Versicherungskonzern: Ex-Manager der Hamburg-Mannheimer angeklagt
Konsequenzen einer Lustreise: Zwei ehemalige Manager der Hamburg-Mannheimer sollen vor Gericht – wegen Beauftragung von Prostituierten und Verschleierung der Kosten.
Die Lustreise von Top-Vertretern der Ergo-Tochter Hamburg-Mannheimer nach Budapest soll nach dem Willen der Hamburger Staatsanwaltschaft zwei ehemalige Manager vor Gericht bringen. Die Hamburger Behörde hat die 53 und 42 Jahre alten Männer wegen schwerer Untreue angeklagt, wie der Sprecher Wilhelm Möllers sagte. Zudem sei ein Event-Manager wegen Beihilfe zur Untreue angeklagt. Ergo selbst hatte im Juli 2011 Strafanzeige erstattet.
"Wir werfen ihnen vor, mit der Beauftragung von Prostituierten und der Verschleierung der Kosten dafür gegen interne Richtlinien des Unternehmens verstoßen zu haben", so Möllers. Die Sex-Reise sei weder mit dem Unternehmenszweck noch mit dem Image der Versicherung vereinbar.
Im Juni 2007 hatte der Strukturvertrieb der Hamburg-Mannheimer in einem Bad in Budapest eine Sex-Orgie mit 20 Prostituierten für seine erfolgreichsten Vertreter organisiert. "Daran nahmen mindestens 64 Versicherungsvertreter sowie zwei Beschuldigte teil", sagte Möllers. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Ergo-Tochter, die inzwischen den Holdingnamen trägt, ein Schaden von rund 52.000 Euro entstanden ist. Der damalige Vorstand habe den Ermittlungen zufolge nichts von der Lustreise gewusst, sagte Möllers.
"Party total"
Den beiden 53 und 42 Jahre alten Managern droht eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Wann der Prozess beginne, sei noch völlig unklar, sagte Möllers, in diesem Jahr aber definitiv nicht mehr.
Die beiden früheren Manager hatten sich nach Möllers' Angaben an die Event-Agentur gewandt, um die sogenannte Incentive-Reise nach Budapest unter dem Motto "Party total" zu organisieren. Die Vertreter hätten sich um einen Platz bei der Reise bewerben müssen. "Die gemeinsame Planung sah nach unseren Erkenntnissen bereits vor, dass an der Party Prostituierte teilnehmen sollen." Das Trio habe aber gewusst, dass diese Leistungen "nicht vom Unternehmenszweck gedeckt" seien. Dennoch hätten die Beschuldigten einen Mann in Ungarn, dem gute Kontakte zum Budapester Rotlichtmilieu nachgesagt wurden, mit der Verpflichtung der Prostituierten beauftragt. Über die Event-Agentur sollen die Kosten verdeckt abgerechnet worden sein.
Die damaligen Führungskräfte hätten mehrere Rechnungen der Event-Agentur freigegeben, sagte Möllers. Sie durften zwar eigenverantwortlich externe Dienstleistungen von Agenturen in Anspruch nehmen – aber eben nur solche, die nicht gegen die internen Richtlinien des Unternehmens verstoßen. Insgesamt soll die Event-Agentur der Hamburg-Mannheimer rund 330.000 Euro in Rechnung gestellt haben.
Belohnung: Aufenthalt im Swinger-Club auf Jamaika
Als Konsequenz aus der umstrittenen Reise hatte Ergo die Verhaltensregeln für Mitarbeiter und selbstständige Handelsvertreter verschärft. Ende August war bekannt geworden, dass es laut Konzernrevision weitere Fälle gegeben hatte: Demnach haben Vertreter bei der Konzerntochter Hamburg-Mannheimer in den Jahren 2009, 2010 und 2011 Reisen in einen Swinger-Club auf Jamaika organisiert.
Ein zweites Ermittlungsverfahren der Hamburger Staatsanwaltschaft zu Ergo wegen des Verdachts auf Betrug bei Riester-Verträgen läuft noch. Die Behörde ermittelt gegen elf Manager des Konzerns.





Einfach lächerlich. Das läuft in allen Branchen weltweit ähnlich. Umsatz wird belohnt. Und zwar damit, was die Produzenten wollen. Dazu gehören auch Prostituierte. Es gibt vermutlich keinen Dax-Vorstand, der darüber nicht Bescheid weiß.
Vor wenigen Tagen stand hier zu lesen, "was Geld mit uns macht". Ein schoenes Beispiel sind diese Incentives fuer die dekadente Suche des Menschen nach mehr Geld und mehr Glueck: Provisionen und Prostituierte.
Wuensche den sauberen Herren/Leistungstraegern noch eine schoene Scheidung.
Ich kanns nicht mehr hoeren. Dem Steinbrueck neidet man seine Honorare, der Merkel ihnen Erfolg, und den Versicherungsagenten ihre Parties. Warum muessen die Deutschen sich immer ueber andere beschweren? Das Leben kann doch so schoen sein.
Konkrete, gerichtsfähige Verfehlungen sind eine Sache, das Geschäftsmodell des Provisionsvertriebs ist aber die Wurzel des Übels.
Solange das Geschäftsmodell nicht radikal geändert wird, Direktversicherung, einfache Produkte am Bankschalter mit einmaliger, transparenter Beratungs- und Abschlussgebühr, und viele andere Möglichkeiten, die Strukturvertriebe ausnahmslos abzuschaffen, solange wird es Incentives für die Provisionsvertreter geben, und diese werden hedonistisch sein.
da wir mir angst und bange.
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