Rating-AgenturMoody's entzieht Frankreich Bestnote

Frankreich rutscht in seiner Bonität auch bei Moody's um eine Stufe herab. Die Rating-Agentur begründet das mit der Haushaltslage und schlechten Konjunkturaussichten.

Das Logo der Rating-Agentur Moody's an der Hauptgeschäftsstelle in New York

Das Logo der Rating-Agentur Moody's an der Hauptgeschäftsstelle in New York

Frankreich verliert auch bei der US-Rating-Agentur Moody's die Bestnote bei der Kreditwürdigkeit. Nach Standard & Poor's senkte Moody's die Bonität des Landes um eine Stufe von AAA auf AA1 ab.

Als Grund nannte die Rating-Agentur Frankreichs ungewisse Haushaltslage und die langfristig schlechteren Wachstumsaussichten. Das Land habe an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt, außerdem sei der Arbeits-, Waren- und Dienstleistungsmarkt zu unbeweglich, begründete die Rating-Agentur ihren Schritt weiter. Es sei auch immer weniger berechenbar, wie Frankreich künftige Schocks in der Euro-Zone verkrafte.

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Der Ausblick bleibt negativ, damit droht eine weitere Herabstufung. Frankreichs Rating bleibt der Agentur zufolge aber dennoch auf einem recht hohen Niveau, weil das Land andere Stärken habe, die seine Kreditwürdigkeit absicherten. Moody's nannte die breit gefächerte Wirtschaft, ein starkes Bekenntnis zu Strukturreformen und die Sparanstrengungen der Regierung. Gleichzeitig bezeichnete die Rating-Agentur die angekündigten Reformen als nicht ausreichend, um die Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen.

Die Finanzmärkte reagierten prompt: Nach Bekanntwerden der Entscheidung fiel der Euro unter 1,28 Dollar.

Frankreichs Reformen seien nicht ausreichend

Finanzminister Pierre Moscovici kommentierte, die Bewertung von Moody's beziehe sich auf die Vergangenheit. Gleichzeitig machte er die konservativen Vorgängerregierungen für die Herabstufung der Kreditwürdigkeit verantwortlich. Moody's Entscheidung reflektiere, dass sie zu wenig für die Haushaltssanierung und die Wettbewerbsfähigkeit der französischen Wirtschaft getan hätten. Die seit Mai amtierende sozialistische Regierung unter François Hollande habe hingegen entschlossen Reformen eingeleitet und werde dies auch weiter tun.

Standard & Poor's hatte Frankreich Anfang des Jahres die Bestnote aberkannt und von AAA auf AA+ abgestuft. Damit hält lediglich die Agentur Fitch noch ein sogenanntes Triple-A aufrecht, wenngleich auch hier mit negativem Ausblick. Ein schlechteres Rating kann die Geldbeschaffung am Kapitalmarkt erschweren und verteuern. Die Abwertung ist auch deswegen schwerwiegend, weil Frankreich zu den größten Volkswirtschaften der Euro-Zone gehört.

 
Leserkommentare
    • Slater
    • 20.11.2012 um 11:31 Uhr

    >>"Wahrscheinlich hat Moodys dem Hollande eine kleine Schonzeit zugestanden [..]"

    Sind Ratingagenturen nun schon die neuen Schattenregierungen, die souveränen Staatsregierungen nach Gutdünken großmütig etwas zugestehen<<

    ga gibt es kein Demokratieproblem, das ist absolut legitim,
    wie auch Zeitungen erstmal abwarten bevor Kritik-Hammer herausgeholt wird,
    wie auch Aktionäre bei neuer Unternehmensführung abwarten, was in den ersten Monaten passiert usw.

    die Rating-Agenturen machen nichts außer eine Meinung zu äußern,
    was kann daran denn demokratiegefährlich sein?
    dass Regierungen sich verschulden, quasi dauerhaft von neuen Krediten jeden Monat abhängig sind (zig Mrd. Neuverschuldung klingen (relativ) wenig, aber hunderte Mrd. von Bio. insgesamt laufen jedes Jahr aus und müssen neu aufgenommen werden) und pleite gehen wenn diese wegen schlechten Ratings ausbleiben ist für sich ein Skandal,
    da kann man weder den Überbringer böser Wahrheiten noch dem sich verweigernden Geldmarkt etwas vorwerfen

    sie mögen effektiv Einfluss haben, ja, aber nur weil diese sich selbst den Kredithaien ausgeliefert haben,
    das ist die Wahrheit

    und mir ist noch nicht zu Ohren gekommen dass die Rating-Agenturen das irgendwie ausgenutzt hätten

    Eine Leserempfehlung
  1. Das Problem an den Ratingagenturen ist, das sie einfache Antworten auf komplexe Fragen geben. Eine Volkswirtschaft, gerade eine so große wie Frankreich, ist ein unglaublich kompliziertes und komplexes Gebilde. Eigentlich kann niemand mit absoluter Sicherheit voraussagen, welche Wirkung eine bestimmte Maßnahme hat.
    Beispielsweise gab es vor ein paar Jahren sehr viele Kritiker an den H4-Reformen und an den Arbeitsmarktreformen der großen Koalition. Zumindest aus wirtschaftlicher Sicht hat sich das aber bewährt.
    Wie kommt also ausgerechnet eine Ratingagentur, die die große Finanzkrise von 2008 weder vorausgesehen, noch die Anleger vor schweren Risiken gewarnt hat, zu der Ansicht sie allein hätte die Weisheit mit dem Löffel aufgenommen und könne Bewertungen abgeben über Dinge, die teilweise auf Jahre oder Jahrzehnte angelegt sind?

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    • Slater
    • 20.11.2012 um 12:04 Uhr

    "Beispielsweise gab es vor ein paar Jahren sehr viele Kritiker an den H4-Reformen und an den Arbeitsmarktreformen der großen Koalition. Zumindest aus wirtschaftlicher Sicht hat sich das aber bewährt."

    wurde damals kritisiert dass es der Wirtschaft schadet?
    ich denke nicht, dass sich die Wirtschaft über billige Arbeitskräfte freut durfte schon immer klar sein,

    dass es den Menschen ungebührlich schadet war auch von Anfang an und ist immer noch klar, je nach politischen Standpunkt,
    ob das für das gesamte Land, dessen Rating, nicht vielleicht auch Einfluss hat, ist eine Frage

    chinesische Arbeitsmethoden würden jedenfalls in Deutschland
    auch die Wirtschaft stärken und das Rating sichern (*) und Kritik gäbe hoffentlich auch, solange noch erlaubt..

    (*) sofern die Rating-Agenturen nicht den grundsätzlichen Wandel sehen, Probleme bei Kreativwirtschaft usw.,
    China selber hat ja schließlich (noch) nicht höchstes Rating

    • Slater
    • 20.11.2012 um 12:04 Uhr

    "Beispielsweise gab es vor ein paar Jahren sehr viele Kritiker an den H4-Reformen und an den Arbeitsmarktreformen der großen Koalition. Zumindest aus wirtschaftlicher Sicht hat sich das aber bewährt."

    wurde damals kritisiert dass es der Wirtschaft schadet?
    ich denke nicht, dass sich die Wirtschaft über billige Arbeitskräfte freut durfte schon immer klar sein,

    dass es den Menschen ungebührlich schadet war auch von Anfang an und ist immer noch klar, je nach politischen Standpunkt,
    ob das für das gesamte Land, dessen Rating, nicht vielleicht auch Einfluss hat, ist eine Frage

    chinesische Arbeitsmethoden würden jedenfalls in Deutschland
    auch die Wirtschaft stärken und das Rating sichern (*) und Kritik gäbe hoffentlich auch, solange noch erlaubt..

    (*) sofern die Rating-Agenturen nicht den grundsätzlichen Wandel sehen, Probleme bei Kreativwirtschaft usw.,
    China selber hat ja schließlich (noch) nicht höchstes Rating

    • Slater
    • 20.11.2012 um 12:04 Uhr

    "Beispielsweise gab es vor ein paar Jahren sehr viele Kritiker an den H4-Reformen und an den Arbeitsmarktreformen der großen Koalition. Zumindest aus wirtschaftlicher Sicht hat sich das aber bewährt."

    wurde damals kritisiert dass es der Wirtschaft schadet?
    ich denke nicht, dass sich die Wirtschaft über billige Arbeitskräfte freut durfte schon immer klar sein,

    dass es den Menschen ungebührlich schadet war auch von Anfang an und ist immer noch klar, je nach politischen Standpunkt,
    ob das für das gesamte Land, dessen Rating, nicht vielleicht auch Einfluss hat, ist eine Frage

    chinesische Arbeitsmethoden würden jedenfalls in Deutschland
    auch die Wirtschaft stärken und das Rating sichern (*) und Kritik gäbe hoffentlich auch, solange noch erlaubt..

    (*) sofern die Rating-Agenturen nicht den grundsätzlichen Wandel sehen, Probleme bei Kreativwirtschaft usw.,
    China selber hat ja schließlich (noch) nicht höchstes Rating

    Antwort auf "Kein Orakel"
  2. um mal diese alte Redensart zu bemühen.

    Zitat:
    jeder Mensch, jede Firma hat das Recht, auch was falsches zu sagen, sich zu irren,
    wenn die Ratingagenturen sich als dauerhaft inkompetent oder fremdgesteuert erwiesen, würde sich das von selber auflösen,

    Diese großen Ratingagenturen sind nicht irgendeine Firma,
    die Investoren haben ihnen vertraut und sie sind ihrer Verantwortung nicht gerecht geworden!
    Wenn alles mit rechten Dingen zugehen würde dann dann wären sie schon längst in die Insolvenz geklagt worden.
    Aber dann würde jetzt Dirk Nonnenmacher auch nicht seine Abfindung behalten dürfen und Hilmar Kopper müsste wegen Untreue angklagt werden.
    Dann wäre Griechenland auch nie in die Euro-Zone aufgenommen worden usw.
    MAN MUSS NICHT IMMER ALLES SCHÖNREDEN,
    SO WERDEN MISSSTÄNDE NICHT KORRIGIERT !

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Meinungsfreiheit"
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    • Slater
    • 20.11.2012 um 14:08 Uhr

    es ist müßig zu wiederholen,
    aber mit der Betonung dass ich Ihnen zustimme, viele Missstände da sind und zu korrigieren wäre, die aktuelle Regierung schlimm schlimm ist,
    die Ratingagenturen sehe ich dabei überhaupt nicht groß in der Verantwortung,

    für die Volkswirtschaften ist der Zustand letztlich eh bekannt,
    die Ratings nur eine bemerkenswerte Feststellung
    'wenn jetzt selbst xy USA abwertet..',
    dass die Schulden überall unendlich wachsen sieht man ja auch so

    bei Lehmann und Co., gut da mag es vorher noch gewisses Vertrauen gehabt haben, was sich nun eben verflüssigt,
    ohne weitere Informationen ist einem Rating, einem einzelnen Wert, letztlich eh nicht zu vertrauen, da gehören schon paar Begründungen,
    oder wenigstens Statistiken 'von X Firmen mit Rating .. gingen in den letzten 20 Jahren .. pleite',

    Einzelfälle sind dann immer noch möglich und gegebenfalls fatal wenn man betroffen ist, nicht streut, der große Knall am Ende kann so oder so immer kommen,
    im großen und ganzen wäre das aber von Nachweis von Funktionalität

    • Slater
    • 20.11.2012 um 14:08 Uhr

    es ist müßig zu wiederholen,
    aber mit der Betonung dass ich Ihnen zustimme, viele Missstände da sind und zu korrigieren wäre, die aktuelle Regierung schlimm schlimm ist,
    die Ratingagenturen sehe ich dabei überhaupt nicht groß in der Verantwortung,

    für die Volkswirtschaften ist der Zustand letztlich eh bekannt,
    die Ratings nur eine bemerkenswerte Feststellung
    'wenn jetzt selbst xy USA abwertet..',
    dass die Schulden überall unendlich wachsen sieht man ja auch so

    bei Lehmann und Co., gut da mag es vorher noch gewisses Vertrauen gehabt haben, was sich nun eben verflüssigt,
    ohne weitere Informationen ist einem Rating, einem einzelnen Wert, letztlich eh nicht zu vertrauen, da gehören schon paar Begründungen,
    oder wenigstens Statistiken 'von X Firmen mit Rating .. gingen in den letzten 20 Jahren .. pleite',

    Einzelfälle sind dann immer noch möglich und gegebenfalls fatal wenn man betroffen ist, nicht streut, der große Knall am Ende kann so oder so immer kommen,
    im großen und ganzen wäre das aber von Nachweis von Funktionalität

    • Slater
    • 20.11.2012 um 14:08 Uhr
    29. Recht

    es ist müßig zu wiederholen,
    aber mit der Betonung dass ich Ihnen zustimme, viele Missstände da sind und zu korrigieren wäre, die aktuelle Regierung schlimm schlimm ist,
    die Ratingagenturen sehe ich dabei überhaupt nicht groß in der Verantwortung,

    für die Volkswirtschaften ist der Zustand letztlich eh bekannt,
    die Ratings nur eine bemerkenswerte Feststellung
    'wenn jetzt selbst xy USA abwertet..',
    dass die Schulden überall unendlich wachsen sieht man ja auch so

    bei Lehmann und Co., gut da mag es vorher noch gewisses Vertrauen gehabt haben, was sich nun eben verflüssigt,
    ohne weitere Informationen ist einem Rating, einem einzelnen Wert, letztlich eh nicht zu vertrauen, da gehören schon paar Begründungen,
    oder wenigstens Statistiken 'von X Firmen mit Rating .. gingen in den letzten 20 Jahren .. pleite',

    Einzelfälle sind dann immer noch möglich und gegebenfalls fatal wenn man betroffen ist, nicht streut, der große Knall am Ende kann so oder so immer kommen,
    im großen und ganzen wäre das aber von Nachweis von Funktionalität

  3. 'Sie haben eher die Rolle des Spielverderbers, sie decken das politische und wirtschaftliche Missmanagement auf, sie decken Schuldenberge auf, die eigentlich nicht mehr abzuarbeiten sind. Diese Schuldenberge sind durch Blindheit, Profitgier und Wachstum um buchstäblich jeden Preis entstanden.'

    ABER dann hätten die Ratingagenturen den USA schon längst das Triple-A und die Kreditwürdigkeit abnehmen müssen. Die USA ist extrem hoch verschuldet. -Sich selbst würden sie nie von ihrem A3 Level herabstufen, obwohl sie schon lang nicht mehr die Anforderungen erfüllen, die sie von anderen Ländern verlangen. Diese Herabstufung der Franzosen ist politisch gewollt. Das wird sowohl für Frankreich als auch für uns (Dtl. und EU) Folgen haben.

    Antwort auf "Problem Einfluss"
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    • Slater
    • 20.11.2012 um 15:09 Uhr

    wenn man die niedrigen Steuern, hohen evtl. senkbaren Militärausgaben, die ungeheure Wirtschaftsmacht der Firmen und Marken, die weltweite Leitwährung Dollar bedenkt, nicht viele sind bereits seit 200 Jahren gültig, mag das Rating nichtmal falsch sein,
    die größte Wirtschaftsmacht der Welt braucht eigentlich überhaupt keines, wenn die keine Kredite mehr bezahlen sind alle anderen auch pleite..,

    aber selbst wenn: man muss bei amerikanischen Firmen ja nicht unbedingt dieses eine Rating anschauen, des eigenen Landes,

    falls in Europa England bevorzugt wäre oder sonstige Begünstigungen in der Welt, dann schon eher..

    • Slater
    • 20.11.2012 um 15:09 Uhr

    wenn man die niedrigen Steuern, hohen evtl. senkbaren Militärausgaben, die ungeheure Wirtschaftsmacht der Firmen und Marken, die weltweite Leitwährung Dollar bedenkt, nicht viele sind bereits seit 200 Jahren gültig, mag das Rating nichtmal falsch sein,
    die größte Wirtschaftsmacht der Welt braucht eigentlich überhaupt keines, wenn die keine Kredite mehr bezahlen sind alle anderen auch pleite..,

    aber selbst wenn: man muss bei amerikanischen Firmen ja nicht unbedingt dieses eine Rating anschauen, des eigenen Landes,

    falls in Europa England bevorzugt wäre oder sonstige Begünstigungen in der Welt, dann schon eher..

    • Slater
    • 20.11.2012 um 15:09 Uhr

    wenn man die niedrigen Steuern, hohen evtl. senkbaren Militärausgaben, die ungeheure Wirtschaftsmacht der Firmen und Marken, die weltweite Leitwährung Dollar bedenkt, nicht viele sind bereits seit 200 Jahren gültig, mag das Rating nichtmal falsch sein,
    die größte Wirtschaftsmacht der Welt braucht eigentlich überhaupt keines, wenn die keine Kredite mehr bezahlen sind alle anderen auch pleite..,

    aber selbst wenn: man muss bei amerikanischen Firmen ja nicht unbedingt dieses eine Rating anschauen, des eigenen Landes,

    falls in Europa England bevorzugt wäre oder sonstige Begünstigungen in der Welt, dann schon eher..

  4. Hier noch ein kluger Mann:

    http://www.stern.de/wirts...

    Auch der hier passt zu "Retten" und Ratinagenturen:

    http://www.teleboerse.de/...

    Ohne Vollgeld, und richtigen weiteren Reformen, wie von mir schon Oft beschrieben, gibt es keine Rettung.

    Und dann wirds Blutig!

    Antwort auf "Wer lacht heute noch ?"

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