Kohlearbeiter in Indien © Noah Seelam/AFP/GettyImages

Unternehmen, die Steinkohle nach Deutschland einführen, sollen künftig offenlegen, woher sie den Rohstoff beziehen. Das verlangt die Grünen-Fraktion in ihrem Antrag "Mehr Transparenz bei Steinkohleimporten", den sie noch im Oktober in den Bundestag einbringen will. Die Regierung solle zudem prüfen, welche Kontrollinstrumente und Sanktionen möglich seien.

Da die Subventionen für heimische Kohle 2018 auslaufen, werde Deutschland bald seinen kompletten Bedarf an Steinkohle aus ausländischen Vorkommen decken müssen, heißt es in dem Papier. Der Abbau werde "zunehmend lukrativer", auch für deutsche Energiekonzerne, die jetzt schon einen großen Teil der verheizten Steinkohle aus dem Ausland beziehen. Zugleich aber gebe es immer wieder Berichte über "massive Umweltverschmutzungen und Menschenrechtsverletzungen".

Zum Beispiel in Kolumbien . Der Grünen-Abgeordnete Oliver Krischer hat die Kohleregion dort vor einigen Monaten besucht. Weder gebe es in Kolumbien klare Kriterien für die Rekultivierung der Tagebaue, noch würden die umgesiedelten Menschen vernünftig entschädigt, berichtet er. Manche Unternehmen gäben sich zwar Mühe, zum Beispiel die Betreiber der Mega-Mine El Cerrejón. "Aber die anderen ziehen sich eher auf formale Positionen zurück." Sie erklärten dann lediglich, sich an die Regeln des kolumbianischen Staates zu halten. "Aber es sind internationale Konzerne, die für sich in Anspruch nehmen, nachhaltig zu handeln. Sie tragen Verantwortung für das, was sie tun."

Mehr Transparenz im Rohstoffsektor

Darauf zu warten, dass die Förderländer ihre Regeln ändern, unter denen Bodenschätze ausgebeutet werden, sei wenig sinnvoll. Krischer hält strengere Transparenzregeln für den "einzigen Weg".

Die Debatte über mehr Transparenz im Rohstoffsektor wird seit Langem geführt. Zu häufig versickern die Einnahmen aus dem Bergbau in dunkle Kanäle, fördern Korruption, zerstören die Umwelt und soziale Strukturen oder heizen Konflikte an. Die Initiative "Publish What You Pay" setzt sich schon seit einigen Jahren dafür ein, dass Bergbauunternehmen offenlegen sollen, an wen sie Geld zahlen.

Ebenso sollen Regierungen rohstoffreicher Länder im Rahmen der internationalen EITI-Transparenzinitiative Auskunft darüber geben, was sie mit den Einnahmen aus dem Bergbausektor anfangen. So will man Korruption verhindern und dafür sorgen , dass die Gelder tatsächlich zum Ausgangspunkt einer nachhaltigen Entwicklung werden.

Im Fall der Kohle sei es besonders einfach, die Handelswege nachzuvollziehen, sagt Oliver Krischer. "Bei anderen Rohstoffen, Kupfer zum Beispiel, ist die Verbindung von der Mine zum Verbraucher viel schwerer." Für die Grünen ist die Steinkohle daher nur ein Prototyp, andere Rohstoffe sollen folgen.