Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi © Thomas Lohnes/dapd

Die Europäische Zentralbank (EZB) lässt den Leitzins für die Euro-Zone unverändert. Der Zinssatz, zu dem sich Banken bei der Zentralbank mit Geld versorgen können, bleibt weiter auf seinem derzeitigen historischen Tief von 0,75 Prozent , wie die EZB mitteilte.

Volkswirte hatten die Zinspause erwartet. Mit niedrigen Zinsen will die EZB die Kreditvergabe in der Euro-Zone ankurbeln und die schwache Konjunktur in den Mitgliedsländern anschieben.

Die Wirtschaft im Euro-Raum steckt weiter in der Rezession, zudem enttäuschten jüngste Konjunktur-Indikatoren. Das spricht eigentlich für eine Lockerung der Geldpolitik. Andererseits ist die Zentralbankgeld für Banken bereits so günstig wie nie seit Einführung des Euro 1999. Deshalb ist der Effekt einer weiteren Zinssenkung umstritten. Die EZB selbst hatte beklagt, dass ihre Zinspolitik nicht überall im Euro-Raum wie gewünscht ankommt.

Zudem schwächte sich die Inflation in den 17 Euro-Ländern im Oktober zwar auf 2,5 Prozent ab. Sie bewegt sich damit aber weiter deutlich über dem Zielwert der EZB. Die Währungshüter sehen die Preisstabilität bei knapp unter 2,0 Prozent gewährleistet.