine Spezialisierung aufgrund lokaler Standortfaktoren. In Italien treibt man dieses Spiel in der Bauindustrie allgemein. Ein schönes Beispiel ist die eine von der EU subventionierte Autobahn A3 in Calabrien, die über Jahrzehnte hinweg immense Kosten verursacht, aber immer noch nicht fertiggestellt ist.
.
.... sowie jedwede auf Marktbeherrschung und Gewinnsteigerung zielende Gesetzgebung, mit welcher diese Drocgenkriege immer wieder begründet werden haben in der Regel nur einen Sinn:
Die Gewinne zu konzentrieren und dabei die Risiken von den erfolgreichen Akteuren weg und hin zu unwesentlichen, lächerlich kleinen und wie wohl doch fürchterlich kriminalisierten anderen Marktteilnehmern zu verschieben.
Die Wirtschaftliche Basis der Kartelle wird mit den scheinheiligen "Drogenkriegen" dabei ohnehin in keiner Weise angegriffen, denn alle Kapitalisten tragen ja nach wie vor den an Menschenverachtung kaum zu überbietenden Anspruch "non olet" (Geld stinkt nicht, egal wo es herkommt, es ist immer nur Geld) erfolgreich vor sich her.
Wer den Kartellen ihre wirtschaftliche Basis entziehen wollte, müsste drakonische Sanktionen gegen organisiert kriminelle Gewinnerzielung implementieren und anschliessend auch mit unerbittlicher Härte ausnahmslos durchsetzen, die Einziehung jeglicher Werte zum Beispiel, oder die persönliche, finanzielle wie auch strafrechtliche, Haftung von Lenkern juristischer Personen.
Was das in Zeiten multinationaler Konzerne und Bankhäuser bedeuten würde ist klar: Wirtschaftsrevolution, Enteignungen im ganz ganz grossen Stil, ein Ende des Kapitalismus vermutlich, und ganz bestimmt ein Ende des Geldsystems in seiner heutigen Form.
So etwas wollen die, welche den "war on drugs" seit Jahrzehnten mit wachsendem Aufwand und sinkendem Erfolg führen .....
.
So etwas wollen die, welche den "war on drugs" seit Jahrzehnten mit wachsendem Aufwand und sinkendem Erfolg führen mit Sicherheit als allerletztes riskieren.
Denn der dumme Glaube, es gebe tatsächlich einen "guten" Kapitalismus lässt sich selbst durch Auswüchse wie die beschriebenen in Mexico nicht aus den Köpfen wirtschaftlich verbildeter Staatenlenker und anderer Entscheider heraus-aufklären.
Zudem lebt das System auch der Staaten ja nicht schlecht von krimineller Geldwäsche (wenn man nur Delaware ansieht, die Schweiz, Luxemburg oder andere, neuer dazugekommene wie Singapur), welche aber ja jenseits gewisser Grössenordnungen nicht einmal mehr als kriminelle Geldwäsche bezeichnet wird, sondern lobhudelnd als "erfolgreich global wirtschaften" schöngelogen wird.
Solange es ein "too big to fail" gibt, flankiert von einem "too big to jail", solange die Politik sich von fehlgeleiteten Wirtschaftlern aus einschlägigen Kaderschmieden ohne Not mal ums mal am Nasenring irgendwelcher wirtschaftstheorethischer Binsendummheiten durchs globale Dorf ziehen lässt wie die buchstäbliche getriebene Sau, solange werden weder gesunder Menschenverstand noch gar eine soziale oder politische Ethik die Oberhand zurückgewinnen über das giergetriebene Gesocks der Händler und menschenverachtenden Ausbeuter.
.
Zwischen dem Drogengeschäft und, sagen wir mal, einem durch Hartz-Gesetze zum Sklavenmarkt degradierten Arbeitsmarkt gibt es eine ganz wichtige Parallele: die ABHÄNGIGKEIT, die von ein paar skrupellosen dafür ausgenutzt werden kann, Gewinne zu machen.
Das trifft auf andere Märkte ebenso zu, in denen "ordentliche" Gewinne gemacht werden können, den Energiemarkt nicht nur mit Primärenergieträgern wie in Mexico, auch den mit Energie wie ihn die Big Four in der Bundesrepublik errichtet haben, den Markt mit Wohnraum in Ballungsgebieten, den Markt mit Pharmaprodukten, und so weiter.
Wo Abhängigkeiten ausgenutzt werdn können, lassen sich Gewinne machen, und je grösser diese sind, detso krimineller sind üblicherweise die Methoden.
Unter Aufgeklärten sollte nun der nächste logische Schritt von alleine folgen: der Gewinn, die Gewinnerwartungen zumindest, sind das kriminalisierende Element in jeder Art von "Markt" nach rein kapitalistischem Muster.
Leider findet diese Erkenntnis aber nicht statt, stattdessen versucht man an Symptomen herumzukurieren, ruft einen heuchlerischen "war on drugs" aus, lügt sich mit einem "Steuerabkommen" mit den schlimmsten Hinterziehungsgewinnlern in die Tasche, behauptet wider besseres Wissen standhaft, der globalisierte Kapitalismus sein NICHT schuld an den allenthalben zu verzeichnenden Fehlentwicklungen von Verelendung bis Besitzkonzentration und verliert wertvolle Zeit, um funktionstüchtigere Kulturtechniken zu entwickeln.
...genauso.
Bei Mexikos aktueller Antimafiastrategie steht der Kampf gegen den Drogenhandel im Mittelpunkt und andere "Geschäftsfelder" werden völlig augeblendet oder bleiben im Verborgenen. Solange die schon vorhandene finanzielle Basis der Kartelle nicht wirkungsvoll geschwächt werden kann, werden denen die Rekruten nachwachsen wie Pilze im Wald. Für jedes von der Polizei oder Militär getötete oder inhaftierte Kartellmitglied, stehen zwei neue bereit die Lücke auszufüllen.
Wichtigster Ansatz wäre alle Geschäftsfelder ins Visier zu nehmen und einerseits ggf. mit Legalisierung (Drogen) andererseits insbes. gegen die Korruption vorzugehen. Zweiteres ist das wirklich schwierige. Das benötigt ggf. die Beschneidung verfassungsmäßiger Rechte durch eine Sondergesetzgebung (Abhörmaßnahmen, Observationsmaßnahmen, leichtere Vermögensbeschlagnahmen, neue Rechtshilfeabkommen mit ausländischen Staaten etc.). Italien hat es vorgemacht.
Man sollte bloß nicht der Illusion erliegen, die OK wirklich austilgen zu können. Ein Zurückdrängen dürfte allenfalls machbar sein. Die Ölgeschäfte der mexikanischen Kartelle sind übrigens nichts neues, eher eine Spezialisierung aufgrund lokaler Standortfaktoren. In Italien treibt man dieses Spiel in der Bauindustrie allgemein. Ein schönes Beispiel ist die eine von der EU subventionierte Autobahn A3 in Calabrien, die über Jahrzehnte hinweg immense Kosten verursacht, aber immer noch nicht fertiggestellt ist.
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.... sowie jedwede auf Marktbeherrschung und Gewinnsteigerung zielende Gesetzgebung, mit welcher diese Drocgenkriege immer wieder begründet werden haben in der Regel nur einen Sinn:
Die Gewinne zu konzentrieren und dabei die Risiken von den erfolgreichen Akteuren weg und hin zu unwesentlichen, lächerlich kleinen und wie wohl doch fürchterlich kriminalisierten anderen Marktteilnehmern zu verschieben.
Die Wirtschaftliche Basis der Kartelle wird mit den scheinheiligen "Drogenkriegen" dabei ohnehin in keiner Weise angegriffen, denn alle Kapitalisten tragen ja nach wie vor den an Menschenverachtung kaum zu überbietenden Anspruch "non olet" (Geld stinkt nicht, egal wo es herkommt, es ist immer nur Geld) erfolgreich vor sich her.
Wer den Kartellen ihre wirtschaftliche Basis entziehen wollte, müsste drakonische Sanktionen gegen organisiert kriminelle Gewinnerzielung implementieren und anschliessend auch mit unerbittlicher Härte ausnahmslos durchsetzen, die Einziehung jeglicher Werte zum Beispiel, oder die persönliche, finanzielle wie auch strafrechtliche, Haftung von Lenkern juristischer Personen.
Was das in Zeiten multinationaler Konzerne und Bankhäuser bedeuten würde ist klar: Wirtschaftsrevolution, Enteignungen im ganz ganz grossen Stil, ein Ende des Kapitalismus vermutlich, und ganz bestimmt ein Ende des Geldsystems in seiner heutigen Form.
So etwas wollen die, welche den "war on drugs" seit Jahrzehnten mit wachsendem Aufwand und sinkendem Erfolg führen .....
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So etwas wollen die, welche den "war on drugs" seit Jahrzehnten mit wachsendem Aufwand und sinkendem Erfolg führen mit Sicherheit als allerletztes riskieren.
Denn der dumme Glaube, es gebe tatsächlich einen "guten" Kapitalismus lässt sich selbst durch Auswüchse wie die beschriebenen in Mexico nicht aus den Köpfen wirtschaftlich verbildeter Staatenlenker und anderer Entscheider heraus-aufklären.
Zudem lebt das System auch der Staaten ja nicht schlecht von krimineller Geldwäsche (wenn man nur Delaware ansieht, die Schweiz, Luxemburg oder andere, neuer dazugekommene wie Singapur), welche aber ja jenseits gewisser Grössenordnungen nicht einmal mehr als kriminelle Geldwäsche bezeichnet wird, sondern lobhudelnd als "erfolgreich global wirtschaften" schöngelogen wird.
Solange es ein "too big to fail" gibt, flankiert von einem "too big to jail", solange die Politik sich von fehlgeleiteten Wirtschaftlern aus einschlägigen Kaderschmieden ohne Not mal ums mal am Nasenring irgendwelcher wirtschaftstheorethischer Binsendummheiten durchs globale Dorf ziehen lässt wie die buchstäbliche getriebene Sau, solange werden weder gesunder Menschenverstand noch gar eine soziale oder politische Ethik die Oberhand zurückgewinnen über das giergetriebene Gesocks der Händler und menschenverachtenden Ausbeuter.
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Zwischen dem Drogengeschäft und, sagen wir mal, einem durch Hartz-Gesetze zum Sklavenmarkt degradierten Arbeitsmarkt gibt es eine ganz wichtige Parallele: die ABHÄNGIGKEIT, die von ein paar skrupellosen dafür ausgenutzt werden kann, Gewinne zu machen.
Das trifft auf andere Märkte ebenso zu, in denen "ordentliche" Gewinne gemacht werden können, den Energiemarkt nicht nur mit Primärenergieträgern wie in Mexico, auch den mit Energie wie ihn die Big Four in der Bundesrepublik errichtet haben, den Markt mit Wohnraum in Ballungsgebieten, den Markt mit Pharmaprodukten, und so weiter.
Wo Abhängigkeiten ausgenutzt werdn können, lassen sich Gewinne machen, und je grösser diese sind, detso krimineller sind üblicherweise die Methoden.
Unter Aufgeklärten sollte nun der nächste logische Schritt von alleine folgen: der Gewinn, die Gewinnerwartungen zumindest, sind das kriminalisierende Element in jeder Art von "Markt" nach rein kapitalistischem Muster.
Leider findet diese Erkenntnis aber nicht statt, stattdessen versucht man an Symptomen herumzukurieren, ruft einen heuchlerischen "war on drugs" aus, lügt sich mit einem "Steuerabkommen" mit den schlimmsten Hinterziehungsgewinnlern in die Tasche, behauptet wider besseres Wissen standhaft, der globalisierte Kapitalismus sein NICHT schuld an den allenthalben zu verzeichnenden Fehlentwicklungen von Verelendung bis Besitzkonzentration und verliert wertvolle Zeit, um funktionstüchtigere Kulturtechniken zu entwickeln.
Wichtig zu erwähnen ist auch, wo das ganze schmutzige Geld (egal ob aus Öl oder Drogen) landet. Natürlich in den USA. Und damit das gestohlende Geld es auch unbehindert über die Grenze schafft, heöfen schonmal US-Agenten mit:
Verdeckte US-Rauschgiftfahnder sollen für mexikanische Drogenkartelle Millionen Dollar gewaschen oder über die Grenze geschmuggelt haben.
Natürlich sind auch Großbanken mit von der Partie:
Der US-Senat erhebt schwere Vorwürfe gegen die Großbank HSBC. Sie soll Milliardensummen aus verdächtiger Herkunft in die USA geschleust haben.
Drogenbosse missbrauchen Bank of America für Geldwäsche
Die Frage MUSS gestellt werden, welche Vorteile der nördliche Hegemon von den Zuständen in Mexiko hat. Auch den Einfluss, den die USA über die Bande "Kampf gegen Drogen" auf militärischer Seite bei seinen südlichen Nachbarn ausübt, ist ein sehr wichtiges Thema.
Meiner meinung nach ist Mexiko keine Demokratie. Es gibt massive Vorwürfe der Wahlfälschung und anderer Manipulationen.
Wer profitiert davon?
Der Krieg erteilt dem Militär die Macht, die Kriminalität der Polizei, die Illegalität der Mafia und verdienen tun all jene, die im Waffenhandel und der Geldwäsche tätig sind.
Je mehr Sicherheitsfirmen und -Einrichtungen es gibt, desto wichtiger wird für die amerikanische Wirtschaft, dass diese Firmen und Einrichtungen gebraucht werden.
Je mehr Druck in Mexiko entsteht, umso höher werden die Grenzbefestigungen, umso dicker die Vorbehalte gegenüber den Flüchtlingen, umso voller die Börsen der Profiteure.
Profitieren tun viele, aber leider nicht die Mehrheit.
Der Krieg erteilt dem Militär die Macht, die Kriminalität der Polizei, die Illegalität der Mafia und verdienen tun all jene, die im Waffenhandel und der Geldwäsche tätig sind.
Je mehr Sicherheitsfirmen und -Einrichtungen es gibt, desto wichtiger wird für die amerikanische Wirtschaft, dass diese Firmen und Einrichtungen gebraucht werden.
Je mehr Druck in Mexiko entsteht, umso höher werden die Grenzbefestigungen, umso dicker die Vorbehalte gegenüber den Flüchtlingen, umso voller die Börsen der Profiteure.
Profitieren tun viele, aber leider nicht die Mehrheit.
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"... Sie alle machen mit, weil sie selbst zur Mafia gehören, Angst um ihr Leben haben, oder schlicht mehr Geld verdienen wollen ..."
Der profitorientierte Radikalkapitalismus, der nicht nur in Mexico wie hier geschildert zunehmend kannibalische Züge annimmt, ist weltweit und auf der ganzen Linie als zivilisierte Kulturtechnik komplett gescheitert.
Alle haben Angst um ihr (Über-)Leben, alle machen deswegen mehr oder minder mit, alle wissen dass eine Mafiazugehörigkeit die Chancen auf Profite erhöht, alle leugnen dabei das Ansteigen der Lebensbedrohung innerhalb ebendieser Mafiastrukturen, wodurch alle nochmehr Angst um ihr (Über-)Leben bekommen, deswegen noch willfähriger mitmachen und noch grausamere Mafiamethoden akzeptieren, vor denen sie noch mehr Angst haben müssen ....
Und es ist dabei völlig egal, ob die Mafia "Strukturvertrieb" heisst, "Personaldienstleistung" bzw. Zwangsprostitution, "Exportbürgschaften", "Betäubungsmittelgrosshandel", "Pharmarepräsentanz" oder eben Rohstoffexploration und -Handel wie in diesem Fall.
Selbst ohne die Morde und ohne partikularen Warendiebstahl waren und sind die von den "wirtschaftlichen Interessen" (sprich der "Gier") einiger weniger geleiteten profitorientierten Rohstoffexploration und der grenzüberschreitender Rohstoffhandel ohne eine vollständige und gleichmässige Aufteilung ALLER anfallenden Gewinne unter die Landesbevölkerung nichts anderes als Diebstahl von Volksvermögen.
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