Der Fall Martoma bietet nun zumindest eine Möglichkeit der Erklärung. Martoma betreute Mitte der nuller Jahre Portfolios von SAC. Zwischen 2006 und 2008 soll er dabei in die Freundschaft zu einem Arzt namens Sidney Gilman investiert haben. Dieser versorgte Martoma in regelmäßigen Zeitabständen mit klinischen Studien der beiden Arzneimittelhersteller Elan und Wyet. Dabei ging es um das Alzheimer-Medikament bapineuzumab (bapi). Gilman, einst Martomas Informant, kooperiert heute mit den Behörden.

Erste positive Test-Ergebnisse für das Medikament veranlassten Martoma damals dazu, sich mit Aktien der beiden Unternehmen einzudecken. Als der Abschlussbericht der Ärzte anschließend überraschend schlecht ausfiel, war das für Martoma kein Problem. Er hatte bereits zwei Wochen zuvor die Ergebnisse mit Gilman diskutiert. Sogar die entsprechenden Powerpoint-Folien lagen ihm vor. Martoma stieß daraufhin nicht nur die Aktien der Firmen ab, sondern wettete sogar mit Leerverkäufen auf ihren Absturz.

"Über Nacht wurde Martoma vom Bullen zum Bären", sagt Bharara. Hatte der Portfolio-Manager noch kurze Zeit zuvor auf steigende Kurse gewettet, profitierte er nun vom Einbruch der Papiere. Am Ende stand ein Gewinn in Höhe von 276 Millionen Dollar für SAC. Martoma selbst strich in jenem Jahr einen Bonus von neun Millionen Dollar ein. Das Geld konnte er später gut gebrauchen. Ohne die Insider-Informationen bewies er sich nicht gerade als begnadeter Geldmanager. Die Leistung seines Fonds war im darauf folgenden Jahr so schlecht, dass er 2010 gefeuert wurde.

Bharara verpackte am Ende seiner Rede eine Drohung als Scherz. Am Ende könnten die Insiderhändler der Wall Street ihre Gewinne nur an einem Ort ausgeben, höhnte er: im Gefängnis. Der Wall-Street-Sheriff ließ keine Zweifel aufkommen, dass er im Kampf gegen den Insiderhandel entschlossener sei denn je. Martoma sei nun die Nummer 73, die vor Gericht stünde, sagt er. Ob und welche Nummer Cohen erhalten wird, ließ er unbeantwortet. Er verwies auf die Anklageschrift, bis auf Weiteres.