Bund, Länder und Kommunen können sich für das laufende Jahr auf 5,9 Milliarden Euro mehr Steuereinnahmen einstellen als bisher geplant. Das teilte das Bundesfinanzministerium mit. Demnach werden sich die Gesamteinnahmen auf gut 602 Milliarden Euro belaufen . Das größte Plus entfällt mit fast vier Milliarden Euro auf den Bund.

Die positive Dynamik der Steuereinnahmen werde sich wegen der wirtschaftlichen Entwicklung in den Jahren 2013 bis 2016 aber nicht so fortsetzen, sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ( CDU ). Die Zahlen belegten aber, dass Deutschland sich auf einem moderaten Wachstumskurs befinde.

In den folgenden Jahren kann der Staat nicht mit neuen Mehreinnahmen rechnen: Die Prognose für die Jahre 2013 bis 2016 blieb gegenüber der Mai-Schätzung unverändert.
Die Experten des Arbeitskreises Steuerschätzungen hatten die neue Prognose seit Montag in Frankfurt am Main erarbeitet.

Die rund 30 Experten aus den Finanzministerien von Bund und Ländern, der Bundesbank , des Statistikamtes und von Forschungsinstituten geben jeweils im Frühjahr und im Herbst eine Prognose für die Einnahmen aller staatlichen Ebenen ab. Ihre Berechnungen sind die Basis für die Haushaltsaufstellung. In den vergangenen Jahren waren die Prognosen dank der überraschend starken Konjunktur wiederholt nach oben korrigiert worden. Mittlerweile zeichnet sich aber ein schwächeres Wachstum ab.