Endlich ist es raus. Finanzminister Wolfgang Schäuble hat in aller Öffentlichkeit gesagt, was hinter den Kulissen eigentlich schon längst entschieden ist. Deutschland wird Griechenland in der Währungsunion halten. Einen Staatsbankrott, so der Minister in Singapur , werde es nicht geben.

Das klang vor wenigen Tagen noch ganz anders. Da sagte Schäuble , wenn die Griechen sich nicht anstrengten, gebe es auch kein Geld.

Für den Kurswechsel gibt es zwei Gründe. Erstens hat die neue griechische Regierung die deutsche Bundesregierung davon überzeugt, dass man es in Athen ernst meint und die bislang versäumten Reformen umsetzen will. Und zweitens glaubt man in Berlin , dass ein Austritt Griechenlands zum jetzigen Zeitpunkt gefährlich wäre.

Griechenlands Schulden blieben auch bei einem Euro-Austritt

Ökonomisch wäre der Austritt gefährlich, weil er die Erfolge bei der Stabilisierung des Währungsraums zunichtemachen würde. Das Anleiheprogramm der Europäischen Zentralbank und die Genehmigung des Rettungsschirm ESM durch das Bundesverfassungsgericht haben dazu geführt, dass internationale Investoren allmählich wieder daran glauben, dass der Euro eine Zukunft hat. Ein möglicherweise chaotischer Exit Griechenlands würde dieses Vertrauen zerstören.

Politisch wäre er gefährlich, weil die Bundesregierung wenige Monate vor den Wahlen eingestehen müsste, dass ihre Rettungsstrategie gescheitert ist – dass die vielen Milliarden für die Griechen also zum Fenster hinausgeworfen wurden. Denn klar ist, dass das Land seine Schulden nicht mehr zurück bezahlen könnte, wenn es wieder eine eigene Währung eingeführt hätte. Schließlich würde diese Währung dramatisch an Wert verlieren, während die Schulden nach wie vor auf Euro lauten.

Die Griechen werden den Euro also behalten. Jetzt muss die Kanzlerin den Deutschen nur noch erklären, wie sie das finanzieren will. Allen ist klar, dass die bewilligten Mittel nicht ausreichen werden. Irgendwo muss also zusätzliches Geld herkommen.

Es wäre gut, wenn diese Frage bald geklärt würde.