Staatsverschuldung: Troika will Griechenland angeblich mehr Zeit geben
Die Troika will nach einem Bericht Griechenland zwei Jahre mehr Zeit lassen, die Sparvorgaben zu erfüllen. Finanzminister Schäuble schloss eine Pleite des Landes aus.
© ORESTIS PANAGIOTOU/dpa

Die Fahnen der EU und Griechenlands vor der Akropolis in Athen
Die Gläubiger Griechenlands unterstützen einem Bericht zufolge die Forderung der Regierung in Athen nach einem Aufschub für die Umsetzung der Sparvorgaben. Die Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und IWF habe die Euro-Finanzminister in der vergangenen Woche gebeten, Griechenland zwei Jahre mehr Zeit für das Erreichen der vereinbarten Sparziele zu erreichen, berichtete der Spiegel.
Griechenland muss Sparmaßnahmen in Höhe von 13,5 Milliarden Euro erfüllen, damit die Euro-Staaten und der IWF weitere Hilfsgelder in Höhe von 31,5 Milliarden Euro freigeben. Da infolge der vielfachen Sparrunden die Wirtschaft des Landes massiv eingebrochen ist, bemüht sich die griechische Regierung um einen Aufschub. Auch IWF-Chefin Christine Lagarde unterstützt den Wunsch Griechenlands.
Durch einen zeitlichen Aufschub würden allerdings neue Kosten anfallen – weshalb unter anderem Deutschland dagegen ist. Laut Spiegel würde ein Aufschub von zwei Jahren 30 Milliarden Euro kosten, die Regierung in Athen beziffert die Kosten auf zwölf Milliarden Euro.
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sagte, bevor über einen Aufschub entschieden werden könne, müsse der endgültige Troika-Bericht abgewartet werden, der in den kommenden Wochen vorliegen soll. Er ist Grundlage für die Entscheidung zur Auszahlung der nächsten Kredittranche.
Troika uneins
Laut Spiegel ist die Troika uneins darüber, wie sich die Verschuldung Griechenlands entwickeln wird. Ursprünglich hatte sie das Ziel vorgegeben, dass der Schuldenstand des Euro-Krisenlandes bis zum Jahr 2020 auf 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gesenkt werden soll. Inzwischen seien sich die Geldgeber einig, dass Griechenland das Ziel wegen der schlechten wirtschaftlichen Entwicklung auf jeden Fall verfehlen wird, berichtete der Spiegel unter Berufung auf Troika-Dokumente.
Wie hoch die Abweichung hingegen ausfallen werde, sei umstritten: IWF und EZB gingen von 140 Prozent aus, berichtet das Magazin. Die EU-Kommission schätze die Lage optimistischer ein und komme auf einen Schuldenstand von 128 Prozent im Jahr 2020.
Schäuble schließt Griechenland-Pleite aus
Schäuble rechnet aber nicht mit einer Staatspleite des Landes. "Ich denke, das wird nicht passieren, dass es einen Staatsbankrott in Griechenland gibt." Auch einen Austritt des hoch verschuldeten Landes aus der Euro-Zone werde es nicht geben. "Es hat keinen Sinn, über den Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone zu spekulieren", sagte Schäuble bei einer Veranstaltung vor Wirtschaftsvertretern in Singapur. Dies wäre äußerst schädlich für Griechenland und den Euro sowie die Weltwirtschaft. Jeder vertraue darauf, dass die griechischen Regierung von Antonis Samaras das Nötige tun werde.
Der deutsche Finanzminister äußerte sich auch zu dem Vorschlag von EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen, die griechische Regierung solle mit geliehenem Geld eigene Staatsanleihen auf den Finanzmärkten zurückkaufen, um die hohe Schuldenquote zu drücken. "Ich habe mir angewöhnt, nicht jeden Vorschlag, den ich flüchtig gelesen habe, gleich zu kommentieren", sagte Schäuble am Rande der IWF-Tagung in Tokyo. Er habe dazu noch einige Fragen, diese Zweifel erörtere er aber nicht öffentlich.







Auch in zwei Jahren gibt es in Griechenland keine leistungs- und wettbewerbsfähige Industrie und Wirtschaft. Die nötige Anpassung von Einnahmen und Ausgaben wird also nur weiter verzögert.
Wenn die Politik nicht bereit ist Entscheidungen zu treffen, braucht man sie nicht.
Griechenland wird kaum noch zwei Jahre durchhalten. Da die Politik lieber Wolkenkuckucksheim spielt, werden eben andere die Entscheidungen treffen, namentlich die normative Kraft des faktischen Staatsbankrotts. Spätestens wenn Merkel et al. im Bundestag ein weiteres Rettungspaket durchsetzen wollen, wird jeder sehen, dass das Spiel zu Ende ist.
Ich sehe das Kernproblem darin, dass die Griechen eher ihre Geldzuteilung gestört sehen, als das Problem, das ihre Arbeit nicht ihr Einkommen rechtfertigt. Das Versäumnis der Politik bestand darin, den Bürger zu erzählen, dass das Geld auch von oben kommen kann. Funktioniert auch super: Man braucht nur auf die Reichen zeigen und jedem einreden, das dort Geld genug zu holen wäre, und schwubb wird man gewählt und jeder legt sich bequem selbst zurück.
Die Griechen haben die Einsicht nicht, dass das Ergebnis ihrer Arbeitsweise ihr Hauptproblem ist. Und, solange es keinem gelingt, diesen unbequemen Sachverhalt verständlich rüberzubringen, solange werde sie glauben, dass die böse Merkel ihnen grundlos Zugang zu einem freien Geldtopf verwehrt. Jede weiter Milliarde führt zu einer fatalen Entspannung der Lage.
Darauf auch noch die Botschaft "Demonstrieren nützt" zu verbreiten, kann die Schraube - auch in anderen Ländern - fatal weiterdrehen.
Ich möchte das unterstreichen. Jeder, der geschäftlich mit Griechen zu tun hatte weiß um die Grundproblematik. Leider ist die Politik zu logischen und langfristigen Entscheidungen nicht fähig. Dies ist der griechischen Regierung bewußt und deshalb wird auch nichts positiven passieren im Süd-Osten der EU...
Ich möchte das unterstreichen. Jeder, der geschäftlich mit Griechen zu tun hatte weiß um die Grundproblematik. Leider ist die Politik zu logischen und langfristigen Entscheidungen nicht fähig. Dies ist der griechischen Regierung bewußt und deshalb wird auch nichts positiven passieren im Süd-Osten der EU...
Ich möchte das unterstreichen. Jeder, der geschäftlich mit Griechen zu tun hatte weiß um die Grundproblematik. Leider ist die Politik zu logischen und langfristigen Entscheidungen nicht fähig. Dies ist der griechischen Regierung bewußt und deshalb wird auch nichts positiven passieren im Süd-Osten der EU...
„Die Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und IWF habe die Euro-Finanzminister in der vergangenen Woche gebeten, Griechenland zwei Jahre mehr Zeit für das Erreichen der vereinbarten Sparziele zu erreichen…“
Wer’s glaubt, wird selig.Die Troika macht das, was ihre "Bosse" wollen. Auch wenn es teuer wird, aber man kann jetzt nur noch hoffen, dass dieses Kartenhaus bald in sich zusammenbricht. Die Erpressbarkeit Deutschlands kann nur noch auf diesem Wege durchbrochen werden. Und es hätte den großen Vorteil, dass die Hochfinanz auch endlich mal ihren „Teil“ abkriegt.
Jetzt bin ich mal gespannt, wie der Deutsche Bundestag dazu gebracht wird, diesem „dritten Rettungspaket“ für Griechenland zuzustimmen. Es wird wahrscheinlich ein großes Paket geschnürt. Inhalt: Drittes Rettungspaket für die Griechen, europäische Bankenunion und Rettungspaket für Spanien. Bis zur Unkenntlichkeit in bewährter Weise von Freshfields Bruckhaus Deringer „aufbereitet“. Die laden dann wieder zu gut honorierten „Vorträgen“ ein.
Viel wichtiger wäre,auf die Frage antworten wer soll das Geld von vielen Sparer und Anleger, zurückzahlen dass die Banken im Jahr 2008 im Sand gesetzt hatten?
Tausende von Sparer und Anleger hatten plötzlich 2/3 von ihre ersparten Gelder verloren, warum kümmert sich die Politik nicht um diesen Sparer, warum reitet sie immer noch ein Thema, dass nur eine langfristige Lösung kennt und sonst gar nicht, ist das absichtlich ?
Soll sich die Wahlkampagne nur um das Thema Griechenland und Schuldenstaaten sich drehen ?
Wie tief ist das Kulturlevel unsere Politik gefallen ?
Weitere zwei Jahre Konkursverschleppung?
Man kann schon sehr sicher darauf wetten, dass das Euro-System an der Borniertheit der Politiker zerbrechen wird. Als Anleger ziehe ich dementsprechende Konsequenzen: Keine in Euro nominierten Investments mehr.
Aber ärgern tue ich mich nicht mehr. Laut Merkel wird alles getan, um den Euro zu "retten". Auf diese Weise wird die Euro-Politik sehr berechenbar. Nimm das Schlimmste an und du bekommst Recht.
wenn die Griechen wenigstens beschließen würden, ab jetzt ihre Reeder zu besteuern? Sonst bedeutet "europäische Solidarität" doch auch, dass andere ebenfalls hoch verschuldete Länder u.a. auch für Steuerausfälle bezahlen, durch durch die Steuerbefreiung der z.T. sehr reichen griechischen Reeder entstehen.
Und was ebenso meiner Meinung nach unbedingt nötig wäre, wenn für die europäische Öffentlichkeit absolut transparent wird wie geplanten Reformen (die ja beleiben nicht das selbe sind wie nur sparen) aussehen und die die Umsetzungv vorankommt. Damit man auf Berichte angewiesen ist, die je nach politischer Intention in der einen oder anderen Richtung "hingebogen" sind.
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