SchwarzgeldSchäuble plant Steuerabkommen mit Singapur

Angeblich schieben deutsche Betrüger Schwarzgeld aus der Schweiz nach Singapur. Die Bundesregierung fordert deshalb ein neues Steuerabkommen mit der Finanzmetropole. von dpa und reuters

Das Bankenviertel in Singapur

Das Bankenviertel in Singapur  |  © Roslan Rahman/AFP/Getty Images

Die Bundesregierung will den Steuerbetrug mit einem neuen Abkommen mit Singapur eindämmen. Finanzminister Wolfgang Schäuble möchte am Sonntag kommender Woche in dem südostasiatischen Stadtstaat über ein neues Auskunftsabkommen verhandeln. Die Regierung wolle dadurch mehr Informationen über nach Singapur verschobenes deutsches Schwarzgeld erhalten, berichtet die Bild .

Hintergrund der Überlegung ist das Steuerabkommen mit der Schweiz . Nach früheren Medienberichten sollen Schweizer Banken deutschen Steuerbetrügern helfen, Vermögen noch vor Inkrafttreten des geplanten Steuerabkommens Anfang 2013 nach Fernost zu verschieben . Die Schweizer Großbank UBS wies diese Vorwürfe stets zurück.

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Die Bundesregierung hat nach eigener Aussage bisher allerdings keine Hinweise auf ein solches Vorgehen. Gleichzeitig gibt es aber auch keine Informationen über die Höhe der in Singapur verwalteten Vermögen beziehungsweise Geldtransfers deutscher Steuerpflichtiger in die asiatische Finanzmetropole.

Singapur hat kein Interesse an Schwarzgeld

Zwar besteht bereits seit 2004 ein Abkommen mit Singapur, dass den gegenseitigen Auskunftsaustausch in Steuersachen regelt. Dieses Abkommen beschränkt sich aber auf Personen, die entweder in Deutschland oder Singapur ansässig sind.

Die Voraussetzungen für ein Abkommen mit Singapur werden in deutschen Regierungskreisen positiv eingeschätzt: Das Land verfolge eine "Weißgeld-Strategie", hieß es dort. Nach dieser Einschätzung hat der Staat kein Interesse daran, unversteuertes Schwarzgeld anzuziehen. Das entspricht der offiziellen Linie Singapurs. Im August hatte die dortige Finanzaufsicht erklärt, keine Zuflüsse von Schwarzgeld ins eigene Finanzsystem zu tolerieren.

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Leserkommentare
    • TDU
    • 06. Oktober 2012 15:00 Uhr

    Nicht schlecht. Für die Kavallerie wäre es sehr weit und lang auch wenn man die Pferde jetzt schon satteln würde. Im übrigen kann man nicht auf Schweizer Gemütlichkeit hoffen bei einer entsprechenden Drohung.

    • Ullli
    • 06. Oktober 2012 15:40 Uhr

    Da bin ich sehr skeptisch, wenn behauptet wird: "Im August hatte die dortige Finanzaufsicht erklärt, keine Zuflüsse von Schwarzgeld ins eigene Finanzsystem zu tolerieren."
    Das ist offensichtlich nur eine Zweckbehauptung. In Wirklichkeit kümmern sich die Banken in Singapur nicht um die Herkunft des eingezahlten Kapitals.
    Insofern sehe ich den Besuch von Finanzminister Schäuble in Singapur als wenig erfolgversprechend an.
    Die deutsche Regierung will durch ein Auskunftsabkommen mehr Informationen über nach Singapur verschobenes deutsches Schwarzgeld erhalten.
    Die Ankündigung soll bei den deutschen Wählern den Eindruck erwecken, dass auch die CDU/CSU die Steuerhinterziehung durch Kapitalanlagen in der Schweiz und in Singapur bekämpfen will. Offenbar soll Steinbrück, der auf diesem Feld deutlich punkten kann, in die Defensive gedrängt werden. Ich vertraue in dieser Hinsicht Steinbrück erheblich mehr als Schäuble zu.

  1. >> Die Bundesregierung will den Steuerbetrug mit einem neuen Abkommen mit Singapur eindämmen. <<

    ... Abkommen mit der Schweiz als Muster dient, können deutsche Steuerhinterzieher jetzt schon mit einer Billiglösung bei Wahrung ihrer Anonymität rechnen.

  2. ...sollten wir Steuerkriminelle und Betrüger jagen, mit hohen Strafen und Entzug der Tatwerkzeuge, in diesem Fall des gesamten Kapitals, bestrafen, und dem Entzug jeglicher öffentlicher Ämter und den Zulassungen für Dienste höherer Art wie z.B. Approbationen, Anwalts-,Steuerberater-oder Banklizenzen - auf Lebenszeit.

    • tja_ja
    • 08. Oktober 2012 10:19 Uhr

    Diese Frühauskunft dürfte ganz hilfreich sein sich schon mal für den Fall einer Umsetzung nach neuen Standorten umzuschauen. Vielen Dank dem Finanzminister, dass dieser sich so kooperativ zeigt. Anstatt generell von allen Staaten das gleiche zu verlangen, bleiben so immer Lücken offen. Im Notfall bleibt ja immer noch die Kirche, die Geld nicht schmäht, ob schwarz ob weiß. Im rein waschen von schwarzen Schafen kennen die sich ja seit über 2000 Jahren bestens aus.
    Noch ein Grund Kirchensteuer zu zahlen und nicht auszutreten (womöglich der beste und einzige).

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
  • Schlagworte Bundesregierung | Wolfgang Schäuble | Bank | Finanzminister | Information | Vermögen
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