Menschen vor dem Arbeitsamt in Madrid, Spanien © Andrea Comas/Reuters

Die Arbeitslosenquote in Spanien hat einen Rekordwert erreicht. Im dritten Quartal stieg die Quote um 0,4 auf 25,02 Prozent, wie die spanische Statistikbehörde mitteilte. 5,78 Millionen Menschen in Spanien waren demnach ohne Arbeit, 85.000 mehr als im zweiten Quartal. Die Zahl der Haushalte, in denen alle Mitglieder keinen Job haben, stieg auf 1,74 Millionen – das ist ein Zehntel aller Haushalte im Land.

Experten zufolge könne sich die Beschäftigungslage angesichts der strikten Sparvorgaben der Regierung und der anhaltenden Rezession noch weiter verschlechtern . Spanien hat derzeit die zweithöchste Arbeitslosenquote in der Europäischen Union. Nur in Griechenland liegt die Quote noch höher.

Spanien erlebt derzeit zum zweiten Mal innerhalb der vergangenen drei Jahre eine Rezession und hat massive finanzielle Schwierigkeiten. Auch das Bankensystem muss neu strukturiert werden, was bis zu 60 Milliarden Euro kosten soll. Das Geld dafür wird von der Euro-Gruppe bereitgestellt. Mehrfach waren angesichts der schlechten Lage viele Spanier in den vergangenen Monaten zu Protesten gegen die Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy auf die Straße gegangen.

Rajoy plant weitere Sparmaßnahmen, die aus Sicht der Gewerkschaften die Wirtschaft beeinträchtigen und das Sozialsystem bedrohen. Sie haben deshalb für den 14. November zu einem Generalstreik aufgerufen.