Bei Protesten gegen die drastische Sparpolitik der griechischen Regierung und die Forderungen der internationalen Gläubiger ist es vor dem Parlament in Athen zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen kleinen Gruppen von vermummten Demonstranten und der Polizei gekommen.

Etwa 200 zum Teil vermummte Demonstranten schleuderten in der Nähe des Parlamentes Dutzende von Brandflaschen auf die Polizei. Die Beamten setzten Wasserwerfer, Blendgranaten und Tränengas ein, um die Randalierer auseinanderzutreiben. Am zweiten Tag des Generalstreiks blieben Schulen, Banken, Behörden und der öffentliche Transport geschlossen, während sich in den Straßen unabgeholter Müll türmte.

Zuvor hatten vor dem Parlament mehr als 70.000 Menschen bei strömendem Regen über zwei Stunden lang friedlich vor dem Parlament gegen das Sparprogramm demonstriert. Ein entsprechender Gesetzentwurf sieht bis zum Jahr 2016 weitere Einsparungen in Höhe von 13,5 Milliarden Euro vor. Der Plan sieht neben Massenentlassungen und Steuererhöhungen vor allem neue Kürzungen bei Renten und Gehältern sowie im Gesundheits- und Sozialwesen, außerdem Streichungen von Kinder- und Weihnachtsgeld vor.

Die Zustimmung des Parlaments ist Voraussetzung für die Auszahlung der nächsten Tranche der Troika aus Europäischer Union, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds in Höhe von 31,5 Milliarden Euro an das hochverschuldete Land. Andernfalls droht Griechenland die Pleite.

Nikos Kioutsoukis, der Generalsekretär der Dachorganisation der Gewerkschaften GSEE, nannte die Maßnahmen "das schwerste politische und soziale Verbrechen gegen Land und Leute", das es je gab. "Wir werden nicht zulassen, dass sie das Land zerstören."

Die entscheidende Abstimmung wird für die Nacht zum Donnerstag erwartet.