Einkommensverteilung: Bundesregierung schönt Armutsbericht
Zu sozial, zu arbeitnehmerfreundlich? Die Regierung streicht Aussagen zu ungleich verteiltem Privatvermögen und zunehmender Einkommensspreizung aus ihrem Armutsbericht.
- Datum: 28.11.2012 - 08:18 Uhr
Die Bundesregierung hat nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung kritische Passagen zum Auseinanderdriften der Einkommen aus dem Entwurf ihres Armutsberichts gestrichen. Während in einer ersten Fassung des Arbeitsministeriums noch die Formulierung "die Privatvermögen in Deutschland sind sehr ungleich verteilt" aufzufinden war, fehlt die Passage in dem überarbeiteten Entwurf vom 21. November.
Auch Aussagen zur Lohnentwicklung wurden offenbar gestrichen. Getilgt wurde etwa diese Passage: "Während die Lohnentwicklung im oberen Bereich positiv steigend war, sind die unteren Löhne in den vergangenen zehn Jahren preisbereinigt gesunken. Die Einkommensspreizung hat zugenommen." Diese verletze "das Gerechtigkeitsempfinden der Bevölkerung" und könne "den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährden". Stattdessen heißt es nun lediglich, es sei "kritisch zu sehen", dass für manche Alleinstehende ein Vollzeitjob nicht für die Sicherung ihres Lebensunterhalts reicht. Gleichzeitig wird darauf verwiesen, dass im unteren Lohnbereich viele Vollzeitjobs entstanden seien.
Auch die Information, dass im Jahr 2010 in Deutschland knapp mehr als vier Millionen Menschen für weniger als sieben Euro brutto die Stunde arbeiteten, wurde aus dem Bericht gestrichen.
"Ein ganz normaler Vorgang"
Die erste Fassung war im Arbeitsministerium von Ursula von der Leyen (CDU) geschrieben und dann im September den anderen Ressorts vorgelegt worden. Bereits zu dem Zeitpunkt hatte es wegen des Textes in der Koalition Streit gegeben, weil ein Satz als Plädoyer für eine Vermögenssteuer verstanden worden war.
Die Süddeutsche Zeitung zitiert den FDP-Vorsitzenden und Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler, der Bericht habe nicht "der Meinung der Bundesregierung" entsprochen. Ein Ministeriumssprecher sagte, es habe bei der Ressortabstimmung Veränderungswünsche gegeben. Dies sei "ein ganz normaler Vorgang".






Die Lohneinkommen der Deutschen sind wieder gleicher verteilt als noch vor wenigen Jahren. Zuvor hatte sich die „Lohnschere“ viele Jahre geöffnet. Das geht aus einer Studie hervor, die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW)veröffentlicht hat.
Den „Höhepunkt“ erreichte die politisch oft kritisierte Ungleichverteilung der Löhne demnach 2005. Seitdem kehre sich der Trend langsam wieder um, geht aus der Studie hervor. Während die realen Haushaltseinkommen von 2005 bis 2010 deutlich stiegen, habe auch „die Ungleichheit in der Verteilung der Einkommen sowohl in Westdeutschland als auch in Ostdeutschland abgenommen“, heißt es in der Studie. Nun hat sie, gemessen mit dem statistischen Maß des „Gini-Koeffizienten“, wieder den Stand des Jahres 2000 erreicht.
... dann ist ja alles wieder gut.
Link zu einem diesbezüglichen Artikel:
http://www.faz.net/aktuel...
Einziger Wehrmutstropfen ist, dass dabei nicht alle mitgezogen werden.
Aus welchem Bericht oder von welcher Zahlengrundlage?
Aus dem Arbeitskreis Nachhaltige Strukturpolitik der Friedrich Ebert Stiftung lässt sich aus dem WiSo-Bericht von September diesen Jahres lediglich entnehmen, dass die Einkommensspreizung und -polarisierung, bei gleichzeitigem Lohnabwärtstrend in unteren Lohngruppen und Lohnsteigerungen in sehr oberen Gruppen zugenommen habe. Erst die Finanzkrise hätte diese Entwicklung gestoppt, wobei man noch nicht sagen könne, ob es sich stabilisiert oder gar umkehrt. (S.17)
Es geht dabei um Haushaltseinkommen, nicht um Löhne und Gehälter. Das steigt auch wenn in einem 2-Personenhaushalt vorher eine Person arbeitslos war und dann einen Mini-Job findet. Davon kann sie dann 130€ (oder so) behalten und schwupps, "geht die Schere wieder zusammen".
kamen dann noch "fiktive Einkommen aus selbst genutztem Wohneigentum zugerechnet".
Wenn das allgemeine Mietniveau steigt, dürfte auch das sich positiv auf diese fiktiven Einkommen auswirken.
Erstens ist ein Bericht ein Bericht und kein "Meinung", wie Herr Rösler hier behauptet. Ein Bericht hat per Definition einen Sachverhalt objektiv wiederzugeben, dass ist dann nicht der Fall, wenn entscheidende Dinge weggelassen werden.
Zweitens sollten Sie sich besser informieren, wenn Sie hier Behauptungen in die Welt setzen. Die Entwicklung des Gini-Koeffizienten ist mitnichten seit ihrem Höhepunkt 2005 rückläufig! Nach einem kurzzeitigen Rückgang ist er wieder in den letzen Jahre kontinuierlich gestiegen und liegt für 2011 wieder bei knapp 0,30 und damit praktisch auf dem Wert von 2005
http://www.statistiker-bl...
Es ist möglicherweise noch gerade hinnehmbar, dass Interpretationen gestrichen werden (hier der Hinweis, dass das Gerechtigkeitsempfinden verletzt werden könnte) Nicht hinnehmbar ist aber, das ganze, für das Thema zentral wichtige (!) Faktenbündel gestrichen werden.
Das passt allerdings in das Bild Merkel/vdL, die ja nun mantramäßig dabei sind, sich als die besten Regierung ever zu verkaufen - in einem Maß, wie das ja nicht mal Schröder und Kohl vorher gemacht haben.
Das Institut selbst stellt es in der entsprechenden Pressemitteilung aber anders dar. Dort heißt es, die Lage sei seit dem Höhepunkt gleichbleibend schlecht: "Die Einkommensungleichheit in Deutschland erreichte 2006 ihren bisherigen Höchststand und verharrt seitdem auf diesem hohen Niveau." Nachzulesen hier:
http://www.diw.de/sixcms/...
Grüße
Die Regierung stützt sich dabei auf Daten vom DIW
http://www.diw.de/documen...
Danach ist die Lage, vor allem wenn man sich den Unterschied zwischen Median und Durchschnittswerten anschaut zwar immernoch zutiefst ungerecht, allerdings kann man seit 2005 tatsächlich von einer Trendwende sprechen.
Aber vielleicht können Sie es ja präzisieren, da Sie sich ja mit der Thematik auseinandergesetzt zu haben scheinen:
Was steht da wirklich: Schließt sich die Schere zwischen Arm und Reich in den immer rarer und kürzer werdenden Zeiten des Wirtschaftswachstum wirklich, oder verlangsamt sich nur vorübergehend deren Öffnung?
Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich und verzichten auf Unterstellungen. Die Redaktion/ls
Ein Link zur Ermittlung des "korrekten" Gini-Koeffizienten von Einkommens- und Vermögensverteilung:
http://www.kiwifo.de/html...
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch Folgendes:
"Im Vergleich zum Basisjahr 2000 sind die Arbeitnehmereinkommen bis 2011 nominal um 18,8% gestiegen, während der Anstieg bei den Gewinn- und Vermögenseinkommen 49,9% nominal betragen hat. Betrachtet man allerdings die reale Einkommensentwicklung, berücksichtigt also die allgemeine Preisentwicklung, so lässt sich ein realer Rückgang der Arbeitnehmerentgelte von 2,9% feststellen."
http://www.google.de/imgr...
In der DIW-Studie heißt es zur Armutsrisikoschwelle: "Unterhalb dieser Schwelle befanden sich 2010 insgesamt 14 Prozent der gesamten Bevölkerung oder elf Millionen Menschen. Dies entspricht einem leichten – statistisch nicht [sic!] signifikanten – Rückgang der Armutsrisikoquote, nachdem diese 2009 infolge der Wirtschaftskrise mit knapp 15 gemessenen Prozent einen historischen Höchststand erreicht hatte. Ausschlaggebend für den Rückgang dürfte die insgesamt positive Entwicklung am Arbeitsmarkt gewesen sein. Grundsätzlich hat sich das Armutsrisiko seit 2005 auf hohem Niveau [sic!] eingependelt."
Überdies: "Überdurchschnittlich betroffen von Armut sind weiterhin Jugendliche und junge Erwachsene. Differenziert nach Haushaltstypen sind Alleinerziehende und allein lebende junge Erwachsene im Alter bis 30 Jahre mit einer Armutsrisikoquote von nahezu 50 Prozent besonders gefährdet. [...] Zudem erhöht sich mit der Dauer derartiger, häufig auch als prekäre Beschäftigungsverhältnisse bezeichnete Tätigkeiten, langfristig auch das Risiko für Altersarmut, da nicht nur geringere Ansprüche in der gesetzlichen Rentenversicherung erzielt werden, sondern Vorsorge in betrieblicher oder privater Form aufgrund des geringen Einkommens meist nicht finanzierbar ist."
Von der Lohnentwicklung ist im Übrigen überhaupt nicht die Rede, sondern von Haushaltseinkommen, einschl. Transferzahlungen und fiktiven Einkünften über gesparte Mieten durch den Erwerb von Wohneigentum.
kommt das DIW zu völlig anderen Ergebnissen, als Sie hier behaupten. Näheres finden Sie in dieser -> http://www.diw.de/documen... lesenswerten Studie, die sich auf denselben Zeitraum bezieht wie die Studie, auf die Sie irreführend Bezug nehmen. Die Lohneinbußen sind gerade bei unteren Lohngruppen beträchtlich.
Der mittlere Bruttostundenlohn hat - laut DIW - zwischen 2005 und 2010 um 4,9 % abgenommen.
Der Median des Nettoerwerbseinkommens abhängig Beschäftigter ist zwischen 2000 und 2010 um 2,2 % zurückgegangen. Im Dezil mit den niedrigsten Nettoerwerbseinkommen waren es 19,6 % weniger, im nächstfolgenden 15,4 % weniger, im nächstfolgenden 14,5 % weniger usw.
Quelle: s. letztes Posting
Sie berufen sich auf eine Studie über Geldverteilung vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung -DIW-.
Darüber habe ich gerade Tränen gelacht.
Einen Beitrag, der die "Studie" eines "Wirtschaftsforschungsinstituts" völlig kritiklos zitiert, mit einer "Redaktions-Empfehlung" auszeichnen - soll das ein Scherz sein?
das hoch problematische Vorgehen der schwarz-gelb-blauen Koalition gesundbeten ist nicht weiter verwunderlich, Herr Kotlarski.
Das ist auch hier die Frage, wie beim Armutsbericht.
"Während die realen Haushaltseinkommen von 2005 bis 2010 deutlich stiegen, habe auch „die Ungleichheit in der Verteilung der Einkommen sowohl in Westdeutschland als auch in Ostdeutschland abgenommen“, heißt es in der Studie."
An Deutlichkeit in Sachen steigen kann ich mich insofern erinnern, dass Ausgaben stiegen.
Aber gut zu wissen, dass die Meinung der Bundesregierung wichtiger ist als die Tatsachen des eigenen Armutsberichtes.
Wenn es die "Zeit"-Redaktion nicht schafft, ausgewogene Artikel schreiben zu lassen, dann müssen das Leser in dieder Weise kommentieren.
Ein Signal an die Readktion von einem notorischen "Alt-Leser": mir fehlt mehr und mehr das libertäre Element in Ihrer Zeitschrift (keine Angst, ich kündige nicht!), Sie huldigen zu sehr dem Zeitgeist, d.h. der Beschwörung, dass doch alles so schlimm, so ungerecht, so streng usw. wäre.
Meine Frage: wer bezahlt den höchsten kulturellen Standard weltweit? Die, die viel arbeiten und in der Regel genug verdienen, diesen Standard zu halten.
ist die Realität weiter prekär. Die beauftragten Sozialforscher (u.a.) haben nicht ohne Grund diese "kritischen Passagen" geschrieben. Die Bundesregierung betont hier nur die positiven Aspekte - eine ganz klare Verblendung der Bevölkerung.
Traurig, dass so ein Kommentar die meiste Zustimmung bekommt. ich hoffe Medien wie 'die Zeit' werden hier gründlich recherchieren.
Alle anderen sollten vielleicht nochmal die entsprechenden Gebiete ihrer Städte und Gemeinden aufsuchen, um sich von der Realität zu überzeugen.
Doppelpost. Danke, die Redaktion/mo.
Wenn ich so einen gequierlten Blödsinn schon lese "Das geht aus einer Studie herraus", die werden doch so erstellt wie es der Auftraggeber haben möchte. In diesem Fall war doch mit Sicherheit die Bundesregierung selber der Auftraggeber. In anderen Ländern gehen die Mitmenschen auf die Straße wenn es die Regierung zu weit treibt. Bei uns in Deutschland haben die Mitmenschen entweder einen zu geringen IQ, oder denen geht es immer noch zu gut. Wenn man innerhalb der Bundesregierung die Frage stellt " wer wurde schon einmal bestochen oder hat Geschenke für seine Dienste bekommen" dann sollte bei alle denen die mit "nein soetwas würde ich nie machen" antworten, der linke Arm abfallen.
Ich wette am Ende hat keiner mehr seinen linken Arm.
Und jetzt bitte ich um eine heisse Diskussion.
... dann ist ja alles wieder gut.
Link zu einem diesbezüglichen Artikel:
http://www.faz.net/aktuel...
Einziger Wehrmutstropfen ist, dass dabei nicht alle mitgezogen werden.
Aus welchem Bericht oder von welcher Zahlengrundlage?
Aus dem Arbeitskreis Nachhaltige Strukturpolitik der Friedrich Ebert Stiftung lässt sich aus dem WiSo-Bericht von September diesen Jahres lediglich entnehmen, dass die Einkommensspreizung und -polarisierung, bei gleichzeitigem Lohnabwärtstrend in unteren Lohngruppen und Lohnsteigerungen in sehr oberen Gruppen zugenommen habe. Erst die Finanzkrise hätte diese Entwicklung gestoppt, wobei man noch nicht sagen könne, ob es sich stabilisiert oder gar umkehrt. (S.17)
Es geht dabei um Haushaltseinkommen, nicht um Löhne und Gehälter. Das steigt auch wenn in einem 2-Personenhaushalt vorher eine Person arbeitslos war und dann einen Mini-Job findet. Davon kann sie dann 130€ (oder so) behalten und schwupps, "geht die Schere wieder zusammen".
kamen dann noch "fiktive Einkommen aus selbst genutztem Wohneigentum zugerechnet".
Wenn das allgemeine Mietniveau steigt, dürfte auch das sich positiv auf diese fiktiven Einkommen auswirken.
Erstens ist ein Bericht ein Bericht und kein "Meinung", wie Herr Rösler hier behauptet. Ein Bericht hat per Definition einen Sachverhalt objektiv wiederzugeben, dass ist dann nicht der Fall, wenn entscheidende Dinge weggelassen werden.
Zweitens sollten Sie sich besser informieren, wenn Sie hier Behauptungen in die Welt setzen. Die Entwicklung des Gini-Koeffizienten ist mitnichten seit ihrem Höhepunkt 2005 rückläufig! Nach einem kurzzeitigen Rückgang ist er wieder in den letzen Jahre kontinuierlich gestiegen und liegt für 2011 wieder bei knapp 0,30 und damit praktisch auf dem Wert von 2005
http://www.statistiker-bl...
Es ist möglicherweise noch gerade hinnehmbar, dass Interpretationen gestrichen werden (hier der Hinweis, dass das Gerechtigkeitsempfinden verletzt werden könnte) Nicht hinnehmbar ist aber, das ganze, für das Thema zentral wichtige (!) Faktenbündel gestrichen werden.
Das passt allerdings in das Bild Merkel/vdL, die ja nun mantramäßig dabei sind, sich als die besten Regierung ever zu verkaufen - in einem Maß, wie das ja nicht mal Schröder und Kohl vorher gemacht haben.
Das Institut selbst stellt es in der entsprechenden Pressemitteilung aber anders dar. Dort heißt es, die Lage sei seit dem Höhepunkt gleichbleibend schlecht: "Die Einkommensungleichheit in Deutschland erreichte 2006 ihren bisherigen Höchststand und verharrt seitdem auf diesem hohen Niveau." Nachzulesen hier:
http://www.diw.de/sixcms/...
Grüße
Die Regierung stützt sich dabei auf Daten vom DIW
http://www.diw.de/documen...
Danach ist die Lage, vor allem wenn man sich den Unterschied zwischen Median und Durchschnittswerten anschaut zwar immernoch zutiefst ungerecht, allerdings kann man seit 2005 tatsächlich von einer Trendwende sprechen.
Aber vielleicht können Sie es ja präzisieren, da Sie sich ja mit der Thematik auseinandergesetzt zu haben scheinen:
Was steht da wirklich: Schließt sich die Schere zwischen Arm und Reich in den immer rarer und kürzer werdenden Zeiten des Wirtschaftswachstum wirklich, oder verlangsamt sich nur vorübergehend deren Öffnung?
Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich und verzichten auf Unterstellungen. Die Redaktion/ls
Ein Link zur Ermittlung des "korrekten" Gini-Koeffizienten von Einkommens- und Vermögensverteilung:
http://www.kiwifo.de/html...
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch Folgendes:
"Im Vergleich zum Basisjahr 2000 sind die Arbeitnehmereinkommen bis 2011 nominal um 18,8% gestiegen, während der Anstieg bei den Gewinn- und Vermögenseinkommen 49,9% nominal betragen hat. Betrachtet man allerdings die reale Einkommensentwicklung, berücksichtigt also die allgemeine Preisentwicklung, so lässt sich ein realer Rückgang der Arbeitnehmerentgelte von 2,9% feststellen."
http://www.google.de/imgr...
In der DIW-Studie heißt es zur Armutsrisikoschwelle: "Unterhalb dieser Schwelle befanden sich 2010 insgesamt 14 Prozent der gesamten Bevölkerung oder elf Millionen Menschen. Dies entspricht einem leichten – statistisch nicht [sic!] signifikanten – Rückgang der Armutsrisikoquote, nachdem diese 2009 infolge der Wirtschaftskrise mit knapp 15 gemessenen Prozent einen historischen Höchststand erreicht hatte. Ausschlaggebend für den Rückgang dürfte die insgesamt positive Entwicklung am Arbeitsmarkt gewesen sein. Grundsätzlich hat sich das Armutsrisiko seit 2005 auf hohem Niveau [sic!] eingependelt."
Überdies: "Überdurchschnittlich betroffen von Armut sind weiterhin Jugendliche und junge Erwachsene. Differenziert nach Haushaltstypen sind Alleinerziehende und allein lebende junge Erwachsene im Alter bis 30 Jahre mit einer Armutsrisikoquote von nahezu 50 Prozent besonders gefährdet. [...] Zudem erhöht sich mit der Dauer derartiger, häufig auch als prekäre Beschäftigungsverhältnisse bezeichnete Tätigkeiten, langfristig auch das Risiko für Altersarmut, da nicht nur geringere Ansprüche in der gesetzlichen Rentenversicherung erzielt werden, sondern Vorsorge in betrieblicher oder privater Form aufgrund des geringen Einkommens meist nicht finanzierbar ist."
Von der Lohnentwicklung ist im Übrigen überhaupt nicht die Rede, sondern von Haushaltseinkommen, einschl. Transferzahlungen und fiktiven Einkünften über gesparte Mieten durch den Erwerb von Wohneigentum.
kommt das DIW zu völlig anderen Ergebnissen, als Sie hier behaupten. Näheres finden Sie in dieser -> http://www.diw.de/documen... lesenswerten Studie, die sich auf denselben Zeitraum bezieht wie die Studie, auf die Sie irreführend Bezug nehmen. Die Lohneinbußen sind gerade bei unteren Lohngruppen beträchtlich.
Der mittlere Bruttostundenlohn hat - laut DIW - zwischen 2005 und 2010 um 4,9 % abgenommen.
Der Median des Nettoerwerbseinkommens abhängig Beschäftigter ist zwischen 2000 und 2010 um 2,2 % zurückgegangen. Im Dezil mit den niedrigsten Nettoerwerbseinkommen waren es 19,6 % weniger, im nächstfolgenden 15,4 % weniger, im nächstfolgenden 14,5 % weniger usw.
Quelle: s. letztes Posting
Sie berufen sich auf eine Studie über Geldverteilung vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung -DIW-.
Darüber habe ich gerade Tränen gelacht.
Einen Beitrag, der die "Studie" eines "Wirtschaftsforschungsinstituts" völlig kritiklos zitiert, mit einer "Redaktions-Empfehlung" auszeichnen - soll das ein Scherz sein?
das hoch problematische Vorgehen der schwarz-gelb-blauen Koalition gesundbeten ist nicht weiter verwunderlich, Herr Kotlarski.
Das ist auch hier die Frage, wie beim Armutsbericht.
"Während die realen Haushaltseinkommen von 2005 bis 2010 deutlich stiegen, habe auch „die Ungleichheit in der Verteilung der Einkommen sowohl in Westdeutschland als auch in Ostdeutschland abgenommen“, heißt es in der Studie."
An Deutlichkeit in Sachen steigen kann ich mich insofern erinnern, dass Ausgaben stiegen.
Aber gut zu wissen, dass die Meinung der Bundesregierung wichtiger ist als die Tatsachen des eigenen Armutsberichtes.
Wenn es die "Zeit"-Redaktion nicht schafft, ausgewogene Artikel schreiben zu lassen, dann müssen das Leser in dieder Weise kommentieren.
Ein Signal an die Readktion von einem notorischen "Alt-Leser": mir fehlt mehr und mehr das libertäre Element in Ihrer Zeitschrift (keine Angst, ich kündige nicht!), Sie huldigen zu sehr dem Zeitgeist, d.h. der Beschwörung, dass doch alles so schlimm, so ungerecht, so streng usw. wäre.
Meine Frage: wer bezahlt den höchsten kulturellen Standard weltweit? Die, die viel arbeiten und in der Regel genug verdienen, diesen Standard zu halten.
ist die Realität weiter prekär. Die beauftragten Sozialforscher (u.a.) haben nicht ohne Grund diese "kritischen Passagen" geschrieben. Die Bundesregierung betont hier nur die positiven Aspekte - eine ganz klare Verblendung der Bevölkerung.
Traurig, dass so ein Kommentar die meiste Zustimmung bekommt. ich hoffe Medien wie 'die Zeit' werden hier gründlich recherchieren.
Alle anderen sollten vielleicht nochmal die entsprechenden Gebiete ihrer Städte und Gemeinden aufsuchen, um sich von der Realität zu überzeugen.
Doppelpost. Danke, die Redaktion/mo.
Wenn ich so einen gequierlten Blödsinn schon lese "Das geht aus einer Studie herraus", die werden doch so erstellt wie es der Auftraggeber haben möchte. In diesem Fall war doch mit Sicherheit die Bundesregierung selber der Auftraggeber. In anderen Ländern gehen die Mitmenschen auf die Straße wenn es die Regierung zu weit treibt. Bei uns in Deutschland haben die Mitmenschen entweder einen zu geringen IQ, oder denen geht es immer noch zu gut. Wenn man innerhalb der Bundesregierung die Frage stellt " wer wurde schon einmal bestochen oder hat Geschenke für seine Dienste bekommen" dann sollte bei alle denen die mit "nein soetwas würde ich nie machen" antworten, der linke Arm abfallen.
Ich wette am Ende hat keiner mehr seinen linken Arm.
Und jetzt bitte ich um eine heisse Diskussion.
Statistiken werden immer gefälscht. Die Frage ist eigentlich nur, wer sie für was verwendet. Das ist der Artikel in der Zeit schon aufschlußreich.
...die Statistik dürfte wohl stimmen, woher sonst wüsste der Autor, dass der Bericht verändert wurde.
man kann nur die unkenntnis der menschen hinsichtlich der mathematischen und darstellerischen kunstkniffe dazu missbrauchen, um irreführende ergebnisse beziehungsweise schlussfolgerungen zu erzeugen.
in diesem falle hier allerdings wurden lediglkich die "kritischen" passagen entfernt oder umformuliert, damit keiner auf die idee kommt, wir hätten hier ein problem. dass ist ein trick, den man normalerweise aus der marketing-abteilung kennt.
...die Statistik dürfte wohl stimmen, woher sonst wüsste der Autor, dass der Bericht verändert wurde.
man kann nur die unkenntnis der menschen hinsichtlich der mathematischen und darstellerischen kunstkniffe dazu missbrauchen, um irreführende ergebnisse beziehungsweise schlussfolgerungen zu erzeugen.
in diesem falle hier allerdings wurden lediglkich die "kritischen" passagen entfernt oder umformuliert, damit keiner auf die idee kommt, wir hätten hier ein problem. dass ist ein trick, den man normalerweise aus der marketing-abteilung kennt.
Seit ca. 15 Jahren hat sich das Blatt gewendet in Deutschland und Europa. Nach Fall des Kommunismus und unter dem Vorwand der Globalisierung. Die Ober- und Mittelschicht haben sich verbündet und arbeiten eifrig daran die Besitzverhältnisse wieder auf Relationen zu bringen wie im frühen 19. Jahrhundert. Ade Bürgergesellschaft.
Die wichtigste Waffe dafür sind Desinformation, Abwertung und Einschüchterung, also "Information".
Tausende gehen, meist still, oder wie mittlerweile in Spanien und Griechenland, mit wütenden Schreien, vor die Hunde. Oder vegetieren einfach in einem perspektivlosen und prekären Leben, das keiner unserer Elitemenschen führen wollte, dahin.
Das ist nichts anderes als Krieg.
Was bemäntelt wird, eben von Desinformation und einer niedlichen Fassade. Ein Mutti, so drollig anzusehen wie der Landesvater von Nordkorea, bzw. allgemein von ganz vielen lächelnden menschen mit salbungsvollen Stimmen. Und vollen Kühlregalen bei Lidl an denen sich auch die Armen mit Pizza und Chicken-Wings mästen können. Auf dass sie nicht aufmucken.
Funktioniert doch! Danke auch liebe Medien! Die ihr zwar, wie hier, mal einen Blick auf die Wirklichkeit zulasst, aber letztlich nicht doch auch am liebsten alles so lassen wollt wie es ist?
Sorry, klar, das ist alles alternativlos!
für die ein großer Teil der Kredite aufgenommen werden, die aber keinerlei Mehrwert schaffen. Im Gegenteil, sie bekämpfen diejenigen, von denen sie versorgt werden. Absolut bizarr.
>> Die wichtigste Waffe dafür sind Desinformation, Abwertung und Einschüchterung, also "Information". <<
... aktuell den bizarren Zustand, dass die Bundesregierung die Bürger seit Jahren dreist belügt und die Medien das offenbar als ganz normalen Vorgang hinnehmen und noch relativieren. Zum Thema Griechenland haben Merkel und ihr Finanzminister noch kein wahres Wort gesagt.
Schröder wurde medial geteert und gefedert, weil er den Leuten gesagt hat, dass sich was ändern muss. Wir erinnern uns: Deutschland galt damals als "der kranke Mann Europas".
Die derzeitige Regierung lügt und täuscht und wird dafür noch beklatscht.
(Und nein, ich bin kein Schröder-Fan, "Schröder ist doof und hat abkassiert"-Antworten sind daher entbehrlich.)
....besser kann mans nicht sagen. Danke
dass alle 4 Jahre wieder eine Koalition aus Pest und Cholera gewählt wird, die egal in welcher Zusammensetzung, an die von Ihnen beschriebene Entwicklung arbeitet.
Nächstes Jahr ist es wieder so weit. Und wieder machen genau die, die von unseren Politikern gnadenlos auf dem Altar der Reichen und Mächtigen geopfert werden, ihr Kreuzchen bei CDU, SPD, Grüne und FDP.
Selbst ein Schwein würde sich nicht freiwillig auf dem Weg zum Metzger machen, um auf seiner Schlachtbank zu Wurst und Fleisch verarbeitet zu werden.
Aber wie sagen unsere Politiker immer so schön: „Die Menschen da draußen…“
Und dann denken sie im Stillen „…sind so blöd!“
für die ein großer Teil der Kredite aufgenommen werden, die aber keinerlei Mehrwert schaffen. Im Gegenteil, sie bekämpfen diejenigen, von denen sie versorgt werden. Absolut bizarr.
>> Die wichtigste Waffe dafür sind Desinformation, Abwertung und Einschüchterung, also "Information". <<
... aktuell den bizarren Zustand, dass die Bundesregierung die Bürger seit Jahren dreist belügt und die Medien das offenbar als ganz normalen Vorgang hinnehmen und noch relativieren. Zum Thema Griechenland haben Merkel und ihr Finanzminister noch kein wahres Wort gesagt.
Schröder wurde medial geteert und gefedert, weil er den Leuten gesagt hat, dass sich was ändern muss. Wir erinnern uns: Deutschland galt damals als "der kranke Mann Europas".
Die derzeitige Regierung lügt und täuscht und wird dafür noch beklatscht.
(Und nein, ich bin kein Schröder-Fan, "Schröder ist doof und hat abkassiert"-Antworten sind daher entbehrlich.)
....besser kann mans nicht sagen. Danke
dass alle 4 Jahre wieder eine Koalition aus Pest und Cholera gewählt wird, die egal in welcher Zusammensetzung, an die von Ihnen beschriebene Entwicklung arbeitet.
Nächstes Jahr ist es wieder so weit. Und wieder machen genau die, die von unseren Politikern gnadenlos auf dem Altar der Reichen und Mächtigen geopfert werden, ihr Kreuzchen bei CDU, SPD, Grüne und FDP.
Selbst ein Schwein würde sich nicht freiwillig auf dem Weg zum Metzger machen, um auf seiner Schlachtbank zu Wurst und Fleisch verarbeitet zu werden.
Aber wie sagen unsere Politiker immer so schön: „Die Menschen da draußen…“
Und dann denken sie im Stillen „…sind so blöd!“
Die Bundesregierung schönt Zahlen? Hach, was bin ich überrascht!!!
@ZON: Warum hängt Ihr Euch in Sachen Gustl Mollath und nun auch hier an die Süddeutsche? Wer investigativen Journalismus bietet, der wird auch im Zeitungssterben überleben.
DAS, meine liebe Zeit ist der Schlüssel zum Erfolg!
Wie der Artikel beschreibt wurden die Zahlen in diesem Falle "noch" nicht angefasst, sondern erst einmal die Formulierungen. Es wundert allerdings wenig, dass eine politische Institution (die Bundesregierung), ihre Berichtspflicht (der Armuts und Reichtumsbericht) politisch auslegt.
Wie der Artikel beschreibt wurden die Zahlen in diesem Falle "noch" nicht angefasst, sondern erst einmal die Formulierungen. Es wundert allerdings wenig, dass eine politische Institution (die Bundesregierung), ihre Berichtspflicht (der Armuts und Reichtumsbericht) politisch auslegt.
Das war meine erste Reaktion... Aber mal im Ernst; ich bin mir nicht sicher, wofür und für wen diese Art von Berichten eigentlich gedacht sind. Glauben schneke ich diesen Zahlen sowieso nicht, so wie wohl der grösste Teil der Bevölkerung. Bleibt als nur die Vermutung, das die Regierung solche Berichte und Studien marketingstrategisch einzusetzen versucht. Und da komme ich wieder zu meiner Überschrift...
entsprochen"
Hier geht es um Tatsachen, Herr Rösler, nicht um Meinungen!
Unglaublich!
ist schon länger nicht glaubhaft. das wird hoffentlich vom Wähler beachtet werden.
auf seine Meinungsfreiheit und zeigt, daß er am Ende seiner Wortverdrehungen angekommen ist. Er charakterisiert damit die gesamte jetzige Bundesregierung, die seit langem weiß, welches Wolkenkuckucksheim sie einer Bevölkerung gerne vorspiegeln will. - Gut, daß eine Zeitung noch unabhängig genug ist, auf die Differenzen hinzuweisen und den Finger in die Wunde zu legen. Dabei ist nur zu hoffen, daß die Wählenden und die Firmenleitungen endlich mehr aufwachen. -
Das war ebenfalls mein erster Gedanke, als ich diesen Satz gelesen habe.
ist schon länger nicht glaubhaft. das wird hoffentlich vom Wähler beachtet werden.
auf seine Meinungsfreiheit und zeigt, daß er am Ende seiner Wortverdrehungen angekommen ist. Er charakterisiert damit die gesamte jetzige Bundesregierung, die seit langem weiß, welches Wolkenkuckucksheim sie einer Bevölkerung gerne vorspiegeln will. - Gut, daß eine Zeitung noch unabhängig genug ist, auf die Differenzen hinzuweisen und den Finger in die Wunde zu legen. Dabei ist nur zu hoffen, daß die Wählenden und die Firmenleitungen endlich mehr aufwachen. -
Das war ebenfalls mein erster Gedanke, als ich diesen Satz gelesen habe.
Zitat: "...Die Regierung streicht Aussagen zu wachsendem Privatvermögen und zunehmender Einkommensspreizung aus ihrem Armutsbericht...."
Muss einen das wundern? Etwas anderes habe ich von dieser Regierung auch nicht erwartet.
"Auch die Information, dass im Jahr 2010 in Deutschland knapp mehr als vier Millionen Menschen für weniger als sieben Euro brutto die Stunde arbeiteten, wurde aus dem Bericht gestrichen."
Das könnte ja am Ende manch einen Gutverdiener zum Nachdenken über soziale Gerechtigkeit oder, schlimmer noch, sein Konsumverhalten anregen - und das kurz vor dem Weihnachtsgeschäft. Das ist mit der FDP nicht zu machen.
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