BND-BerichtZypern-Hilfe könnte Schwarzgeld-Besitzern nützen

Schon bald könnte Zypern europäische Finanzhilfen erhalten. Davon dürften einem BND-Report zufolge aber vor allem Inhaber russischer Schwarzgeldkonten profitieren. von afp

Ein Mann verlässt die Zentralbank von Zypern in Nikosia.

Ein Mann verlässt die Zentralbank von Zypern in Nikosia.  |  © Katia Christodoulou/dpa

Der Bundesnachrichtendienst ( BND ) legt in einem geheimen Bericht nahe, dass eine europäische Rettungsaktion für Zyperns Banken vor allem Inhabern russischer Schwarzgeldkonten nützen würde. Das berichtete der Spiegel . Nach Erkenntnissen des BND hätten russische Staatsbürger 26 Milliarden Dollar (20,3 Milliarden Euro) bei zyprischen Banken deponiert. Dies sei mehr als die Jahreswirtschaftsleistung des Inselstaats. Wenn Zyperns kriselnde Bankenbranche demnächst mit europäischen Rettungsmitteln gestützt werde, würden diese Guthaben abgesichert.

In dem Geheimbericht beanstandet der BND laut Spiegel zudem, dass Zypern noch immer Möglichkeiten zur Geldwäsche biete. Das Mittelmeerland halte sich zwar formal an alle Vereinbarungen zur Bekämpfung von Geldwäsche und habe die vereinbarten Institutionen eingerichtet. Probleme gebe es aber bei der Umsetzung.

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Erleichtert werde die Geldwäsche auch durch großzügige Möglichkeiten für reiche Russen, die zyprische Staatsangehörigkeit zu bekommen, hieß es in dem Geheimdienstbericht. Auf diese Weise hätten sich 80 Oligarchen Niederlassungsfreiheit in der gesamten EU verschafft.

Die SPD will ein Rettungspaket für Zypern nur unter bestimmten Bedingungen akzeptieren. "Vor der Zustimmung der SPD zu einem Hilfskredit für Zypern muss über das Geschäftsmodell des Landes geredet werden", sagte der SPD-Haushaltsexperte Carsten Schneider. "Wir können nicht mit dem Geld der deutschen Steuerzahler die Einlagen von russischem Schwarzgeld bei den zyprischen Banken absichern."

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Leserkommentare
  1. 1. [...]

    Entfernt. Bitte diskutieren Sie das konkrete Artikelthema. Danke, die Redaktion/jp

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    Liegen Erkenntnisse vor das Zypern hier die Ausnahme ist oder gibt es noch mehr Eurostaaten in denen das zutreffen könnte?

    Ich beziehe mich hier auf Ihren Artikel:

    http://www.zeit.de/wirtsc...

    LG

    Klaus

    • bayert
    • 04. November 2012 9:24 Uhr

    Eine Troika wird dann eingesetzt, um die Einhaltung der Auflagen zu überprüfen (oder bestätigen?). Der Hilfe steht nichts mehr im Weg.

    2 Leserempfehlungen
  2. Das sagt die SPD:

    "Die SPD will ein Rettungspaket für Zypern nur unter bestimmten Bedingungen akzeptieren. "Vor der Zustimmung der SPD zu einem Hilfskredit für Zypern muss über das Geschäftsmodell des Landes geredet werden", sagte der SPD-Haushaltsexperte Carsten Schneider. "Wir können nicht mit dem Geld der deutschen Steuerzahler die Einlagen von russischem Schwarzgeld bei den zyprischen Banken absichern."

    Um am Ende das zu tun:

    "Wir haben mit unserem Votum für die Hilfe an Zypern ein deutliches Signal für die europäische Integration, die Stabilität, den Frieden und Wohlstand in Europa gesetzt. Allein durch unsere Intervention sind diese Milliardenzahlungen aber an strenge Vorgabe geknüpft, die auf dem nächsten EU Gipfel dann (=irgendwann vielleicht, vielleicht aber auch nicht)konkretisiert werden sollen."

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    • keox
    • 04. November 2012 18:16 Uhr

    "Wir können nicht mit dem Geld der deutschen Steuerzahler die Einlagen von russischem Schwarzgeld bei den zyprischen Banken absichern."

    Das ist ja so ein Gedränge von hilfsbedürftigen Banken und verlustbedrohten Großanlegern im €-Raum, da müssen sich die Russen nun mal hinten anstellen.

    Ein guter Knecht denkt an den eig´nen Herrn zuerst.

  3. Liegen Erkenntnisse vor das Zypern hier die Ausnahme ist oder gibt es noch mehr Eurostaaten in denen das zutreffen könnte?

    Ich beziehe mich hier auf Ihren Artikel:

    http://www.zeit.de/wirtsc...

    LG

    Klaus

    5 Leserempfehlungen
    Antwort auf "[...]"
    • gooder
    • 04. November 2012 10:12 Uhr

    Das BKA vermeldete im letzten Jahr 13000 Verdachtsfälle der Geldwäsche in Deutschland,zunehmend aus dem Ausland.Bei der Hälfte Verdachtsfällen lagen die Ermittler richtig. Der BND meint zu wissen, daß sich in Zypern um russische Schwarzgeldkonten handelt.Weiß aber auch das BKA wer hier in Deutschland sein Geld mit welchen Methoden wäscht?
    Es wäre interessant zu erfahren,wer aus dem Ausland hier, wie,Geld wäscht.

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    • keox
    • 04. November 2012 18:22 Uhr

    zu erfahren wie die deutschen Kollegen ihr Geld waschen.
    Sind doch schließlich Saubermänner.

  4. Nun, bei der gegenwärtigen Rettung der Privatvermögen auf Kosten des "Steuerzahlers",sind eben auch solche dabei. Woher rühren die plötzlichen Bedenken?
    Wer die bisherigen "Rettungsaktionen" gut geheißen hat, wir doch vor so etwas nicht zurück schrecken oder?

    9 Leserempfehlungen
    • Sirisee
    • 04. November 2012 13:10 Uhr

    ... ein unsolidarischer Staat (Steueroase für Schwarzgeldsünder und Verschleuderung von EU-Staatsbürgerschaften) beantragt solidarische Hilfe.

    Das ist so, wie wenn ein Millionär nur im Bundestag sitzt, um Diäten zu kassieren, sich Versorgungsansprüche zu sichern und eine Plattform für Reden außerhalb des Bundestages zu haben.

    Oder wie wenn ein verheirateter Hartz IV-Empfänger mit 3 Kindern auf ein höheres Einkommen kommt, als ein Arbeitnehmer in vergleichbaren Familienverhältnissen.

    Die Solidaritätstheorie (ein Hauptforschungszweck gewerkschaftsnaher Institute und von Herrn Bofinger) würde das ablehnen. Das sollte doch Grund genug sein, oder?

    3 Leserempfehlungen
    • WolfHai
    • 04. November 2012 13:20 Uhr

    "Retten" klingt so nett, aber tatsächlich übernimmt de facto der deutsche Staat die Schulden der zypriotischen Banken an die Schwarzgeldbesitzer; d.h. wenn Zypern pleite geht, *zahlt Deutschland dies Beträge aus* und muss sich selbst dafür woanders verschulden.

    Das ist natürlich die Logik der gesamten Euro-"Rettungs"-Maßnahmen, nämlich das Deutschland in die Schulden von Dritten einsteigt und den deutschen Steuerzahler damit belastet. Aber an diesem Fall wird die Absurdität so besonders krass. Der deutsche Wähler begreift es nicht oder er will es so.

    9 Leserempfehlungen
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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP
  • Schlagworte SPD | Bundesnachrichtendienst | Bundesnachrichtendienst | Europäische Union | Zypern | Bank
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