Bundesumweltminister Peter Altmaier © Norman Rembarz/dapd

Bundesumweltminister Peter Altmaier ( CDU ) hat die geplanten Strompreiserhöhungen in Deutschland um durchschnittlich zwölf Prozent als teilweise ungerechtfertigt kritisiert. "Viele Stromversorger liegen mit ihrer Erhöhung deutlich über der Erhöhung der Erneuerbare-Energien-Umlage ", sagte Altmaier . "Das ist schwer zu verstehen, weil die Börsenstrompreise seit dem letzten Jahr auf breiter Front gesunken sind", sagte er.

Etwa drei Viertel der Stromkunden müssen vom kommenden Jahr an mehr bezahlen, denn rund 600 Versorger wollen die Preise so stark erhöhen wie nie zuvor. Altmaier forderte von den Energieversorgern mehr Transparenz bei der Strompreisbildung. Zudem bekräftigte er sein Vorhaben, die Ökoenergieförderung zu reformieren . "Wir müssen jetzt die Voraussetzungen schaffen, dass es in den Folgejahren nicht zu immer weiteren starken Strompreiserhöhungen kommt und müssen uns daher Gedanken machen über ein verlässliches Ausbautempo und eine Degression der Einspeisevergütungen", sagte Altmaier.

Es habe beim Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG ) immer mal wieder punktuelle Veränderungen gegeben. "Wir brauchen aber eine grundlegende Reform, die zehn, 15 Jahre lang hält und nicht alle vier Jahre nach Wahlen infrage gestellt wird." Deshalb arbeite er gerade an einem Konsens, der auch die Bundesländer parteiübergreifend miteinbinde.

Am Mittwochabend hatte Altmaier nach einem Runden Tisch mit Wirtschaft und Verbraucherschützern den Startschuss für ein neues Stromsparportal im Netz gegeben, auf dem sich Bürger über ihren Stromverbrauch informieren können und Tipps zum Stromsparen erhalten. In den kommenden Wochen sollen in unterschiedlichen Medien Anzeigen geschaltet werden, die mit Slogans wie "Bye-bye zu Stand-By" oder "Schluss mit den Stromfressern, die sie zum kochen bringen" für einen bewussteren Umgang mit Energie werben sollen. Altmaier sieht darin einen Beitrag, um die Kosten durch die Energiewende und den Ausbau erneuerbarer Energien für die Bürger im Rahmen zu halten . Besonders Beratungen für einkommensschwache Haushalte sollen bundesweit gestärkt werden.