WirtschaftskriseAmerikas Illusion von ewigem Wachstum

Die Krise sei kurz, sagt Barack Obama. Er verspricht Arbeitsplätze, Investitionen, Konjunkturanreize – kurz: Wachstum. Doch das Dogma gerät ins Wanken.

Das Werk von General Motors in Detroit-Hamtramck

Das Werk von General Motors in Detroit-Hamtramck

Mitt Romney verspricht es den Amerikanern, und Barack Obama sowieso: Wachstum, Wachstum, Wachstum. Beide Präsidentschaftskandidaten beteuern Tag für Tag in ihren Wahlkampfauftritten, dass sie für mehr Arbeitsplätze und einen höheren Lebensstandard in Amerika sorgen werden.

Doch das könne schwieriger werden, als den Politikern bewusst ist. Davon zumindest ist der US-Ökonom Robert Gordon überzeugt. Der Professor an der renommierten Northwestern University in Evanston bei Chicago prophezeit: Die Zeiten des hohen Wirtschaftswachstums sind in den USA ein für alle Mal vorbei. Wer nicht zum reichsten einen Prozent der Amerikaner gehöre, dürfe sich auf Jahrzehnte der Stagnation einstellen – unabhängig davon, ob Obama oder Romney die Wahl am 6. November gewinnt.

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Eine Reihe von Faktoren führten dazu, dass das langfristige Wirtschaftswachstum in den USA auf unter ein Prozent pro Jahr fallen werde. Damit wäre es nur noch halb so hoch wie in den vergangenen 150 Jahren, schreibt Gordon in einem Arbeitspapier mit dem Titel "Is U.S. Economic Growth Over?".

Darin stellt er eine zentrale Annahme der modernen Wachstumstheorie infrage: Dass Wirtschaftswachstum ein quasi automatischer Bestandteil unserer Volkswirtschaften ist. "Vor 1750 gab es quasi gar kein Wachstum", betont der Forscher. "Daraus folgt: Es gibt keine Garantie, dass das Wachstum unendlich andauern wird."

Vor einem Jahr hatte bereits Tyler Cowen eine ähnliche These aufgestellt. In Zukunft werde es deutlich schwieriger, mit technischen Innovationen den Lebensstandard weiter anzuheben, schrieb der Professor an der George Mason University in seinem Buch "The Great Stagnation". "Wir leben auf einem technologischen Plateau."

Die Demographie wird das Wachstum bremsen

Ähnlich argumentiert Gordon. Er erklärt den gewaltigen Wachstumsschub, den die westliche Welt in den vergangenen zweieinhalb Jahrhunderten erlebt hat, mit den verschiedenen Phasen der industriellen Revolution: der Erfindung von Dampfmaschine und Eisenbahn (1750 bis 1830), der Entdeckung der Elektrizität, der Erfindung des Verbrennungsmotors und der modernen Chemie (1870 bis 1900) sowie dem Siegeszug von Computern und Internet seit 1960.

Die Phase Ende des 19. Jahrhunderts sei für das Wachstum besonders wichtig gewesen. Sie habe eine Ära mit hohem Produktivitätswachstum angestoßen, die von 1890 bis 1972 andauerte. Die IT-getriebene Innovationswelle habe dagegen nur einen kurzen Wachstumsschub ausgelöst – von 1996 bis 2004.

Statt der nächsten Welle der industriellen Revolution sieht Gordon eine Reihe von Faktoren, die das US-Wachstum bremsen, darunter die Demografie, die wachsenden Umweltprobleme, die hohe Verschuldung von Privathaushalten und Staat und Schwächen im Bildungssystem. Der Handlungsspielraum der Politik sei eingeschränkt. "Einige dieser Bremsfaktoren sind unabänderlich", betont Gordon.

Obama und Romney sollten den Mund nicht zu voll nehmen.

Erschienen im Handelsblatt

 
Leserkommentare
    • porph
    • 15.10.2012 um 18:54 Uhr

    Ziemlich erstaunlich, was man in diesem Artikel liest. Einiges davon klingt auch so, als sei man sich nicht ganz den zukünftigen Möglichkeiten bewusst, was die Technologie angeht. Es gab immer technologischen Fortschritt, und er wurde bislang IMMER schneller. In gewissem Maße ist der technologische Fortschritt ein exponentieller Prozess: Neue Erfindungen ermöglichen immer weitere neue Erfindungen. Ohne Industrialisierung hätte es keine Elektrizität gegeben, ohne Elektrizität keine Computer, und so weiter.

    Zu sagen, dass der Einfluss z.B. der Industrialisierung "seit 1972" nachgelassen hat und der der IT "seit 2004", ist vermessen bis lächerlich. Gerade die IT hat zu so vielen Booms geführt, die nur sekundär und daher für den Laien eventuell nicht direkt ersichtlich sind (merke: die Entwicklung der IT hört nicht auf, nur weil jetzt in jedem Haushalt ein PC steht).

    Nur ein konkretes Beispiel: Die IT-Revolution hat die gesamte medizinisch-biologische Forschung revolutioniert (z.B. Sequenzdatenbanken, Sequenzierungsprojekte, "-omics"), und tut dies noch heute, in einem immer schnelleren Ausmaß. Diese Beschleunigung der Wissenschaft wird gleichsam zur Beschleunigung von z.B. medizinischen Möglichkeiten führen.

    Natürlich hat das Wachstum irgendwann ein Ende, wenn die Ressourcen ausgehen und der Mensch sich durch Überbevölkerung selbst zerstört. Das hat aber absolut nichts damit zu tun, dass ein technologisches Plateau erreicht wäre...

    5 Leserempfehlungen
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    Ca. 2000 Jahre lang war das doch eher übersichtlich.

    SO ungefähr argumentiert der Verfasser doch auch: Wachstum ist kein Naturgesetz, denn früher gab es auch kein Wachstum.

    Nur liegen diese Zeiten natürlich ausserhalb der Erfahrungswelt jedes heute lebenden Menschen.

    Also glauben manche, dass es schon IMMER so war.
    Ich persönlich glaube auch, dass es technologischen Fortschritt geben wird.

    Erfahrungsgemäß sorgt dieser aber seit geraumer Zeit für eine Reduzierung der Arbeitskräfte.

    Betraf die Automatisierung vorerst hauptsächlich den produzierenden Sektor, las ich unlängst, das auch Bürotätigkeiten in absehbarer Zeit von Computern erledigt werden können.

    Was macht man dann mit den ganzen Menschen?

    Die meisten Leute glauben ja noch an eine Arbeitsgesellschaft.

    Es wäre schön, wenn der kulturelle und soziale Fortschritt mit dem technischen mithielte.

    Vermutlich wird man sich erst nach dem 3. Weltkrieg eines besseren besinnen - falls das dann noch möglich ist.

    Wem wollen Sie so viele Sequenzdatenbanken verkaufen, dass dieser Verkauf das Wirtschaftswachstum der USA in irgendeiner spürbaren Weise anhebt? Herrgottnochmal, es muss sich doch langsam mal rumgesprochen haben, dass die Menschehit, insbesondere der Westen, das Wachstumsdogma relativieren und reformieren muss. Es wird vermutlich immer Bereiche geben, die wachsen - aber von denen kann man nicht mehr die gesamte Volkswirtschaft abhängig machen! Ich bin ja kein Wachstumsgegner, nur ein Gegner davon, dass dieses mantraähnlich wiederholte Wort über Wohl und Wehe ganzer Länder und großer Teile der Menschheit entscheidet. Wachstum und Volkswirtschaft müssen voneinander entkoppelt werden - gibt es Wirtschaftswachstum, okay. Gibt es keins, sollte die Wirtschaft dennoch funktionieren.
    Selbstverständlich ist ein technologisches Plateau erreicht. Es gibt Wachstum in Sparten, differenziertes Wachstum sozusagen. Nach dem herkömmlichen Wachstumsdogma hätten wir bereits den Mars kolonisieren müssen - oder wären frisch dabei. Was glauben Sie, warum das nicht passiert ist? Weil es nicht endlos höher und weiter geht, weil "Fortschritt" ein moderner Mythos ist. Wir hatten 250 Jahre Ausnahmezeit. Wird Zeit, sich wieder an normale Verhältnisse zu gewöhnen!

    @porph
    -->Natürlich hat das Wachstum irgendwann ein Ende, wenn die Ressourcen ausgehen und der Mensch sich durch Überbevölkerung selbst zerstört. Das hat aber absolut nichts damit zu tun, dass ein technologisches Plateau erreicht wäre...<--

    Mit was denn sonst??

    >> Es gab immer technologischen Fortschritt, und er wurde bislang IMMER schneller. In gewissem Maße ist der technologische Fortschritt ein exponentieller Prozess: Neue Erfindungen ermöglichen immer weitere neue Erfindungen. Ohne Industrialisierung hätte es keine Elektrizität gegeben, ohne Elektrizität keine Computer, und so weiter. >>

    Fortschritt ja, auf der einen Seite durch exorbitant steigenden Verbrauch billiger, fossiler Energie (bis in die 1970er), auf der anderen Seite durch Rationalisierungsprozesse (ab den 1970er) die mehr Erwerbsarbeitplätze abschaffen als neue produzieren.
    Warum glauben Sie, haben die Finanztransaktionsspäre und andere "innovative" Dienstleistungen so zugenommen?
    Der technische Fortschritt verunmöglicht zunehmend die Kapitalverwertung, an Stelle von realer Produktion tritt ersatzweise Betrug um die Illusion von wirtschaftlichen Wachstum aufrecht zu erhalten.
    Was den Kapitalismus auch zu einem so wenig zukunftsfähigen Gesellschaftsmodell macht...

    Siehe auch:
    http://www.heise.de/tp/ar...

    Ziemlich erstaunlich, was man in diesem Artikel liest. Einiges davon klingt auch so, als sei man sich nicht ganz den zukünftigen Möglichkeiten bewusst, was die Technologie angeht. Es gab immer technologischen Fortschritt, und er wurde bislang IMMER schneller.

    Keiner hat die technologische Weiterentwicklung in Frage gestellt, aber bringt/brachte sie auch immer automatisch und langfristig mehr Wachstum? In einzelnen Bereichen, spricht in wenigen Händen, sicherlich, aber auch die USA vermehrt sich weiter und immer mehr menschl. Arbeitskraft wird/wurde durch moderne Technologie wegrationalisiert. Ob das 1% Kapitalbesitz einen weiteren Wachstum bewerkstelligen kann, wage ich zu bezweifeln.

    • Karl63
    • 16.10.2012 um 10:39 Uhr

    ist ein sehr deutliches Beispiel dafür, wie sich die Dinge durch die Globalisierung verändert haben.
    Als Steve Jobs ein Unternehmen namens "Apple" (mit) begründet hat, war es noch ganz selbstverständlich, dass die Produkte noch komplett in den USA gefertigt wurden.
    Heute ist Apple (wieder) ein wirtschaftlich sehr erfolgreiches Unternehmen, aber in den USA ist lediglich noch Forschung und Entwicklung beheimatet. Gefertigt wird heute dort wo es am billigsten ist und dies dann unter Arbeitsbedingungen, die einen sehr deutlichen Kontrast zu dem "Edel - Image" der Markt bilden.
    Wobei Apple nur ein Beispiel von vielen dafür ist, wie die US-Amerikanische Wirtschaft Arbeitsplätze nach Mexiko oder Asien exportiert hat. Es mangelt nicht an Konzepten, um gute Ideen in neue und innovative Produkte umzusetzen, sondern an der Fähigkeit im eigenen Land effizient und rational zu fertigen.
    Die Deutsche Wirtschaft hat den Trend zum Export von Arbeitsplätzen mittlerweile umgekehrt, aber so recht glücklich sind wir damit auch nicht - Stichwort prekäre Beschäftigung.

    Ca. 2000 Jahre lang war das doch eher übersichtlich.

    SO ungefähr argumentiert der Verfasser doch auch: Wachstum ist kein Naturgesetz, denn früher gab es auch kein Wachstum.

    Nur liegen diese Zeiten natürlich ausserhalb der Erfahrungswelt jedes heute lebenden Menschen.

    Also glauben manche, dass es schon IMMER so war.
    Ich persönlich glaube auch, dass es technologischen Fortschritt geben wird.

    Erfahrungsgemäß sorgt dieser aber seit geraumer Zeit für eine Reduzierung der Arbeitskräfte.

    Betraf die Automatisierung vorerst hauptsächlich den produzierenden Sektor, las ich unlängst, das auch Bürotätigkeiten in absehbarer Zeit von Computern erledigt werden können.

    Was macht man dann mit den ganzen Menschen?

    Die meisten Leute glauben ja noch an eine Arbeitsgesellschaft.

    Es wäre schön, wenn der kulturelle und soziale Fortschritt mit dem technischen mithielte.

    Vermutlich wird man sich erst nach dem 3. Weltkrieg eines besseren besinnen - falls das dann noch möglich ist.

    Wem wollen Sie so viele Sequenzdatenbanken verkaufen, dass dieser Verkauf das Wirtschaftswachstum der USA in irgendeiner spürbaren Weise anhebt? Herrgottnochmal, es muss sich doch langsam mal rumgesprochen haben, dass die Menschehit, insbesondere der Westen, das Wachstumsdogma relativieren und reformieren muss. Es wird vermutlich immer Bereiche geben, die wachsen - aber von denen kann man nicht mehr die gesamte Volkswirtschaft abhängig machen! Ich bin ja kein Wachstumsgegner, nur ein Gegner davon, dass dieses mantraähnlich wiederholte Wort über Wohl und Wehe ganzer Länder und großer Teile der Menschheit entscheidet. Wachstum und Volkswirtschaft müssen voneinander entkoppelt werden - gibt es Wirtschaftswachstum, okay. Gibt es keins, sollte die Wirtschaft dennoch funktionieren.
    Selbstverständlich ist ein technologisches Plateau erreicht. Es gibt Wachstum in Sparten, differenziertes Wachstum sozusagen. Nach dem herkömmlichen Wachstumsdogma hätten wir bereits den Mars kolonisieren müssen - oder wären frisch dabei. Was glauben Sie, warum das nicht passiert ist? Weil es nicht endlos höher und weiter geht, weil "Fortschritt" ein moderner Mythos ist. Wir hatten 250 Jahre Ausnahmezeit. Wird Zeit, sich wieder an normale Verhältnisse zu gewöhnen!

    @porph
    -->Natürlich hat das Wachstum irgendwann ein Ende, wenn die Ressourcen ausgehen und der Mensch sich durch Überbevölkerung selbst zerstört. Das hat aber absolut nichts damit zu tun, dass ein technologisches Plateau erreicht wäre...<--

    Mit was denn sonst??

    >> Es gab immer technologischen Fortschritt, und er wurde bislang IMMER schneller. In gewissem Maße ist der technologische Fortschritt ein exponentieller Prozess: Neue Erfindungen ermöglichen immer weitere neue Erfindungen. Ohne Industrialisierung hätte es keine Elektrizität gegeben, ohne Elektrizität keine Computer, und so weiter. >>

    Fortschritt ja, auf der einen Seite durch exorbitant steigenden Verbrauch billiger, fossiler Energie (bis in die 1970er), auf der anderen Seite durch Rationalisierungsprozesse (ab den 1970er) die mehr Erwerbsarbeitplätze abschaffen als neue produzieren.
    Warum glauben Sie, haben die Finanztransaktionsspäre und andere "innovative" Dienstleistungen so zugenommen?
    Der technische Fortschritt verunmöglicht zunehmend die Kapitalverwertung, an Stelle von realer Produktion tritt ersatzweise Betrug um die Illusion von wirtschaftlichen Wachstum aufrecht zu erhalten.
    Was den Kapitalismus auch zu einem so wenig zukunftsfähigen Gesellschaftsmodell macht...

    Siehe auch:
    http://www.heise.de/tp/ar...

    Ziemlich erstaunlich, was man in diesem Artikel liest. Einiges davon klingt auch so, als sei man sich nicht ganz den zukünftigen Möglichkeiten bewusst, was die Technologie angeht. Es gab immer technologischen Fortschritt, und er wurde bislang IMMER schneller.

    Keiner hat die technologische Weiterentwicklung in Frage gestellt, aber bringt/brachte sie auch immer automatisch und langfristig mehr Wachstum? In einzelnen Bereichen, spricht in wenigen Händen, sicherlich, aber auch die USA vermehrt sich weiter und immer mehr menschl. Arbeitskraft wird/wurde durch moderne Technologie wegrationalisiert. Ob das 1% Kapitalbesitz einen weiteren Wachstum bewerkstelligen kann, wage ich zu bezweifeln.

    • Karl63
    • 16.10.2012 um 10:39 Uhr

    ist ein sehr deutliches Beispiel dafür, wie sich die Dinge durch die Globalisierung verändert haben.
    Als Steve Jobs ein Unternehmen namens "Apple" (mit) begründet hat, war es noch ganz selbstverständlich, dass die Produkte noch komplett in den USA gefertigt wurden.
    Heute ist Apple (wieder) ein wirtschaftlich sehr erfolgreiches Unternehmen, aber in den USA ist lediglich noch Forschung und Entwicklung beheimatet. Gefertigt wird heute dort wo es am billigsten ist und dies dann unter Arbeitsbedingungen, die einen sehr deutlichen Kontrast zu dem "Edel - Image" der Markt bilden.
    Wobei Apple nur ein Beispiel von vielen dafür ist, wie die US-Amerikanische Wirtschaft Arbeitsplätze nach Mexiko oder Asien exportiert hat. Es mangelt nicht an Konzepten, um gute Ideen in neue und innovative Produkte umzusetzen, sondern an der Fähigkeit im eigenen Land effizient und rational zu fertigen.
    Die Deutsche Wirtschaft hat den Trend zum Export von Arbeitsplätzen mittlerweile umgekehrt, aber so recht glücklich sind wir damit auch nicht - Stichwort prekäre Beschäftigung.

  1. ...kann unendlich lange andauern in einer endlichen Welt, ist entweder ein Verrückter - oder ein Ökonom". (Boulding, Kenneth,E., amerik. Ökonom, 1910-1993)

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  2. Ca. 2000 Jahre lang war das doch eher übersichtlich.

    SO ungefähr argumentiert der Verfasser doch auch: Wachstum ist kein Naturgesetz, denn früher gab es auch kein Wachstum.

    Nur liegen diese Zeiten natürlich ausserhalb der Erfahrungswelt jedes heute lebenden Menschen.

    Also glauben manche, dass es schon IMMER so war.
    Ich persönlich glaube auch, dass es technologischen Fortschritt geben wird.

    Erfahrungsgemäß sorgt dieser aber seit geraumer Zeit für eine Reduzierung der Arbeitskräfte.

    Betraf die Automatisierung vorerst hauptsächlich den produzierenden Sektor, las ich unlängst, das auch Bürotätigkeiten in absehbarer Zeit von Computern erledigt werden können.

    Was macht man dann mit den ganzen Menschen?

    Die meisten Leute glauben ja noch an eine Arbeitsgesellschaft.

    Es wäre schön, wenn der kulturelle und soziale Fortschritt mit dem technischen mithielte.

    Vermutlich wird man sich erst nach dem 3. Weltkrieg eines besseren besinnen - falls das dann noch möglich ist.

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  3. Gordon, der wachstumsskeptische Volkswirt, hat seine Ideen zwar unter dem Titel US-zentrischen Titel "Is U.S. Economic Growth Over?" veröffentlicht, aber seine Thesen enthalten nichts, was spezifisch für die USA ist; wenn sie zutreffen, dann treffen sie für alle Industrieländer zu. Und für die Entwicklungsländer treffen sie nur insoweit noch nicht zu, wie diese den Entwicklungsvorsprung der Industrieländer noch aufholen.

    Es geht hier also nicht, wie die Überschrift suggeriert, um "Amerikas Illusion", sondern um die Illusion aller Industrieländer, dass unser Wachstum ewig so weiterginge.

    Interessante Thesen, aber ob sie stimmen, weiß natürlich keiner. Vielleicht kommt jetzt die Zeit, in der die Menschen lernen, nicht nur physikalische und chemische, sondern auch biologische Prozesse zu steuern. Wenn erstmal Bakterien unsere Häuser bauen und biologische Energiespeicher entstehen, die im Sommer Sonnenlicht aufnehmen und im Winter bei konstant 22,5 Grad Celsius Wärme zur Heizung abgeben, dann kann sich Gordon zusammen mit den anderen Wachstumspessimisten im Grabe umdrehen.

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    • FloH48
    • 15.10.2012 um 19:22 Uhr

    bitte das Potential für einen weiteren ach so großen Wachstumsschub? Und selbst wenn wieso muss man sich ständig etwas neues suchen wo man doch eigentlich schon alles hat? Wozu muss man von Wohlstand zu noch mehr Wohlstand gelangen?
    Ich finde nicht nur den Glauben, sondern vielmehr auch die Erwartung eines immerwährenden Wachstums absolut falsch.

    • politz
    • 15.10.2012 um 19:27 Uhr

    Der technologische Fortschritt ist nie zuende. Trotzdem kann er in eine Phase eintreten, in der er nur noch für partielle und sehr langsame Verbesserungen sorgt. Wenn das Produktivitätswachstum dadurch auf 0,25 Prozent pro Jahr absinkt, sind dies stagnationsähnliche Zustände. Auch wenn wir sagen, fünf Jahre schaffen wir noch hohe Wachstumsraten, muss man sich trotzdem fragen, was danach kommt.

    Natürlich kann eine Wirtschaft auch einfach stagnieren. Davon geht sie nicht unter, wenn halt keine Produktivitätsfortschritte mehr erzielt werden. Dann sorgt Stagnation auch nicht für Arbeitslosigkeit. Aber es geht um den gesellschaftlichen Aspekt des Ganzen: Was heißt es, wenn keine Entwicklung mehr stattfindet? Das ist sicher unproblematisch, wenn die Menschen in Armut leben und um ihr Überleben kämpfen müssen. Dann ist das zwar bedauerlich, aber die Gesellschaft fliegt deshalb nicht auseinander.

    Aber Stagnation auf einem Niveau hohen Wohlstands über einen längeren Zeitraum hinweg hat es meiner Kenntnis nach nicht gegeben. Wir kennen dies Ende manch eines antiken Gesellschaftssystems. Es heißt, das Römische Reich sei nach einer Phase des Wohlstands zusammengebrochen. In kleinerem Maßstab passierte das auch in jüngerer Zeit, wenn die Aufstiegsmobilität nachließ und die Eliten sich schön eingerichtet hatten (wie beim Zusammenbruch der DDR).

    Rein theoretisch müsste man allen Wissensstand wieder auslöschen und die Fabriken ausreißen, damit man noch einmal von vorne anfangen kann.

    • FloH48
    • 15.10.2012 um 19:22 Uhr

    bitte das Potential für einen weiteren ach so großen Wachstumsschub? Und selbst wenn wieso muss man sich ständig etwas neues suchen wo man doch eigentlich schon alles hat? Wozu muss man von Wohlstand zu noch mehr Wohlstand gelangen?
    Ich finde nicht nur den Glauben, sondern vielmehr auch die Erwartung eines immerwährenden Wachstums absolut falsch.

    • politz
    • 15.10.2012 um 19:27 Uhr

    Der technologische Fortschritt ist nie zuende. Trotzdem kann er in eine Phase eintreten, in der er nur noch für partielle und sehr langsame Verbesserungen sorgt. Wenn das Produktivitätswachstum dadurch auf 0,25 Prozent pro Jahr absinkt, sind dies stagnationsähnliche Zustände. Auch wenn wir sagen, fünf Jahre schaffen wir noch hohe Wachstumsraten, muss man sich trotzdem fragen, was danach kommt.

    Natürlich kann eine Wirtschaft auch einfach stagnieren. Davon geht sie nicht unter, wenn halt keine Produktivitätsfortschritte mehr erzielt werden. Dann sorgt Stagnation auch nicht für Arbeitslosigkeit. Aber es geht um den gesellschaftlichen Aspekt des Ganzen: Was heißt es, wenn keine Entwicklung mehr stattfindet? Das ist sicher unproblematisch, wenn die Menschen in Armut leben und um ihr Überleben kämpfen müssen. Dann ist das zwar bedauerlich, aber die Gesellschaft fliegt deshalb nicht auseinander.

    Aber Stagnation auf einem Niveau hohen Wohlstands über einen längeren Zeitraum hinweg hat es meiner Kenntnis nach nicht gegeben. Wir kennen dies Ende manch eines antiken Gesellschaftssystems. Es heißt, das Römische Reich sei nach einer Phase des Wohlstands zusammengebrochen. In kleinerem Maßstab passierte das auch in jüngerer Zeit, wenn die Aufstiegsmobilität nachließ und die Eliten sich schön eingerichtet hatten (wie beim Zusammenbruch der DDR).

    Rein theoretisch müsste man allen Wissensstand wieder auslöschen und die Fabriken ausreißen, damit man noch einmal von vorne anfangen kann.

    • politz
    • 15.10.2012 um 19:14 Uhr

    Die Analyse von Robert Gordon ist in großen Teilen stimmig. Die Zeit gewaltiger Wachstumsschübe ist vorbei. Auch eine bessere Wirtschaftspolitik – die derzeit eben fehlt – würde daran nichts ändern. Mit einer besseren Wirtschaftspolitik kann man Wachstum und Vollbeschäftigung herstellen, aber keinen Technologieschub auslösen, der (durch die Produktivitätssteigerung) für anhaltend hohe Wachstumsraten sorgt.

    Weltweit bestehen umfangreiche Wachstumspotenziale nur noch dadurch, dass die Entwicklungsländer den Standard der Industrieländer erreichen. Aber ein grundsätzlich neues Niveau der Wirtschaftleistung wird dadurch nicht erreicht. Auch Möglichkeiten zur Steigerung des rein materiell gemessenen Lebensstandards selbst in den Industrieländern - über eine andere Verteilung des Einkommens. Aber dies ändert wiederum nichts an der Analyse vom allgemeinen Ende des Wachstums.

    Könnte dies nicht bedeuten, dass wir in eine völlig neue Phase eintreten oder eingetreten sind, in der erstmals kein weiteres Anwachsen des allgemeinen Wohlstands möglich ist – in der also die Entwicklung überhaupt zu Ende ist? Das ist selbst im Vergleich zu den Zeiten vor 1750, wo es kein Wachstum gegeben haben soll, etwas neues. Denn damals herrschte zwar Stagnation, doch auf einem viel niedrigeren Niveau. Und die Wachstumsphase stand eben bevor.

    Wenn mit dem Ende der Entwicklung auch das Ende grundsätzlicher gesellschaftlicher Dynamik einhergeht, bedeutet dies den Tod eines Gesellschaftssystems.

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  4. Wem wollen Sie so viele Sequenzdatenbanken verkaufen, dass dieser Verkauf das Wirtschaftswachstum der USA in irgendeiner spürbaren Weise anhebt? Herrgottnochmal, es muss sich doch langsam mal rumgesprochen haben, dass die Menschehit, insbesondere der Westen, das Wachstumsdogma relativieren und reformieren muss. Es wird vermutlich immer Bereiche geben, die wachsen - aber von denen kann man nicht mehr die gesamte Volkswirtschaft abhängig machen! Ich bin ja kein Wachstumsgegner, nur ein Gegner davon, dass dieses mantraähnlich wiederholte Wort über Wohl und Wehe ganzer Länder und großer Teile der Menschheit entscheidet. Wachstum und Volkswirtschaft müssen voneinander entkoppelt werden - gibt es Wirtschaftswachstum, okay. Gibt es keins, sollte die Wirtschaft dennoch funktionieren.
    Selbstverständlich ist ein technologisches Plateau erreicht. Es gibt Wachstum in Sparten, differenziertes Wachstum sozusagen. Nach dem herkömmlichen Wachstumsdogma hätten wir bereits den Mars kolonisieren müssen - oder wären frisch dabei. Was glauben Sie, warum das nicht passiert ist? Weil es nicht endlos höher und weiter geht, weil "Fortschritt" ein moderner Mythos ist. Wir hatten 250 Jahre Ausnahmezeit. Wird Zeit, sich wieder an normale Verhältnisse zu gewöhnen!

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    • porph
    • 15.10.2012 um 20:07 Uhr

    Ich gehe auf diesen Beitrag nochmal ein, weil ich direkt angesprochen werde. Nur 2 Punkte:

    1. Sequenzdatenbanken werden nicht verkauft (dass überhaupt so ein Satz fällt zeigt nur, dass mein Beispiel treffend gewählt war -> technologische Fortschritte und Konsequenzen werden nicht unbedingt verstanden)

    2. Dass Wachstum endlich ist, bezweifel ich nicht, ganz im Gegenteil: nach meiner Meinung wird es in absehbarer Zeit (einige Menschengenerationen) nicht nur zur Stagnation, sondern zum Kollaps kommen. Das hat aber mit der Technologie nichts zu tun. Offenbar wurde Kommentar 1 (Skepsis an der Aussage des Artikels, es wäre ein Technologieplateau erreicht) von vielen Mitkommentatoren (auch von Ihnen) einfach fehlinterpretiert, da die Unterscheidung Technologiewachstum <-> Wirtschaftswachstum nicht deutlich getroffen wurde. Zum Kern des (meiner Meinung nach erheblich wichtigen) Unterschieds siehe Beiträge 19 und 20.

    @TheWawa: wahrscheinlich haben sie nicht nur Recht, sondern es wird wegen dieser 250 Jahre demnächst zu einem aus heutiger Sicht gesehen technologischen Rückschritt kommen, da wir wesentliche Resourcen unwiederbringbar in den nächsten 50 Jahren verbraucht haben.

    Daher erleben wir gerade den dritten Weltkrieg, anders als wir ihn uns vor 30 Jahren noch vorgestellt haben. Er wird nicht mit Atom- und Chemiewaffen geführt, sondern mit Computern und Terrororganisationen, finanziert von Ultrareichen überall auf der Welt. Es ist der Endkampf um endliche Resourcen. Auf die Masse der Menschen kommt wieder viel Leid zu,

    • porph
    • 15.10.2012 um 20:07 Uhr

    Ich gehe auf diesen Beitrag nochmal ein, weil ich direkt angesprochen werde. Nur 2 Punkte:

    1. Sequenzdatenbanken werden nicht verkauft (dass überhaupt so ein Satz fällt zeigt nur, dass mein Beispiel treffend gewählt war -> technologische Fortschritte und Konsequenzen werden nicht unbedingt verstanden)

    2. Dass Wachstum endlich ist, bezweifel ich nicht, ganz im Gegenteil: nach meiner Meinung wird es in absehbarer Zeit (einige Menschengenerationen) nicht nur zur Stagnation, sondern zum Kollaps kommen. Das hat aber mit der Technologie nichts zu tun. Offenbar wurde Kommentar 1 (Skepsis an der Aussage des Artikels, es wäre ein Technologieplateau erreicht) von vielen Mitkommentatoren (auch von Ihnen) einfach fehlinterpretiert, da die Unterscheidung Technologiewachstum <-> Wirtschaftswachstum nicht deutlich getroffen wurde. Zum Kern des (meiner Meinung nach erheblich wichtigen) Unterschieds siehe Beiträge 19 und 20.

    @TheWawa: wahrscheinlich haben sie nicht nur Recht, sondern es wird wegen dieser 250 Jahre demnächst zu einem aus heutiger Sicht gesehen technologischen Rückschritt kommen, da wir wesentliche Resourcen unwiederbringbar in den nächsten 50 Jahren verbraucht haben.

    Daher erleben wir gerade den dritten Weltkrieg, anders als wir ihn uns vor 30 Jahren noch vorgestellt haben. Er wird nicht mit Atom- und Chemiewaffen geführt, sondern mit Computern und Terrororganisationen, finanziert von Ultrareichen überall auf der Welt. Es ist der Endkampf um endliche Resourcen. Auf die Masse der Menschen kommt wieder viel Leid zu,

  5. Was wird denn als Wachstum definiert? Rom als Dorf, funfhundert Jahre später Rom als Millionenstadt, das gewachsene Einkommen und Grundbesitz der Patrizier, ist das kein Wachstum? Ich habe mehr den Eindruck Zivilistionen blühten, wenn Wachstum stattfand und gingen zu Boden, wenn nicht. Also, kein Wachstum führte irgendwie nicht zu einer anderen, ebenso solchen lebenswerten Lebensweise. Wurde wohl immer übler.

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    • palmax
    • 16.10.2012 um 12:02 Uhr

    Vorkapitalistische Gesellschaften wuchsen immer nur in bestimmten Teilbereichen, und selbst in diesen nur sehr langsam. Der Kapitalismus dagegen hat Quantität und Wachstum zum Primat erhoben, weil es in ihm keine Planung gibt. Stattdessen ist die Gesellschaft auf Konkurrenz aufgebaut, und das bedeutet: Wer überleben will, muss stets schneller und mehr produzieren als als alle Anderen. Kapitalismus ist im Grunde genommen ein permanentes Wettrennen. Nur geht es dabei nicht sportlich zu. Auf den zweiten Platz steht die Todesstrafe durch Verhungern. Nur kann es eben bei jedem Wettrennen immer nur einen Besten geben, alle Anderen sind automatisch Letztplatzierte. Der Kapitalismus produziert also automatisch Verlierer, weil er nach dem "Recht des Stärkeren" geht. Und angetrieben von der Furcht, zu langsam zu arbeiten und zu produzieren, versucht jeder, immer schneller zu werden. Durch diese Angst vor dem Hungertod kommt dann der Zwang zum Wachstum zustande.

    Dieser Wachstumszwang ist aber keineswegs permanent, sondern läuft in eine quantitative Sackgasse: automatisch sinkende Wachstumsraten. Diese sinkt irgendwann so weit herab, dass die Aufrechterhaltung des gesamten Wettlaufs unmöglich wird, weil zu viele Verlierer produziert wurden, die auch durch den Gewinner nicht mehr alimentiert werden können. Und ohne mindestens zwei Läufer gibt es keinen Wettlauf. Der Kapitalismus enthält als seine eigene finale Grenze.

    Bitte lesen Sie folgenden Artikel:
    http://www.peak-oil.com/2...
    Zusammenfassung:
    Wirtschaftswachstum, bedeutet im wesentlichen Energiewachstum. Wachstum bedeutet eine jährliche Vergrößerung des Energieverbrauchs um einen fixen *Prozent*-Betrag, d.h. logarithmisches Wachstum, entsprechend Zinseszins.
    Damit verbrauchen wir, in endlichen Zeitabständen, jede vorstellbare Energiequelle (zunächst Sonneneinstrahlung auf der Erde, später die gesammte Energieproduktion der Sonne, später die der gesamten Galaxis).
    Auch die Kernfusion ist da kein Ausweg, da die Abwärme irgendwohin abgestrahlt werden muss.
    "Realistischer Weise", muss beim Energieverbrauch der Galaxis schluss sein, das wäre in 2500 Jahren der Fall.

    • palmax
    • 16.10.2012 um 12:02 Uhr

    Vorkapitalistische Gesellschaften wuchsen immer nur in bestimmten Teilbereichen, und selbst in diesen nur sehr langsam. Der Kapitalismus dagegen hat Quantität und Wachstum zum Primat erhoben, weil es in ihm keine Planung gibt. Stattdessen ist die Gesellschaft auf Konkurrenz aufgebaut, und das bedeutet: Wer überleben will, muss stets schneller und mehr produzieren als als alle Anderen. Kapitalismus ist im Grunde genommen ein permanentes Wettrennen. Nur geht es dabei nicht sportlich zu. Auf den zweiten Platz steht die Todesstrafe durch Verhungern. Nur kann es eben bei jedem Wettrennen immer nur einen Besten geben, alle Anderen sind automatisch Letztplatzierte. Der Kapitalismus produziert also automatisch Verlierer, weil er nach dem "Recht des Stärkeren" geht. Und angetrieben von der Furcht, zu langsam zu arbeiten und zu produzieren, versucht jeder, immer schneller zu werden. Durch diese Angst vor dem Hungertod kommt dann der Zwang zum Wachstum zustande.

    Dieser Wachstumszwang ist aber keineswegs permanent, sondern läuft in eine quantitative Sackgasse: automatisch sinkende Wachstumsraten. Diese sinkt irgendwann so weit herab, dass die Aufrechterhaltung des gesamten Wettlaufs unmöglich wird, weil zu viele Verlierer produziert wurden, die auch durch den Gewinner nicht mehr alimentiert werden können. Und ohne mindestens zwei Läufer gibt es keinen Wettlauf. Der Kapitalismus enthält als seine eigene finale Grenze.

    Bitte lesen Sie folgenden Artikel:
    http://www.peak-oil.com/2...
    Zusammenfassung:
    Wirtschaftswachstum, bedeutet im wesentlichen Energiewachstum. Wachstum bedeutet eine jährliche Vergrößerung des Energieverbrauchs um einen fixen *Prozent*-Betrag, d.h. logarithmisches Wachstum, entsprechend Zinseszins.
    Damit verbrauchen wir, in endlichen Zeitabständen, jede vorstellbare Energiequelle (zunächst Sonneneinstrahlung auf der Erde, später die gesammte Energieproduktion der Sonne, später die der gesamten Galaxis).
    Auch die Kernfusion ist da kein Ausweg, da die Abwärme irgendwohin abgestrahlt werden muss.
    "Realistischer Weise", muss beim Energieverbrauch der Galaxis schluss sein, das wäre in 2500 Jahren der Fall.

  6. @porph
    -->Natürlich hat das Wachstum irgendwann ein Ende, wenn die Ressourcen ausgehen und der Mensch sich durch Überbevölkerung selbst zerstört. Das hat aber absolut nichts damit zu tun, dass ein technologisches Plateau erreicht wäre...<--

    Mit was denn sonst??

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    • porph
    • 15.10.2012 um 19:51 Uhr

    Die Idee, dass Technologie und Wachstum überhaupt aneinander gekoppelt sein sollen, leuchtet mir nicht ganz ein.

    Dafür muss man erstmal definieren, was meint man überhaupt mit "Wachstum" wenn man ganz generell davon spricht? Vorschlag: Bevölkerungswachstum, steigende Lebenserwartung, steigender Lebensstandard, das alles gemittelt über die gesamte Bevölkerung. OK, über die Definition kann man trefflich streiten, aber es geht erstmal nur darum, den Unterschied zum technologischen Fortschritt festzusetzen.

    Wie ich schon schrieb, hat dieses Wachstum aber nicht PRIMÄR was mit der Technologie zu tun. Höchstens sekundär. Klar, in einem gewissen Rahmen haben technische Entwicklungen dazu geführt, dass immer mehr Menschen auf der Erde lebten und diese verhältnismässig immer mehr Wohlstand hatten (z.B. diverse Agrarrevolutionen).

    Das ist aber für die heutige Zeit nicht mehr so wahnsinnig relevant. Denn heute ist deutlich, dass in absehbarer (!!) Zeit irreversible Probleme auftreten, die ganz allgemein unseren Lebensraum als solchen betreffen. Ressourcen gehen zur Neige, die Erde wird immer heißer, der bewohnbare Lebensraum wird knapper werden. Und vor allem: Die Bevölkerung wächst immer noch exponentiell und dies KANN einfach nicht gutgehen, da alles was zum Leben nötig ist nunmal begrenzt ist.

    • porph
    • 15.10.2012 um 19:51 Uhr

    Ob Technologie da helfen kann? In den aller optimistischsten Wunschträumen wäre z.B. durch Kernfusion, Quantensprünge bei den erneuerbaren Energien oder irgendeine besonders tolle Traumtechnik auf einmal "unendlich" (in unseren Maßstäben) viel Energie da. Das würde z.B. die Abhängigkeit vom Öl relativ gut lösen, aber wozu führt das? Es wird immer mehr Menschen geben. Oder die GESAMTEN Nahrungsmittelprobleme werden durch sprunghafte Verbesserung des Agrarsektors gelöst. Wozu führt das? Es wird immer mehr Menschen geben. Und so weiter.

    Alles führt darauf hinaus: "Wachstum" wird immer dazu führen, dass die natürlichen Limitationen unseres Planeten nur umso schneller erreicht werden, bis irgendwann der Kollaps auftritt. Das ganze lässt sich als Modellsystem schön anhand einer Bakterienkultur nachvollziehen: Es gibt exponentielles Wachstum, solange Ressourcen da sind. Wenn sich die Bedingungen weiter verbessern, wird das Wachstum umso schneller. Irgendwann ist das Limit des Ökosystems erreicht, und alles kollabiert. Das wird auch mit uns geschehen, wenn wir die Limits des Ökosystems nicht sprungartig vergrößern (und wie das geschehen soll, außer die Besiedlung von anderen Planten, ist mir unklar - aber jetzt sind wir endgültig bei der Science Fiction angelangt...)

    • porph
    • 15.10.2012 um 19:51 Uhr

    Die Idee, dass Technologie und Wachstum überhaupt aneinander gekoppelt sein sollen, leuchtet mir nicht ganz ein.

    Dafür muss man erstmal definieren, was meint man überhaupt mit "Wachstum" wenn man ganz generell davon spricht? Vorschlag: Bevölkerungswachstum, steigende Lebenserwartung, steigender Lebensstandard, das alles gemittelt über die gesamte Bevölkerung. OK, über die Definition kann man trefflich streiten, aber es geht erstmal nur darum, den Unterschied zum technologischen Fortschritt festzusetzen.

    Wie ich schon schrieb, hat dieses Wachstum aber nicht PRIMÄR was mit der Technologie zu tun. Höchstens sekundär. Klar, in einem gewissen Rahmen haben technische Entwicklungen dazu geführt, dass immer mehr Menschen auf der Erde lebten und diese verhältnismässig immer mehr Wohlstand hatten (z.B. diverse Agrarrevolutionen).

    Das ist aber für die heutige Zeit nicht mehr so wahnsinnig relevant. Denn heute ist deutlich, dass in absehbarer (!!) Zeit irreversible Probleme auftreten, die ganz allgemein unseren Lebensraum als solchen betreffen. Ressourcen gehen zur Neige, die Erde wird immer heißer, der bewohnbare Lebensraum wird knapper werden. Und vor allem: Die Bevölkerung wächst immer noch exponentiell und dies KANN einfach nicht gutgehen, da alles was zum Leben nötig ist nunmal begrenzt ist.

    • porph
    • 15.10.2012 um 19:51 Uhr

    Ob Technologie da helfen kann? In den aller optimistischsten Wunschträumen wäre z.B. durch Kernfusion, Quantensprünge bei den erneuerbaren Energien oder irgendeine besonders tolle Traumtechnik auf einmal "unendlich" (in unseren Maßstäben) viel Energie da. Das würde z.B. die Abhängigkeit vom Öl relativ gut lösen, aber wozu führt das? Es wird immer mehr Menschen geben. Oder die GESAMTEN Nahrungsmittelprobleme werden durch sprunghafte Verbesserung des Agrarsektors gelöst. Wozu führt das? Es wird immer mehr Menschen geben. Und so weiter.

    Alles führt darauf hinaus: "Wachstum" wird immer dazu führen, dass die natürlichen Limitationen unseres Planeten nur umso schneller erreicht werden, bis irgendwann der Kollaps auftritt. Das ganze lässt sich als Modellsystem schön anhand einer Bakterienkultur nachvollziehen: Es gibt exponentielles Wachstum, solange Ressourcen da sind. Wenn sich die Bedingungen weiter verbessern, wird das Wachstum umso schneller. Irgendwann ist das Limit des Ökosystems erreicht, und alles kollabiert. Das wird auch mit uns geschehen, wenn wir die Limits des Ökosystems nicht sprungartig vergrößern (und wie das geschehen soll, außer die Besiedlung von anderen Planten, ist mir unklar - aber jetzt sind wir endgültig bei der Science Fiction angelangt...)

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