Allerdings bleibt der Konflikt unter den Geldgebern, ob das derzeit schwächste Glied der Euro-Zone auf Dauer gestützt werden kann. Das Land steht mit 2013 vor seinem sechsten Rezessionsjahr in Folge und hat trotz der jüngsten Parlamentsbeschlüsse noch immer viele Reformen nicht umgesetzt, die die internationalen Geldgeber für eine zwingende Voraussetzung halten. Die jüngste Kontrolle ergab: Auf der Liste sind mehr Punkte in Arbeit als erledigt.

Dennoch einigten sich die Euro-Minister darauf, Griechenland zwei Jahre mehr Zeit für die Sanierung seiner zerrütteten Finanzen zu geben. Allerdings ließen sie offen, wie der dadurch entstehende Geldbedarf gedeckt werden soll. Ein Schuldennachlass durch öffentliche Gläubiger wie die EZB sei aus rechtlichen Gründen ausgeschlossen, sagte Schäuble.

Nach Berechnungen der Troika-Experten von Internationalem Währungsfonds, Europäischer Zentralbank und EU-Kommission sind bis Ende 2016 rund 33 Milliarden Euro nötig, falls Griechenland zwei Jahre mehr Zeit bekommt. Um den drohenden Staatsbankrott noch in diesem Monat zu vermeiden, besorgte sich Griechenland kurzfristig am Geldmarkt neue Milliarden . Befürchtungen an den Finanzmärkten, der Versuch könne misslingen, bewahrheiteten sich damit nicht.

Laufzeit von lediglich vier Wochen

Das Land konnte 4,06 Milliarden Euro bei Investoren aufnehmen, teilte die Schuldenagentur PDMA mit. Das Platzierungsziel von 3,125 Milliarden Euro wurde übertroffen. Damit steigen die Chancen, dass das hochverschuldete Euro-Krisenland bis Freitag genug Geld hat, um fällige Schulden in Höhe von fünf Milliarden Euro zu begleichen.

Erstmals überhaupt seit der Euro-Einführung wurde ein Papier mit Laufzeit von lediglich vier Wochen versteigert. Der Zeit im Rennen gegen den Bankrott wurde jedoch teuer erkauft: Investoren verlangten einen durchschnittlichen Zins von 3,95 Prozent, um den ultrakurzen Titel zu zeichnen. Für ein weiteres Papier mit Fälligkeit in drei Monaten wurde ein Zins von 4,2 Prozent fällig.