Die letzten Seidenhersteller Afghanistans

Im alten Stadtteil von Herat arbeiten heute noch einige wenige Familien in der Seidenproduktion. | © Aref Karimi/AFP/Getty Images
Einst war Herat berühmt für seine Seidenproduktion. Die Stadt im Nordwesten Afghanistans war ein wichtiger Handelsort entlang der Seidenstraße. 300 Manufakturen mit rund 800 Beschäftigten belieferten weite Teile des Landes mit ihren berühmten Schals, Tüchern oder Turbanen. Diese Bilder zeigen die Bedingungen, unter denen die letzten Seidenhersteller Afghanistans versuchen, der Konkurrenz aus China und Pakistan zu trotzen.
- Datum 05.11.2012 - 14:25 Uhr
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Aufnahmen-einmal etwas von Afganistan ohne Gewalt und Krieg.
dass alle auf Produkte aus China setzen, nicht nur bei Seide.
Würde auch weitere Artikel dieser Art sehr begrüßen.
"Ein junger Mann webt einen Schal. Die Kunst der Seidenverarbeitung wird in Herat seit Jahrzehnten an die Kinder weitergegeben." wäre in einem anderen Zusammenhang "Kinderarbeit in Afghanistan!!!11". Nur so zum Nachdenken.
Kinder zur handwerklichen Ausbildung in fremde Hände zu geben, ist ein mittelalterlich/neuzeitliches europäisches Konzept. In Asien ist es in sehr vielen Ländern noch üblich, daß gerade in kunsthandwerklichen Berufen Dynastien über viele Generationen existieren und die Fähigkeiten und Werkstattgeheimnisse an die Kinder weiter gegeben werden.
Kinder wachsen dort in den Werkstätten auf und in ihre Berufe hinein. Das bringt Meisterschaften hervor, von denen wir in Europa nur noch träumen können - lesen Sie mal über Living National Treasure in Japan http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_Living_National_Treasures_of_Japan_(crafts) und deren Kindheiten nach. Die begannen ihre Ausbildungen nicht erst mit 15.
Zu Afghanistan macht es mich ehrlich gesagt froh, daß solche Strukturen offenbar nicht ganz von über 30 Jahren Krieg vernichtet wurden.
Kinder zur handwerklichen Ausbildung in fremde Hände zu geben, ist ein mittelalterlich/neuzeitliches europäisches Konzept. In Asien ist es in sehr vielen Ländern noch üblich, daß gerade in kunsthandwerklichen Berufen Dynastien über viele Generationen existieren und die Fähigkeiten und Werkstattgeheimnisse an die Kinder weiter gegeben werden.
Kinder wachsen dort in den Werkstätten auf und in ihre Berufe hinein. Das bringt Meisterschaften hervor, von denen wir in Europa nur noch träumen können - lesen Sie mal über Living National Treasure in Japan http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_Living_National_Treasures_of_Japan_(crafts) und deren Kindheiten nach. Die begannen ihre Ausbildungen nicht erst mit 15.
Zu Afghanistan macht es mich ehrlich gesagt froh, daß solche Strukturen offenbar nicht ganz von über 30 Jahren Krieg vernichtet wurden.
Schon wieder diese Moral Keule. Das machen gerne die fetten Staaten mit ihrem Export, in Potenz.
Sie brauchen nicht unbedingt nach Afghanistan Reisen.
"Kinder Arbeit" finden sie auch in Europa, dort wo noch Landwirtschaft betreibt, (meist extensiv)und die Kinder wollen mit tun.
Eine eigene Endscheidung. ....
Das größte Problem an Kinderarbeit in armen Ländern ist, dass die Arbeit die Schule ersetzt und damit jede Aussicht auf Verbesserung schwindet.
Natürlich können und dürfen Kinder arbeiten.
Wenn allerdings, wie in Sachen Haselnüsse oder Kakao, die Kinderarbeit zum Prinzip wird, das die Grundstoffe für die Süßigkeiten-Händler aus den gut entwickelten Ländern noch billiger und lukrativer macht, wird eine ethische Grenze überschritten, die nicht mehr akzeptabel ist, bzw. sein sollte.
Gleiches gilt natürlich auch für Baumwolle, Reis, Granit und Gneis aus Indien, für T-Shirts aus Bangladesch oder Elektronik aus China. Auszeichnungspflicht sollte unsere geringste Anforderung an billige Importware sein, auch wenn sich die Importeure winden und weigern und ihre Lobbyisten teuer bezahlen, um den Parlamentariern in die abstimmungswilligen Arme zu fallen.
Das größte Problem an Kinderarbeit in armen Ländern ist, dass die Arbeit die Schule ersetzt und damit jede Aussicht auf Verbesserung schwindet.
Natürlich können und dürfen Kinder arbeiten.
Wenn allerdings, wie in Sachen Haselnüsse oder Kakao, die Kinderarbeit zum Prinzip wird, das die Grundstoffe für die Süßigkeiten-Händler aus den gut entwickelten Ländern noch billiger und lukrativer macht, wird eine ethische Grenze überschritten, die nicht mehr akzeptabel ist, bzw. sein sollte.
Gleiches gilt natürlich auch für Baumwolle, Reis, Granit und Gneis aus Indien, für T-Shirts aus Bangladesch oder Elektronik aus China. Auszeichnungspflicht sollte unsere geringste Anforderung an billige Importware sein, auch wenn sich die Importeure winden und weigern und ihre Lobbyisten teuer bezahlen, um den Parlamentariern in die abstimmungswilligen Arme zu fallen.
Das größte Problem an Kinderarbeit in armen Ländern ist, dass die Arbeit die Schule ersetzt und damit jede Aussicht auf Verbesserung schwindet.
Natürlich können und dürfen Kinder arbeiten.
Wenn allerdings, wie in Sachen Haselnüsse oder Kakao, die Kinderarbeit zum Prinzip wird, das die Grundstoffe für die Süßigkeiten-Händler aus den gut entwickelten Ländern noch billiger und lukrativer macht, wird eine ethische Grenze überschritten, die nicht mehr akzeptabel ist, bzw. sein sollte.
Gleiches gilt natürlich auch für Baumwolle, Reis, Granit und Gneis aus Indien, für T-Shirts aus Bangladesch oder Elektronik aus China. Auszeichnungspflicht sollte unsere geringste Anforderung an billige Importware sein, auch wenn sich die Importeure winden und weigern und ihre Lobbyisten teuer bezahlen, um den Parlamentariern in die abstimmungswilligen Arme zu fallen.
"Das größte Problem an Kinderarbeit in armen Ländern ist, dass die Arbeit die Schule ersetzt und damit jede Aussicht auf Verbesserung schwindet."
Da gebe ich Ihnen grds. recht. Aber nicht überall in Afghanistan gibt es schon erreichbare Schulen. Gerade jetzt im Winter sind manche gegenden, z.B. in der Region Badakhshan, komplett abgeschnitten und selbst, wenn die Eltern ihre Kinder zur Schule schicken wollten, ist es oft gar nicht möglich. Da sehe ich es schon als sinnvoll an die Kinder "alternativ" in einem solchen Handwerk zu unterrichten. Zudem ist es für Afghanistan auch eine Chance, solche landestypischen bzw. -spezifischen Produkte zu vermarkten und damit die Wirtschaft zu stärken. Das gilt ja etwa auch für Beispiele wie Speiseöl, Halbedelsteine etc.
"Das größte Problem an Kinderarbeit in armen Ländern ist, dass die Arbeit die Schule ersetzt und damit jede Aussicht auf Verbesserung schwindet."
Da gebe ich Ihnen grds. recht. Aber nicht überall in Afghanistan gibt es schon erreichbare Schulen. Gerade jetzt im Winter sind manche gegenden, z.B. in der Region Badakhshan, komplett abgeschnitten und selbst, wenn die Eltern ihre Kinder zur Schule schicken wollten, ist es oft gar nicht möglich. Da sehe ich es schon als sinnvoll an die Kinder "alternativ" in einem solchen Handwerk zu unterrichten. Zudem ist es für Afghanistan auch eine Chance, solche landestypischen bzw. -spezifischen Produkte zu vermarkten und damit die Wirtschaft zu stärken. Das gilt ja etwa auch für Beispiele wie Speiseöl, Halbedelsteine etc.
"Das größte Problem an Kinderarbeit in armen Ländern ist, dass die Arbeit die Schule ersetzt und damit jede Aussicht auf Verbesserung schwindet."
Da gebe ich Ihnen grds. recht. Aber nicht überall in Afghanistan gibt es schon erreichbare Schulen. Gerade jetzt im Winter sind manche gegenden, z.B. in der Region Badakhshan, komplett abgeschnitten und selbst, wenn die Eltern ihre Kinder zur Schule schicken wollten, ist es oft gar nicht möglich. Da sehe ich es schon als sinnvoll an die Kinder "alternativ" in einem solchen Handwerk zu unterrichten. Zudem ist es für Afghanistan auch eine Chance, solche landestypischen bzw. -spezifischen Produkte zu vermarkten und damit die Wirtschaft zu stärken. Das gilt ja etwa auch für Beispiele wie Speiseöl, Halbedelsteine etc.
durch Kriege und Bürgerkriege zerstörten Zivilgesellschaften kulturelle Identität. Das ist in unserer Gesellschaft, wo angewandte Kunst zu Unrecht ein Nischendasein innehat, kaum noch vorstellbar. (Das Moment der Identitätsstiftung wird aus dem im Vorkommentar verlinkten Film ebenfalls deutlich)
Die Ausbildung innerhalb von Familien kommt der in Europa mittlerweile outgesourcten handwerklichen Ausbildung bis zum Meister gleich und ist ohne jedes wenn und aber eine Fachqualifikation. Das ist überhaupt nicht vergleichbar mit der Ausbeutung von Kindern für westliches Smart-Shopping.
Selbstredend ist es ganz unerläßlich, daß Kinder wenigstens einige Jahre in die Schule gehen und mindestens lesen, schreiben und die Grundrechenarten lernen.
Kindern aber grundsätzlich verbieten zu wollen, daß sie zum Familieneinkommen mit beitragen, täte sehr vielen Kindern auf der Welt überhaupt gar keinen Gefallen.
durch Kriege und Bürgerkriege zerstörten Zivilgesellschaften kulturelle Identität. Das ist in unserer Gesellschaft, wo angewandte Kunst zu Unrecht ein Nischendasein innehat, kaum noch vorstellbar. (Das Moment der Identitätsstiftung wird aus dem im Vorkommentar verlinkten Film ebenfalls deutlich)
Die Ausbildung innerhalb von Familien kommt der in Europa mittlerweile outgesourcten handwerklichen Ausbildung bis zum Meister gleich und ist ohne jedes wenn und aber eine Fachqualifikation. Das ist überhaupt nicht vergleichbar mit der Ausbeutung von Kindern für westliches Smart-Shopping.
Selbstredend ist es ganz unerläßlich, daß Kinder wenigstens einige Jahre in die Schule gehen und mindestens lesen, schreiben und die Grundrechenarten lernen.
Kindern aber grundsätzlich verbieten zu wollen, daß sie zum Familieneinkommen mit beitragen, täte sehr vielen Kindern auf der Welt überhaupt gar keinen Gefallen.
Da wird nicht Seide auf Spulen gewickelt, sondern die Kette eines gar nicht so kleinen Webstuhls vorbereitet, oder? Das ist nicht nur eine mühselige, sondern vor allem eine Arbeit, bei der man sehr konzentriert sein muß. Ein einziger, falsch platzierter Faden und man muß von vorn anfangen. Nämlich mit dem Wickeln von Seide auf Spulen, sie sind auf dem Bild hinter dem Weber sichtbar.
........
Wen kostbare traditionelle Seide interessiert, dem sei wärmstens 'Die Seele der Seide' empfohlen, über Seidenweberei in Kambodscha nach den Khmer Rouge, die nicht nur Intellektuelle und Stadtbewohner ermordeten, sondern auch Handwerker, die auf irgendeine Weise dem Hof zuarbeiteten.
Kikuo Morimoto, ein japanischer Kimonomaler, Textil-Ingenieur und eine große Seele, suchte jahrelang nach Handwerkerinnen, die die Khmer Rouge überlebt hatten, um ihre Techniken zu erlernen und initiierte das großartigste und heilsamste Projekt, das mir überhaupt bekannt ist.
Er zahlt Kindern Lohn, damit sie bei ihm Zeichenunterricht nehmen, weil jeder ein Recht auf Schönheit hat, er beschäftigt mittlerweile etwa 400 Frauen in traditioneller Pflanzen-Färberei und der hochkomplexen Khmer-Ikat-Weberei (und bildet sie vorher aus) und beschäftigt nun auch einige ihrer Männer in der Produktion der gelben kambodschanischen Seide in einer Maulbeerbaumplantage bei Siem Reap. http://www.ardmediathek.d...
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