Stromkunden in Deutschland müssen im kommenden Jahr mit kräftigen Preiserhöhungen rechnen. "Die Ökostrom-Umlage wird für 2013 wohl über fünf Cent liegen", sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, der Süddeutschen Zeitung.

Nach 3,6 Cent in diesem Jahr wäre das ein Anstieg von rund 50 Prozent. "Auch die Netzentgelte werden in Zukunft höher ausfallen, denn wir müssen in Stromleitungen investieren", kündigte Homann an.

Nach einem nur knapp verhinderten Blackout im vergangenen Winter hält Homann die Probleme bei der Versorgungssicherheit in Deutschland noch nicht für gelöst. "Die Gefahr eines Engpasses besteht." Vor allem in Süddeutschland könnten in Extremsituationen Kraftwerke fehlen.

Altmaier ruft zu Stromspar-Initiative auf

Auch um die Gefahr eines Stromausfalls abzumildern, ruft Bundesumweltminister Peter Altmaier zu einer Stromspar-Initiative auf. Der CDU-Politiker hat Verbraucherschützer und Vertreter der Energiebranche zu einem runden Tisch eingeladen, um über eine Ausweitung kostenloser Energieberatungen zu sprechen.

Im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist festgelegt, dass die Umlage zur Förderung von Ökostrom stark wachsen soll. Erwartet wird, dass die auf den Strompreis aufgeschlagenen Förderkosten bei einem Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden von 125 auf bis zu 185 Euro pro Jahr steigen können. Da noch die Mehrwertsteuer dazukommt, ist mit deutlich steigenden Strompreisen zu rechnen.

Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin nannte die geplante Stromspar-Initiative reine Symbolpolitik. "Was nützt es, wenn der Arbeitslosengeld-II-Bezieher lernt, wie er seine Energiekosten senken kann, wenn im gleichen Atemzug die Energieverschwendung woanders steuerlich begünstigt wird", sagte Trittin.

Die Ausnahmen für energieintensive Betriebe bei der EEG-Umlage müssen von den Verbrauchern mitgetragen werden. Trittin sagte aber, es gehe längst nicht mehr nur um die energieintensive Industrie.